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Zimmermann, Dominikus

alternative Namen Dominicus Zimmermann, Dominik Zimmermann; ein deutscher Stuckateur, Maler, Architekt und Bürgermeister, der viel für das Bistum Augsburg baute und damit den Kirchenbau in diesem Gebiet prägte

Film von Landsberg TV zum 250. Todestag von Dominikus Zimmermann 2016

Leben und Wirken

Zeit vor Landsberg

Dominikus Zimmermann wurde am 30. Juni 1685 in Gaispoint, heute Wessobrunn? geboren und dort einen Monat später getauft. Er drückte dem Kirchenbau im Bistum Augsburg seinen Stempel auf, etwa mit der Frauenkirche in Günzburg, der Johanniskirche in Landsberg am Lech und der Wieskirche bei Steingaden?, um nur einige Beispiele zu nennen.

1695, als Dominikus Zimmermann zehn Jahre alt war, starb sein Vater. Die Mutter heiratete wieder. Ihr zweiter Mann, Christoph Schäffler, war ein Wessobrunner Stuckateur. Von seinem Stiefvater lernte Dominikus wohl die Anfänge des Stuckhandwerks. Vielleicht verbrachte er Lehr- und Wanderjahre in Italien. 1707 erhielt er einen ersten großen Auftrag als Altarbauer im Schweizer Kloster Fischingen.

Ab 1708 bis 1716 lebte er in Füssen?, arbeitete wohl als Mitarbeiter für den Barockbaumeister Johann Jakob Herkomer und schuf auch selbständig Werke wie Stuckausstattungen und Stuckmarmoraltäre in Bayerisch-Schwaben bis in die Schweiz. Erst später arbeitete Dominikus Zimmermann auch als Baumeister und Architekt.

Seine Karriere begann Dominikus Zimmermann als Stuckateur. Er war der zweite Sohn des Stuckateurs Elias Zimmermann. Über sein Ausbildung und Wanderjahre ist jedoch wenig bekannt. Am 9. Januar 1708 heiratete er Theresia Zöpf, die Tochter eines Wessobrunner Nachbarn und Stuckateurs, und blieb mit ihr für acht Jahre in Füssen?.

Seine früheste selbständige nachweisbare Arbeit von Bedeutung ist der Hochaltar mit einem Madonnenbild in Gipsmosaik am Antependium in der Pfarrkirche von Birkland? aus dem Jahre 1715. Mit der 1716 bis 1725 er­bau­ten Klos­ter­kir­che in Mö­din­gen? bei Dil­lin­gen? arbeitet er erst­mals als ent­wer­fen­der Ar­chi­tekt. Auch die Stuckausstattung der Kirche wurde nach seinen Entwürfen angefertigt. Er schmückte die Kirche mit für die Zeit typischem Bandelwerk aus, einem Dekor in Form von Schleifen und wehenden, flatternden Bändern, die verschlungen und verflochten oder mäanderartig ausgeführt waren. Dominikus Zimmermann verband das Bandelwerk mit vollplastischen pflanzlichen Motiven, mit Blumen, Laub und Gräsern. Sein Bruder Johann Baptist? trug mit seinen Decken- und Wandbildern kongenial zu dem Gesamtkunstwerk bei.

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Altes Rathaus, Landsberg am Lech, Bayern, Deutschland, Zustand 2015. By Zairon (Own work) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

In Landsberg

1716 zog er mit Familie nach Landsberg am Lech. In dieser Augsburg nahe gelegenen Stadt erwarb er 1716 die Bürgerrechte und gehörte ab 1734 dem Stadtrat an. Von 1748 bis 1753 übte er sogar das Amt des Bürgermeisters dort aus. Dass Dominikus Zimmermann das Kurfürstentum Bayern? verließ und sich erst 1716 wieder dort niederließ, kann daran gelegen haben, dass Bayern bis zum Frieden von Utrecht (1714) im Spanischen Erbfolgekrieg durch die Österreicher besetzt war. So gab es bis zu dem Friedensschluss hier wenig Erwerbsmöglichkeiten. Außerdem waren im kriegsgebeutelten Bayern wehrfähige Männer wie Dominikus Zimmermann stets in Gefahr, zu den österreichischen Truppen gepresst zu werden.

