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Wolfhard von Augsburg

lateinisch Gualfardus; auch Wolf, Wulfhardt, Gualfardo; ein in Augburg geborener Heiliger der katholischen Kirche

Leben und Wirken

Wolfhard von Augsburg wurde - wie der Beiname sagt - in Augsburg geboren. Ein genaues Geburtsdatum wissen wir nicht. Die Historiker gehen davon aus, dass er um 1070 geboren wurde. Sein Geburtshaus stand an der Stelle des heutigen Anwesens Am Schwalbeneck? 2. Dort ist eine Gedenktafel angebracht.

Er erlernte das Handwerk eines Sattlers. Später ging er als Geselle auf Wanderschaft, überquerte die Alpen und pilgerte nach Rom. Möglicherweise ist sein italienisch-lateinischer Name Gualfárdo eine Verballhornung von "Wallfahrer". Entweder 1096 oder 1097 erreichte er Verona in Italien. Auch in Verona übte er zunächst noch das Sattlerhandwerk aus. Angeblich soll er der beste Sattler der Stadt gewesen sein. Dann aber verteilte er seinen Besitz an arme Menschen. Was ihn dazu bewog, ist nicht bekannt. Doch schon zuvor hatte er sich um Arme und Bedürftige gekümmert, wenn man der Legende glauben will. Das brachte ihm viele Besucher und Rat- bzw. Hilfesuchende, zu viele, denn es bedrängte ihn der Zulauf der Menschen. Wohl deshalb zog er sich als Einsiedler in einen Wald an der Etsch zurück, wo er etwa zwanzig Jahre seines Lebens verbrachte, um sich, wie berichtet wird, allein dem Gebet und der Stille hinzugeben. Aber Jäger sollen ihn in seiner Abgeschiedenheit entdeckt und bewegt haben, nach Verona zurückzukehren.

GualfardoVerona
St. Gualfardus, Druckgraphik nach einer Zeichnung von Marten de Vos, Paris 1620. By I. Brint, Martin de Vos [Public domain], via Wikimedia Commons

Schließlich trat Wolfhard von Augsburg in das Kamaldulenserkloster San Salvatore in Curte-Regia bei Verona als Laienbruder ein und verbrachte den Rest seines Lebens dort in einer Zelle eingemauert als so genannter Inkluse. Er starb am 30. April 1127 im Kloster, wo ihn seine Mitbrüder bestatteten.

Die fromme Legende berichtet, Wolfhard von Augsburg habe unter der Türschwelle des Klosters zur Straße hin begraben werden wollen. Wolfhard wurde schon zu Lebzeiten wie ein Heiliger verehrt und fürchtete, dass seine Grabstätte zu einem Wallfahrtsort würde. Doch entgegen seinem Wunsch stifteten die Veroneser einen Marmorsarg. 1507 erfolgte die Erhebung der Gebeine des Augsburger Heiligen. Nach der Aufhebung des Kamaldulenserklosters gelangten seine Gebeine in die Kirche San Fermo Maggiore in Verona; dort liegen sie unter dem Franziskus geweihten Della Torre-Altar. Der Überlieferung nach ereigneten sich an seinem Grab Wunder und Heilungen.

Am 27. Oktober 1602 wurden durch die Vermittlung von Markus Welser? Reliquien aus Verona zur Gründung des ersten Kapuzinerklosters nach Augsburg überführt, dessen Klosterkirche den Patronen Franziskus und Gualfardus geweiht wurde. Seit 1909 ruhen die Reliquien in der damals neuerbauten Kapuzinerkirche Sankt Sebastian.

Sonstiges

In Augsburg- Lechhausen gibt es das Caritas-Seniorenzentrum Sankt Anna und Wolfhard? der CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH? (CAB).

Dargestellt wird der heilige Wolfhard von Augsburg entweder als Eremit in einer Landschaft mit einem Fluss (Etsch), in einer Ruine oder aber als Toter in einem Steinsarg liegend.

Die katholische Kirche des Bistums Augsburg gedenkt seiner am 27. Oktober als Schutzpatron der Sattler.

Weblinks


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