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Steinaecker, Thomas von

Ein deutscher Autor, TV-Regisseur und Journalist, der in Augsburg lebt.

Leben und Wirken

Geboren wurde Thomas von Steinaecker am 6. Februar 1977 in Traunstein?. In den spätern 1980ern wohnte Steinaeckers Familie in einem Dorf der Oberpfalz?, was ihn stark prägte.

Ab 1996 studierte er in München und an der University of Cincinnati Literaturwissenschaft und promovierte 2006 über literarische Fototexte bei Rolf Dieter Brinkmann, Alexander Kluge und W. G. Sebald. Schon während des Studiums arbeitete er als freier Mitarbeiter bei den Zeitschriften textem und Kultur & Gespenster.

Von München nach Augsburg zog Thomas von Steinaecker 2006. Er erzählte im Börsenblatt 29/2009, dass ihm die Buchhandlung Pustet? bei der Entscheidung, sich in Augsburg niederzulassen, geholfen habe. Angesichts dieser Buchhandlung meinte er zu einem Freund: "Ich glaube, in Augsburg lässt sich´s aushalten."

2007 sendete der Bayerische Rundfunk? sein erstes Hörspiel ("Meine Tonbänder sind mein Widerstand"). Im gleichen Jahr erschien sein Debütroman "Wallner beginnt zu fliegen". Damit kommt er auf die Shortlist zum Deutschen Buchpreis.

2008 erschien sein zweiter Roman, Geister, mit Comics von Daniela Kohl, der im Internet weitergeführt wird.

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Thomas von Steinaecker, deutscher Autor, 2009 in Frankfurt am Main. By Dontworry (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Sein vierter Roman, der den langen Titel "Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen" trug, wurde 2012 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Werk

Deutsche Klassiker prägten das Steinaeckers Schreiben: Goethe, Stifter und Kafka. Über sich selbst sagte er in einem Interview mit jetzt.de: „Ich bin kein romantischer Schriftsteller, dem in der Dachkammer die Geschichte durchgeht, ich bin Strukturalist, was eher untypisch ist.“ So ist z. B. sein Debütroman aufgebaut wie ein Storyboard. Jedes der drei Hauptkapitel ist in bis zu 98 Unterkapitel aufgeteilt. So erscheint er fast wie ein Drehbuch. Steinaeckers Werke sind kompliziert komponiert und vermischen die Genres Comic, Roman und Drehbuch.

Seit 1996 publiziert er in Magazinen wie "Der Wandler", "Perspektive", "außer.dem", "Scriptum", "S.p.i.t.z", "Balkon" und verschiedenen Anthologien. 2007 folgt sein Debütroman in der Frankfurter Verlagsanstalt. Seinen Wallner-Roman hat er zeitgleich mit seiner Dissertation geschrieben. Tagsüber studierte er, ab 18 Uhr widmete er sich der Schriftstellerei. Ebenfalls 2007 veröffentlichte der transcript Verlag sein Buch "Literarische Foto-Texte". 2008 erscheint sein zweiter Roman "Geister".

Auch Erzählungen prägen sein Schreiben: Götz - Eine Travestie (2004), Der Anfang des Endes des Anfangs (2008) oder Klang. Welt. Über Karlheinz Stockhausen (2008) sind Beispiele.

An Hörspielen gibt es von ihm "Meine Tonbänder sind mein Widerstand" und "Glückliche Erben oder gescheiterte Existenzen? Über das Nachkommen und Loskommen". Mit Norbert Busè zusammen hat er für ARTE 2008/09 den Film "Karlheinz Stockhausen: Musik für eine neue Welt" (54 Minuten) produziert.

Thomas von Steinaeckers Werke sind keine leichte Kost. Man muss sich schon mühen, doch je länger man liest, desto besser werden seine Romane und Geschichten.

