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Staudenbahn

eine eingleisige Nebenbahn von Gessertshausen bei Augsburg über Markt Wald? und Ettringen? nach Türkheim?; z. Z. nur teilweise wieder in Betrieb

Allgemeines

Die eingleisige ehemalige Kursbuchstrecke 984 ist etwas mehr als 42 Kilometer lang und verläuft durch die Stauden, eine Ausflugsregion, die im südlichen Teil des Naturparks Augsburg-Westliche Wälder liegt. Ungefähr ein Drittel der Strecke liegen im Landkreis Unterallgäu und zwei Drittel im Landkreis Augsburg.

Nach der Einstellung des Betriebs der Staudenbahn im letzten Jahrhundert, gibt es heute Bestrebungen, die Bahn wieder für einen regelmäßigen Personenverkehr zu reaktivieren. Neben Standortfaktoren wie kulturellen Angeboten, Erwerbsmöglichkeiten, Gastronomie, sanftem Tourismus, schnellem Internet, Einkaufsmöglichkeiten, ärztlicher Versorgung etc. ist auch ein gut funktionierender ÖPNV für die Stauden wichtig, denn nur so können sie z. B. für junge Familien attraktiv bleiben.

Geschichte

Eröffnet hat man die Staudenbahn auf einer Teilstrecke im Jahr 1908. Dem gingen Wünsche der Orte Ettringen?, Fischbach? und Türkheim? voraus. Auch ein Brauereibesitzer aus Kirchheim? stetzte sich schon 1891 im Wertach- und Mindelboten? für den Bau dieser Bahnstrecke ein.

1912 (11. Dezember) schloss man die Streckenlücke zwischen Markt Wald? und Fischach, nachdem schon ein Jahr vorher weitere Teilstücke der Strecke in Betrieb gingen. Weil damit die Staudenbahn komplett war, nahm man dieses Jahr als eigentliches Fertigstellungsjahr und feierte 2012 das 100-jährige Jubiläum der Staudenbahn.

augsburg.tv-Beitrag vom 4. November 2011 zur geplanten Neubelebung der Staudenbahn

Ab den 1960er Jahren verlor die Staudenbahn mehr und mehr Reisende, so dass man sie ab 1982 schrittweise stilllegen musste. 1991 fuhr zunächst die letzte Bahn. Ab 2001 kam es zu einer Renaissance der Bahn, weil die Firmengruppe Staudenbahn? die Strecke für Ausflugsfahrten wieder in Betrieb nahm.

Für den Autobahnausbau der A 8 transportierte die Staudenbahn im August 2012 etwa 20.000 Tonnen Edelsplitt mit ungewöhnlich langen Güterzügen von Augsburg in die Verladestelle Reitenbuch? bei Fischach, wo sie auf LKW umgeladen wurden. Jeder Güterzug beförderte im Schnitt 1.250 Tonnen bei einer Länge von durchschnittlich 410 Meter.

Stand der Reaktivierung der Bahn im Februar 2012: Damals lag eine Machbarkeitsstudie mit vier Varianten für die Wiedereinführung eines regelmäßigen Bahnverkehrs auf der Strecke vor. Darin war zu lesen, dass für alle Varianten der regelmäßigen Wiederbelebung die Erneuerung des Oberbaus, also von Schienen und Schotterbett, notwendig wäre, denn er geht noch z. T. auf das Jahr 1920 zurück und ist für einen Verkehr von bis zu 100 Stundenkilometern nicht mehr geeignet. Zwei der vier in der Machbarkeitsstudie aufgeführten Varianten wurden von den Lokalpolitikern für prüfenswert gehalten: Die eine Variante beinhaltete einen ganztägigen Verkehr von Augsburg nach Langenneufnach -Süd und einer Verdichtung des Bahnverkehrs zwischen Augsburg und Gessertshausen. Diese Variante schätzte die Studie auf 17,4 Mio. € Kosten. Die zweite interessante Variante mit Kosten von 9,3 Mio. € sah eine Elektrifizierung der Strecke nur bis Fischach vor. Bei dieser Variante war keine Überquerung der Schmutter? vorgesehen, was zu einer großen Kosteneinsparung führen würde.

Zum 100-jährigen Jubiläum 2012 brachte der Arbeitskreis ÖPNV/Verkehr der Regionalentwicklung Stauden RES e.V. auf Initiative von Dieter Rothenfußer aus Langenneufnach einen Kalender mit historischen Aufnahmen der Staudenbahn heraus. Bis 2012 wurde durch die Regionalentwicklung Stauden? der Erhalt der noch bestehenden Bahnhöfe entlang der Staudenbahnstrecke gesichert. Es handelt sich dabei um aus Holz errichtete so genannte "Agenturgebäude". Sie wurden durch den Themenwanderweg "Staudenbahnweg" miteinander verbunden.

Details

Streckenverlauf

Wiedererweckung

Vor allem die Regionalentwicklung Stauden? macht sich seit Anfang des dritten Jahrtausends für die Wiedererweckung der Staudenbahn stark. Sie ist eingebunden in die Regionalentwicklung Augsburg Land West? (Re AL? West), die erst 2008 gegründet wurde.

Die Bahn im Film

Schon oft seit 2001 wurde die Staudenbahn als Filmkulisse verwendet. Sie bietet sich an, weil sie lange genug gesperrt werden konnte. So drehte man auf ihr z. B. im Dezember 2009 bei Reichertshofen? Szenen für einen ZDF-Krimi, der 2010 gezeigt wurde. Ein Jahr später wurde die Staudenbahn erneut Drehort für das ZDF. So war sie zwischen Markt Wald? und Fischach Kulisse eines Films für "Aktenzeichen XY ungelöst".

Die Augsburger Ska Punk Combo Grandmas Livingroom? mit ihrem auf der Staudenbahn gedrehten Video "Ska Bahn"

Kai Uwe Wallners Animation der Eindrücke, die er bei einem Praktikum als Rangierer auf einer Staudenbahn-Lok im Alex-Einsatz 2012 erlebte

Eine Dampfloksonderfahrt auf der Staudenbahn: von Augsburg nach Markt Wald und zurück. Ein Kurzfilm von Julian Wolf.

Weblinks


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