Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de


Hauptseite | Unterkunft und Sehenswürdigkeiten | Touristische Tipps Augsburg | Via Julia


Via Julia

Allgemeines

Die Via Julia ist ein Verkehrsweg, der sich vor 2000 Jahren von Salzburg (Iuvavum) quer durch Oberbayern? südlich von München über Gauting? und weiter über Augsburg bis an die Donau? zog. Die Straße kam aus der Provinz Noricum?, die wegen ihrer Eisenerzvorkommen große Bedeutung hatte. Sie querte mit dem Inn? die Grenze zu Raetien und band dadurch die Aufmarschstraße von Mainz und der Provinz Obergermanien nach Augsburg – damals die Provinzhauptstadt Raetiens – ein.

Die Via Julia war eine der wichtigen Straßen des Reiches. Man hat 15 Meilensteine aus der Epoche des Kaisers Septimius Severus gefunden, die dokumentieren, dass sie als römische Militärstraße dazu diente, weit voneinander entfernte Provinzen des "Imperium Romanum" vom Schwarzen Meer bis nach Gallien zu verbinden und schnelle Truppenbewegungen zu ermöglichen. Den römischen Namen für die Straße kennt man nicht mehr. Weil die Forschung die Straße mit dem Julischen Kaiserhaus in Verbindung bringt, wurde die Route Via Julia genannt.

In Oberbayern? und Bayerisch-Schwaben entlang der Via Julia gibt es viele Reste der alten Römerstraße, die entweder im Gelände auszumachen oder aber zumindest mit einem geografischen Hinweis belegt sind, der meist den Straßennamen "Römerstraße" führt. Auch diese römische Straße war so gut gebaut worden, dass sie zum Teil sogar noch im Mittelalter genutzt werden konnte.

Nahe Seebruck? am Chiemsee wurde sogar ein Teilstück dieser wichtigen Ost-West-Verbindung nachgebaut. Seebruck? (Bedaium) war eine Siedlung, die den Übergang der Straße über die Alz? sicherte. Seite der Gründung im 1. Jahrhundert hat die Siedlung einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung genommen. Denn hier hatten sich Handwerker niedergelassen, deren Leistungen man im Transport- und Kurierverkehr bedurfte, hierher lieferten die Landgüter der Umgebung ihre Erzeugnisse. Man hat eine römische Bootslände und eine Darre, die der Trocknung von Getreide, aber auch zum Räuchern von Fleisch und Fisch diente, ausgegraben. Zudem sorgte eine Benefiziarierstation für die Sicherheit und den Erhalt dieser wichtigen Straße. Im Römermuseum Bedaium sind die vielfältigen Funde dokumentiert – auch die aus dem nahen Gräberfeld: Grabungsfunde und Grabsteine geben spannende Einblicke in das Leben einer keltischrömischen Provinzsiedlung. Im Museumsbereich wurde sogar ein Stück Umfassungsmauer des spätantiken Kastells wieder errichtet. Ein archäologischer Rundweg erschließt die Ausgrabungen in der Region und zeichnet ein interessantes Bild der hier fast 5000 Jahre lang währenden Besiedelung.

Über die westliche Grenze Oberbayerns? führt die Via Julia von Fürstenfeldbruck? durch den Landkreis Aichach-Friedberg, das Wittelsbacher Land. Nahe Mering kann man immer noch einen römischen Meilenstein sehen. Von Augsburg leitet die Via Julia in den Landkreis Augsburg und dort in den Naturpark Augsburg – Westliche Wälder. An der Ostgrenze dieses Gebietes liegt Neusäß. In den Stadtteilen Steppach und Westheim lag in römischer Zeit ein Keramikerzentrum, was Funde im Römischen Museum Augsburg dokumentieren. Dort kann man z. B. Ziegelsteine, Werkzeug und Keramiken aus der Ziegelei in Westheim sehen. Auch in Horgau dokumentieren Funde wie Münzen und Keramikscherben eine römische Siedlungstätigkeit entlang der Via Julia. Die ursprüngliche Streckenführung der Via Julia ist in Teilstücken in den Neusässer Stadtteilen Westheim und Hainhofen, vor allem jedoch im Rauhen Forst bei Aystetten erkennbar. Die heutige Route der Via Julia ist eine der vielen gut ausgeschilderten Radwanderwege im Naturpark Augsburg – Westliche Wälder?, die über Zusmarshausen bis in den Landkreis Günzburg führt. Zusmarshausen war zu Zeiten der Römer eine wichtige Zwischenstation.

Im Landkreis Günzburg hat man den Verlauf der Via Julia durch Luftaufnahmen nachgewiesen. So hat man Dammreste bei Landensberg? und Haldenwang? geortet. Am Schloss in Haldenwang? vorbei leitet die Via Julia entweder nach Burgau? oder darum herum. Zwischen Glöttweng? und Röfingen? verläuft ein Teilstück der Via Julia. In der Nähe findet man die Reste eines römischen Straßendamms. Burgau? war bis 1805 ein Verwaltungszentrum Vorderösterreichs und kam danach erst zu Bayern. Hier hat man einen römischen Goldschatz gefunden. Im nahen Rettenbach? bewahrt man in der Kreuzkapelle bei der Kirche das Fragment eines römischen Truhensarkophags aus severischer Zeit auf.

Die nahe gelegene Donaustadt Günzburg war die Münzstätte Vorderösterreichs. Schon in den Jahren 77 und 78 n. Chr. errichtete man hier das Kastell Gontia, von dem im Hotel Römer noch ein Gussmauerfundament zu besichtigen ist. Immer wieder werden aus der Stadt auch andere römische Grabungsfunde gemeldet, die dann im Heimatmuseum zu besichtigen sind, wo die zivile und militärische Geschichte des Ortes erklärt wird. Darüber hinaus gibt es einen archäologischen Schaupfad mit sechs Stationen, etwa dem Nachbau eines römischen Grabtempels. Am westlichen Ende der Via Julia in Günzburg wurde auch das größte römische Gräberfeld nördlich der Alpen entdeckt. Der dortige Donauübergang wurde von einem römischen Kastell gesichert. Die Reste seiner Mauer sind noch zu sehen.

Der Apollo-Grannus-Tempel im Lauinger Stadtteil Faimingen? ist ein Teilnachbau. Man sieht die größte Tempelanlage dieser Art nördlich der Alpen. Von dort führte eine Römerstraße zur römischen Donau-Südstraße. Heute verläuft ein Teilstück der Via Danubia zwischen Günzburg und Burgheim?.

Geschichte

Details

Weblinks


Hauptseite | Unterkunft und Sehenswürdigkeiten | Touristische Tipps Augsburg | Via Julia


Korrekturen? Ergänzungen? Schreiben Sie an stoebener@augsburg-wiki.de




FacebookTwitThis