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Strauss, Robert "Bob"

ein Augsburger Cannabispatient

Leben und Wirken

Robert Strauss wurde am 09. April 1964 in New Jersey geboren, lebte aber seit vielen Jahren in Deutschland, vornehmlich in Augsburg.

Robert Strauss war einer der wenigen Menschen, die aufgrund einer krankheitsbedingten Vorgeschichte eine Ausnahmegenehmigung von der Bundesopiumstelle zur medizinischen Verwendung von Cannabisprodukten erteilt bekommen haben. "Trotz dieser Ausnahmegenehmigung wurde er immer wieder von der Augsburger Polizei schikaniert. Bei keinem anderen Medikament würde sich die Polizei erdreisten, dieses einfach zu beschlagnahmen”, kommentierte Martin Meinreiß, Sprecher des Regionalbüros Augsburg des Deutschen Hanfverbands, den Fall. "Selbst sein Arzt sagte, dass Herr Strauss heute vermutlich noch leben würde, wenn man ihn nicht juristisch so drangsaliert hätte", so Meinreiß weiter.

Am 7. Juli 2013 stellte sich Robert "Bob" Strauss erstmals in der Praxis von Dr. Grotenhermen vor. Seit Jahren besteht ein therapieresistentes Schmerzsyndrom mit einer Schmerzstärke von 7-8 auf einer Skala von 0 (keine Schmerzen) bis 10 (stärkste vorstellbare Schmerzen). Im Herbst 2013 wird er wegen illegalen Anbaus von Cannabis zu einer Geldstrafe verurteilt. Diese wird später in die Ableistung von Sozialstunden umgewandelt, weil er über keine ausreichenden finanziellen Mittel verfügt. Am 4. Februar 2014 erteilt die Bundesopiumstelle eine Erlaubnis zur Verwendung von Cannabisblüten aus der Apotheke im Rahmen einer ärztlich begleiteten Selbsttherapie.

19. August 2014: Herrn Strauss geht es mit Bedrocan-Cannabis sehr gut. Er ist allerdings seit April 2014 arbeitslos und hat nicht viel Geld. Er leistet seine Sozialstunden ab. Er wird häufig von der Polizei auf der Straße kontrolliert. Am 13. September 2014 kommt es zur erneuten Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch die Kriminalpolizei Augsburg, in dessen Verlauf seine Wohnung erneut durchsucht wurde und illegaler Cannabis beschlagnahmt wurde. Zudem wurden Cannabisblüten, die er in der Apotheke erworben hatte, beschlagnahmt. Im November 2014 hat sich der gesundheitliche Zustand von Herrn Strauss verschlechtert. Er hat keinen Zugang zu Cannabis, weil seine Apotheke nicht beliefert werden kann. Er kann keine anderen Medikamente einnehmen, weil er diese auf Grund seines geschädigten Magens nicht einnehmen kann.

8. Januar 2015: Herr Strauss befindet sich wegen eines Oberarmbruchs nach einem Sturz im Krankenhaus. In einem Telefonat mit Dr. Grotenhermen erklärt er, dass er den von der Polizei beschlagnahmten Bedrocan-Cannabis immer noch nicht zurück erhalten habe. 13. Januar 2015: Nach Angaben seines Sohnes klingelt Herr Strauss nachts um 3 Uhr nach der Nachtschwester, da er keine Luft bekommt. Kurze Zeit später wird er bewusstlos und muss wiederbelebt werden. 14. Januar 2015: Morgens gegen 11 Uhr verstirbt Herr Strauss. Sein Sohn erklärte, dass es Herrn Strauss schon in den Tagen vor seinem Tod schlecht ging. Er habe starke Blutergüsse im Bereich des rechten Armes und der rechten Hand gehabt. Sein Bauch sei gebläht gewesen und er habe Wassereinlagerungen in den Beinen gehabt. Ihm sei von den Ärzten erklärt worden, sein Vater sei an Organversagen gestorben.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete im Dezember 2015 in einem großen Artikel von seinem Fall (6/12/14 - Drogenpolitik/Bayern - "Der gejagte Patient"). Die Bundesregierung hat angekündigt, die Versorgung von Cannabispatienten in Zukunft verbessern zu wollen, doch es könnte noch einige Zeit vergehen, bis das Gesetz in Kraft tritt und die Versorgung der Patienten auch mit in Deutschland produzierten Cannabisblüten gewährleistet werden kann.

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