In seiner zweiten Heimat Landsberg am Lech schuf Dominikus Zimmermann in den Jahren 1718 bis 1720 die Stukkaturen im zweiten Stockwerk und an der sehr ansprechend und wirkungsvoll verzierten Fassade des Rathauses sowie im Chor der Pfarrkirche einen Kredenzaltar aus Gipsmarmor. Die Stukkaturen im oberen Rathaussaal gehören zu den besten Arbeiten aus jener Zeit; augenscheinlich wollte der Künstler damit ein Meisterstück liefern, um seinen Mitbürgern eine Probe seiner hohen Kunstfertigkeit zu geben. Nach dem Friedensschluss gab auch enormen Nachholbedarf im Bauwesen. Die Arbeiten am Rathaus von Landsberg am Lech verrechnete man mit der Bürgeraufnahmegebühr, die eine beträchtliche Summe darstellte. Fast vierzig Jahre lang baute und stuckierte Zimmermann nun von Landsberg aus Kirchen, Klöster, Pfarrhöfe und Privathäuser. Ebenfalls 1718 rissen die Landsberger das gotische Sakramentshäuschen neben dem Hochaltar der Stadtpfarrkirche ab. Stattdessen ließ die Erzbruderschaft vom Heiligen Rosenkranz von Dominikus Zimmermann ihren Altar errichten. Er formte den Rosenkranzaltar aus farbigem Stuckmarmor. Heute steht in der Altarnische die berühmte Madonna von Hans Multscher.

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Blick über den Lech auf die Altstadt von Landsberg am Lech, Bayern, Deutschland April 2015 von Zairon (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Auch zwischen 1719 und 1724 trug Dominikus Zimmermann Verantwortung für Landsberger Bauprojekte. Man übertrug ihm den Bau der ersten Ursulinenkirche in Landsberg am Lech. Die Ursulinen kauften dafür Bürgerhäuser auf und ließen sie abreißen. Der Chorraum der ersten Kirche soll wie jener der Johanniskirche im Vorderanger nach Westen ausgerichtet gewesen sein, doch lässt sich das nicht mehr sicher sagen, weil die erste Kirche abgerissen und um 1737 neu gebaut wurde.

Während der Jahre 1726 bis 1733 baute Dominikus Zimmermann fast gleichzeitig zwei Kirchen im jetzigen württembergischen Oberschwaben.

Zum einen die Kirche des Dominikanerinnenklosters Siessen bei Bad Saulgau, einen einschiffigen flachgewölbten mit seltsam geformten Oberfenstern und sehr geschmackvollen Stukkaturen ausgestatteten Bau. Die Kirche ist mit querschiff-flügelartig vortretenden Kapellen und einem eingezogenen, halbrund geschlossenen Chor im ausgeprägten Frührokoko erbaut (Pilaster mit sehr reich gestalteten Kapitellen). Schon 1725 schloss er mit dem Kloster dort einen "Hauptverding für Steinhauer-, Maurer- und Stukkateurarbeit und ist Ihme H. Dominco die Kost wie wir Geistliche geniessen ahn unserem Tisch gegeben worden, seinem Ballier auch die Kost, und entlich für das Pferd des H. Dominici das Fuetter". Die Kirche bekam vier Joche und ist als Saalbau ausgeführt. Die Fresken schuf sein Bruder Johann Baptist Zimmermann?.

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Innenraum der Klosterkirche St. Martin des Klosters Sießen, Bad Saulgau 2010 von Zairon (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

In den Jahren 1728 bis 1731 widmete er sich noch der zum Prämonstratenserreichsstift Schussenried gehörigen Pfarr- und Wallfahrtskirche von Steinhausen am Federbach. Hier errichtete er eine große ovale außen rechteckig ummantelte Ellipse oder Rotunde, der sich östlich ein innen hufeisenförmiger, außen rechteckiger Chor, westlich eine dem Chor an Ausdehnung entsprechende rechteckige Vorhalle mit übergebautem Turm vorlegt. In den ovalen Hauptraum dieses Baues sind in gleichen Abständen zehn quadratische Pfeiler eingestellt, die auf jeder Seite Pilastervorlagen zeigen, unter sich und mit der Umfassungswand (mit dieser in tieferer Kämpferhöhe) durch Bögen verbunden sind und eine flache aus Backstein gemauerte Kuppel tragen, wodurch ein Umgang um den Hauptraum hergestellt wird. Im östlichsten Teil dieses Umganges hebt eine am ganzen Chor sich hinziehende Galerie an. Das Innere ist mit außerordentlich reichen, eleganten Stukkaturen aus Band-, Blatt- und Blumenwerk ausgeschmückt. In dieser Kirche konnte der Meister seinem dekorativen Talent und seiner Phantasie freien Lauf lassen, weshalb sie die von Siessen übertrifft. In Steinhausen ist die in Siessen in der unteren Hälfte der Fensterhöhe liegende Ausbauchung der lebendig umrissenen dreiteiligen Oberfenster in die obere Hälfte verlegt; auch haben die Kapitelle der gekuppelten, den Außenbau gliedernden Pilaster noch reichere, üppigere Formen wie in Siessen. Beim Eintritt fühlt man sich im ersten Moment fast unwillkürlich in ein Opernhaus versetzt.

