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The Shotguns

Augsburger Rock

Allgemeines

„Mit Fug und Recht kann festgestellt werden, dass die Augsburger Formation The Shotguns eine der ,ältesten' Rock-Bands Augsburgs sind. Seit 1964 bürgen sie im süddeutschen Raum für musikalische Qualität. Sozusagen mit den Beatles und Stones ,großgeworden', haben sie zwar keine spektakulären Eintags-Coups aufzuweisen, aber die Kontinuität ihres Beisammenseins ist wohl einmalig. Und dies überträgt sich von der Bühne aufs Publikum: Man merkt, dass hier kein zusammengewürfelter ,Haufen' am Werk(eln) ist, sondern exzellente Einzelmusiker ihre über Jahre hinweg gewachsene Harmonie zu einem wohlklingenden Ganzen vereinen" rühmte das eigene Band-Statement die Gruppe.

Die Band erspielte sich in den 1960er Jahren bei diversen Band-Wettbewerben im Moritzsaal? und Königsbau mehrmals den ersten Platz. Auch beim großen Beat-Festival in der Sporthalle Augsburg belegte die Gruppe unangefochten den ersten Platz. Band-Leader war Veit Liebermann, der „schlank und biegsam wie ein indischer Schlangenbeschwörer“ (Augsburger Allgemeine) auf seiner Querflöte spielte. Der Münchener Wolfgang Grude spielte Saxophon und Querflöte.

„Auch die anderen Mitglieder der Gruppe zeigten Hochleistungen. Der lustige Wolfgang Püschel agierte am Schlagzeug, Siggi Baumüller am Bass und sehr ruhig und überlegen Wolfgang Hefele mit der Gitarre" (Augsburger Allgemeine).

Der Süddeutsche Rundfunk übertrug in der Sendung „Mittwochsparty" einen Live-Mitschnitt der Formation.

Das Repertoire der Shotguns erstreckte sich von „A" wie Allmann Brothers über Crosby, Stills Nash & Young, Dire Straits, Eagles, Jethro Tull, Moody Blues, Pink Floyd, Santana, Toto (um nur einen kleinen Ausschnitt zu nennen) bis hin zu „Z" wie zündende eigene Songs („Better Late", „Stop Hangin' Round").

Die Neue Presse? urteilte: „Seit mehr als zwanzig Jahren eine Klasse für sich."

Geschichte

Die Geschichte der Shotguns konnte durch Vermittlung von Georg "Ricky" Kettl dankenswerterweise von Sigi Baumüller übernommen werden, der sie auf seiner privaten Webseite (siehe "Weblinks" unten) dargestellt hat.

"Too old for Rock`n`Roll - too young to die." So lästerten manche Youngsters noch vor wenigen Jahren, wenn die Augsburger "Shotgun-Band" mal wieder auf der Bühne stand. Sie trat vor Jahrzehnten zum ersten Mal auf und es gibt fast keinen Club zwischen Stuttgart, Würzburg und Landshut, in dem The Shotguns nicht schon einmal gespielt hätten. Etwa 1.500 Gigs kamen in rund 40 Jahren zusammen.

Die 1960er Jahre

1964 trat die Band The Shotguns zum ersten Mal auf: mit "Softly" Wolfgang Vasters (git), Andy van Tienen (dr), Günter Meyer (git) und Sigi Baumüller (bs). 1965 stieß Veit Liebermann von Les Djinns zu den Shotguns. Mit ihm vergrößerte sich die weibliche Fangemeinde der Shotguns ungemein. 1966 kam Wolfgang Hefele und brachte einen sensationellen Gitarrensound in die Musik der Band ein, der kurz darauf in der Radio-Kultsendung "Mittwochsparty" beim Teenager-Twen-Express in Nürnberg mit großem Erfolg präsentiert wurde.

1967 musste dem musikalischen Trend der damaligen Zeit entsprechend ein Keyboard die Bandinstrumente ergänzen: Der Keyboarder Dieter (Hengst) Frei kam zu The Shotguns. Das machte den Bandsound voller, mächtiger – aber auch lauter. Genau das Richtige für die vielen Beat-Festivals, die damals in Augsburg – meist im Moritzsaal? – stattfanden und die Augsburger Jugend magisch anzogen. Mehrfach hat man auf den Beat-Festivals der Zeit "die beste Band Augsburgs" gesucht: Am Ende kürte man oft die Shotguns zum Sieger. Sie traten z. B. in der Eisstadion-Gaststätte, , im Playboy? Pfersee, im Saalbau Königsbrunn und im Weizenbräustüberl Friedberg-West auf.

