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Stiftungen

Stiftungen in Deutschland werden immer beliebter. Waren es in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts jährlich etwa 150 Stiftungsgründungen, wurden nach der 2000er-Marke aufgrund eines veränderten Stiftungsrechts etwa 900 Stiftungen pro Jahr gezählt. Im Jahr 2007 erhob der Bundesverband Deutscher Stiftungen etwa 14.400 Stiftungen bürgerlichen Rechts. Diese Entwicklung schlägt sich auch in Augsburg nieder. Stiftungen werden meist regional verortet, da sie ja auch vor Ort bei den Menschen gebraucht werden. Mit Stiftungen wird Kapital auf Dauer zur Unterstützung der Gesellschaft angelegt.

Man kann eine rechtsfähige Stiftung ab 50.000 Euro als Mindestbetrag gründen, sich aber auch schon ab 10.000 Euro unter dem Dach einer größeren Einrichtung an einer Treuhandstiftung beteiligen. Wer stiften will, kann sich beim Bundesverband Deutscher Stiftungen in Berlin Vordrucke und Informationen über die verschiedenen Stiftungsformen besorgen. Stiftungen haben immer steuerlich günstige Folgen - wenn sie dem Gemeinwohl dienen.

Augsburger Stiftungen

In Augsburg hat das Stiftungswesen schon mehr als 700 Jahren eine Heimat. Die frühesten Stiftungen wurden im Mittelalter getätigt. Damals entstanden vor allem Stiftungen, die bei Bürgerinnen und Bürgern Not zu lindern versuchten. Manche dieser mittelalterlichen Stiftungen haben in Augsburg alle Zeiten überdauert und werden auch heute noch im damaligen Sinn fortgeführt, oft allerdings in Betreuung durch die Stadt.

1239 wurde das Heilig-Geist-Spital gegründet. Diese Sozialstiftung, Augsburgs älteste bestehende Einrichtung zur Versorgung von Kranken und Alten, unterhält heute Betreuungseinrichtungen, Pflegeplätze und Seniorenwohnungen. Doch abgesehen vom ehrwürdigen Alter kennt man das Heilig-Geist-Spital außerhalb der Stadt vor allem aus einem Grund: Der von Elias Holl errichtete massige Spitalbau beherbergt seit 1948 die Augsburger Puppenkiste. Unter dem mächtigen Satteldach des Heilig-Geist-Spitals stellt seit 2001 auch das Museum der Augsburger Puppenkiste, das Puppentheatermuseum "die kiste", aus. Schon das Heilig-Geist-Spital hatte einen Vorgänger. Ein erstes Spital ist nämlich bereits unter Bischof Ulrich? (Augsburger Bischof von 923 bis 973) nachgewiesen. 1150 wurde es als Heilig-Kreuz-Spital? erwähnt, ehe es als Heilig-Geist-Spital neu gegründet wurde. Bereits 1263 entstand die heutige Paritätische Sankt Martinsstiftung?. Die Keimzelle der heutigen Paritätischen Sankt-Servatius-Stiftung? ist gerade mal ein Jahr jünger.

Eine der bekanntesten Stiftungen weltweit dürfte die Fuggerei sein, wo noch heute rund 150 katholische Augsburger Bürger für die schier unglaubliche Jahreskaltmiete von 0,88 Euro wohnen können. Einmal täglich sollen die Fuggereibewohner im Gegenzug drei Gebete für den Stifter Jakob Fugger und die Stifterfamilie sprechen. Die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt ist zwar die berühmteste, aber längst nicht die älteste unter den mehr als 100 bestehenden Augsburger Stiftungen.

Die Fuggerei und das Heilig-Geist-Spital sind nur zwei Beispiele dafür, wie sich in Augsburg Gemeinsinn in Sehenswertem niederschlug. In der Kirche Sankt Anna erinnern die Fugger-Kapelle – der erste Renaissancebau? Deutschlands – sowie die vom mittelalterlichen Kaufleuteehepaar Hirn? gestiftete Goldschmiedekapelle an die Tradition der Augsburger Kirchen- und Kapellenstiftungen. Die fünf fürstlich ausgestatteten Grablegen der Fugger in der katholischen Basilika Sankt Ulrich und Afra zählen zu den kunsthistorisch bedeutenden Stiftungen der späten Renaissance. Zu den Liegenschaften des Katholischen Studienfonds? gehören heute der Kleine Goldene Saal, ein Rokokojuwel?, sowie das aufwändig renovierte Wieselhaus.

In Augsburg gab es 2009 etwa 100 rechtsfähige Stiftungen. Davon wurden etwa 40 unter dem Dacht der eigenständigen Stiftungsverwaltung der Stadt kommunal verwaltet.

