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Wittelsbacher Park

Seit 10. März 1980 Landschaftschutzgebiet mit einer Gesamtfläche von 20,8 Hektar. Der Park besteht aus dem nord-östlich gelegenen Stadtgarten, dem eigentlichen Wittelsbacher Park und einem Abhang zum Wertachtal?.

Allgemeines

Zwischen Gögginger Brücke und Rosenaustadion gelegen, ist der Wittelsbacher Park die größte zentrale Grünanlage Augsburgs. Überragt vom Hotelturm, finden die Augsburger hier viel Fläche zum Faulenzen und Sonnen, Fußball- oder Frisbeespielen, Joggen oder Spazierengehen. Mit seinen großen Rasenflächen und baumgesäumten Wegen bietet der Park ein Stück Natur, ohne dafür weit fahren zu müssen. Im Winter eignet sich der direkt neben dem Stadion gelegene Rosenauberg perfekt zum Schlittenfahren, im Sommer lockt der Biergarten am Teichpavillon bei der Kongresshalle. Aus dem vielfältigen Baumbestand ragt mitten im Park eine Gruppe riesiger Rotbuchen heraus. Natürlich gibt es auch einige Spielplätze und Tischtennisplatten und sogar einen der ältesten Japangärten Deutschlands (Rudolf-Diesel-Hain).

Der Park ist für seinen vielfältigen Baumbestand bekannt. Besonders eindrucksvoll sind die mächtigen Linden der "Seufzer-Allee", die zu den schönsten Altbäumen im Stadtgebiet Augsburgs zählen. Der Wittelsbacher Park zählt für die Augsburger zu den relativ ruhigen Gebieten in ihrer Stadt.

Geschichte des Parks

Nicht immer war das Gelände ein Park. Vor 1885 lagen hier Wiesen, das so genannte Thennsche Gartengut?. Erst 1885 begann man hier mit der Errichtung des Ausstellungsgeländes für eine "Schwäbische Kreis-, Industrie-, Gewerbe- und kunsthistorische Ausstellung", von allen "Große Kreisausstellung" genannt. Dabei schuf man neben hölzernen Hallen, einem Café und einem Musikpavillon auch einen "Vergnügungspark". Er war der Vorläufer des heutigen Stadtgartens, der ein Teil des Wittelsbacher Parks ist. Als die "Große Kreisausstellung" zu Ende war, wurden die Ausstellungsgebäude am 30. September 1886 wieder abgebaut. Das gefiel vielen Augsburgern überhaupt nicht und es gründete sich der Verein Augsburger Stadtgarten? mit dem Ziel das Gelände in einen Stadtpark für die Augsburger umzuwidmen. Der Verein schaffte es z. B. im Jahre 1889 eine hölzerne Konzerthalle für 2.000 Menschen zu errichten, die leider im Jahre 1910 niederbrannte.

Schon 1895 bis 1897 begann man den Park zu erweitern. Die Rosenauberganlagen? kamen hinzu. Sie liegen im Südwesen des Parks und sind mit 15 Metern Höhe ein Hang, kein Berg. Seit 1951 ist das Rosenaustadion in sie eingebettet.

Im Jahre 1900 ergänzte man das Gelände durch eine ebenfalls aus Holz gebaute Sängerhalle, die 6.000 Gäste fassen konnte, durch Brandstiftung aber zerstört wurde (1. Mai 1934). Von den alten Bauten ist heute nur noch ein kleiner Pavillon am Parkeingang erhalten und ein kleiner Teil der mit Kopfstein gepflasterten Zufahrt von der Rosenaustraße.

1906 gab man dem Areal den Namen Wittelsbacher Park. Die Wittelsbacher stellten über Jahrhunderte hinweg die bayerischen Herrscher.

Die niedergebrannte hölzerne Konzerthalle ersetzte man 1914 durch den Ludwigsbau, der nach Plänen des Augsburger Architekten Otto Holzer errichtet, 1944 schwer beschädigt und 1965 gesprengt wurde.

