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Stauden

der südliche Teil des Naturparks Augsburg - Westliche Wälder

Fischach - Siegertshofen v SW
Siegertshofen, Fischach 2004. By Flodur63 (Own work) [CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Allgemeines

Die Stauden sind eine abwechslungsreiche Landschaft, die speziell für Wanderer und Radler angelegt zu sein scheint. Die hügelreiche, von kleinen Flüssen und Bächen durchzogene Landschaft im Naturpark Augsburg - Westliche Wälder wurde insbesondere in den Eiszeiten der letzten zwei Millionen Jahre geformt. Schmelzwasser alpiner Gletscher transportierte riesige Mengen Schotter und Geröll in diesen Teil des Alpenvorlands?. Vor 10.000 Jahren gruben sich die Bäche und Flüsschen die Betten, in denen sie der nördlich gelegenen Donau? zufließen. So entstanden die in Süd-Nord-Richtung liegenden Höhenrücken mit Tälern dazwischen, und damit die Landschaft der Stauden.

Waldweg in den Stauden
Waldweg in den Stauden bei Gessertshausen 2011. By Neitram (Own work) [GFDL or CC BY-SA 4.0-3.0-2.5-2.0-1.0], via Wikimedia Commons

Das Regionalmarketing spricht gerne auch vom "Mozartländle", wenn es die Stauden meint, weil hier die Vorfahren von Wolfgang Amadeus Mozart lebten. Hier findet man bewaldete Hügellandschaften, idyllische Bachtäler, Dörfer und Weiler. Die sanften Hügellandschaften mit ihren Laubwäldern steigen bis auf etwa 650 Meter über dem Meeresspiegel an und wechseln sich mit landwirtschaftlich genutzten Flächen in den Tälern ab.

Geschichte

Erdgeschichtlich sind die Stauden in den Eiszeiten des frühen Quartär entstanden. Damals war die Fläche zwischen den Alpen und dem Jura? eine weitgehend geschlossene Ebene. Die Stauden entwickelten sich als Hochplateau einer Schotterdecke mit einem eigenen Gewässernetz. Darauf schnitten die Schmelzwasserströme jüngerer Eiszeiten (Günz?, Mindel?, Riß, Würm?) die Staudenplatte aus dieser geschlossenen Ebene heraus. Das ist auch der Grund, warum die Täler der Wertach im Osten und der Mindel? im Westen etwa 50 bis 70 Meter unterhalb der Staudenplatte liegen, die eine Landschaftsinsel zwischen Urstromtälern bildet.

Den Namen Stauden bekam die Landschaft im Mittelalter, als die Menschen den Niederwald nutzten und dabei den Hochwald stark schädigten. Noch auf diese Zeit geht der heutige Landschaftscharakter mit seinen inselartigen Niederwäldern und Rankenstrukturen entlang von Talrändern zurück.

Am 1. Mai 1978 entstand durch eine Rechtsverordnung der Regierung von Schwaben die Verwaltungsgemeinschaft Stauden im schwäbischen Landkreis Augsburg. Damals schlossen sich - zunächst noch unter dem Namen "Verwaltungsgemeinschaft Langenneufnach" - die folgenden Orte zu einer Verwaltungsgemeinschaft zusammen:

Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist bis heute Langenneufnach.

2007 gründete sich der Verein Kräuterregion Stauden?. Damit wollte man das touristisch schwache, aber kräuterreiche Frühjahr nutzen, Besucher in die Stauden zu locken, um ihnen die heimischen Kräuter wie Spitzwegerich, Schafgarbe, Rotklee oder Wiesenbärenklau näherzubringen.

2016 schuf man zum Jubiläum des bayerischen Reinheitsgebots? eine so genannte "Biertour" in den Stauden rund um Hölden?.

Details

In den Stauden, die etwa 350 Quadratmeter Fläche umschließen, entspringen die Schmutter?, die Neufnach? und die Zusam?. Abgegrenzt werden die Stauden im Norden durch die Reischenau?, im Osten durch die Wertach und das Lechfeld und im Westen durch das Mindeltal?.

