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Ulrichsplatz

ein nach dem heiligen Ulrich benannter Augsburger Platz, der die Maximilianstraße im Süden abschließt; er gehört zum 1. Stadtbezirk (Lechviertel östliches Ulrichsviertel) und damit zum Planungsraum I Innenstadt; Postleitzahl ist 86150

Allgemeines

Im südlichen Hintergrund des Ulrichsplatzes erhebt sich die katholische Kirche Sankt Ulrich und Afra mit ihrem protestantischen Vorbau Evangelisch Sankt Ulrich wie eine Theaterkulisse. Besonders nachts, wenn die beeindruckenden Sakralbauten erleuchtet sind, gibt der Platz der Maximilianstraße ein unvergleichliches Gesicht.

Geschichte

Wenn man dem Augsburger Stadtplan von Jörg Seld? aus dem Jahr 1521 glaubt, stand auf dem Ulrichsplatz in dieser Zeit ein Pyr?. Er wurde 1610 nach Plänen von Joseph Heintz? neu geschaffen.

1551 errichtete man auf dem Platz den "Karg-Brunnen", der 1664 erneuert und 1695 abgebaut wurde. Benannt war dieser Brunnen nach Liupold III. Karg?, der um 1412 "Rörprunnen" errichtete, um die Augsburger Wasserversorgung zu verbessern.

Vor 1806 wurde der Platz als Getreidemarkt genutzt. Als aber Augsburg 1806 in das Königreich Bayern? eingegliedert wurde, bekam er den Namen "Maximiliansplatz" in Anlehnung an die Maximilianstraße. Im Norden des Platzes wurden 1809 der Salzstadel?, der Weinstadel? und das Siegelhaus? abgerissen, so dass der Platz sein ursprünglich geschlossenes Gepräge verlor. Weil er nun recht breit geworden war, nutzte ihn das bayerische Militär in der Folgezeit gern als Paradeplatz.

Als die Stadt Augsburg am 14. August 1955 die 1000-Jahr-Feier der Schlacht auf dem Lechfeld beging, wurde der Platz in Anwesenheit des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss wieder in Ulrichsplatz umbenannt, um damit den hl. Ulrich? zu Ehren, dem die Stadt den Sieg über die Ungarn 955 verdankt.

In den Jahren 2000 bis 2002 tobte in Augsburg der Aphrodite-Kunstskandal, weil im Rahmen des Ideenwettbewerbs "Kaisermeile" auf dem Ulrichsplatz ein Brunnen als Fortsetzung der historischen Prachtbrunnen konzipiert worden war und Markus Lüpertz? für einen Schalenbrunnen die Figur der Aphrodite entwarf, deren dreidimensionale Fassung durch eine Stiftung von Ellinor Holland, damaligen Verlegerin der Augsburger Allgemeinen möglich geworden war. Nach Protesten gegen diese Figur wurde der Aufstellungsort am Ulrichsplatz aufgegeben und die Aphrodite vor dem Firmensitz der Augsburger Allgemeinen aufgestellt.

Im Februar 2010 wurden Überlegungen der Protestantischen Kirchenstiftung Sankt Ulrich? bekannt, auf der Ostseite des Ulrichplatzes in einer Baulücke ein Haus mit einer öffentlichen Parkgarage für etwa 70 Autos zu errichten. Der Hintergrund dieser Überlegungen war, dass die Stadt Augsburg im Zuge des so genannten "Kaisermeilenkonzepts" etwa 70 Parkplätze in der Maximilianstraße zu gunsten breiterer Gehwege streichen wollte.

Im April 2011 kam es bei einer unangemeldeten Spontandemonstration gegen etwa 30 aufmarschierte Neonazis am Ulrichsplatz zu Handgreiflichkeiten von Polizei, Neonazis und Gegendemonstranten.

In einem Architektur-Wettbewerb der WBG-Stiftung? schlugen Ende 2010 Studentinnen in ihrem preisgekrönten Entwurf vor, auf dem Ulrichsplatz ein modernes Stadtinformationsbüro zu errichten. Nach dem Entwurf sollte das Gebäude mit einer rosa-metallisch schimmernden Fassade und unterschiedlich großen Fenstern ausgestattet werden, um so einen Kontrapunkt zu den gleichmäßig gegliederten historischen Stadthäusern am Platz und den Sakralgebäuden zu setzen.

Mitte des Jahres 2011 verkündete die Evangelische Kirche, dass die Maximilianstraße einen städtebaulichen Abschluss erhalte, indem der Ulrichsplatz 17 bebaut werde. Wörtlich hieß es auf augsburg-evangelisch.de: „Bis zur Augsburger Bombennacht im Februar 1944 stand am Ulrichsplatz 17 ein stattlicher Pfarrhof der evangelischen Kirchengemeinde St. Ulrich. Er wurde zerstört und seitdem prägt den Abschluss der Maximilianstraße im Übergang zum Milchberg ein Ruinengrundstück. Seit 1953 sollte es neu bebaut werden, doch die Pläne konnten nicht realisiert werden. Nun baut die Evang.-Luth. Gesamtkirchengemeinde Augsburg, die Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Ulrich und die Evang.-Luth. Kirche in Bayern dort einen neuen Gebäudekomplex, in dem folgende Räume untergebracht sein werden: Dienst- und Wohnräume des Oberkirchenrats im Kirchenkreis Augsburg und Schwaben, Gemeinderäume und Pfarrwohnungen der Evang.-Luth. Kirchengemeinde St. Ulrich sowie die Räume des Evang.-Luth. Kirchengemeindeamts Augsburg.“ Vorausgegangen war ein Architektenwettbewerb für den Neubau, der viele Probleme lösen soll: Weder das Pfarrhaus St. Ulrich noch die Gemeinderäume am Kitzenmarkt entsprachen noch den Bedürfnissen. Außerdem muss die Gesamtkirchenverwaltung aus der Hooverstraße ausziehen und braucht einen neuen Standort. Der Gewinnerentwurf kam von dem Berliner Architekten Volker Staab.

Vor den Baumaßnahmen lagen die Untersuchungen der Bodendenkmalpflege, die mit archäologischen Funden rechnete, weil sich auf dem Gelände mehrere römischen Gräber und Überreste von mittelalterlichen Handwerksbetrieben befinden, die sich in der Nähe des Klosters St. Ulrich? angesiedelt hatten. Laut Plan soll die Bebauung am Ulrichsplatz 17 Anfang des Jahres 2012 beginnen und bis 2014 beendet sein. Die vorläufige Kostenschätzung für die Baumaßnahme belief sich auf 6 bis 6,5 Millionen Euro, die in Teilen durch die Konzentration und den Verkauf von Immobilien gegenfinanziert werden sollten.

Details

Im Norden geht die Maximilianstraße in den Ulrichsplatz über. Die Grenze liegt dort, wo die Armenhausgasse und der Afrawald? einmünden. Im Süden begrenzen die Weite Gasse? und der Milchberg den Platz.

Sowohl im Westen als auch im Osten des Platzes sind viele stattliche Bürgerhäuser zu sehen, die sich durch große stilistische Vielfalt auszeichnen. Ddarunter z. B. die Wohnhäuser des Orgelbauers Johann Andreas Stein oder des Grafen Königseck. Im Einzelnen sind hervorzuheben:

Lage


Weblinks


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