Bad Schussenried - Steinhausen, Wallfahrtskirche St. Peter und Paul
Bad Schussenried - Steinhausen, Wallfahrtskirche St.Peter und Paul 2013 von Franzfoto (Eigenes Werk) [GFDL oder CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Hier in der Pfarr- und Wallfahrtskirche Steinhausen entwickelte Dominikus Zimmermann seine eigenen Charakteristika, indem er sich von den Bauprinzipien seiner Zeit abwandte. Damals waren die Kirchenräume mystisch mit indirekt einfallendem Licht gezeichnet, gedeckte Farben dominierten die Kircheninnenräume. Er setzt ihnen einen hellen und heiteren Kirchenraum entgegen. Motiven und Farben gab er ein stärkeres Eigenleben, um ihre symbolische Bedeutung zu unterstreichen. Der vereinheitlichten Raumwirkung wollte er nicht mehr alles unterordnen.

1736 betraute man Dominikus Zimmermann mit dem Neubau der abgebrannten Frauenkirche in Günzburg. 1741 waren Schiff und Chor fertiggestellt. Weil das Geld fehlte und wegen der Wirren des österreichischen Erbfolgekrieges zog sich die Ausgestaltung des Baus noch viele Jahre hin. Eingeweiht wurde die Frauenkirche erst 1780. Mit der Günzburger Frauenkirche schuf der Baumeister eine geschickte Verbindung von ovalem Langhaus und Pfeilerchor. Die Decke ist relativ flach gewölbt. Ihre Holzschale hängt an einer aufwendigen Dachstuhlkonstruktion. An der Westseite findet sich die Empore, die den Englischen Fräulein als Hauskapelle zur Verfügung stand. Die Empore ist durch einen von Außen sichtbaren Übergang im ersten Obergeschoss mit dem benachbarten ehemaligen Klostergebäude verbunden. Sicher ist, dass die Entwürfe für das reiche Stuckdekor auch von Dominikus Zimmermann stammen.

Frauenkirche (Günzburg)
Frauenkirche in Günzburg 2012 von Gliwi (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

1739 begann Dominikus Zimmermann im Landsberg am Lech benachbarten Pöring? bei Pitzling? im Auftrag von Baronin Berndorff mit dem Bau einer Schloss- und Wallfahrtskapelle. Er stuckierte die Kirche nur dürftig, was vielleicht an finanziellen Einschränkungen aufgrund des Österreichischer Erbfolgekrieg lag. Für die Region bedeutend sind die Fresken, etwa das Fresko im Schiff mit der Darstellung der Krönung Mariens durch die Dreifaltigkeit (signiert mit "Dominicus Zimmermann"). 1742 enden die Arbeiten. 1741 beauftragen ihn die Landsberger mit dem Neubau der abgebrochenen Friedhofskirche St. Johannes im Vorderen Anger. Dominikus Zimmermann gestaltete den Innenraum als vollräumige Plastik mit einem mehrschichtig aufgebauten Altarwerk gestaltet.

Mit dem Kirchenbau von Steinhausen vergleichbar in Anlage und Ausbau ist die Wieskirche. Dominikus Zimmermann führte sie in den Jahren von 1746 – 1753 im Auftrag des Prämonstratenserklosters Steingaden? aus. Allerdings übertrifft die Wieskirche den Steinhauser Bau durch die reiche Chorgestaltung und den leichteren luftigen Aufbau. Darüber, ob die Stuckdekoration der Wieskirche die der Kirche in Steinhausen übertrifft, kann man streiten.

