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Wasserwirtschaft

Allgemeines

Wahrscheinlich stehen in Augsburg die ältesten noch erhaltenen Wassertürme Mitteleuropas. Und vielleicht noch wichtiger: In Augsburg kann man die Geschichte der Wasserwirtschaft vom frühen 15. Jahrhundert bis heute lückenlos nachvollziehen.

Die seit 2013 jährlich stattfindenden "Augsburger Wassertage" sollen auf die historische Augsburger Wasserwirtschaft hinweisen. Dabei geht es nicht nur um Kanäle und Brunnen, Wasserwerke und Wasserkraftwerke: Da die jährliche Veranstaltungsreihe immer wieder etwas Neues bieten will, stehen auch andere Highlights der Augsburger Wasserwirtschaft auf dem Programm.

Geschichte

Im Dezember 2011 ernannte eine Expertenkommission neue bayerische Kandidaten für die Aufnahme ins Weltkulturerbe der UNESCO. Nach den Schlössern Ludwig II.? stand die "Augsburger Wasserwirtschaft" an zweiter Stelle der Liste, auf der auch noch die voralpinen und alpinen Wiesenlandschaften sowie Saal 600 des Nürnberger Gerichts, Ort der Nürnberger Prozesse, genannt wurden. Das Thema "Augsburger Wasserwirtschaft" gehört in den in der UNESCO-Weltkulturerbe-Liste unterrepräsentierten Bereich "Stätten der Technikgeschichte".

Im Sommer 2013 beschloss der Kreistag des Landkreises Augsburg einstimmig die Interessensbekundung Augsburgs zur Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes zu unterstützen.

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Foto: Norbert Liesz/Illumination: Wolfgang F. Lightmaster. Die abendliche Illumination der Wassertürme am Roten Tor von Lichtkünstler Wolfgang F. Lightmaster bildete die stimmungsvolle Kulisse für den Abschluss der „Augsburger Wassertage“ 2013.

Während des Jahres 2013 versuchte die Regio Augsburg Tourismus GmbH mit den „Augsburger Wassertagen“ die Bedeutung der Augsburger Wasserwirtschaft als Vorbild für andere europäische Städte nahe zu bringen. Es fanden insgesamt sechs Wassertage statt. Allein der sechste und letzte dieser Sonntage mit Besichtigungen, Führungen und Vorträgen rund um das Augsburger Wasser brachte den beiden Publikumslieblingen (Wassertürme am Roten Tor, Wasserwerk am Hochablass) unter insgesamt einem Dutzend Stationen mehr als 1.000 interessierte Augsburger und auswärtige Gäste, die an diesem Tag die beiden Bauten besichtigten. Ein weiteres Ziel war es, den Augsburgern und Gästen das Themenspektrum der Interessenbekundung der Stadt für die Aufnahme der historischen Augsburger Wasserwirtschaft in die Liste des UNESCO-Welterbes zu vermitteln. Außerdem sammelte man mehr als 3.500 Euro an den sechs „Wassertagen“ für den Neubau des Wasserrads am Schwallech. Damit waren bis Oktober 2013 knapp 38.000 Euro für den Neubau des Technikdenkmals gesammelt worden.

2014 und 2015 besuchten Dr. Maria Böhmer – Staatsministerin im Auswärtigen Amt und zuständig für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik sowie Präsidentin des UNESCO-Welterbekomitees – in Begleitung von Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth die Augsburger Wasserwirtschaft und erstieg rund 140 Treppenstufen im Kleinen und Großen Wasserturm. Außerdem lockte das Wasserwerk am Roten Tor, eines der wichtigsten Denkmäler der Augsburger Wasserwirtschaft, neben hunderten Augsburgern und auswärtigen Gästen zum Beispiel eine Delegation des chinesischen "Guizhou College of Water conservancy and Electric Power" oder eine insgesamt rund hundertköpfigen Gruppe des "Historischen Vereins von Oberbayern" an, die das Denkmal, aufgeteilt in acht Kleingruppen, besichtigte.

