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Theodor-Heuss-Platz

auch "Alpini-Park"

Allgemeines

Der Platz wird von den Anwohnern der angrenzenden Viertel Ulrichsviertel und Bismarckviertel als Aufenthalts- und Erholungsfläche genutzt und ist für viele Bewohner eine Alternative zur Erholung im Grünen. Der Platz entstand Ende des 19. Jahrhunderts nach der Niederlegung des Eserwalls?.

Heute präsentiert sich der Theodor-Heuss-Platz im Gegensatz zu früher offener und lädt mit seinen Bänken zum Verweilen ein. Durch den Wegfall der Gleiswendeschleife der Straßenbahn hat der Platz deutlich an Größe gewonnen. Erfreulich ist die Einbeziehung des alten Baumbestandes. Damit kann der Platz eine wichtige Funktion als grüne Oase und Forum für die Anwohner im weiteren Umfeld erfüllen und bietet sich für Stadtteilfeste u. ä. an.

Geschichte

Angelegt wurde der heutige Theodor-Heuss-Platz Augsburg im Jahr 1895/96. Damals benannte man ihn nach Kaiser Wilhelm I. und er hieß "Kaiserplatz". Angelegt hat man den Platz zwischen 1897 und 1900.

Die Nationalsozialisten? unter Gauleiter Karl Wahl nannten ihn 1942 nach dem italienischen Diktator Benito Mussolini "zum Gedenken an die treue Kameradschaft der beiden großen Staatsmänner Europas", also Hitlers und Mussolinis. Nach dem Zweiten Weltkrieg hängte man die Straßenschilder "Kaiserplatz" wieder auf und 1964 benannte man den Platz nach dem Bundespräsidenten Theodor Heuss (1884-1963).

1982 stellten die italienischen Gebirgsjäger (Alpini) der Ortsgruppe Augsburg hier ein Denkmal an ihre in den beiden Weltkriegen umgekommenen Landsleute auf. Es zeigt einen eisernen Adler des Künstlers Vittorio Potti. Nicht alle Augsburger sehen in dem martialischen Adler ein Mahnmal für den Frieden. Manche sprechen von einem Kriegerdenkmal und kritisieren, dass man das Denkmal auf dem früher nach Mussolini benannten Platz aufstellte.

Gegen das 2012 diskutierte Bauvorhaben der IHK Schwaben auf dem Theodor-Heuss-Platz erhob sich starker Widerstand in der Bevölkerung des Bismarckviertels. Die IHK Schwaben wollte ein modernes Bildungshaus als Blickfang am Ende der Konrad-Adenauer-Allee bauen. In den Geschäften des Bismarckviertels wurden Unterschriften der Anwohner gegen die Bebauung des kleinen Parks gesammelt. Im August 2012 übergaben die Initiatoren ungefähr 1000 Unterschriften gegen die IHK-Pläne dem Oberbürgermeister?. Um die Kritik zu entkräften, wollte die IHK Schwaben den eigenen Park auf der gegenüberliegenden Seite im Gegenzug für die Öffentlichkeit freigeben.

Am 12. September 2012 sprachen sich die GRÜNEN in einer Stadtversammlung gegen eine Bebauung des Platzes durch die IHK Schwaben aus. Ihre Begründung: "Durch die Bebauung des Theodor-Heuss-Platzes kommt es zur Zerstörung einer Grünfläche und Bedrohung von Lebensraum für viele Arten. Zudem würde die Bebauung die Umsetzung des Ideenwettbewerbs Innenstadt missachten, der dort einen begrünten Platz vorsieht. Wir fordern deshalb ein sinnvolles Grünzugkonzept, statt einer Bebauung des Theodor-Heuss-Platzes."

Während des Umbaus des Eserwalls? lagerten viele Baumaterialien für seinen Umbau auf dem Theodor-Heuss-Platz. Im Juni 2013 stellte die Stadtverwaltung ihre Planungen für eine Sanierung des Platzes vor. Der Plan sah Rasenflächen auf dem Platz vor sowie einen Springbrunnen. Eine überwachsene Betonmauer sollte gegenüber dem Lärm vom Eserwall? schützen. Zudem sollten mehr als 20 Bäume neu gepflanzt werden. Das Alpini-Denkmal? sollte laut Plan an den Platzrand gerückt werden.

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Die Augsburger GRÜNEN starteten am 11. Juni 2014 ein Urban-Gardening-Projekt am Theodor-Heuss-Platz. Damit verbanden sie die Forderung, in Augsburg mehr Räume zu schaffen, das Gärtnern in der Stadt zu ermöglichen. Urbane Gemeinschaftsgärten hätten viele Funktionen: Sie dienten der Erholung und seien sozialer Treffpunkt wie Nachbarschaftstreff. Zugleich seien sie ein Beitrag zur Umweltbildung und trügen zur Biodiversität bei. Den Theodor-Heuss-Platz suchten sie sich für ihr Projekt, weil er damals brach und ungenutzt lag. Durch die Zwischennutzung wollten sie die Aufenthaltsqualität erhöhen.

Am 9. September 2015 wurde der neu gestaltete Theodor-Heuss-Platz wieder eröffnet und den Augsburgerinnen und Augsburgern zur Nutzung übergeben.

Details

Das seit seiner Aufstellung 1982 umstrittene "Alpini-Denkmal" ist durch seine Situierung eher am Rand des Platzes heute etwas aus dem Fokus genommen. Es erfüllt für viele Augsburger und Augsburgerinnen nach wie vor aber seine Funktion als eines von vielen Mahnmalen gegen Krieg und Diktatur im Stadtgebiet.

Lage


Weblinks


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