Bei der Wies­kir­che kom­bi­nierte Dominikus Zimmermann die Raum­struk­tur der Stein­hau­se­ner Kir­che mit einem längs­recht­ecki­gen Chor. Dieser Chor setzt den Um­gang des Lai­en­raums sei­ten­schif­far­tig fort­. Im Ge­mein­de­raum ersetzen Dop­pel­säu­len die Pfeiler. Die Ar­ka­den­bö­gen der Doppelsäulen schneiden tief in die Ge­wöl­be­zone ein­ und binden den Kup­pel­raum und den Um­gang op­tisch eng an­ein­an­der­. Mit ihrer Heitrkeit und ihrem licht­durch­flu­te­ten In­nen­raum gilt die Wies­kir­che heute als Inbegriff der Architektur des Ro­ko­ko­.

Das letz­te be­deu­ten­de Werk schuf Dominikus Zimmermann 1754 – 1761 mit dem Bibliothekssaal des Prä­mons­tra­tenser­klos­ters von Bad Schus­sen­ried: ein rechteckiger Saal mit um­lau­fen­der, von schlan­ken Dop­pel­säu­len ge­tra­ge­ner Em­pore.

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Stiftskirche St. Johannes d. T. (Steingaden): Grab des Dominikus Zimmermann, Baumeister der Wieskirche. By zyance (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Nach Landsberg

Um 1755 verließ Dominikus Zimmermann nach dem Tod seiner Frau Landsberg am Lech. Er baute sich neben der Wieskirche ein kleines Haus, um seinen Lebensabend dort zu verbringen. Zwischen 1755 und 1757 widmete sich Dominikus Zimmermann noch dem Umbau der Pfarrkirche in Eresing. Die Ausführungen übertrug er seinem Palier Nikolaus Schütz, während er selbst die Bauleitung und Stuckaturen übernahm. Er barockisierte den mittelalterlichen Bau, setzte den Dachstuhl höher und gewann so unter anderem Platz für Fenster. Sie sollten die Deckengemälde erhellen.

Dominikus Zimmermann starb am 16. November 1766 in Wies bei Steingaden?. Sein Grab befindet sich am Friedhof der Stiftskirche St. Johannes d. T. (Steingaden?). Der Meister ist mit seinem Sohn Franz auf einem in der Wieskirche zu findendem Votivgemälde verewigt.

Sein Sohn Franz Dominikus Zimmermann war als Stuckateur und Bauhandwerker tätig.

Werk

Vermutlich hat Dominikus Zimmermann bei Johann Jakob Herkomer? in Füssen? seine architektonische Ausbildung erhalten. Allerdings lassen sich in seinen Arbeiten auch Vorarlberger Bautraditionen erkennen, die er sehr frei weiterentwickelte. In seiner architektonischen Gestaltungsarbeit konzentrierte sich Dominikus Zimmermann mehr auf die dekorativen Aspekte als auf die tektonischen. Heraus kommt eine einzigartige Synthese von Ornament und Architektur, die besonders seine Altarbaukunst prägt, die er selbst entscheidend weiterentwickelt hat. Mit seinen Kirchenbauten für das Bistum Augsburg (beispielsweise deren geschweifte Fenster) übte er vor allem in Oberschwaben großen Einfluss aus (etwa auf Baumeister wie Jakob Emele und die Dossenberger).

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Karte des Bistums AugsburgBalû aus der deutschsprachigen Wikipedia [GFDL oder CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Dominikus Zimmermann im Gebiet der Diözese Augsburg als Architekt (dort aber meist auch Anteil an Stuckarbeiten):

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Wieskirche, Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies. UNESCO-Welterbe. 2007. By Boschfoto (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Weitere Kirchen und Klöster im Bistum Augsburg, wo es gesicherte Arbeiten von Dominikus Zimmermann als Stuckateur bzw. Altarbauer gibt:

Als Sonderfall gibt es noch die Dorfkirche in Baiershofen?, St. Leonhard bei Violau?, wo Dominikus Zimmermann nur als Maler tätig war.

Dominikus Zimmermann war seinerzeit nicht für günstiges Bauen bekannt. Dies lag aber weniger an seinem Honorar als vielmehr an den Bau- und Ausstattungskosten. Die Ansprüche an ein bauliches Gesamtkunstwerk waren damals enorm. Zu sehen ist das besonders an der Wieskirche in Steingaden?. Sie konnte nach einem idealen und genialen Konzept ohne Abstriche in höchster Qualität erbaut und von herausragenden Künstlern ausgestattet werden. Mit seinem Bruder Johann Baptist Zimmermann? als Freskomaler hatte der Baumeister einen kongenialen Meister an seiner Seite. In kaum einem zweiten Kirchenbau der Epoche gehen Bauwerk und Ausschmückung so nahtlos ineinander über wie in der Wieskirche.