2013 bewarb sich Augsburg um die Aufnahme seiner Stiftungskultur in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes. Das immaterielle Kulturerbe der Stiftungsstadt Augsburg ist in Deutschland und international einzigartig, so das Urteil von Prof. Hans Fleisch, Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen in Berlin. "Eine solche und so ,komplette‘ urbane Stiftungslandschaft mit vitalen Stiftungen aus den unterschiedlichen Phasen der europäischen Stiftungsgeschichte gibt es in keiner anderen Stadt", konstatierte der Stiftungsexperte in einem Empfehlungsschreiben für das vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst eingesetzte Auswahlgremium.

Auch heute noch sind Stiftungen in Augsburg unverzichtbar, um in vielfältiger Form dem Gemeinwesen dort zu helfen, wo es Not tut. Sprich: Das Stiftungswesen ist auch heute noch ein Teil der Sozialfürsorge in einer Stadt wie Augsburg.

Bürgerstiftungen

Kirchliche Stiftungen

Städtische Stiftungen

Die Stiftungsverwaltung der Stadt berät Stiftungsinteressenten und berücksichtigt deren individuelle Bedürfnisse und die Vorstellungen der Stiftungswilligen. Beim Verwalten der Stiftungsvermögen, die aus Immobilien, Sach- oder Kapitalwerten bestehen können, richtet man sich nach konservativen Grundsätzen, um so Risiken zu vermeiden und Nachhaltigkeit zu sichern. Die Erträge des Stiftungsvermögens fließen einzig in die Stiftungsleistungen.

Darüber hinaus betreibt die Stiftungsverwaltung der Stadt auch Werbung und Öffentlichkeitsarbeit für die Stiftungsideen, um so den Gedanken des Stifters lebendig zu erhalten und mehr Menschen zum Stiften zu motivieren.

Kontakt:
Stiftungsverwaltung der Stadt Augsburg
Schießgrabenstraße 4
86150 Augsburg

