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Wassertürme am Roten Tor

Teile der mittelalterlichen Wasserversorgung Augsburgs. Es handelt sich um zwei Wassertürme mit Unterbauten aus dem 15. Jahrhundert. In der Nähe steht auch das Haus des Brunnenmeisters? und das Gärtnerhaus?. Auch Obere Wassertürme oder Großer und Kleiner Wasserturm genannt. Zu unterscheiden vom Spitalturm, der aber in der Nähe zu finden ist.

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Wassertürme am Roten Tor im Januar 2015 - © by Martin Wolf

Allgemeines

Bis in das Jahr 1879 waren die Wassertürme am Rotes Tor die Zentrale der Augsburger Wasserversorgung.

Die Wassertürme am Roten Tor beherbergten einige der bedeutendsten technischen Maschinen der Zeit, in der sie errichtet wurden: die Pumpanlagen, die das Wasser, das über den Loch- und den Brunnenbach in die Stadt brachten.



Weil Augsburg keine Erhebungen hat, die Gefälle-Zuleitungen von Wasser ermöglichen, brauchte die Stadt Wasserhebeanlagen und Pumpen, um ihre Wasserversorgung sicherzustellen. In den Brunnenwerken? waren Pumpen installiert, die das Wasser in die Wassertürme mit ihren hoch gelegenen Reservoirs pumpten. Erst von dort konnte das Wasser aufgrund des hergestellten Gefälles in die Leitungen der städtischen Wasserversorgung geleitet werden. Im 18. Jahrhundert gab es in Augsburg nicht nur ein Röhrensystem von 36 Kilometern für die städtische Wasserversorgung, sondern auch sieben Pumpwerke. Von ihnen sind heute noch drei erhalten: die Wassertürme am Roten Tor und der Spital- oder Kastenturm in der Spitalgasse in der Ostmauer des Heilig-Geist-Spitals.

Die Wassertürme am Roten Tor sind Zwillingstürme, was bedeutet, dass sich der Kleine an den Großen Wasserturm lehnt. Beide dienten der Trinkwasserversorgung Augsburgs, genauer gesagt: der Oberen Stadt?, aber auch der Versorgung öffentlicher Springbrunnen. Mit kunstvollen und technisch anspruchsvollen Pumpwerken beförderte man das Wasser in die Hochbehälter der Wassertürme. Von dort floss es dann zunächst in schmiedeeisernen, dann hölzernen Leitungen an die Stellen der Stadt, wo es verbraucht wurde.

Die Türme hat man über Festungstürmen aus dem Mittelalter erbaut. Unter ihnen liegt der Werkhof mit dem so genannten "Unteren Brunnenmeisterhaus", das heute als Schwäbisches Handwerkermuseum genutzt wird, und dem Oberen Brunnenmeisterhaus. Das Ensemble ist reich an verschiedenen Baukörpern wie Hexagon, Oktogon, Kubus und Zylinder) und verbindet die traditionelle Bauweise von Jakob Eschay? mit der Bauweise der Holl-Schüler. Zu dem Ensemble besaß Augsburg früher mechanische und hydraulische Modelle, technische Tafeln und Hausmodelle: Sie alle hat man gegen Ende des 19. Jahrhunderts billig verkauft. Äußerlich erinnern die Rustika und das Triglyphengebälk der Wassertürme an die Bauweise von Elias Holl.

Der vom Lech als Antriebskanal abgeleitete Lochbach und der für Trinkwasser genutzte Brunnenbach vom Lechfeld trafen früher vor dem Wasserwerk am Roten Tor zusammen und flossen ein kurzes Stück weit nebeneinander in parallel geführten Betten. Bei dem seit 1416 errichteten, danach mehrmals erhöhten und modernisierten Wasserwerk am Roten Tor zweigte der trinkwasserführende Brunnenbach ab, das Brauchwasser im Antriebskanal strömte an diesem Wasserwerk vorbei.