Werke

Romane

  • Wallner beginnt zu fliegen. Frankfurt am Main 2007
  • Geister. Mit Comics von Daniela Kohl. Frankfurt am Main 2008
  • Schutzgebiet. Frankfurt am Main 2009
  • Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen. Frankfurt am Main 2012

Erzählungen

  • Götz – Eine Travestie. Hamburg 2004
  • Klang. Welt. Über Karlheinz Stockhausen. Berlin 2008

Hörspiele/Features

  • Meine Tonbänder sind mein Widerstand, Bayerischer Rundfunk?, 2007
  • Glückliche Erben oder gescheiterte Existenzen? Über das Nachkommen und Loskommen. Bayern 2, 2008
  • Ohne Ende. Skizzen zur Geschichte des unabsichtlichen Fragments. Bayern 2, 2009
  • Herzrhythmusgeräusche, Bayerischer Rundfunk?, 2010
  • Der Mann, der vom Sirius kam. Über Karlheinz Stockhausen. Deutschlandradio, 2011
  • Die Entstehung des Hörspiels "Umbach muss weg". Bayern 2, 2012

Film

  • Karlheinz Stockhausen: Musik für eine neue Welt (54 Minuten). ARTE 2008/09.
  • Reise zu Tolstoi (45 Minuten). 3Sat 2010.
  • John Cage - Alles ist möglich (59 Minuten) 3Sat 2011/12.

Preise und Auszeichnungen

  • 1996 Publikumspreis beim Literaturwettbewerb „Hattinger Förderpreis für junge Literatur“
  • 2001/02 zusammen mit Jens Petersen und David Hoehn „Manuskriptum“-Kurs der LMU
  • 2003 wurde er zum 11. Open Mike in Berlin eingeladen.
  • 2003/2004 Autorenwerkstatt-Stipendium vom Literarischen Colloquium Berlin
  • 2004 bis 2006 Mitorganisator der "Bewegungsfreiheit"
  • 2005/06 Einladung zum "textwerk"-Seminar des Literaturhauses München?
  • 2006 Einladung zum 10. Klagenfurter Literaturkurs.
  • 2007 Aspekte-Literaturpreis und Bayerischer Kunstförderpreis? für seinen Debüt-Roman "Wallner beginnt zu fliegen"; Stipendium des Deutschen Literaturfonds für sein Romanprojekt "Schutzgebiet".
  • 2008 Literaturförderpreis der Deutschen Wirtschaft für seinen Debüt-Roman "Wallner beginnt zu fliegen"; Platz 3 der SWR-Bestenliste; Shortlist zum Deutschen Buchpreis; Platz 2 von "Meine Tonbänder sind mein Widerstand" beim Hörspielpreis der Kriegsblinden.
  • 11. Juni 2010 Jahresversammlung des Verlags der Autoren: Preis der Frankfurter Autorenstiftung für das Hörspiel "Herzrhythmusgeräusche", in dem der Autor mit Stimmen und Geräuschen spielt. Der Preis ist mit 5000 € dotiert.
  • New-York-Stipendium des Deutschen Literaturfonds (2010)
  • 2011 Kunstförderpreis der Stadt Augsburg für "Geister"
  • 2011 Literaturpreis der Stahlstiftung Eisenhüttenstadt
  • 2012 Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse

Sonstiges

Angesichts der Finanzkrise hat Thomas von Steinaecker in der FAZ seinen Kollegen ein "Kehret um! Lasst den Realismus hinter euch!" zugerufen und meint: "Der Roman, also jene Gattung, die lange Zeit als Chronik einer kapitalistischen Welt fungierte, hat in den vergangenen Jahrzehnten eine dem ökonomischen Bereich genau entgegengesetzte Entwicklung vollzogen: Sein bevorzugter Stil ist der des vermeintlichen Realismus; vermeintlich deshalb, weil sich seine Stoffe, sein Vokabular und seine Struktur auf die Erfassung der Oberfläche eines unmittelbaren Umfelds konzentrieren. Aber nicht nur dessen phantastische Grundierung gerät dabei aus dem Blick, sondern auch der Sinn für Zusammenhänge." (FAZ vom 15. Juli 2009)

Im Oktober 2012 las Thomas von Steinaecker aus seinem damals gerade erschienenen Roman "Das Jahr, in dem ich aufhörte, mir Sorgen zu machen, und anfing zu träumen" in der Stadtbücherei.

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