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Straßenstrich

auch Straßenprostitution, Straßen- oder Autostrich; eine Prostitutionsform, bei der Prostituierte am Straßenrand ihre sexuellen Dienste anbieten

Allgemeines

Ungezählte Male werden in Suchmaschinen jeden Tag Stichworte wie Straßenstrich, Strasenstrich, Strassenstriche, Strassenstrichs oder ähnliches eingegeben. Der Bedarf von Freiern geht bis hin zur Suche von genau umschriebenen lokalen Straßenstrichs wie Strassenstrich Dortmund, Strassenstrich Essen oder Straßenprostitution an bestimmten Autobahnen oder Bundesstraßen. Auch der Straßenstrich Augsburg zählt tausende Suchanfragen.

Dabei sind Straßenprostituierte in der Prostitutionshierarchie ganz unten. Oft üben diese Frauen und Männer die Prostitution auf dem Strassenstrich nur gelegentlich oder als Beschaffungsprostitution (Drogenprostitution) aus. Das ist in Augsburg nicht anders als in anderen Städten.

Allerdings gibt es auch Aussagen von Prostituierten, die lieber auf dem Straßenstrich von Augsburg arbeiten als in Wohnungen oder Laufhäusern. In Bordellen müssen sie oft von 10 Uhr morgens bis 4 oder 5 Uhr nachts arbeiten, dürfen nur eine Stunde Pause machen, müssen sich auf High Heels präsentieren, haben - vor allem, wenn sie älter werden - starke Konkurrenz. Immer wieder ist von Ausbeutung oder "unsauberen" Leistungen in solchen Etablissements die Rede. Es gibt feste Arbeitszeiten, die für alleinerziehende Mütter schwer einzuhalten sind und es wird ein großer Teil der Einnahmen (Prostituierte sprechen von 40 bis 50 Prozent) für die Wohnung, das Bordell abgezogen, falls es nicht sogar eine Festmiete pro Zimmer gibt.

Will man den Aussagen von Prostituierten auf dem Straßenstrich in Augsburg glauben, so suchen ihre Freier anonym die "schnelle Nummer" und sind kaum Bordellgänger.

Geschichte

Es gibt verschiedene Herkunftserklärungen zu dem Wort "Strich":

  • Kurzform von Landstrich (abgegrenztes Gebiet)
  • Prostitutionsverordnung Wiens um 1900, nach der die Straßendirnen sich nur in einem bestimmten Bereich ("hinter dem Strich") am Bordsteinrand aufhalten durften; daher wohl auch der Begriff "Bordsteinschwalben" für Straßen-Prostituierte); Ziel der Verordnung war es, Passanten nicht zu behindern oder zu belästigen
  • Jägersprache, in der "Strich" eine gedachte Linie auf einer bestimmten Höhe ist, auf der balzende Waldschnepfen fliegen, um die Aufmerksamkeit der Weibchen auf sich zu ziehen

Immer wieder ist der Straßenstrich in Augsburg Thema der Politik?. So einigte sich der Stadtrat Ende 2012 auf ein Verbot des Straßenstrichs in Augsburg. Hintergrund dieser Entscheidung war eine Veränderung des Augsburger Straßenstrichs in den Monaten zuvor. Während er viele Jahre lang sehr unauffällig war und hauptsächlich deutsche Frauen auf ihm anschaffen gingen, kamen im Zuge der Eurokrise immer mehr Frauen aus Süd- und Osteuropa auf den Augsburger Straßenstrich. Die meisten dieser Frauen wurden von Zuhältern zum Anschaffen gezwungen und waren nicht selbstbestimmte Sexarbeiterinnen. Diese Zwangsprostitution einzudämmen, war Anliegen des Augsburger Stadtrats. Es gab damals etwa 50 bis 100 Straßenprostituierte in Augsburg.

Am 22. Januar 2013 änderte die Regierung von Schwaben die Verordnung über die Prostitution im Stadtgebiet Augsburg und verbot damit die Straßenprostitution in Augsburg. Ab dem 1. Februar 2013 verfolgte die Stadt Zuwiderhandlungen gegen das Verbot mit Platzverweisen und Bußgeldern.

Details

Sperrbezirke? sollen die Straßenprostitution regulieren bzw. eindämmen. So gibt es auch in Augsburg eine Sperrbezirksverordnung? mit allgemeinverbindlichem Satzungscharakter. Damit sollen Umfeldbeeinträchtigungen vermieden werden. Aber immer besteht natürlich das Problem der wirksamen Durchsetzung einer Sperrbezirksverordnung?. Hier ist das städtische Ordnungsamt? gefragt, um den verschiedenen Bedürfnissen, die bei der Straßenprostitution aufeinandertreffen, gerecht zu werden und nicht nur neue soziale Strafräume zu schaffen.

Haben sich Prostituierte und Freier auf dem Straßenstrich über das "Ankobern" gefunden und geeinigt, wird ein Verrichtungsort für die sexuellen Handlungen gesucht. Dieser kann ein Auto sein, das auf einen ruhigen Parkplatz gefahren wird, er kann ein Stundenhotel oder ein bordellartiges Gebäude sein. Wenn in der Umgebung des Strassenstriches "verrichtet" wird, kann das in Wohngebieten zu einer großen Anwohnerbelästigung führen. Man denke an den Freiersuchverkehr, an widerrechtlich genutzte Wohnungen etc.

Liebesmobil Strassenrand
Liebesmobil am Rand einer Straße von Fatelessfear (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Auch in Augsburg gibt es die Wohnwagenprostitution als Sonderform des Straßenstrichs, die auf Berufspendler und Fernfahrer abzielt. Unbekannt ist in Augsburg der Baby- oder Kinderstrich, auf dem sich sehr junge Frauen der Prostitution hingeben. Auch den Hausfrauenstrich für ältere Prostituierte, den Balkanstrich für Frauen aus dem Balkan etc. kennt man in der Fuggerstadt nicht.

Adressen

Straßenstrichadressen in Augsburg waren früher u. a.

Weblinks


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