Geschichte

Schon 1412 hat man an der Stelle der heutigen Wassertürme am Roten Tor ein Pumpenwerk gebaut, von dem aus Leitungen an die öffentlichen "Röhrbrunnen" verlegt wurden. Das war der Anfang des "Werkhofs" am Roten Tor, der in den folgenden Jahrhunderten ständig erweitert und auf den neuesten Stand gebracht wurde. Das begann schon wenige Jahre später. Denn der Brunnenmeister Hans Felber? begann 1416 die Leitungen zu verbessern, indem er ausgehöhlte Föhrenstämme unter den Straßen und Gassen Augsburgs verlegen ließ und den so genannten "Große Turm" als Holzbau errichtete, mit "ain Kasten darauf, der das Wasser in sich fasset". Schon 1463 wandelte man den Bau zum Steingebäude (nach anderen Quellen 1464), denn der Holzturm war abgebrannt.

1669 erhöhte man den Wasserturm um zwei Obergeschosse in achteckiger Form. 1746 kam durch Caspar Walter noch eine Steinbalustrade und eine Oberlichtlaterne hinzu. Auch baute Caspar Walter die Wassertechnik aus. Das machte ihn damals im ganzen Reich bekannt.


Animation von Dörfler-Werbung?. Caspar Walter war von 1741 bis 1768 Stadtbrunnenmeister? und veranlasste den Bau von hydraulischen Modellen, die in den Wassertürmen am Roten Tor, dem Hauptwasserwerk der Reichsstadt, ausgestellt wurden. 1754 publizierte er die Hydraulica Augustana?, eine Beschreibung der Wassertürme, ihrer Pumpwerke und der dort ausgestellten Modelle. Die hier gezeigte 3D-Animation demonstriert, wie das im Maximilianmuseum in Augsburg ausgestellte, jedoch nicht mehr einsatzfähige Holzmodell Walters funktionierte.


Die Geschichte des so genannten "Kleinen Turms" beginnt 1470, als das dreigeschossige heutige Untergeschoss entstand. Die zwei sechseckigen Obergeschosse wurden 1556 bis 1559 aufgestockt, das Kuppelgeschoss mit der Kupferhaube setzte man 1672 auf. Von Matthias II. Schmuzer? stammt die Innenstuckierung dieses Turmes.

Wahrscheinlich im 19. Jahrhundert wurde die letzte Geschossdecke im Kleinen Wasserturm entfernt, so dass sich die Rotunde der Kuppel dort heute licht und hoch zeigt.

Kurz vor 1881 hat man den Großen Wasserturm (genau wie den Unteren Wasserturm) erhöht, indem man ihm einen verglasten gusseisernen Pavillon mit einem neuen Wasserreservoir aufsetzte. Ziel war die Erhöhung des Wasserdrucks. Dieser Pavillon war im Jahr 1938 noch erhalten, wurde danach aber wieder demontiert. Ausgedient hatten die Türme Ende des 19. Jahrhunderts, als die Holzkonstruktionen zu modern begannen. Allerdings hatte man schon in den Jahrzehnten zuvor gemerkt, dass die wasserbaulichen Anlagen aus der reichsstädtischen Zeit Augsburgs den steigenden Anforderungen nicht mehr gewachsen waren. So stieg die Bevölkerungszahl Augsburgs durch die Industrialisierung sprunghaft an und es gelang den Wasserwerken nicht mehr genug Leitungswasser in die Haushalte Augsburgs zu bringen. Dazu kamen mehrere Cholera-Epidemien?, deren Grund in verunreinigtem Trinkwasser zu suchen war. Allerdings rang sich der Augsburger Magistrat? erst 1878 dazu durch, eine neue "Wassersatzung" zu beschließen, die für alle Augsburger Anwesen neue Leitungen vorschrieb, weshalb man ab 1878 ein modernes Rohrnetz verlegte und das Wasserwerk am Hochablass baute, durch das die Wassertürme am Roten Tor von ihrer Aufgabe entbunden wurden, der sie mehr als 400 Jahre nachgekommen waren.

Die Wassertürme wurden im Zweiten Weltkrieg beschädigt.

Die Alt-Augsburg-Gesellschaft? hat es 1972/1975 unternommen, die Wassertürme in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalspflege? zu sanieren. Danach gab es Pläne der Schreinerinnung?, in den Türmen ein Treppenmuseum einzurichten, ein städtischer Kulturreferent schlug vor, ein privates Zinnfiguren-Kabinett hier unterzubringen und historische Münzen auszustellen. Andere wollten die Türme zu einem Ort der Kultur machen und sie Kulturgruppen überlassen.

