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Ustersbacher

eine regionale Brauerei mit Sitz in Ustersbach? bei Augsburg, die seit über 400 Jahren braut

Allgemeines

Die Privatbrauerei Ustersbach ist ein Familienunternehmen in 13. Generation. Heute arbeiten in ihr etwa 100 Beschäftigte, die zu 60 % aus Ustersbach? oder der näheren Umgebung stammen. Die Brauerei Ustersbacher braut laut Eigenwerbung ausschließlich nach dem bayerischen Reinheitsgebot. Motto der Brauerei und ihres Bieres ist: "Ehrlich verdient!"

Trotz der technischen Neuerungen und modernster Anlagen brauen die Ustersbacher ihr Bier, das ebenfalls Ustersbacher heißt, traditionell nach dem Reinheitsgebot von 1516. Nach der schonenden Würzekochung und der Gärung mit ausgewählten Hefesorten reift das Bier über mehrere Wochen, bevor es in Edelstahlfässer und Mehrweg-Glasflaschen abgefüllt wird.

2008 schlug man die Witaquelle auf dem Gelände der Brauerei Ustersbach. Ihr Wasser wird seitdem für sämtliche Ustersbacher Biere sowie die von der Brauerei hergestellten Erfrischungsgetränke der hauseigenen Marken "Wita" und "Flumi" als Rohstoff eingesetzt. 2011 wurde das Wasser nach umfangreichen Untersuchungen als Mineralwasser anerkannt. Es ist ein nitrat- und tritiumfreies Tiefengrundwasser von ursprünglicher Reinheit aus einem Grundwasserstockwerk der Oberen Süßwassermolasse. Das Brauwasser kommt aus etwa 140 Metern Tiefe.

Geschichte

Bis zum 20. Jahrhundert

Schon Mitte des 15. Jahrhunderts wird eine Wirtschaft zu Ustersbach erwähnt und am 20. Juli 1599 ist dokumentiert: "...ein ziemlich neu erbautes Wirtshaus, darinnen eine Bräustatt, Backhütten, Badstuben, ferner 2 Städel, Stallung, Tanzhaus und Garten, alles mitten im Dorf an der Landstraße gelegen...“ Die Wirtschaft heißt "Zapfen zu Untersbach", Wirt ist Wolf Schmid.

Dass die Brauerei den Schmids gehörte, ist urkundlich 1605 belegt. Es ist der Anfang der Besitzerfamilie Schmid, denn 1627 übernahm "Hanns Schmidten zu Ustersbach, des Wolfen sel. Sohn" die Wirtschaft "samt allem Zubehör in Dorf und Feld".

Um 1721 muss ein Neubau des Anwesens stattgefunden haben, wird doch Franz Schmid "die Tafernwirtschaft mit Zubehör, bestehend aus einer neuerbauten zweigeschossigen Behausung samt Bräustatt, 2 gemauerten Städeln, Stallungen, Gärtchen ..." übergeben.

1794 ist dokumentiert, dass Franz Anton Schmid die Posthalterei in Ustersbach? betrieb.

1835 beginnt Franz Xaver Schmid Renovierungen am Wohnhaus, 1843 baut er vermutlich den unter dem heutigen Bräustüble gelegenen gewölbten Lagerkeller und kauft "eine neue Bräupfann". Am 6. Mai 1844 beginnt er mit dem Neubau des Bräuhauses. 1862 beginnt der Nachfolder mit dem Bau eines großen Lagerkellers in dem etwa einen Kilometer südlich von Ustersbach? gelegenen Hollendorf?.

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Bis zur Nachkriegszeit

Noch 1925 war der gesamte Braubetrieb in einem einzigen Raum vereint. Am 4. Juni 1928 absolvierte Adolf Schmid die Meisterprüfung und begann die Brauerei zu modernisieren und auszubauen. Er baute die Ustersbacher Brauerei zu einem modernen Betrieb aus.

1939 begann der Neubau der Mälzerei, doch ging während des Krieges das Baumaterial aus und auch der gerade neu erworbene Lastwagen Opel Blitz wird sofort nach Kriegsausbruch von der Wehrmacht beschlagnahmt. Das führte dazu, dass nur noch Kunden aus der näheren Umgebung mit Ochsengespannen beliefert werden konnten. Eine 1941 gebaute Nutriafarm hilft, Brauereirohstoffe zu finanzieren. Nach Einführung der DM 1948 und mit dem Anstieg der Pelzimporte löste Adolf Schmid die Farm wieder auf. Im April 1945 besetzten die Amerikaner Ustersbach? und beschlagnahmten die Gastwirtschaft und das Brauereibüro. Aber schon bald nach dem Krieg ging es mit der Brauerei und dem Gasthaus weiter und 1950 kaufte Adolf Schmid die erste Flaschenetikettiermaschine mit einer Leistung von 1500 Flaschen in einer Stunde. Dazu kaufte er elf Bierlagertanks.

