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Snellman, Johan Vilhelm

Bild von Johan Vilhelm Snellman aus den 1870er Jahren - (c) gemeinfrei

Biographischer Hintergrund

Johan Vilhelm Snellman (1806 bis 1881) ist 34 Jahre alt, als er 1840/41 eine Deutschlandreise unternimmt. Zuvor ist er Dozent der Philosophie an der Universität Helsinki. Später wird er Führer der finnischen Nationalbewegung und Staatsmann. Seine Reisebeschreibung ist eines der wenigen Dokumente, das Aufschluss über die deutsch-skandinavischen Beziehungen im 19. Jahrhundert gibt. Das Werk ist nüchtern und klar geschrieben. Snellman reist von dem intellektuell-kalten Norden in den katholisch-klerikalen Süden und von dort nach Berlin. Seine Schilderungen sind immer subjektiv gefärbt und seine Urteile immer sehr persönlich. In Bayern besucht Snellmann in der Hauptsache Augsburg und München, über das er sich lang und breit auslässt. Hier interessiert, was Snellmann zu Augsburg zu sagen hat.

Snellmans Augsburg-Bild

Augsburg sieht der Protestant Snellman als Ausbund an Bigotterie. War Augsburg früher eine Stütze des Protestantismus, sei es zu seiner Zeit zu einer Stadt geworden sein, die an katholischem Eifer sogar München übertreffe. Selbst unter den anderen Bayern würden die Augsburger als intolerant, hochmütig und geistlos angesehen. Sei schon München ein widerlicher Herd des Obskurantismus und blinden Papismus in Deutschland, sei das in Augsburg noch alles viel schlimmer.

Positiv ist für Snellman die Schönheit der Architektur Augsburgs. Besonders die breite Maximilianstraße mit ihren fünf "Springbrunnen" macht Eindruck. Dazu kommt das Rathaus, das von der einstigen Macht und dem Reichtum der Stadt zeuge. Den Dom solle man wegen seiner Gemälde, Glasfenster und der Pracht seiner vierzehn Kapellen besuchen, Sankt Ulrich und Afra wegen der kühnen Gewölbe und weil die Kirche eines der bedeutendsten Monumente gotischer Baukunst sei.

In seiner Blütezeit habe Augsburg 80.000 Einwohner gehabt. Als Snellman in Augsburg weilt, sind es nur noch 30.000 Einwohner. Statt des Warenhandels blüht zu seiner Zeit das Geldgeschäft. Snellman erzählt von vielen bedeutenden Augsburger Banken; nach Frankfurt und Wien sei Augsburg der bedeutendste deutsche Bankenplatz. Auch liefe noch immer der größte Teil des Handels zwischen Triest und dem Rheinland bzw. Holland über Augsburg.

Kurz vor dem Besuch Snellmans in Augsburg war die Bahnstrecke nach München fertig gestellt worden. Es sei eine der meistbenutzten Strecken in Deutschland. Als Fahrzeit zwischen den Städten gibt Snellman zweieinhalb Stunden an. Verlasse man Augsburg, sei die Strecke zwar noch grün und hübsch, doch nach dem Lech müsse man bis zur Isar? durch die eintönigste Landstrecke, die man sich vorstellen könne. Die ganze Gegend sei ein Bild der Vergänglichkeit, einsam und öde. Man könne sich überhaupt nicht vorstellen, dass hier die bayerischen Könige inmitten schöner Künste und katholischer Propaganda residierten.

Weblinks


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