1992 beschloss der Stadtrat jedoch hier eine wasserkundliche Sammlung aufzubauen.

2006 gab das Hochbauamt der Stadt Augsburg eine Bauforschung zum Großen und Kleinen Wasserturm in Auftrag. Sie dokumentierte amtlich, dass der Große Wasserturm am Roten Tor, der im Kern von 1416 stammt, der älteste Wasserturm Deutschlands, wenn nicht gar Mitteleuropas ist, in dem wasserradgetriebene Kolbenpumpen Trinkwasser hoben.

2007 bis 2008 wurden die Wassertürme am Roten Tor ein weiteres Mal gründlich restauriert. Für Besichtigungen wurden sie aber erst im Juli 2010 mit einem Tag der offenen Tür wieder eröffnet.

Am 16. Januar 2011 beschloss die Stadt Augsburg, sich mit dem Thema "Wasser" um den Welterbe-Titel der Unesco nach 2018 zu bewerben. Im Zusammenhang mit der Augsburger Wasserversorgung spielen die 2010 sanierten Wassertürme am Roten Tor eine wichtige Rolle.

Im März 2014 wurde im ältesten deutschen Wasserwerk ein Wassermuseum in den Wassertürmen und im angrenzenden Brunnenmeisterhaus eröffnet.

Details

Aus der Vergangenheit sind in Augsburg noch fünf Wassertürme erhalten, wovon drei am Roten Tor stehen und eine Druckhöhe von 25 bis 28 Metern erreichen. Hier geht es um den Großen und den Kleinen Wasserturm.

Der Große Wasserturm

Der Baumeister des Großen Wasserturms am Roten Tor kam aus Ulm und hieß Hans Felber?. Er baut 1416 den Turm mit fünf Geschossen auf dem Grundriss eines Quadrats. Schon 1463 muss der Turm erneuert werden. 1616 bekommt er ein Satteldach und 1669 stockt man ihn um zwei Geschosse auf, die achteckig und flachgedeckt sind. Die Rechteckfenster haben kräftige Rahmen mit darüber liegenden Ochsenaugen. An der Aufstockung bringt man eine hölzerne Balustrade an, die 1746 durch eine steinerne ersetzt wird. Ein Altan (Söller) schließt den Turm ab. Im Fries des Gebälks der Oktogonwand, die zur Stadt liegt, kann man die Jahreszahl der Aufstockung in lateinischen Ziffern lesen: MDCLXIX. Im Aufsatz gibt es querovale Luken, die in Superposition liegen, was an den Spitalturm in der Nähe erinnert.

Um in den Großen Wasserturm zu gelangen, kann man zwei Wege nutzen. Entweder man begeht ihn vom Werkhof aus oder durch das Treppenhaus, das dem Kleinen und Großen Wasserturm gemeinsam ist. Dort gibt es im oberen Brunnenmeisterhaus im sechsten Obergeschoss eine Verbindungstür. Die Stockwerke des Großen Wasserturms werden mit Holzstiegen verbunden. Dickes Mauerwerk und Holzstützen sorgen für die Belastungsfähigkeit. Ein Mittelpfeiler im vierten Geschoss trägt die Jahreszahl 1726 oder 1746. Im fünften Geschoss kommt es zum Wechsel zwischen Quadrat und Achteck. Er wird durch spitzbogige Trompen mit spärischen Zwickelstufen bewerkstelligt. Das sechste Geschoss ist sehr geräumig, weshalb man es "Saal" nennt. Getragen wird es von zwei Stützen. Das Geschoss weist Blendbögen auf, dazu großformatige Fenster und eine interessante Dekoration. In den Zwickeln der Pilaster finden sich Holzwappen-Kartuschen von Stadtpflegern? (Imhoff?, Langenmantel?, Stetten? und Sulzer?). Eine Holz-Inschrift macht klar, dass man sie wohl 1746 angebracht hat, als der Turm repariert und umgebaut wurde. Zu sehen sind hier außerdem noch eine Instruktionstafel und die Portraits eines Wildschweins und eines Rehbocks. Sie wurden entweder 1563 oder 1590 in die Gatter des Brunnenbachs gespült und dort erlegt.