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Bis 2000

1953 errichtete Adolf Schmid eine neue Tennenmälzerei, 1958 ein neues Füllereigebäude mit einer Flaschenabfüllanlage, die eine Stundenleistung von 8.000 Flaschen hat. 1962 siedelte man den Bauernhof von Adolf Schmids Bruder Karl Schmid in die Felder nördlich von Ustersbach? und errichtete an seiner Stelle ein neues Sudhaus. Im gleichen Jahr gründete Adolf Schmid die Brauerei Ustersbach Adolf Schmid OHG mit dem 1934 geborenen Kaspar Schmid. 1964 kaufte man eine zweite Füllerei mit einer Stundenleistung von 18.000 Flaschen. 1967 baute man eine vollautomatische Keimstraße für die Mälzerei und den 35 Meter hohen Siloturm, der 1.000 Tonnen Gerste fasst und heute das Wahrzeichen der Ustersbacher Brauerei ist.

An der Brunnenstraße in Ustersbach? errichtete die Brauerei 1971 eine Lagerhalle, die Büroräume und die Qualitätssicherung verlegte man in den ersten Stock der Gaststätte und begann mit dem Bau eines Gär- und Lagerkellers für 15 zylindrokonische Tanks aus Edelstahl. Und man installierte eine neue Flaschenabfüllanlage mit einer Leistung von 50.000 Flaschen pro Stunde.

1988 konnte ein computergesteuertes 5-Geräte-Sudhauses mit integrierter Wärmerückgewinnung errichtet werden, in das 2004 das umweltschonende Kochsystem "Stromboli" eingebaut wurde.

Ab 1995 unterstützte die Brauerei die Renaturierung der Gohlen. Die Gohlen sind ein Großbiotop aus Feuchtmulden und dauerfeuchten Wasserflächen mit etwa 32.000 Quadratmeter Ausdehnung im Talbecken der Reischenau?. Früher wurden die Gohlen landwirtschaftlich genutzt, heute sind sie Heimat für bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie den Grasfrosch? und die Gelbbauchunke? oder für den Storch?.

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Ab 2000

Im Jahr 2000 baute die Brauerei an der Brunnenstraße eine neue Fassfüllerei und stellte den Ladebetriebes auf Sechsfach-Stapler um. 2002 baute man gegenüber der Brauerei an der B 300 ein neues Logistikzentrum und tat so den ersten Schritt aus dem Ortskern heraus. Gleichzeitig stellte man die Heizungsanlage auf Erdgas um. 2005 begann das Unternehmen mit dem Ausbau betriebseigener Photovoltaikanlagen. Man brach stillgelegte Betriebsanlagen und Gebäude ab, baute an ihrer Stelle ein doppelstöckiges Gebäude zur Lagerung von Vollgut und zur Erweiterung der Produktionsfläche. Im September 2005 feierte die Brauerei Ustersbach mit über 12.000 Besuchern am "Tag der offenen Tür" ihr 400-jähriges Bestehen.

Zwishen 2006 und 2008 erneuerte man Anlagen in der Füllerei, etwa die Leer- und Vollflaschenkontrolle sowie den Kastenwascher. 2008 erbaute man eine weitere Lagerhalle mit einem Fassungsvermögen von etwa 200.000 Kisten neben dem Logistikzentrum, um Leergut, Bier und Erfrischungsgetränke zu lagern und den Ortskern von Ladeverkehr zu entlasten. Im gleichen Jahr errichtete die Brauerei eine energiesparende Kompressorstation.

2009 führte die Firma bei den eigenen LKW auf "Ad-Blue-Technik" ein, wodurch acht Prozent Kraftstoff gespart werden konnten. 2010 baute man die Photovoltaikanlage auf den Hallendächern weiter aus und erweiterte das Großbiotop in den Gohlen mit Feuchtmulden auf insgesamt 32.000 Quadratmeter. Ab 2011 wurden Großstapler mit Flüssiggas betrieben, während kleinere und mittlere Stapelfahrzeuge mit umweltfreundlich erzeugtem eigenen Strom betrieben wurden.

Ebenfalls 2011 installierte man im Filterkeller eine neuartige Bierfiltertechnik und in der Fassfüllerei setzte man den ersten KUKA-Keg-Roboter ein. Man feierte das 1. Ustersbacher Bier.Sommer.Fest und schickte den ersten Biercontainer nach Brasilien auf die Reise.

2012 eröffnete man die sanierte Verladehalle mit dem Schäfflertanz, schaffte weitere neue LKW mit umweltfreundlicher Ad-blue-Technologie an, erweiterte die Photovoltaikanlage nochmals und nahm einen Biogasreaktor zur Erzeugung von Methangas aus Brauereiabwasser in Betrieb.

