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Stridbeck, Johann der Jüngere

Ein Augsburger Verleger und Kupferstecher.

Leben und Wirken

Johann Stridbeck der Jüngere wurde vor dem 28. März 1666 in Augsburg geboren.

Zusammen mit seinem Vater Johann Stridbeck dem Älteren? gründete er 1684 in Augsburg eine Stecherwerkstatt samt Verlag.

Zusammen waren sie die ersten bedeutenden Atlasverleger im deutschsprachigen Raum. Von ihnen kamen viele Karten und topographischen Werke. Am erfolgreichsten war ihr gemeinsames Werk "Curiose Staats und Kriegs Theatrum". Es erschien in mehreren Auflagen und zeigte Stiche zu aktuellen Kriegen.

1690 und 1691 schuf Johann Stridbeck der Jüngere 20 Skizzen Berlins. Darunter ist ein Aquarell, das einen Blick durch die "Linden-Allee" zur "Potsdamer Brücke" in der Dorotheen- oder Neustadt vor dem Tiergarten zeigt. Es ist ein intimes und detailreiches Bild vom "Prospect oder Weg, gegen dem Thier-Garden vor Berlin". Abgebildet sind vier Reihen von Bäumen, die allerdings noch nicht weit gediehen sind, rechts und links kann man schon ganz stattliche Häuser zwischen meist dörflichen Behausungen erkennen. Der Mittelweg ist von Geländern umgeben, die Fußgänger und Bäume vor dem Vieh schützen sollen, man sieht Passanten meist in Zweiergruppen, Reiter, Pferde und weidende Kühe. Das Ganze vermittelt den Eindruck des Landes, das von der Stadt gerade entdeckt wird.

Das Aquarell ist eines der ersten Bilder von der Straße Unter den Linden. Es gibt zwar noch einen früheren Merian-Stich (1647/1652), doch ist er sehr schematisch ausgearbeitet und gibt die Straße wohl nicht detailgetreu wider.

Um 1691 soll er in Leipzig gewohnt haben. Von dieser Stadt hat er viele Ansichten gezeichnet und Radierungen geschaffen. Dort soll er auch einen eigenen Verlag geführt haben, aber um 1700 muss er wieder nach Augsburg zurückgekommen sein, unterbrochen von einem Aufenthalt in Straßburg. In Leipzig hat er unter anderem die Thomaskirche, die Paulinerkirche, das Fürstenhaus, die Kaufmannsbörse und einen Grundriss von Erfurt geschaffen.

Auch von Cölln an der Spree hat Johann Stridbeck der Jüngere Aquarelle geschaffen, die einen schönen Einblick in den damaligen Zustand bieten, wo heute die Museumsinsel steht. Ebenfalls erhalten sind manche seiner Breslauer Stiche.

Über München gibt es von ihm das Werk "Theatrum Der vornehmsten Kirchen, Clöster, Pallaest und Gebeude in Churfürstlicher Resistentz Stadt München", worin er das barocke München in seinen Bauten überliefert, wie wir es in nur wenigen zeitgenössischen Quellen finden können. Enthalten sind die wichtigsten Münchener Bauten in der Vogelperspektive mit Straßenszenzen, Erklärungen und einem detailliert kommentierten Stadtplan. Unter anderem gibt es einen schönen Stich vom Alten Südfriedhof mit der 1674 geweihten Stephanskirche.

Um 1700 erschien Stridbecks Werk "Die Hispanische Succession Betreffend Augspurg". Auch ein Buch über die Stadtpfleger? von Augsburg, ihre Bilder samt Lebensbeschreibungen und Ahnentabellen, stammt von ihm.

Gestorben ist Johann Stridbeck der Jüngere am 19. Dezember 1714 in Augsburg. Nach seinem Tod kaufte Gabriel Bodenehr der Ältere? im Jahr 1717 die Kupferplatten der Stridbecks, entfernte deren Namen aus ihnen, setzte seinen eigenen ein und druckte damit weiter.

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