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Staatsgalerie Alte Meister

auch Staatsgalerie Alte Meister in der Katharinenkirche, Staatsgalerie Altdeutsche Meister, Staatsgalerie Altdeutscher Malerei oder Staatsgalerie Katharinenkirche; neben der Alten Pinakothek in München die kostbarste Sammlung altdeutscher Kunst in Bayern

Augsburg Schaezlerpalais Mattes 2013-05-05 (19)
Staatsgalerie Altdeutsche Meister, Katharinenkirche Augsburg; von User:Mattes (Eigenes Werk) [CC-BY-2.0-de], via Wikimedia Commons

Allgemeines

Die Staatsgalerie Alte Meister liegt in der Augsburger Altstadt. Der Name sagt schon, dass es keine städtische, sondern eine staatliche Einrichtung ist. Die Sammlung ist eine Filialgalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen und macht Augsburg zu einem Zentrum altdeutscher Malerei.

Hat man zuvor im Schaezlerpalais die Deutsche Barockgalerie angesehen, kommt man nun in eine Atmosphäre, die sich völlig vom barocken Stil unterscheidet. Dazu trägt schon die Schlichtheit des sakralen Raums bei, in dem die Bilder der Altdeutschen Meister und vieler schwäbischer Maler untergebracht ist. Es handelt sich um die Klosterkirche des ehemaligen Katharinenklosters, das während der Säkularisation aufgelöst wurde.

Die Staatsgalerie Alte Meister stellt berühmte Augsburger und schwäbische Maler des Spätmittelalters und der frühen Renaissance aus. Oft handelt es sich um Werke, die Augsburger Patrizier für Kirchen? und Klöster der Freien Reichsstadt? in Auftrag gaben.

Geschichte

Eingerichtet wurde das Kunst-Museum 1835, doch geht die Gründung auf das Jahr 1806 zurück. Damit ist es die älteste staatliche Gemäldesammlung in Bayern. Eröffnet wurde die Staatsgalerie Alte Meister mit etwa 700 Bildern Augsburger und Schwäbischer Kunst der Zeit um 1500.

In den Jahren 1961 bis 1964 entwickelte man das heutige Ausstellungskonzept der Staatsgalerie Alte Meister: Danach bilden Kunstwerke die Schwerpunkte, die aus Sankt Katharina selbst und aus anderen Augsburger Kirchen stammen oder eng mit Kunst und Geschichte der Stadt verbunden sind.

1985 feierte die Staatsgalerie Augsburg ihr 150jähriges Jubiläum.

Nach einer langen Schließung wegen Renovierungsarbeiten hat man die Staatsgalerie Alte Meister im April 2009 wieder eröffnet.

Details

Dürer, Jakob Fugger

In der Staatsgalerie Alte Meister befindet sich Albrecht Dürers weltberühmtes Porträt von Jakob Fugger dem Reichen. Es ist der Höhepunkt der Altdeutschen Gemäldesammlung in Augsburg.

Albrecht Dürer - Jakob Fugger, the Wealthy - WGA07011
Jakob Fugger der Reiche, 1518-20, Tempera on canvas, 69,4 x 53 cm, Staatsgalerie, Augsburg; Albrecht Dürer [Public domain], via Wikimedia Commons

Das Fugger-Bild war noch im 18. Jahrhundert Teil der Sammlung des Kurfürsten von Bayern. Weil es mehrmals restauriert wurde, fehlt die oberste Farbschicht. Entstanden ist es auf dem Reichstag zu Augsburg 1518. Damals schuf Albrecht Dürer eine Kohlezeichnung von Jakob Fugger, aus der heraus er später das endgültige Gemälde entwickelte, auf dem er einen größeren Teil des Körpers als in der Kohlezeichnung zeigte.

