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Straßenbahnlinie 5

eine im Gesamtverkehrsplan der Stadt Augsburg von 1998 vorgesehene Straßenbahnlinie

Allgemeines

Durch die Linie 5 erhalten Pfersee-Nord?, Stadtbergen-Nordost? beidseits der Bürgermeister-Ackermann-Straße?, Kriegshaber-Süd? sowie die ehemaligen amerikanischen Wohngebiete vom Hauptbahnhof über die Bürgermeister-Ackermann-Straße? zum Klinikum Augsburg eine schnelle Anbindung.

Geschichte

2011

Unter dem Motto "Im Westen viel Neues – Wo fährt die neue Linie 5?" fand am 4. Mai 2011 im Restaurant Fischerstuben? (Holzbachstraße 12) ein Informationsabend zur Straßenbahnlinie 5 statt. Der Verlauf der Straßenbahnlinie 6, die westlich des Hauptbahnhofs zur Linie 5 werden sollte, war damals eine städtebauliche und verkehrstechnisch entscheidende Frage. Weil damals das Planfeststellungsverfahren zum Hauptbahnhof in die abschließende Phase ging, musste auch die Trassenplanung für die künftige Linie 5 auf den Weg gebracht werden.

Startpunkt der Tramlinie 5 sollte der westliche Bahnhofsvorplatz, kurz "Westportal" oder Portal West, am Sebastian-Buchegger-Platz? werden. Von dort sollte die Linie 5 über die Bürgermeister-Ackermann-Straße? zum Klinikum Augsburg fahren. In diesem städtebaulich anspruchsvollen Umfeld mussten mögliche Varianten für eine Trassenführung mit anderen Planungsanliegen abgestimmt werden. Zu ihnen gehörten beispielsweise

Mehrere Varianten wurden damals für die Trassierung der Linie 5 als möglich angesehen. Bereits 2006 hatte der Stadtrat beschlossen, die Linie über die Pferseer Straße, die Luitpoldbrücke und die Hessenbachstraße zur Bürgermeister-Ackermann-Straße? zu führen.

2011 war zu prüfen, ob die Entscheidung weiterhin Bestand haben sollte oder ob aufgrund möglicherweise geänderter Bedingungen eine Neubewertung erfolgen musste. Die Linie 5 könnte auch, so hieß es 2011, über die nördliche Rosenaustraße oder über die Pferseer Straße und die Holzbachstraße geführt werden, während die Bürgeraktion Pfersee Schlössle e.V. als Alternative an eine Trassierung über die Hörbrotstraße? und die Perzheimstraße? dachte.

Für die Gestaltung des neuen Westportals sah das Stadtplanungsamt? für 2012 einen Wettbewerb vor, aus dem sich Möglichkeiten für ergänzende Nutzungen, wie etwa ein Parkhaus für Pendler oder eine Fahrradstation, ergeben sollten. Verkehrberuhigende Maßnahmen im Thelott- und Rosenauviertel? seien unerlässlich, hieß es 2011. Sie könnten aber nur im Zusammenspiel mit allen anderen Planungen in diesem städtebaulich anspruchsvollen Umfeld umgesetzt werden.

Mit der geplanten westlichen Entlastungsstraße sollte die dicht bewohnte Rosenaustraße entlastet und die Erschließung der westlichen Innenstadt – vor allem der Flächen der ehemaligen Ladehöfe – verbessert werden. Die Trasse, die auf der Hochterrasse der Bahn verlaufen sollte, wollte man vom Knotenpunkt Bürgermeister-Ackermann-Straße? / Holzbachstraße parallel zu den Bahngleisen bis zur Einmündung der Rosenaustraße in die Gögginger Brücke führen. Die auf diese Weise entstehenden Flächen sah man als ein wichtiges städtebauliches Potenzial, das es zu erschließen und zu entwickeln gelte.

2012

2013

Der Bau der Linie 5 sollte Autoverkehr überflüssig machen für die Bewohner im Norden von Pfersee und im Süden von Kriegshaber. Am 6. Februar 2013 diskutierten die Stadt Augsburg und Bürger über die geplante Linie in der Kongresshalle im Mercedes-Benz-Raum. Zunächst gab es Vorträge von Städtebau- und Verkehrsexperten, dann konnten sich die Bürger zu den Trassenvarianten äußern.

Zwar war klar, dass die 5er als Verlängerung der Straßenbahnlinie 6 Hauptbahnhof und Klinikum Augsburg verbinden und die Bürgermeister-Ackermann-Straße? nutzen sollte, doch war noch unklar, wie die Linienführung nach dem Hauptbahnhof verlaufen sollte: durch die Rosenaustraße oder das Thelottviertel?.

Am 16. März 2013 fand ein Planungsworkshop mit Bürgern des Stadtteils statt.

Durch die Einbindung der Anwohner in den Entscheidungsprozess der Linienführung im Frühjahr 2013 sahen die GRÜNEN den Bau der Linie 5 gefährdet, da durch die Verzögerung ihrer Meinung nach Zuschüsse gefährdet wurden. Eine Entscheidung über die Trassenführung der Linie 5 dürfe nicht mit einer eventuell irgendwann kommenden Entlastungsstraße verknüpft werden, sondern müsse unabhängig voneinander diskutiert werden.