Dominikus Zimmermann dachte Bauwerk und Ausstattung als Einheit und arbeitete stark mit Licht und Farbe. Ursprünglich war er Autodidakt und konnte sich über die Epochengrenze vom beginnenden Spätbarock bis zum Höhepunkt des Rokoko eindrucksvoll entwickeln. Zudem fand Dominikus Zimmermann Förderer, die ihm spannende Aufgaben anvertrauten. Daneben war er ein erstrangiger Stuckateur und vor allem auch in der anspruchsvollen Technik des Stuckmarmors tätig. Im Bistum Augsburg hat er für alle seine künstlerischen Fähigkeiten herausragende Werke hinterlassen. Jedenfalls gibt es vielerorts im Bistum Augsburg die Möglichkeit, einen Zugang zu Dominikus Zimmermanns Werk zu finden wie auch zu dem Glauben, der darin zum Ausdruck gebracht ist.

Die Bauten von Dominikus Zimmermann zeichnet die lichte Farbigkeit aus. Das bewirkt die Helligkeit seiner Räume. Für die Raumwirkungen, die er erschuf, sind die Stukkatur und die Stuckbildnerei verantwortlich, architektonische Einzelformen näherte er an grafisches Lineament an, etwas bei seinen charakteristischen ornamentalen Fensterformen.

Bedeutung

Dominikus Zimmermann war ein kurbayerischer Stuckateur und Baumeister des Rokoko, vielleicht der, aber sicher einer der bedeutendsten deutschen Rokokobaumeister. Häufig arbeitete er mit seinem älteren Bruder Johann Baptist Zimmermann? zusammen. Mit ihm wird er der Wessobrunner Schule? zugerechnet. Diese Schule hat keinen besseren als ihn hervorgebracht. Als Dominikus Zimmermanns Hauptwerk gilt die Wieskirche. Sie zählt zum UNESCO-Welterbe.

So wie Dominikus Zimmermann hat keiner es verstanden, die schweren Massen in leichte, luftige Gebilde aufzulösen; nichts ist ihm zu kühn, er durchbricht Gewölbeansätze und Übermauerungen von Bögen, um den Beschauer durch ungeahnte Durchblicke zu überraschen: Er ist Stuckateur und überträgt die flüssige Behandlungsweise des alle beliebigen Formen leicht annehmenden Stucks auf das massive Baumaterial.

Sonstiges

Bei der Vielzahl der Projekte, die Dominikus Zimmermann übertragen wurden und die er oft zeitgleich ausführen musste, waren gute Mitarbeiter nötig. Deshalb betrieb er einen Maurer- und Stuckateurbetrieb, für den er Bauleiter (Parliere) aus Wessobrunn? entstellte. Sein wichtigster Mitarbeiter aber wurde der 1716 geborene Sohn Franz Dominikus. Man geht davon aus, dass er bei dem berühmten Vater sein Handwerk lernte.

Das Wohnhaus von Dominikus Zimmermann lag am Hauptplatz von Landsberg am Lech (heute Hubert-von-Herkomer-Straße 13). Über der Eingangstür erinnert eine Tafel an den wohl prominentesten Eigentümer des Hauses, der das Haus am 4. Dezember 1716 kaufte. Als das Gebäude 1914 renoviert wurde, fanden sich Stuckaturen in einer rückwärts gelegenen Kammer des Hauses. Ob die inzwischen verschwundenen Stuckaturen von Dominikus Zimmermann stammten, ist nicht zu sagen. Nach seiner Übersiedlung nach Steingaden?, verkaufte er das Haus am 22. September 1757 an einen Seifensieder.

Die Stadt Landsberg am Lech veranstaltet immer wieder Stadtführungen auf den Spuren von Dominikus Zimmermann. Die Termine sin auf der Stadthomepage zu finden.

In Günzburg wurde eine Realschule, in Landsberg am Lech ein Gymnasium nach Dominikus Zimmermann benannt. Im Sitzungssaal des Landsberger Rathauses hängt auch ein Porträtbildnis, gemalt von Erwin Henning, einem aus Augsburg stammenden Maler.

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