Das Bild mag etwas idealisiert sein, doch ist es so eindrucksvoll, dass es zusammen mit dem Bild von Dürers Vater aus dem Jahr 1497 (heute in der National Gallery London) zu den bedeutendsten Portraits jener Zeit gerechnet wird. Der reiche Augsburger Kaufmannn ist durch den Bildaufbau statisch wie eine Pyramide gezeigt. Das macht seine Person fest und standhaft. Auf einem Stiernacken sitzt der Kopf hart und schwer, ein interessanter Kontrast zu dem weichen Pelz des Mantels. Das Fleisch des Gesichts wurde mit feinsten Pinselstrichen modelliert, so dass der Teint, der sich stark von dem zart-blauen Hintergrund abhebt, die Schwere des Gemäldes etwas dämpft. Jakob Fugger richtet seinen Blick vom Betrachter weg, möglicherweise soll damit seine wirtschaftliche Weitsicht gezeigt werden.

Jakob Fugger der Reiche war der bedeutendste Kaufmann und Bankier im oberdeutschen Raum?. Er trägt auf dem Bild ein einfaches Leinenhemd, darüber eine Pelzschaube und eine golddurchwirkte venezianische Haube. Die breite Stirn und die einfachste, golden schimmernde Kopfbedeckung drücken Selbstsicherheit aus, seine dünn gezeichneten Lippen legen einen Mann nahe, der sich zu behaupten weiß und ohne Umschweife die Welt regiert. Eine starke Augsburger Persönlichkeit!

1929 hat man im Zuge einer Restaurierung des Bildes den blauen Hintergrund von einer grünen Übermalung befreit und den Originalzustand wieder hergestellt.

Holbein, Das Fischwunder

Von Hans Holbein d. Ä. stammt das Fischwunder, das er 1512 für einen Flügel des Katharinenaltars der Kirche Sankt Ulrich und Afra malte. Es geht darauf zurück, dass der heilige Ulrich? gerne mit einem Fisch als Attribut dargestellt wird. Dahinter steht eine Legende aus dem 14. Jahrhundert. Als Bischof Ulrich? von Augsburg und Bischof Konrad von Konstanz? donnerstags abends beim Mahl saßen, diskutierten sie bis in den Freitag hinein, als ein Bote des Bayernherzogs zu den beiden kam und Ulrich? ihm als Botenlohn ein Stück Fleisch von der Tafel des Abends zuvor mitgab. Vor dem Bayernherzog wollte daraufhin der Bote die beiden Bischöfe bezichtigen, das Freitagsfastengebot gebrochen zu haben, doch als er das Fleisch als Beweis aus seiner Tasche ziehen wollte, hatte es sich in einen Fisch verwandelt.

Römische Basiliken

Ebenfalls bekannt sind die Bilderfolge der römischen Basiliken (sieben Bilder) von Hans Holbein d. Ä., dem Monogrammisten L. F. und Hans Burgkmair d. Ä.. Man nennt diese Werke Basilikenbilder und es lohnt sich, sie genau zu betrachten. Darunter ist auch das Gemälde "Basilika San Paolo" von Hans Holbein d. Ä. weltbekannt. vor den Basilikenbildern konnten die Nonnen des Katharinenklosters, die aus den vornehmsten Augsburger Familien stammten, den Ablass erbitten, ohne dass sie die Pilgerfahrt nach Rom machen mussten. Der Künstler Hans Holbein d. Ä. hat sich und seine Familie auf dem Altarbild verewigt. Seine Frau ist in einem grünen Gewand links im Bild dargestellt. Holbein selbst zeigt auf seinen jüngeren Sohn Hans?.

Dazu kommen Tafeln von Christoph Amberger, Leonard Beck?, Jörg Breu d.Ä.?, Lukas Cranach d.Ä.?, Hans Schäufelein? und Bernard Strigel?, an Hand derer die malerische Tradition Augsburgs studiert werden kann.

Öffnungszeiten

Dienstag bis Sonntag von 10.00 – 17.00 Uhr

Adresse

Staatsgalerie in der Katharinenkirche
Eingang Schaezlerpalais
Maximilianstraße 46
86150 Augsburg

Tel. 0821/510350


Die Staatsgalerie befindet sich in der Katharinenkirche, die aber nur durch das Schaezlerpalais zugänglich ist.

Weblinks


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