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Ulmer Straße

eine Augsburger Straße, die zum

Als 20. und 21. Stadtbezirk gehört die Ulmer Straße zum Planungsraum II (Oberhausen) und hat die Postleitzahl 86154. Als 18. Stadtbezirk gehört sie zum Planungsraum VII (Kriegshaber) mit der Postleitzahl 86156.

Allgemeines

Geschichte

Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts nannten die Menschen das Gelände links der Ulmer Straße "Unebene" oder auch "Viechwandt", denn es wurde als Gemeinschaftsweide genutzt. Weil das Gelände bis dahin unbebaut war, diente es schon seit Jahrhunderten militärischen Truppen als Platz für Feldlager oder um Heerschau zu halten. Über die Jahrhunderte zogen hier Schweden, Württemberger, Sachsen, Franzosen, Bayern oder Österreicher zwischen Ulm und Augsburg hindurch. So wunderte es nicht, dass das alte Kriegshaber oft verwüstet oder geplündert wurde.

1817 erwarb das Königreich Bayern? die "Unebene" und gestaltete sie nach und nach um zu einem Exerzierplatz, wo Manöver und Schießübungen durchgeführt wurden.

Noch 1930 waren die Flächen rechts und links der Ulmer Straße wenig bebaut. Erst danach begann man die Reinöhlstraße? und die rechte Straßenseite der Ulmer Straße stark zu bebauen. Das entstehende Siedlungsgebiet nannte man "Neu-Kriegshaber".

1934 begannen die Nationalsozialisten? die Somme-Kaserne auf der ehemaligen "Unebene" zu errichten. Sie wurde nach 1945 von den Amerikanern in Reese-Kaserne umbenannt, nachdem sie von den US-Streitkräften übernommen worden war.

1936 errichtete man in der Tunnelstraße? eine Notkirche in Form einer Holzbaracke, um dann 1939 mit dem Bau von Sankt Thaddäus an der Ulmer Straße zu beginnen.

Im Mai 2011 wurde die Ulmer Straße zwischen Kobelweg und Langemarckstraße Richtung stadtauswärts bis Ende Juli 2011 wegen Leitungsarbeiten der Stadtwerke Augsburg gesperrt, die Leitungen für das Reese-Areal? verlegten.

Details

Ulmer Straße 23c: Postamt Ulmer Straße

Ulmer Straße 63: Sankt Thaddäus

Ulmer Straße 74, 74a, 76, 76a: ehemaliges KUKA-Werk. Es handelt sich um eine Anlage, die aus zwei durch Bogen verbundene zweigeschossige, giebelständige Flügelbauten mit Satteldach besteht. Die Fassaden sind in neobarocken Formen gestaltet. Es ist eine Stahlbetonkonstruktion mit verputztem Mauerwerk. Geplant wurde die Anlage von Leo Kalbitz? 1916. Den Westflügel erweiterte man 1918. Dazu gehört noch ein ehemaliges Lagergebäude. Der erdgeschossige Bau mit Rundbogenfenstern schließt östlich an und wurde ebenfalls 1916 errichtet. 1984 hat man das Gebäude teilweise in eine Modell-Wohnanlage umgewandelt; noch in den 1990er Jahren aber verfielen andere Teile der Fabrikanlagen, obwohl es genug Initiativen gab, die restlichen Gebäude als Stadtteilbücherei oder Jugendtreff zu verwenden.

Ulmer Straße 127: Ehemaliges Gasthaus "Schwarzer Adler". Zu dem Gebäudebestand gehört ein zweigeschossiger Walmdachbau mit Zwerchhäusern und Putzgliederungen, der auf den Anfang des 19. Jahrhunderts zurückgeht, sowie ein ehemaliger Stall aus dem 19. Jahrhundert mit Satteldachbauten. Zu dem Anwesen gehört noch ein Garten mit altem Baumbestand. Der Hauptbau hat einen fast quadratischen Grundriss und ist recht stattlich. 2013 befand sich das Gebäude - wie auf dem Bild unten zu sehen - in einem erbärmlichen Zustand.