Im obersten Geschoss war das Wasserreservoir untergebracht. Wie es aussah, kann man aus einer Bauzeichnung von 1672 ersehen. Der Wasserkessel muss acht Ecken gehabt haben. Das Becken war mit Kartuschen ausgestattet und rot marmoriert. Zwei Fische aus Metall und ein Fischkopf spieen Wasser in das Becken. Vier Aufsteigröhren durchstießen die trapezförmige Deckenöffnung auf Höhe der Balustrade und ein dickeres Ablaufrohr durchstieß an der Seite die Geschosse. In den verschiedenen Geschossen waren für das Personal technische Instruktionen und Schautafeln angebraucht, aus denen zu entnehmen war, wie die Anlage bedient werden musste. Leider sind die vier Aufstiegsröhren, die durch alle Stockwerke verliefen, nicht mehr erhalten. Wo sie verliefen ist an den Deckendurchbrüchen zu sehen. Seitlich führte noch ein etwas dickeres Ablaufrohr durch die Etagen des Turms.

Der Kleine Wasserturm

Der Grundriss des Kleinen Wasserturms ist quadratisch. Darüber errichtete man 1470 den Kleinen Wasserturm. Bernhard Zwitzel (1486-1570) soll den Turm etwa 1559 um zwei Geschosse erhöht haben, die sechseckig sind. An der Nordostecke des Turmes befindet sich ein hoher Strebepfeiler, um die Erschütterungen der Pumpen abzufangen, die den Unterbau angriffen. Das sechste Geschoss kam 1672 hinzu, der Zwiebel-Abschluss wurde durch einen "Kugel-Helm" aus Kupfer ersetzt. Die Geschosse des Turms weisen Kupferne Wasserspeier, Eckrustika und Triglyphengebälk, wie man es von Elias Holl gewohnt ist, auf. Von 1744 stammen die Holztreppen, die Caspar Walter, der berühmteste Augsburger Brunnenmeister, im obersten Geschoss als Wendeltreppe ausführen ließ. Die Etagen sind trapezoid für Aufstiegs- und Abfallrohre durchbrochen.

Die unteren quadratischen Etagen sind geräumig. Das Treppenhaus weist Nischen auf, in denen zur Erleuchtung Kienspäne eingestellt werden konnten. Auch sind Wandmalereien im Treppenhaus entdeckt worden. Das dritte Geschoss ist der Bereich, in dem der quadratische Grundriss in die sechseckige Geschossform wechselt. Das geschieht durch Trompen, die weit gespannt und von spitzbogiger Form sind. Die Trompen haben sphärische Zwickelstufen über Konsolen aus Sandstein, die in Büstenform gearbeitet sind.

Früher war auf dem letzten Stockwerk, das mit Ziegelsteinen belegt und gewölbt ist, ein Wasserkessel mit zwei Fisch- und einem Fischkopfspeier untergebracht. Sein sechseckiger Grundriss korrespondierte mit dem Grundriss des letzten Stockwerks. In diesem letzten Stockwerk hat Matthias II. Schmuzer? stuckiert. Die Stuckierung ist lünettenförmig segmentiert und über dem Tambour mit seinen Fenstern angebracht. Dreieckgiebel schaffen den Übergang vom Sechseck in das Rund der Kuppel. In den Ecken des Raumes haben sich hohe Wandkonsolen und sechs Schaubilder mit technischen Themen erhalten. Die Wandkonsolen sind mit vielfarbigen Wappenkartuschen der Stadtpfleger? aus Stuck verziert, die technischen Schaubilder wurden von Franz J. Lederer? in Öl auf Holz nach Entwürfen von Caspar Walter gemalt.

Im letzten Geschoss befindet sich der Übergang zum Großen Wasserturm. In den Kleinen Wasserturm gelangt man über das Obere Brunnenmeisterhaus oder den Werkhof.