Die erste Freiluft-Beatshow ging 1968 im Eisstadion über die Bühne. The Shotguns fuhren in einem geblümten Mini über die Eisfläche, sprangen heraus, packten die Instrumente und begannen zu spielen. 1969 spielten die Shotguns hauptsächlich in amerikanischen Clubs, wo man als Band unbedingt Go-Go-Girls präsentieren musste. Sie engagierten Veronica und Irmgard und hatten viel Erfolg bei den GIs. Viel Aufsehen erregte der Wechsel von Drummer und "Enfant Terrible" Wolfi Püschel von den Crashers zu den Shotguns. Die Nachfrage nach The Shotguns war damals so groß, dass 150 Auftritte im Jahr gespielt wurden.

Die 1970er Jahre

1970 rockten The Shotguns mit sechs anderen Amateurbands vor 4.000 begeisterten Fans und dem aus München zur Band gestoßenen Wolfgang Grude die ausverkaufte Sporthalle Augsburg. Veit und Wolfgang spielten Duette mit zwei Querflöten und Wolfgang Grude spielte zwei Saxophone parallel – natürlich zweistimmig. Das war damals sensationell und brachte der Band weit über hundert Auftritte im Jahr ein.

1971 stieg Dieter Atterer kurzfristig als Sologitarrist bei den Shotguns ein, aber schon bald löste sich die Band auf. Aber schon Anfang 1972 war die Zeit der musikalischen Abstinenz zu Ende. In völlig neuer Besetzung war die Shotgun-Band – wie sie sich nun offiziell nannte – wieder da. Am Schlagzeug war Ricky Kettl, Sologitarre spielte Boysie Lasser, Rhythmusgitarre Veit Liebermann, Keyboard Klaus Geisel, Trompete Frieder und Bass Sigi Baumüller. Bald kam Wolfi Püschel als Drummer zu den Shotguns zurück und 1974 wagte die Band ein Experiment. Um Santana-Stücke mit mehr Percussion wiedergeben zu können, wurde Tich Neuhäusler als zweiter Schlagzeuger ins Team geholt. In dieser Besetzung spielten die Shotguns häufig in der Disco Village? in der Gögginger Straße und auf vielen Schul- und Unibällen. 1975 spielten The Shotguns als Vorband der legendären Searchers in der Kongresshalle.

1977 kam Sepp Jung als neuer Schlagzeuger zu den Shotguns. Er hatte das schnelle Händchen und spielte "Jessica" von den Allman Brothers wie kein anderer. Dies wurde vor allem im Münchener Nachtleben – z. B. im Rigan-Club in Schwabing – immer wieder bestaunt. Ein Auszug aus dem damaligen Repertoire der Shotguns: Jessica – Cocain – Sultans of Swing – Hold the Line – Another Brick on the Wall – Samba pa ti – Nights in white Satin – A Whiter Shade of Pale – Dreams I'll never see – Time is tight – American Pie – Horse with no name – Proud Mary – Suzie Q – Country Roads – Breezin' – Year of the Cat – Baker Street – Sweet home Alabama – Hymn – Love's theme – Black magic woman – Jesus is just alright – O je como va – Shine on you crazy diamond – Der Malocher – Born to be wild – Lucky man.

Die 1980er Jahre

1981 kam mit Holger Brand ein weitgereister Drummer zur Shotgun-Band. Auch die Stelle des Frontman wurde neu besetzt. Nach einem kurzen Intermezzo von Hansi Goldfuß machte die junge Sängerin Christin Sargent das Rennen. Sowohl musikalisch als auch optisch sorgte sie für frischen Wind in der Band. Die Presse schwärmte von einem "sexy Sextett".

1983 war diese Episode zu Ende. Fips Fischer kam als Frontman zu The Shotguns und Heinz Mittelbach als neuer Drummer. Die Shotguns beschlossen, mit PA aufzutreten und nahmen Uwe und Frank Nonnenmacher als Technik-Spezialisten für Ton und Licht in die Band. Erster Auftritt mit PA war beim Bürgerfest in Neusäß. Neu im Repertoire waren u. a. Heartache tonight – Wasted on the way – 25 or 6 to 4 – I can hear your heart beat – Locomotive Breath – Down Under.