Ehem. Gasthaus Schwarzer Adler Augsburg Kriegshaber
Ehemaliges Gasthaus Schwarzer Adler, Augsburg Kriegshaber, Ulmer Straße 127 am 29. September 2013. By Mailtosap (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Ulmer Straße 160: NCR -Hochhaus

Ulmer Straße 160a: heute "Augsburger Gewerbehof", ehemals Michel-Werke. Heute sind hier mehrere Firmen untergebracht und nichts erinnert mehr an das düsterste Kapitel der Geschichte Kriegshabers. Es begann damit, dass die Michel-Werke 1940 ihren Standort hierher verlegten. Sie produzierten vornehmlich elektrische Teile für die deutsche Luftwaffe - mit Häftlingen aus dem Konzentrationslager Dachau. Zwischen September 1944 und April 1945 waren im zweiten Stock des Gebäudes etwa 500 ungarische Jüdinnen untergebracht, die man aus dem KZ Auschwitz nach Augsburg verschickt hatte. SS-Helferinnen und Soldaten der Waffen-SS bewachten das Lagerpersonal. Nach dem Zweiten Weltkrieg besetzten US-Einheiten die Michel-Werke, befreiten die Jüdinnen und legten die Produktion still. Später befand sich in einem Teil des Gebäudes die Schwäbische Landeszeitung?, in einem anderen die NCR, während man die Produktion der Michel-Werke KG in die Rehmstraße? verlegte. Noch 1994 befand sich jedoch die Verwaltung der Michel-Werke KG in der Ulmer Straße 161a.

Ulmer Straße 176: Tramhalle Kriegshaber

Ulmer Straße 182: Zollhaus Kriegshaber

Ulmer Straße 184a: Grundschule Augsburg-Kriegshaber

Die Ulmer Straße 187/189 ist ein Doppelwohnhaus, das zwei giebelständige Satteldachbauten verbindet. An der nördlichen Traufseite ist ein Zwerchhaus zu sehen. Der Dachstuhl kann auf die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts datiert werden. Bei der Ulmer Straße 192/194 handelt es sich um ein ehemals von Juden? bewohntes Haus. Es hat vier Geschosse, ist ein Traufseitbau und besitzt ein Zwerchhaus. Das Gebäude geht auf die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück.

Ulmer Straße 195a: Heiligste Dreifaltigkeit

In der Ulmer Straße 199 steht das Pfarrhaus von Heiligste Dreifaltigkeit, ein Walmdachbau, der 1914 errichtet wurde. Der barockisierende Bau im Jugendstil? hat eine reiche Fenstergliederung. Mitte der 1990er Jahre waren z. T. noch die originalen Jugendstil-Glasfenster erhalten. Das Pfarrhaus ist umzäunt und hat einen Pfarrgarten. Die Gebäude Ulmer Straße 205 und 207 sind ehemalige Wohnhäuser von Juden? mit drei Geschossen und als Traufseitbauten ausgeführt. Ulmer Straße 205 hat ein Zwerchhaus und stammt aus dem 18. Jahrhundert, Ulmer Straße 207 ist noch etwas älter und geht z. T. auf das 17. Jahrhundert zurück.

Ulmer Straße 228: Synagoge Kriegshaber

Ulmer Straße 234a: Spectrum Club?. Hier befand sich ehemals die Gaststätte und Brauerei "Zum goldenen Adler", wo man 1788 die Figur des heiligen Nepomuk aufstellte. 1888 zogen die Turner des TSV Kriegshaber? hier ein und 1923 siedelte sich die Maschinenfabrik Augsburg-Plattling? auf dem Geländer an. Heute befindet sich der Spectrum Club? auf dem Areal.

Ein bestimmter Teil der Ulmer Straße gilt als besonders schützenswertes Ensemble. Es handelt sich dabei um die Straßennummern 182, 184, 186, 190, 1992/194, 196, die geraden Nummern zwischen 202 und 218 sowie die geraden Straßennummern zwischen 222 und 234. Hier im früheren Ortskern von Kriegshaber bestand ehemals eine Siedlung von Juden?, die nach ihrer Vertreibung aus der Reichsstadt? Augsburg um 1440 vor allem nach Kriegshaber zogen. Hier standen sie nämlich unter dem Schutz des Hoch und Gassengerichts der Markgrafschaft Burgau?. Und gleichzeitig war es nicht weit nach Augsburg, wo sie weiterhin ihren Geschäften nachgehen konnten. Westlich des ehemaligen Zollhauses Kriegshaber sind die ehemaligen Judenhäuser noch in geschlossener Reihe erhalten. Sie stammen meist aus dem 18. Jahrhundert. Die ehemaligen Judenhäuser haben drei oder vier Geschosse, sind sehr schmal und besitzen hohe Satteldächer. Sie stehen alle traufseitig zur Ulmer Straße. Zwischen ihnen erhebt sich die Synagoge Kriegshaber. Auf der südlichen Seite befinden sich außerhalb dieses Ensembles Ulmer Straße noch ähnliche Judenhäuser. So war z. B. in dem Gebäude Ulmer Straße 209, dem heutigen Bordell Häschenclub?, früher eine Schule? für jüdische Kinder in Kriegshaber.

Lage


Weblinks


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