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Vogeltor

Vogeltor © Eva Stuhlmüller

ein Augsburger Außentor der südöstlichen Stadtmauer, das gebaut wurde, als die Jakobervorstadt entstand

Allgemeines

Das schmucklose Vogeltor in Augsburg steht nahe der Vogelmauer? auf dem Oberen Graben. Im Westen liegt das Dominikanerinnenkloster Sankt Ursula und wenige Schritte nach dem Vogeltor geht westlich vom Oberen Graben der Neue Gang in die Altstadt von Augsburg ab.

Das Vogeltor war Teil der ehemaligen Stadtmauer und Zugang in die Jakobervorstadt im heutigen Planungsraum Innenstadt. Es ist quadratisch und hat vier Geschosse, ist aber im Inneren leer. Die Durchfahrt ist spitzbogig und hat ein dreijochiges Sternrippengewölbe mit einem grooßen hängenden Schlussstein mit Rosette. Heute weist das Vogeltor ein hohes Walmdach aus.

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Zum Namen des Vogeltors gibt es drei Herleitungen. Einige Forscher meinen, der Name sei auf den vermuteten Auftraggeber für den Bau, den damaligen Bürgermeister? Konrad Vögelin? zurückzuführen. Andere haben nachgewiesen, dass von 1403 bis 1409 nachweislich ein Vogelfänger den ersten Torbau des Vogeltors bewohnte. Und drittens ist überliefert, dass bei der Grundsteinlegung unzählige Vögel über die Baustelle geflogen sein sollen.

Geschichte

Das erste Vogeltor errichtete man in den Jahren 1374 bis 1375, als die Jakobervorstadt ummauert wurde. Es wurde am neu angelegten Stadtgraben als Tor mit Zugbrücke aufgeführt, über die man den vor dem Vogeltor gelegenen Stadtgraben überqueren konnte. Allerdings wurde dieses Tor schon 1445 wieder abgebrochen und das heutige Tor erbaut, das damals noch ein flacheres Dach besaß. Es wird vermutet, dass der damalige Bürgermeister? Konrad Vögelin? den Neubau veranlasste.

1538 bauten die Augsburger neben dem Vogeltor ein kleines Wehr und ein Wasserrad.

In den Jahren 1632 bis 1635 - damals herrschte der Dreißigjährige Krieg - modernisierten die Augsburger die Wallanlagen unter schwedischer Besetzung.

Weil die Stadtbefestigung schon längst ihre militärische Funktion verloren hatte, begann man im 19. Jahrhundert die Stadtmauern niederzulegen. Dabei wurden auch viele Befestigungswerke abgerissen, so auch das Befestigungswerk rund um das Vogeltor. Etwa 1880 entfernte man die Zugbrücke des Vogeltors und auch der Stadtgraben wurde eingeebnet.

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In der verheerenden Februarbombennacht 1944 brannte das Vogeltor zum Teil aus. Nur der gotische Torbogen blieb damals unbeschädigt. Erst zehn Jahre später baute man das Tor wieder auf. Dabei entstand neben dem schmalen Tor eine zusätzliche Durchfahrt, um die Straße Oberer Graben zu verbreitern. Dazu brach man ein Gebäude, das zwischen dem Tor und der Stadtmauer stand, ab. Westlich des Vogeltors blieb ein Teil der Stadtmauer erhalten, der vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammt.

1966 hat man einen stilisierten offenen, aber überdachten Wehrgang an das Vogeltor angefügt, der stadtauswärts neben der Fahrbahn verläuft. Er bezeichnet den Verlauf des alten Stadtgrabens, wo auch heute noch ein Wasser verläuft, und der alten Stadtmauer. Die hier verlaufende Stadtmauer war aber schon 1560 abgerissen worden, weil sie hier nach der Einbeziehung der Jakobervorstadt in die Stadtbefestigung ihre Funktion verloren hatte und keinen äußeren Feind mehr abwehren musste.

2011 war das historische Vogeltor aufgrund der ständigen Belastung des Gemäuers durch Verkehr, Streusalz und Schadstoffe gefährdet, weshalb man die Schäden genauer untersuchte. Es stellte sich heraus, dass Schadstoffe und Staub Ablagerungen bildeten, die Wasser ins Mauerwerk zogen und das Mauerwerk bis in vier Meter Höhe durchfeuchtet war. Auch das gotische Gewölbe über der Durchfahrt zerbröselte.

Im Februar 2015 wurden am Vogeltor Arbeiten an der Fernwärmeleitung durchgeführt, weshalb es über Wochen zu Behinderungen in Richtung Forsterstraße? kam, weil nur eine Fahrbahn zur Verfügung stand.

Details

Vogeltor Augsburg (Foto Hilarmont)
Das Vogeltor der Augsburger Stadtbefestigung am 8. März 2014. By Hilarmont (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

In der Nähe des Vogeltors hat man im 20. Jahrhundert wieder ein Wasserrad angebracht, um zu verdeutlichen, dass der hier verlaufende Stadtgraben früher eine Funktion als Energiequelle hatte.

An die Augsburger Bombennacht 1944 erinnert am Vogeltor eine Steinplatte mit einem stilisierten Vogel, der von Flammen umlodert wird.

Zwei Steinfiguren an der Wand des Vogeltors erinnern an eine alte Anekdote zum Vogelturm. Angeblich behauptete ein Stadtoberer, als der Neubau 1445 durch die Mitglieder des Stadtrates abgenommen werden sollte, der aufgesetzte Turm des Vogeltors sei schief. Daraufhin sei der Baumeister auf den Turm des Vogeltors gestiegen, habe seinen Hintern aus einem der Fenster gestreckt und sein "Geschäft" verrichtet, das im Lot herunter gefallen sei, ohne die Wand zu berühren. Damit soll bewiesen gewesen sein, dass das Vogeltor lotrecht stand.

Außerdem sieht man an der Seite, die früher zum Feld vor der Stadt zeigte, eine Nische mit einem großen Wandgemälde (Kreuzigungsgruppe).

Zur Augsburger Dult im Herbst oder Frühjahr zieht es die Menschen auf die ein Kilometer lange Budenstraße zwischen Jakobertor und Vogeltor, weil dort das größte Freiluftkaufhaus Augsburgs ein besonderes Einkaufserlebnis garantiert. Aber auch bei Regen und während des ganzen Jahres lohnt es sich, das Vogeltor anzusteueren, wenn man shoppen will, denn nur wenige Schritte entfernt findet sich die City-Galerie mit ihren überdachten Einkaufswelten.

Lage


Weblinks


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