1984 warb das Clochard? in der Gögginger Straße mit "einer der ältesten Rockbands Süddeutschlands" für den Auftritt der Shotgun-Band. Ende des Jahres wurde im Clochard? der 20. Geburtstag der Shotguns gefeiert, indem sieben ehemalige Shotguns-Formationen auftraten. Das Motto der von Charly Köhler moderierten Geburtstagsfeier lautete: "2000 Jahre Augsburg – 20 Jahre Shotguns – Wer hält's länger aus?" Der komplette Erlös der Geburtstagsfeier in Höhe von 3.000 DM ging an eine soziale Einrichtung in Augsburg.

1986 heuerte Gerhard Hornung als Drummer bei den Shotguns an. Es folgten Auftritte im Clochard?, im Karat, im Bader-Haus? mit Radio Tele 1? oder in der Stechmücke?. Highlight war ein Queen-Abend im Clochard?, der zusammen mit dem Chor des Paul-Klee-Gymnasiums? Gersthofen einstudiert und mit großem Erfolg präsentiert wurde.

1989 feierten die Shotguns im Clochard? das 25-jährige Bühnenjubiläum. Dazu wurde eine Broschüre mit dem Titel "25 Jahre Shotgun-Band – Das Pulver ist immer noch nicht verschossen" aufgelegt, in der alle Formationen und Musiker aufgeführt waren. Fast alle traten bei dieser Feier auf. In der Presse stand: "Eine tolle Party über zwei Abende. Die Shotguns haben sich viel Arbeit gemacht, um musikalische Zeitgeschichte zu erzählen."

Die 1990er Jahre

1990 fand im Barbarasaal? das erste "Back to the Sixties"-Konzert statt, bei dem die Bands der Augsburger Beat- und Rockszene der 1960er Jahre auftraten: The Confusion, The Crashers, Les Djinns, The Rough Roads und The Shotguns. Sie ließen vergangene Zeiten hochleben und hatten viel Spaß dabei. Sonja Hefele hatte die Bands zusammengetrommelt und zeichnete für die Organisation verantwortlich. Auch 1991 gab es ein "Back to the Sixties"-Konzert – dieses Mal im ausverkauften Spektrum?.

1993 gestalteten die Shotguns zusammen mit Tony and the Tides das Sommerfest am Rothsee? für einen guten Zweck. Die beiden Bands traten auch auf dem Beethovenfest 1994 zusammen auf. Ihr 30. Bühnenjubiläum feierten die Shotguns im ausverkauften Spektrum?. Die Veranstaltung hatte den Titel "30 Jahre Shotguns – Jubilee-Party der Classic-Rock-Dinosaurier". Durch das Programm führte Peter Ostanski von RT.1?.

1997 rockten die Shotguns, wie sie immer noch genannt wurden, vor über 1.000 Besuchern für die Wasserwacht auf der Jakober Kirchweih. Die Realschule Mering feierte ihre Abschlussklassen immer im Papst-Johannes-Haus? und mit der Shotgun-Band.

Da die Auftrittsfrequenz der Shotguns damals nicht mehr hoch war, traten einige Mitglieder der Band parallel in anderen Formationen auf oder kümmerten sich um andere Projekte mit musikalischem Hintergrund. Fips Fischer gründete die Fischermans Fränds?, Boysie Lasser trat schon seit längerem mit der Gruppe So what? auf, Wolfi Püschel spielte mit Wolfgang Hefele bei den "Spiders", Sigi Baumüller machte bei der Ersten Augsburger Chaoten Band?, Klaus Geisel produzierte eine eigene CD ...

1998 wollte Fips seinen eigenen Projekten mehr Zeit widmen und die Shotgun-Band suchte eine Sängerin. Den Wettbewerb gewann Conny Hasel, die Alanis Morisette- und Melissa Etheridge-Stücke super singen konnte. Die Presse sprach von einem "Face-Lifting für Rock-Dinos" und viele Fans wollten es im Spectrum begutachten. Mit einer Open-Air-Party am Bismarckturm? vor 6.000 Leuten beschlossen die Shotguns das alte Jahrtausend.