Seit dem 17. Jahrhundert hatte man im Kleinen Wasserturm Holzmodelle und technische Tafeln zur Belehrung der Besucher über die Geschosse verteilt, doch sind die meisten im Laufe der Zeit verschwunden.

Der Werkhof

Mit "Werkhof des Brunnenmeisters" wird der ganze Komplex der Wasserversorgung am Roten Tor bezeichnet. Dazu gehören Wohnungen, Werkstattgebäude und drei Wassertürme. Als Gesamtensemble ist die noch heute gut erhaltene Anlage ein herausragendes Denkmal der europäischen Technikgeschichte. Der Schmuck an allen Gebäuden des Werkhofs zeigt, dass der Brunnenmeister und die Wasserversorgung für die Stadt Augsburg eine besondere Bedeutung hatten.

Spitalturm

Der Spitalturm im Wasserwerk beim Roten Tor versorgte nur einige wenige reiche Häuser mit Trinkwasser. Im Wesentlichen hatte man 1599 den Wasserturm auf einen Wehrturm der Stadtmauer gesetzt, um die Monumentalbrunnen mit Wasser beliefern zu können: Ein echter Luxus, der zeigt, wie wichtig den Augsburgern diese Brunnen waren.

Oberes Brunnenmeisterhaus

Das Obere Brunnenmeisterhaus steht direkt am Brunnenbach und kann über eine Brücke erreicht werden. Es war die Dienstwohnung des Brunnenmeisters. Das sieht man gleich an der geschnitzten Zugangstür. Dort sind zwei kleine Tritone zu sehen, Mischwesen, die halb Fisch, halb Mensch sind. Und an den Seiten hat man zwei Wasser speiende Fische angebracht. Der Mansarddachbau weist eine feine Putzgliederung auf. Vom Oberen Brunnenmeisterhaus konnte der Brunnenmeister sowohl den Kleinen als auch den Großen Wassertrum direkt erreichen.

Unteres Brunnenmeisterhaus

Das Untere Brunnenmeisterhaus lehnt sich im Werkhof ganz an die Stadtmauer an. Es besitzt einen Hauptflügel mit Walmdach und einer Uhrengaube sowie einen Seitenflügel mit einem Pultdach, der schmaler als der Hauptflügel ausgeführt wurde. Hier war die Werkstatt des Brunnenmeisters untergebracht. Das Gebäude beherbergt heute das Schwäbische Handwerkermuseum und hat freskierte Fassaden, deren Entwurf Christian Dominikus Erhart? (1731-1805) im Jahre 1777 lieferte.

Sonstiges

Die Wassertürme und die dort untergebrachte wasserkundliche Sammlung ist sicher einen Besuch wert. Aus feuerpolizeilichen Gründen kann man die Wassertürme allerdings nur im Rahmen von Führungen erkunden. Und aus statischen Gründen muss die Teilnehmerzahl auf jeweils 15 Personen begrenzt werden. Die Regio Augsburg Tourismus GmbH führt durch den Kleinen und Großen Wasserturm sowie in eines der beiden Brunnenmeisterhäuser. Eine Dauerausstellung erklärt die Bedeutung des Wasserwerks und der Augsburger Wasserwirtschaft sowie den Stellenwert der europaweit gefragten Brunnenmeister. Der bekannteste war Caspar Walter, der um 1745 die Pumpwerke so organisierte, dass sie die wachsende Stadt bis 1879 mit Trinkwasser versorgen konnten. Sechs weitere Wassertürme standen außerhalb des Wasserwerks am Roten Tor, zwei dieser Türme sind erhalten. Wie der Bischof, die Benediktinermönche von Sankt Ulrich und Afra? und die Patrizier und Bürger? Augsburgs auf der hochwassersicheren Ebene über den Lechauen wohnten, musste das Trinkwasser mit von Wasserrädern angetriebenen Pumpwerken 25 Meter weit aufwärts befördert werden. Insgesamt neun Wassertürme belieferten ein paar hundert begüterte Augsburger mit „Wasser frei Haus“. Die weniger Betuchten dagegen mussten Wasser aus öffentlichen Brunnen schöpfen oder aus den nicht sehr reinen Tiefbrunnen hochzuziehen und nach Hause schleppen.

Lage


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