Im Juni 2013 starteten besorgte Anwohner in der Rosenaustraße eine Petition zur Linie 5 mit dem Titel „Stoppen Sie den Kahlschlag in der Rosenaustraße. Sie wandten sich damit an den damaligen Oberbürgermeister? Dr. Kurt Gribl, weil sie fürchteten, im Zuge des Baus der Straßenbahnlinie 5 könnten die Kastanien der Rosenaustraße gefällt werden müssen.

Im Oktober 2013 wurden im Bereich des Sebastian-Buchegger-Platzes? drei Bäume und Buschwerk entfernt, bevor Fledermäuse darin ihr Winterquartier bezogen. Etwa gleichzeitig versuchten Augsburger Bürger zu verhindern, dass auf der Höhe des Sebastian-Buchegger-Platzes? Bäume gefällt wurden, die notwendig waren für den Tunnel unter dem Hauptbahnhof. Das Verwaltungsgericht Augsburg wies einen Antrag auf einstweilige Anordnung zurück. Die Baumfällungen waren vorbereitende Maßnahmen für das sogenannte Portal West am Hauptbahnhof.

2014

2015

In der Diskussion um die Trassenführung der Straßenbahnlinie 5 als schnelle Verbindung vom Hauptbahnhof zum Klinikum Augsburg entschied sich der Stadtrat im November 2014 nach intensiven Gesprächen und ausführlichen Beratungen mit großer Mehrheit für die Linientrasse mit Flügelung im Thelottviertel?, über die Hessenbachstraße und in Mittellage der Bürgermeister-Ackermann-Straße?. Die Trasse über die Hessenbachstraße biete gegenüber der Holzbachstraße deutliche Vorteile, auch was den Eingriff in die Natur anginge. So die Stadtwerke Augsburg in einer Pressemitteilung vom 22. April 2015. Während bei der Linienführung in der Holzbachstraße 33 Bäume entfernt werden müssten, seien in der Hessenbachstraße 31 Bäume betroffen. Von einem "Kahlschlag" in der Hessenbachstraße könne keine Rede sein, wie Trassenkritiker meinen. Auch die Fledermausbestände seien durch eine Straßenbahntrasse in der Hessenbachstraße weniger betroffen als in der Holzbachstraße. Auch die immer wieder erhobene Behauptung, der Bereich an der Hessenbachstraße sei ein Landschaftsschutzgebiet, treffe nicht zu. Durch eine Trassierung im Bereich der Holzbachstraße fielen nicht nur die Parkplätze für Anlieger weg, es würde außerdem der Zugang zur Wertach abgeschnitten. In der Hessenbachstraße werde die Trasse direkt neben den Gleisen der Augsburger Localbahn geführt und durch den Geländesprung sei dort ein Zugang zur Wertach schon immer nicht möglich. Darüber hinaus habe man durch eine bessere Erschließung der Wohngebiete bei der Trasse Hessenbachstraße einen höheren Nutzen und gleichzeitig geringere Baukosten als bei der Holzbachstraße.

Im November 2015 begannen wochenlange Probebohrungen unter der vom Stadtrat beschlossenen Trasse der geplanten Straßenbahnlinie 5. An insgesamt rund 60 Stellen auf der Strecke zwischen Hauptbahnhof und Klinikum Augsburg wurden Bohrproben entnommen, um Rückschlüsse auf den Bauuntergrund zu ziehen.

2016

Im März 2016 wurde deutlich, dass die CSU in Stadtbergen die Trassenführung der Linie 5 anders sah als die Stadtwerke Augsburg. So forderte der Fraktionsvorsitzende Josef Kleindienst, dass Stadtbergen nicht "Verkehrsopfer" der Linie 5 und der Abschnitt von der B 17 bis zur Kreuzung Hagenmähderstraße? komplett ausgebaut werde (eigene Abbiegespur Richtung Süden). In diesem Kreuzungsbereich müsse es entweder für den Autoverkehr oder für die Straßenbahn eine Unter- oder Überführung geben. Wenn Augsburg eine riesige Wendeschleife unter dem Hauptbahnhof bauen könne, müsse eine solche "Stadtberger Lösung" auch möglich sein. Durch eine Pressemitteilung der Freien Wähler wurden im März 2017 konkrete Zahlen und Planungen der Stadtwerke Augsburg zur Linie 5 bekannt. Damals rechneten sie bei der Planung der Linie 5, dass 10.000 Fahrten/Tag vom Auto auf den Bus oder die Straßenbahn verlagert würden. Zusätzlich sollten 4.000 Fahrten aufgrund des guten ÖPNV-Angebotes generiert werden. Daraus errechneten die Stadtwerke Augsburg Fahrtzeiteinsparungen für alle Fahrgäste pro Jahr von 1.2 Mio Stunden und eine Einsparung von 18.1 Mio PKW-Kilometer und deren Abgase. Weiter sollten durch die Linie 5 bis zum Jahr 2025 Einwohner und Arbeitsplätze um 17 Prozent wachsen. Dies wären 2000 Einwohner und 600 Arbeitsplätze mehr gewesen. Auch an wichtigen Kreuzungsstellen waren die Planungen der Stadtwerke Augsburg schon ziemlich ausgereift. Am Kreuzungspunkt mit der B 17 sollten die Auffahrtsspuren zur Ackermannstraße? etwas verkürzt und die Lärmschutzwände zurückversetzt werden. An der Kreuzung Kriegshaberstraße war eine Straßenbahnhaltestelle direkt östlich der Kreuzung geplant. Auch hier sollten die Lärmschutzwälle zurückversetzt werden, um Platz für die Abbiegespuren zu erhalten. An der Kreuzung Daimlerstraße? sollte die Straßenbahn in Richtung Klinikum von der Mittellage abbiegen und dafür die Ackermannstraße? überschneiden. Diese Stelle sollte aufgrund der Kreuzungssituation eine komplexe Signalisierung erhalten.