2013 konnte eine neue Hefe-Reinzuchtanlage in Betrieb genommen werden, man entwickelte ein alkoholfreies Hefeweizen und setzte neue Bierkästen ein.

2014 eröffnete das Ustersbacher Bräustüble nach einem großen Umbau wieder seine Räume.

Details

Die einzelnen Biere der Brauerei reichen von Edel-Export über Urhell, Hefeweizen, Dunkle Weisse, Privat-Pils oder das Jubiläumsbier 400 bis hin zu Festbier und einem Weizendoppelbock in der Wintersaison. Umfassende Qualitätskontrollen während des gesamten Produktionsprozesses vom Wareneinkauf bis zum fertigen Produkt stellen die Qualität der Biere und der zahlreichen Erfrischungsgetränke sicher.

Bräustüble

Bei der Brauerei liegt das Ustersbacher Bräustüble, das 1721 zum ersten Mal erwähnt wird. Es wurde 2014 umgebaut und erstrahlte danach in neuem Design. Vom Nebenzimmer aus kann der Gast einen Blick in den 300 Jahre alten Gewölbekeller werfen, in dem Holzfässer aus der Brauerei aufbewahrt werden. Die Speisekarte bietet bayerisch-schwäbische Küche, aber auch zeitgemäß moderne Gerichte. Auf der Getränkekarte finden sich Ustersbacher Biere und Getränke. Es gibt eine Mittagskarte, zwischen 14 und 17 Uhr eine "kleine Karte" mit kalten und warmen Speisen und auch abends ist das Ustersbacher Bräustüble ein Anziehungspunkt schwäbischer Gastlichkeit. Im Sommer ist der Außenbereich bei gutem Wetter als Biergarten bewirtet.

Hausverkauf

Die Ustersbacher Getränke kann man direkt "an der Quelle" erwerben. Der Hausverkauf der Brauerei ist von Montag bis Donnerstag von 9 - 12 Uhr und von 13 - 16 Uhr sowie am Freitag von 9 - 13 Uhr geöffnet.

Heimservice

In der Region Augsburg liefert Ustersbacher Getränke nach Haus, von Königsbrunn bis nach Donauwörth und von Friedberg bis nach Thannhausen. Ein Anruf / Fax / Mail genügt:

Tel. 08236/589-750
Fax. 08236/589-759
E-Mail: heimdienst@ustersbacher.com

Engagement

Gern wirbt die Brauerei Ustersbacher mit ihrem Umweltengagement. Zum einen verweist man auf über 400 Jahre Brautradition und nachhaltiges Wirtschaften schon in 13. Generation. Laut Eigenwerbung braut man streng nach dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 und verwende bewährte Rezepturen und Rohstoffe aus der Region. Dazu kommt ein Mehrwegsystemund die Nutzung umweltfreundlicher Kälteanlagen. Gegenüber dem Schnitt anderer Brauereien liege der Energiebedarf 30 Prozent niedriger und durch die Nutzung von Abwärme aus Flaschenreinigungsmaschinen und eine Kompressoranlage spare man jährlich mehr als 20.000 Liter Heizöl. Der eigene Wertstoffhof erreiche eine Recyclingquote von 99 %. Treiber aus der Bierherstellung gingen als Tiernahrung in die regionale Landwirtschaft, Althefe und Abwasser dienten zur Herstellung umweltfreundlichen Biogases. Je produziertem Hektoliter Bier sei der Wasserverbrauch innerhalb von 15 Jahren um ein Drittel gesenkt worden und die Lauge der Flaschenreinigungsanlagen werde durch Membranfiltration gereinigt. Durch die Verwendung kieselgurfreier Bierfiltertechnik könne man auf Hilfsmittel verzichten und so die Umwelt schonen (Stand 2012).

Auch das Sponsoring von regionalen Sport-, Freizeit- und Kulturveranstaltungen oder von Vereinen? ist für die Brauerfamilie selbstverständlich. Durch die Einsparung von Kundengeschenken kann für humanitäre und soziale Zwecke in der Region Augsburg und darüber hinaus gespendet werden.

Auszeichnungen

In den neutralen Qualitätstests der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft DLG erhielten die eingereichten Biere 2013 sieben Goldmedaillen. In Berlin erhielt die Brauerei Ustersbach den Bundesehrenpreis.

Bei den Qualitätstests 2014 erhielten sämtliche eingereichten Ustersbacher Biere die höchste Auszeichnung "Gold". Die Brauerei erhielt zum 20. Mal den "Preis der Besten der DLG" - ebenfalls in Gold.

Adresse

Brauerei Ustersbach
Adolf Schmid KG
Hauptstraße 40
D-86514 Ustersbach?

Tel. 08236/589-0
Fax. 08236/589-15


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