Im Oktober 2015 unterstützte der damalige bayerische Staatsminister Ludwig Spaenle, Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, die Augsburger Bewerbung zum UNESCO-Kulturerbe, indem er als einer der bis dahin prominentesten Gäste das historische Wasserwerk? am Roten Tor besichtigte. Überrascht war der Minister, als er erfuhr, dass die Augsburger schon 1470 mit wasserradgetriebenen Kolbenpumpen über zwei Wasserwerke und drei Wassertürme sauberes Trinkwasser in die etliche Meter höher gelegene Stadt hoben, wohingegen damals in der Residenzstadt München gerade mal ein erstes Schöpfrad für die Wasserversorgung aufgebaut war. Eine wasserradgetriebene Kolbenpumpe wurde in München erst 1511 installiert. Einen Kalauer konnte sich Ludwig Spaenle angesichts solcher Städtevergleiche nicht verkneifen: "Ihr Augsburger seid mit allen Wassern gewaschen." Der Besuch des Bayerischen Staatsministers für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst war für den Weg der Augsburger historischen Wasserwirtschaft auf dem Weg zum potentiellen Welterbestatus ein Pluspunkt, so Staatssekratär Johannes Hintersberger. Denn bei dem von Dr. Ludwig Spaenle geleiteten Ministerium muss der vollständige Antrag zur Einleitung der Vorprüfung und zur Weiterleitung an die Kultusministerkonferenz bis zum 1. August 2017 eingereicht werden. Auch der weitere Weg der historischen Augsburger Wasserwirtschaft zum potentiellen Welterbe führt noch einmal über das Bayerische Staatsministerium für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst. Folgende Schritte waren nämlich außerdem noch zu absolvieren:

  • bis 15. August 2017: Vorlage des Antrags bei der oder dem Beauftragten der Kultusministerkonferenz zur ersten Vorprüfung
  • bis 30. September 2017: Vorlage des Antrags über die Kultusministerkonferenz und das Auswärtige Amt beim UNESCO-Welterbezentrum in Paris zur Vorprüfung
  • bis ca. Mitte November 2017: Ggf. Überarbeitung oder Ergänzung des Antrags aufgrund der Ergebnisse der Vorprüfung
  • bis 1. Januar 2018: Erneute Vorlage des Antrags beim Bayerischen Staatsministerium für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst zur Weiterleitung über die Kultusministerkonferenz und das Auswärtige Amt
  • bis 1. Februar 2018: definitive Einreichung des Antrags beim UNESCO-Welterbezentrum

Vom 11. bis zum 13. April 2016 trafen sich 18 Fachleute aus Deutschland, Österreich, Italien und den Niederlanden zu der Fachtagung "Wasserbau und Wasserkraft, Trinkwasser und Brunnenkunst. Die Augsburger Nominierung für das UNESCO-Welterbe im internationalen Vergleich", veranstaltet von der Stadt Augsburg in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Industriedenkmalpflege von ICOMOS Deutschland. Die Fachleute setzten sich mit Augsburgs historischer Wasserwirtschaft auseinander.

Im Juni 2016 schuf die Stadt Augsburg im Kulturreferat? befristete Stellen, um eine um eine fundierte und aussichtsreiche Bewerbung bei der UNESCO abgeben zu können.

Details

Weltkulturerbe?

Hat die Augsburger Wasserwirtschaft eine so große Bedeutung, dass sie von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wird? Um diese Frage geht es bei der Bewerbung der Stadt Augsburg um die Auszeichung ihrer historischen Wasserwirtschaft. Die Augsburger Bewerbung zeichnet sich dadurch aus, dass kein einzelnes Denkmal oder ein architektonisches Ensemble wie z. B. der Kölner Dom oder die Regensburger Altstadt als schützenswert anerkannt werden soll, sondern eine historisch gewachsene Struktur. Lech und Wertach waren und sind in der Region Augsburg die Lebensadern für Mensch und Natur. Ohne den Stadtwald und die Natur mit ihren Trinkwasserquellen wäre die historische Wasserwirtschaft Augsburgs nicht denkbar.

Deshalb forderten die GRÜNEN im Juni 2016, dass Geschichte und Kulturgeschichte der historischen Augsburger Wasserwirtschaft im Rahmen einer möglichen zukünftigen Welterbestätte erlebbar gemacht werden müssten. Der Bildungsauftrag, der sich aus dieser Bewerbung ergibt, müsse sich später auch in der Umsetzung niederschlagen. Man könne sich daher vorstellen, das Welterbezentrum mit dem geplanten Umweltbildungszentrum zu verknüpfen. Augsburg solle mit seiner wunderbaren zentrumsnahen Natur und seiner reichen Kulturgeschichte wuchern und bei der UNESCO deutlich machen, dass es seine Bewerbung mit einem Bildungsauftrag verbunden sehe.

Weblinks


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