Orte in den Stauden

Gerne besuchen die Erholungssuchenden das Schwäbische Volkskundemuseum in Oberschönenfeld?. Vielen Augsburger Schülern sind das Schullandheim in Dinkelscherben mitten im Grünen und das große Freibad dort ein Begriff. In Kirchheim? muss man das Fuggerschloss? mit dem Zedernsaal gesehen haben. Oder es zieht einen zur Wallfahrtskirche Maria Vesperbild? bei Ziemetshausen?. Weitere Orte, die in den Stauden liegen, sind z. B.

Am östlichen Rand der Stauden liegt Schwabmünchen, jedoch gehört Aichen? nicht zu den Stauden.

Die Verwaltungsgemeinschaft Stauden?, die im schwäbischen Landkreis Augsburg am 1. Mai 1978 durch Rechtsverordnung der Regierung von Schwaben zustande kam, umfasst:

Sie führte ursprünglich den Namen Verwaltungsgemeinschaft Langenneufnach. Sitz der Verwaltungsgemeinschaft ist Langenneufnach.

Erschließung der Stauden

Es gibt in den Stauden mehrere Waldlehrpfade, Wassertretanlagen, Grillplätze und über 15 markierte Nordic-Walking-Strecken. Dabei konnte diese gewachsene Kulturlandschaft an manchen Stellen noch ihren dörflichen Reiz bis heute bewahren. Über 2.500 Kilometer markierte Wander- und Radwanderwege erschließen das Gebiet.

Darunter befindet sich die "Biertour" rund um Hölden?, einen Ortsteil von Walkertshofen?. Es geht dabei etwa fünf Kilometer durch den Walkertshofer Wald und an den Hängen des Tals der Neufnach? entlang.

Dazu kommt die B 300, die durch die Stauden führt, und als Eisenbahnlinie die Staudenbahn.

Besuchenswertes

  • Schnerzhofen? wegen seiner Antonius-Kapelle
  • Bürgle? wegen dem nördlich gelegenen Christoph-Scheiner-Turm
  • Oberschönenfeld? wegen der Zisterzienserinnenabtei, dem Schwäbischen Volkskundemuseum, dem Naturpark-Haus und dem Staudenhaus
  • Mickhausen wegen der Herrgottsruh-Kapelle
  • Ettringen? wegen der Pfarrkirche St. Georg im Weiler Kirch-Siebnach und wegen seines Keltenschwerts, das im Rathaus ausgestellt ist
  • Fischach wegen seinem Mozarthaus im Weiler Heimberg, der Stammheimat der berühmten Familie Mozart und wegen seines Judenfriedhofs
  • Reinhartshausen? wegen seiner nördlich gelegenen Scheppacher Kapelle St. Loretto
  • Grimoldsried? wegen seiner Staudenkapelle
  • Zaisertshofen? wegen seines Biotops
  • Mittelneufnach wegen seines Besinnungsweges

Ein ökologisches Kleinod

Die Landschaftsstruktur in den Stauden ist ökologisch hochwertig und sehr differenziert, weil weil die Landwirtschaft bis in die Gegenwart hinein überwiegend extensiv betrieben wurde. Das heißt sie ist kleinstrukturiert und wird mit verhältnismäßig wenig Betriebsmitteleinsatz betrieben. Heute können jedoch viele landwirtschaftliche Betriebe unter den Standortbedingungen der Stauden und der agrarpolitischen Rahmenbedingungen wirtschaftlich nicht mehr weiterbestehen. Damit ist aber die Staudenlandschaft als ökologisches Kleinod bedroht. Sanfte Hügel sind oft mit Gehölz bewachsen und Wege schmiegen sich entlang von Ackerrainen entlang der Höhenlinien von Talrändern.

Noch bieten die Stauden einzigartige Naturerlebnisse. Hier kann man einen Tag lang spazieren gehen, ohne jemandem zu begegnen. Man kann sich erholen und entschleunigen. Andererseits sind andere bayerische Sehenswürdigkeiten schnell erreichbar und die Stauden für Touristen kostengünstig, was sie zu einer gesuchten Ferienregion macht.

Weblinks


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