Tel. 0821/3244302
Fax. 0821/3244303
E-Mail: lieselotte.brecheisen(@)augsburg.de

Von der Stadt verwaltete und vertretene rechtsfähige Stiftungen

  • Anzenberger Trendel Stiftung: Die örtliche Stiftung ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts und will hilfsbedürftige Personen unterstützen, die in Augsburg leben und wohnen. Gestiftet wurde die Einrichtung am 29. Juni 1923 von Friedrich Edgar Trendel?. Stiftungsorgan ist die Stadt Augsburg. Kontaktadresse: Stadt Augsburg Stiftungsamt, Schießgrabenstraße 4, 86150 Augsburg.
  • Georg und Margarethe Huber-Stiftung: Diese örtliche Stiftung ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts mit dem Stiftungsorgan Stadt Augsburg. Sie soll der Förderung der Landschaftspflege und des Naturschutzes im Stadtgebiet Augsburg zugute kommen und wurde am 9. September 2001 eingerichtet. Kontaktadresse: Stadt Augsburg Stiftungsamt, Schießgrabenstraße 4, 86150 Augsburg.
  • Hellwart Ehlert-Hospiz-Stiftung: Diese örtliche Stiftung des bürgerlichen Rechts will die Hospizarbeit im Stadtgebiet Augsburg fördern und wurde am 5. Dezember 2005 eingerichtet. Stiftungsorgan ist die Stadt Augsburg. Kontaktadresse: Stadt Augsburg Stiftungsamt, Schießgrabenstraße 4, 86150 Augsburg.
  • Herrmann´sche Stiftung: Die örtliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit dem Stiftungsorgan Stadt Augsburg entstand am 5. Dezember 2005 und dient der Förderung der Wohlfahrtspflege für Menschen mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen in Augsburg. Kontaktadresse: Stadt Augsburg Stiftungsamt, Schießgrabenstraße 4, 86150 Augsburg.
  • Karl Häusler-Stiftung in Augsburg: Diese örtliche Stiftung des bürgerlichen Rechts wurde am 6. Dezember 1928 von der Stadtgemeinde Augsburg gestiftet. Stiftungsziel ist die Unterstützung hilfsbedürftiger Mitglieder des künstlerischen Personals des Stadttheaters Augsburg sowie die Projektförderung gemeinnütziger Kultur- und Bildungsarbeit. Stiftungsorgan ist die Stadt Augsburg. Kontaktadresse: Stadt Augsburg Stiftungsamt, Schießgrabenstraße 4, 86150 Augsburg.
  • Augsburger Kriegergedächtnissiedlung: Diese örtliche Stiftung des Bürgerlichen Rechts mit dem Stiftungsorgan Stadt Augsburg wurde von der Stadtgemeinde Augsburg am 13. Juli 1928 eröffnet. Zweck ist die Vergabe von Wohnungen an bedürftige Kriegsbeschädigte, Kriegerwitwen und Kriegshinterbliebene sowie Zivilgeschädigte und sonstige Bedürftige aus Augsburg gegen eine angemessene Miete. Kontaktadresse: Stadt Augsburg Wohnungs- und Stiftungsamt, Schießgrabenstraße 4, 86150 Augsburg.
  • Hofrat Friedrich Hessing´sche orthopädische Heilanstalt in Göggingen-Augsburg: Dies ist eine allgemeine (nicht-kommunale) Stiftung des Bürgerlichen Rechts, deren gesetzliche Vertretung der Stadtrat der Stadt Augsburg vertreten durch den Oberbürgermeister? der Stadt Augsburg ist. Stifungsorgan ist der Stadtrat. Stifter war der Hofrat Friedrich Hessing am 3. Juni 1919. Ihm ging es bei seiner Stiftung um die Fortführung und Erhaltung der orthopädischen Heilanstalt in Göggingen. Von Anfang an war der Stiftungszweck dem Wohle von Hilfs- und Heilbedürftigen gewidmet. Heute ist die Hessing Stiftung Anbieterin eines breiten Spektrums von Dienstleistungen im Gesundheitswesen. Die Hessing Stiftung ist Trägerin einer der modernsten Fachkliniken für Orthopädie in Deutschland, einer Klinik für Orthopädische Rehabilitation, einer Klinik für Geriatrische Rehabilitation, eines Förderzentrums für Kinder und einer Fachabteilung für Orthopädie- und Schuhtechnik. Die Hessing Stiftung betreut Patienten aller Altersklassen. Ihre Leistungen umfassen das gesamte Spektrum der Orthopädie und reichen von ambulanter Betreuung über stationäre Behandlung bis hin zur Rehabilitation und zur Versorgung mit orthopädischen Hilfsmitteln – ergänzt durch vielseitige Angebote rund um die Gesundheitsvorsorge.
  • Erwin Ulrich Stiftung: Diese lokale Stiftung des Bürgerlichen Rechts wurde durch Erwin Ulrich? am 26. April 2013 eingerichtet, um das von Laien getragene und ausgeführte Theaterspiel der Renaissance in der Renaissance-Stadt? Augsburg zu fördern. Organe der Stadt Augsburg sind Stifungsorgane und die gesetzliche Vertretung geschieht durch den jeweiligen Oberbürgermeister? der Stadt Augsburg.
  • Paritätischer Armenfonds in Augsburg
  • Paritätische Sankt Martinsstifung: Die örtliche Stiftung ist im 15. Jahrhundert entstanden und kümmert sich um die finanzielle Unterstützung kranker und/oder hilfsbedürftiger Menschen, die in Augsburg leben. Wer der Stifter war, ist unbekannt. Stiftungsorgan ist die Stadt Augsburg. Kontaktadresse: Stadt Augsburg Stiftungsamt, Schießgrabenstraße 4, 86150 Augsburg
  • Sankt Antonspfründe
  • Stiftung Augsburger Wissenschaftsförderung
  • Stiftung Bahnpark Augsburg

Von der Stadt verwaltete unselbständige Stiftungen

Sonstige öffentliche Stiftungen des bürgerlichen Rechts

  • Aufwind
  • Augsburger Sparkassen-Altenhilfe: Diese Stiftung des bürgerlichen Rechts ist eine allgemeine (nicht-kommunale) Stiftung mit den Stiftungsorganen Stiftungsvorstand und Stiftungsrat. Sie wurde 1969 vom Verwaltungsrat der Stadtsparkasse Augsburg mit dem Ziel der Förderung der Altenhilfe im weitesten Sinn gestiftet. Kontaktadresse: Augsburger Sparkassen-Altenhilfe, Stiftung der Stadtsparkasse Augsburg, Halderstraße 3, 86150 Augsburg.
  • Deutsche Mozartstadt Augsburg - Stiftung der Stadtsparkasse Augsburg: Diese allgemeine (nicht-kommunale) Stiftung des bürgerlichen Rechts wurde am 13. August 2008 von der Stadtsparkasse Augsburg eingerichtet, um die Bedeutung Augsburgs als Deutsche Mozartstadt? auszubauen und zu festigen. Stiftungsorgane sind: Stiftungsvorstand, Stiftungsrat und ggf. Stiftungskuratorium. Kontaktadresse: Deutsche Mozartstadt Augsburg - Stiftung der Stadtsparkasse Augsburg c/o Stadtsparkasse Augsburg, Halderstraße 1-5, 86150 Augsburg
  • Hessing-Stiftung

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