Im Oktober 2016 legten die Stadtwerke Augsburg dem Stadtrat einen Sachstandsbericht zur Straßenbahnlinie 5 vor, in der die Trassenführung durch die Holzbachstraße doch wieder in die engere Wahl kam. Für diese Lösung sprachen sich die GRÜNEN in einer Pressemitteilung Anfang November 2016 aus. Darin hieß es: "Bei einer möglichen Realisierung der Trassenführung durch die Hessenbachstraße haben sich - neben dem massiven Widerstand der Bürgerinnen und Bürger insbesondere aus Pfersee - in den letzten Monaten auch deutlich erkennbare fachliche und technische Probleme ergeben, über die der Stadtrat nicht hinwegsehen kann. Bedenken, die aus der Bürgerschaft schon im Herbst 2014 geäußert wurden, haben sich damit nun bewahrheitet. Durch die im November anstehende Ausschreibung der Ackermannbrücke? ohne Gleiskörper würde eine nicht mehr revidierbare Entscheidung für die Trasse über die Hessenbachstraße fallen. Wir GRÜNE unterstützen den Vorschlag, in der Holzbachstraße ein Gleis möglichst naturverträglich im Grünbereich und das andere Gleis im jetzigen Straßenraum zu platzieren. Dadurch würde die Holzbachstraße zur Einbahnstraße gemacht."

Die Hessenbachstraße barg aus Sicht der GRÜNEN zu viele Unwägbarkeiten. Die Trasse über sie schade dem Grün dort massiv: "Die Trasse über die Hessenbachstraße ist durch die Umfahrung der Ackermannbrücke? sicherlich die rein finanziell günstigere Variante, jedoch müssten dort extrem viele Bäume fallen, die Habitate von Fledermäusen sind. Der Naturschutzbeirat hatte sich 2014 deshalb gegen die Hessenbachstraße und für eine Trassenführung beider Gleise auf dem Straßenquerschnitt der Holzbachstraße ausgesprochen. Diese Variante hatten auch wir GRÜNE befürwortet und zur Prüfung beantragt, sie war aber nach der damaligen Auffassung des Tiefbauamts? nicht realisierbar. Gegen die Hessenbachstraße spricht auch die technisch schwierige Querung der Localbahngleise und die mögliche Überlastung der Haltestelle auf der Luitpoldbrücke durch zwei Straßenbahnlinien in Hochverkehrszeiten."

Der Workshop GO WEST zum Trassenverlauf der Linie 5 habe sich mit großer Mehrheit für die Holzbachstraße ausgesprochen. Dass der Stadtrat und die Stadtwerke Augsburg nun im Verlauf des Prüfungsverfahrens die Entscheidung zur Hessenbachstraße überdenken, zeige, dass dieser Prozess tatsächlich ergebnisoffen war und sei. Nach damaligem Stand der Dinge würden die Vorteile in der Holzbachstraße überwiegen. Außerdem sei entscheidend, dass die Entlastungsstraße an der Hangkante auch bei einer Planung über die Holzbachstraße nicht nötig sei.

Nachdem die Holzbachstraße als Trasse für die Straßenbahnlinie 5 im Oktober 2016 erneut in die Diskussion geriet, protestierten Bewohner des Thelottviertels? dagegen – vor allem das Bürgerforum Rosenau- und Thelottviertel?. Auch die Führung der Linie 5 in einer Richtung durch die Hörbrotstraße? stieß auf Ablehnung. Argumente der Bürger gegen die Holzbachstraße waren, dass damit auf der Rosenaustraße noch mehr Autoverkehr stattfinde. Eine entsprechende Entlastungsstraße wurde als zu teuer betrachtet. Die Kreuzung Rosenau- und Pferseer Straße sei leistungsfähig genug, den Autoverkehr aufzufangen, hieß es von Seiten der Stadt Augsburg. Neben den Bürgerprotesten aus dem Thelott- und Rosenauviertel gab es auch aus Stadtbergen Kritik an der Linienführung der Linie 5. So befürchtete man an den Kreuzungen der Bürgermeister-Ackermann-Straße? Stauungen.

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