Nach 2000

Aus privaten Gründen schied Conny Hasel im Jahr 2000 wieder aus der Band. An ihre Stelle trat Manu Klein. Drummer Gerhard Hornung machte Platz für Joe Culas aus Malaysia, der als Profi in Thailand getrommelt hatte. Die Harmonie der neuen Formation konnte beim Roy-Black-Spektakel auf dem Rathausplatz unter Beweis gestellt werden. In dieser Besetzung wurde auch der Tag der offenen Tür in der Meringer Schlossmühle untermalt. Auch im Jahr 2000 gab es im Spektrum? wieder eine "Back to the Sixties"-Veranstaltung mit den Cannons, Fips Fischer, The Spiders?, So What? und der Shotguns-Band. Im Rahmen der deutsch-tschechischen Kulturwoche reiste die Band 2001 nach Liberec, um dort die Augsburger Rockmusik zu vertreten. Wegen der Verbreiterung des Titelangebots war auch Fips Fischer wieder von der Partie.

Immer öfter traten nun neben der aktuellen Formation auf Revival-Veranstaltungen die "alten" Shotguns auf – mit Wolfgang Hefele, Veit Liebermann, Wolfi Püschel, Sigi Baumüller und anderen. Beim Sixties Revival 2004 standen die The Spiders?, Les Djinns, die The Crashers und die Ur-Shotguns auf der Bühne der Rosenau? -Gaststätte. Der Auftritt war ein solcher Erfolg, dass man einen zweiten Abend veranstalten musste. Am Mikrophon auch Peter Otto von den ehemaligen Roisters. Bei den letzten Veranstaltungen der aktuellen Shotgun-Band war Robbi Fürst am Schlagzeug.

Leider traten die Shotguns nur noch selten bei größeren Veranstaltungen auf. Bei "Rock im Hof" in Mering wurde eine Sommerparty von den Les Djinns und den Ur-Shotguns veranstaltet. Auch bei Christa Ottos Geburtstagsparty auf Gut Mergenthau sah man die "alten" Shotguns auf der Bühne. Den bislang letzten Auftritt der Shotgun-Band erlebten die zahlreichen Fans beim "Back to the Sixties" im Rahmen von Max10 im Verwaltungshof.

Zwei traurige Ereignisse trafen die Shotguns 2011. Der erste Schlagzeuger Andi van Tienen und Frontman Veit Liebermann – zuletzt als 2Shotguns mit Wolfgang Hefele auf der Bühne – verstarben. Veit wurde unter großer Anteilnahme und feierlicher musikalischer Untermalung vieler befreundeter Musiker zu Grabe getragen.

Heute

Zwar existiert die Band als Ganzes heute nicht mehr, doch wird sie von Peter "Fips" Fischer und Wolfgang Hefele unter dem Namen "2ShotgunS" fortgeführt. Weitere Ex-Mitglieder der Shotguns spielen heute in der Classic-Rock-Formation MaddoX?. Toni – Boysie - Lasser spielt heute in der Formation So What? (Stand 2012).

Besetzung

Ehemals Mitglieder der Shotguns waren:

  • "Softly" Wolfgang Vasters (git)
  • Andy van Tienen + (dr)
  • Günter Meyer (git)
  • Siggi Baumüller (bs, voc)
  • Veit Liebermann + (voc, fl)
  • Wolfgang Grude (sax, fl)
  • Wolfgang Hefele (git, keyb)
  • Dieter (Hengst) Frei (keyb)
  • Dieter Atterer (git)
  • Wolfgang "Wolfi" Püschel (dr)
  • Toni "Boysie" Lasser (git, voc)
  • Klaus Geisel (keyb, voc)
  • Georg "Ricky" Kettl (dr)
  • Frieder Michalitsch (tromp)
  • Tich Neuhäusler (dr)
  • Sepp Jung (dr)
  • Holger Brand (dr)
  • Hansi Goldfuß (voc)
  • Christin Sargent (voc)
  • Peter "Fips" Fischer (voc, fl, perc)
  • Heinz Mittelbach (dr)
  • Gerhard Hornung (dr)
  • Conny Hasel (voc)
  • Manu Klein (voc)
  • Joe Culas (dr)
  • Robbi Fürst (dr)
  • Uwe Nonnenmacher (electronics)
  • Max Großhauser aus Hainhofen (keyb), der 1966/67 für kurze Zeit dabei war und 1967 von Dieter Frei abgelöst wurde; ist am 5. Augsburg 2017 mit 71 Jahren gestorben.

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