Auf dem Teil, der heute Stadtgarten genannt wird, wurde die Stadtgärtnerei? eröffnet, die bis 1936 dort verblieb. Die Nationalsozialisten verlegten sie auf das Gelände des heutigen Botanischen Gartens und eröffneten sie dort am 26. September 1936 erneut.

Nach 1965 (Bau der Sporthalle) verlor der Park 1972 durch den Bau der Kongresshalle und den Hotelturm etwas an Fläche, wogegen sich die erfolglose Bürgerinitiative "Rettet den Wittelsbacher Park" wandte.

Sehenswürdigkeiten im Park

Der Rudolf-Diesel-Gedächtnishain

Auch Japangarten genannt. Er ist etwa 1.000 Quadratmeter groß, von Hecken umstanden und liegt mitten im Wittelsbacher Park. Er wurde 1957 von dem japanischen Unternehmer Magokichi Yamaoka? gestiftet. Er wollte damit an den Erfinder des Dieselmotors Rudolf Diesel und an die Erfindung selbst im Jahre 1897 erinnern. Dieser Hain dürfte einer der ältesten Japangärten in Deutschland sein, wenn nicht sogar der älteste. Magokichi Yamaoka? ließ dafür eigens vom japanischen Fluss Inagawa Felsblöcke hierher schaffen. Magokichi Yamaoka? war zur Zeit der Stiftung Chef der Yanmar-Diesel-Werke, die in Amagasaki und in Nagahama?, beides seit 1959 Partnerstädte von Augsburg - auch auf seine Initiative hin. Es waren die ersten deutsch-japanischen Städtepartnerschaften.

Bei dem Rudolf-Diesel-Gedächtnishain handelt es sich um einen japanischen Trockenlandschaftsgarten in rechteckiger Form. Inspiriert wurde der Augsburger Japan-Garten durch den Steingarten des Tempels Toeji in der japanischen Präfektur Yamaguchi, der seit Ende des 15. Jahrhunderts in Japan sehr bekannt ist. Im Hain ist nicht nur eine Gedenktafel mit dem Modell des ersten Dieselmotors zu sehen, sondern Besucher können auch japanische Steinmetzarbeiten bewundern, die als Symbol der japanisch-deutschen Freundschaft aufgestellt wurden.

See und Biergarten

Wer den Nord-Ost-Zugang des Parks an der Gögginger Brücke benutzt, stößt gleich auf einen kleinen künstlichen See mit Biergarten. Der Schlossermeister Göbel hatte 1886 aus Eisen einen kleinen Pavillon geschmiedet, der in den 1970er Jahren restauriert und in das Betonbecken des Sees gesetzt wurde. Im Sommer erfrischt eine Wasserfontäne, die aus der Seemitte etwa zehn Meter hoch aufsteigt. Der Pavillon ist der letzte Rest der Großen Kreisausstellung von 1886, die zur Anlage des Stadtgartens geführt hatte.

Holzskulptur

Die Holzskulptur im Wittelsbacher Park stellt eine Mutter dar, die ihren Sohn beweint. Eine nur christliche Deutung als Muttergottes, die Jesus nach der Kreuzigung beweint, wird dadurch verhindert, dass in die Figur die Symbole aller Weltreligionen eingearbeitet sind. Geschaffen hat die Statue der serbische Bildhauer Mile Prerad? aus Anlass des Augsburger Friedensfestes? 2001.

Mahnmale im Park

Am 6. April 1984 wurde vom Bund der Vertriebenen nahe der Kongresshalle im Wittelsbacher Park ein Gedenkstein errichtet. Er trägt die Inschrift: "Unvergessene Heimat Ostpreußen, Westpreußen. Wir Vertriebenen." Über der Inschrift sind die Wappen von Ostpreußen und Westpreußen angebracht.

