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Zünfte

Allgemeines

Zünfte kann man am ehesten mit heutigen Genossenschaften vergleichen. Eine Zunft legte Preise, Qualitätsstandards und Betriebsgrößen fest, um allen Angehörigen einer bestimmten Zunft in einer bestimmten Umgebung ein auskömmliches Dasein zu gewährleisten.

Geschichte

Durch die Einführung der Zunftordnung in Augsburg erhielten die Mitglieder der Zünfte das Recht, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln und ohne Einfluss des Patriziats öffentliche Angelegenheiten zu ordnen. Zwar führte das bei einigen Gewerken zu einem Rückgang der Aufträge aus Geistlichkeit? und Adel?, doch brachte es anderen Handwerkskünsten einen großen Aufschwung.

Das nutzte vor allem der Bildenden Kunst und den Gewerken, die mit dem Bauen beschäftigt waren. Die Stadt gab viele öffentliche Gebäude in Auftrag, die zur Verschönerung der Stadt und zum Nutzen der Bürger? dienen sollten. Bauordnungen? von 1391 und 1447 waren die Richtschnur dabei. Schon 1380 hatte man die hässlichen Kellerhälse und Stiegen vor den Häusern verboten. 1391 wurden auch Schuppen und Vorschüsse von Gebäuden in der Stadt verboten. 1391 ist für Augsburg auch deshalb ein wichtiges Datum, weil in diesem Jahr damit begonnen wurde, die Straßen zu pflastern. Die Pflastersteine wurden aus den nahen Flüssen? herbeigeschafft und Augsburger Pflastermeister arbeiteten so gut, dass sie auch in anderen Städten, hauptsächlich in München Aufträge bekamen. Die kleinen Winkel und schmalen Wege zwischen den Häusern wurden mit gebrannten Steinen belegt und so hatte Augsburg bald als erste deutsche Stadt ein durchgehendes Pflaster.

Details

Besonders gut kann man am Beispiel der Augsburger Weber? studieren, wie das genossenschaftliche Zunftsystem durch die Einführung des Verlagssystems ausgehöhlt wurde. Der so genannte Verleger nutzte die wirtschaftliche Not von Menschen aus. So kaufte er Rohstoffe, z. B. Wolle, ein, stellte sie den Webern? zur Verfügung, damit diese sie bearbeiteten und nachher die fertigen Stoffe zu einem vorher festgelegten Preis wieder an den Verleger abgaben. Damit wurde der Weber? im Verlagssystem zu einem Lohnarbeiter, der im Gegensatz zum Verleger durch seine Arbeit keine Gewinne erzielen konnte. Das hatte in Augsburg zur Folge, dass sich die Weberschaft? immer mehr in zwei Gruppen spaltete: die der reichen Verleger und die große Masse der armen Weber?, was natürlich sozialen Sprengstoff barg und immer wieder zu Weberaufständen in Augsburg führte.

Weblinks


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