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Stadtbaumeister

auch Stadtwerkmeister genannt; eine Berufsbezeichnung

Allgemeines

Stadtbaumeister sind Baumeister, die für eine Stadt arbeiten. Nicht nur die Berufsbezeichnung variiert, auch die Aufgaben eines Baumeisters wurden durch die Jahrhunderte hindurch unterschiedlich definiert.

Generell aber übernimmt ein Baumeister die Ausführung von Bauarbeiten aller Art, manchmal auch die Bauplanung und Bauleitung. Heute wird der Begriff in Deutschland allerdings nicht mehr in seiner ursprünglichen Bedeutung als fest umrissene Berufsbezkeichnung verwendet.

Die früher als Baumeister bezeichneten Personen waren meist gelernte Steinmetze, Maurer und Zimmerer, manchmal aber auch Schreiner oder Stuckateure. Man begann die Lehrzeit ungefähr mit 13 Jahren. Nach der Lehre und Gesellenprüfung folgte normalerweise die Wanderschaft. Um den Titel Meister zu bekommen, musste an ein Meisterstück fertigen. Später entstanden Baugewerkschulen. Damit konnte man den Baumeistertitel nur noch an ihnen erlangen. Aus vielen Baugewerkschulen entstanden später Fachhochschulen, heute Hochschulen genannt.

Das 19. Jahrhundert übertrug dem Baumeister vom Entwurf bis zur Realisierung die Zuständigkeit für ein Bauwerk. Während der Architekt nur für Entwürfe zuständig war, hatten Baumeister neben dem eigenen Entwurfsatelier auch eine eigene Baufirma.

Regierungsbaumeister, Stadtbaumeister, Landbaumeister, Marktbaumeister - das alles sind Begriffe, die einen Baubeamten, also einen staatlichen oder kommunalen Beamten titulieren. Je nach historischem Zusammenhang oder den unterschiedlichen Dienstherren beschreiben die Begriffe unterschiedliche Positionen. In Bayern und anderen deutschen Bundesländern ist für eine entsprechende Stelle heute eine akademische Ausbildung erforderlich bzw. ein staatliches Examen. Die Bezeichnung Stadtbaumeister gibt es heute auch in ihrer weiblichen Form "Stadtbaumeisterin". So werden Frauen bezeichnet, die als Leiterin eines Bauamts bestellt sind. Auch Marktbaumeisterinnen breiten sich in Bayern aus. In Augsburg haben wir es jedoch meist mit dem Stadtbaumeister zu tun. Doch auch Landbaumeister und Regierungsbaumeister sind oder waren in Augsburg übliche Positionen.

Geschichte

Mitte des 16. Jahrhunderts zählte man in Augsburg 15 Baumeister.

Details

Baumeister hatten es auch in Augsburg nicht leicht. Immer wieder kam es zu Ärger mit ihren Handwerkern, etwa den Maurern. Es sind Fälle in Augsburg überliefert, in denen sich Baumeister gegen Beleidigungen wehren mussten, auch wenn das Amt eines Baumeisters in Augsburg angesehen war.

Die Bezahlung eines Baumeisters reichte nicht immer zum Leben. Da im Winter die Bauarbeiten meist ruhten, hatten die meisten Augsburger Baumeister ein zweites Standbein. So verkaufte etwa Hans Holl?, der Vater des berühmten Stadtbaumeisters Elias Holl im Winter geschützt durch eine Verkaufsbude Mehl.

Weblinks


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