Im Wittelsbacher Park steht noch ein weiterer Gedenkstein des Bundes der Vertriebenen. Dieser zweite Gedenkstein trägt die Aufschrift: "30.000 sudetendeutsche Vertriebene fanden nach 1945 eine neue Heimat in Augsburg. Böhmen, Mähren, Sudeten, Schlesien." Er trägt das Wappen der sudetendeutschen Landsmannschaft und steht ebenfalls in der Nähe der Kongresshalle.

Vor der Kongresshalle befindet sich noch ein Springbrunnen, den der Bund der Vertriebenen 1980 errichtete. Der Brunnen hat die Form einer Säule und zeigt das Wappen von Reichenberg und Ansichten dieser Stadt. Daneben die Inschrift: "Sie liebten ihre Stadt und ihre Heimat, aus der sie 1945 vertrieben wurden."

Wenn diese Mahnmale nicht als engstirnige nationalistische Erinnerung verstanden werden, sondern der Erziehung zum Frieden dienen, haben sie hier ihre Berechtigung.

Sonstiges

Bunkeranlage Wittelsbacher Park

Sporthalle

1965 wurde ein Teilstück des Parks mit einer Sporthalle zugebaut, in der Ende der 60er Jahre legendäre Rockkonzerte stattfanden. In den 80er Jahren gab es hier Großveranstaltungen der Republikaner?, auf denen ihr Chef Schönhuber seine Reden schwang. Sie wurden immer von Gegendemos begleitet, die aber nicht verhindern konnten, dass die Republikaner? bei der Europawahl 1989 19,6 % in Augsburg errangen und in den Stadtrat einzogen.

Standort der AFA

Von 1951 bis 1954 beherbergte der Wittelsbacher Park die afa (Augsburger Frühjahrsausstellung) in Zelthallen neben dem Ludwigsbau. Da sie immer größer wurde, musste sie 1955 in den südöstlichen Teil des Parkes umziehen, wodurch der Park aber um 3,5 Hektar verkleinert wurde, weshalb in den 70er Jahren das Murren der Augsburger darüber immer lauter wurde und man mit den Planungen für eine Messe-Verlagerung begann. Nach der Eröffnung des Augsburger Messegeländes? im Jahr 1988 wurde die afa dort abgehalten.

Kunsthalle am Wittelsbacher Park

Auch "Staatsgalerie moderner Kunst". Bis vor einigen Jahren befand sich am Wittelsbacher Park in der Imhofstraße 7 eine Kunsthalle. Untergebracht war sie im früheren Druckhaus Kieser, das 1970 von dem Architekten G. Ludwig errichtet worden war. Am 29. November 1985 erklärte man diese Augsburger Kunsthalle zur 15. Filialgalerie der Bayerischen Gemäldesammlungen?. Dort waren früher Kunstwerke des 19. und des 20. Jahrhunderts ausgestellt, wobei der Fokus auf süddeutscher? Kunst lag. So konnte man Exponate der Historienmalerei, der neueren Landschaftsmalerei, Werke des Leibl-Kreises, Bilder des deutschen Impressionismus, Jugendstil und Symbolismus sehen. Dazu kamen Werke des "Blauen Reiter", der "Brücke", Kund der 1920er Jahre, Bilder der "Neuen Künstlervereinigung München", gegenständliche Kunst aus der Zeit um 1945, aber auch Gemälde und Arbeiten des Surrealismus, der Abstraktion, der konkreten Kunst, der "Neuen Figuration" und aus dem Informel. Neben den Gemälden fanden sich früher hier auch Plastiken vom Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.

In der Staatsgalerie moderner Kunst befanden sich auch Leihgaben der Augsburger Städtischen Kunstsammlungen, weshalb sie auch von den Städtischen Kunstsammlungen betreut wurde.

In der Zwischenzeit ist die Kunsthalle am Wittelsbacher Park aufgelöst. 2005/06 ging die Sammlung im H2 - Zentrum für Gegenwartskunst im Glaspalast auf.

Lage


Weblinks


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