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Singold

ein etwas mehr als 46 Kilometer langes Gewässer, das in Waal? entspringt und in Göggingen in den Fabrikkanal bzw. Wertachkanal mündet

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Allgemeines

Offiziell ist die Singold ein Gewässer II. Ordnung und verläuft im Regierungsbezirk Schwaben. Ihr Name geht wohl auf die vorgermanische Bevölkerung zurück. Die vorgermanische Endung „-gold“ oder „-galta“ bedeutete sumpfiges Gewässer. Vielleicht ist auch das lateinische Wort „singultus“ (gargouillement de l'eau) verwandt. Davon könnte der von Plinius erwähnte Fluss „Singilis“ in Südspanien abgeleitet sein.

Für Augsburg war die Singold früher so wichtig, dass man sie am Augustusbrunnen auf dem Rathausplatz symbolisch ehrte. Ihr hatte die Stadt einigen Reichtum zu verdanken.

Seit dem 19. Jahrhundert dient die Singold zur Erzeugung regenerativer Energie. Weil seit 1972 sowohl Inningen wie Göggingen zur Stadt Augsburg gehören, stehen heute vier Wasserkraftwerke an der Singold im Augsburger Stadtgebiet, die mit ihrem Wasser Stromgeneratoren antreiben.

Das Ende des Werksgeländes der Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen markiert die Stelle, an der die Singold in den Wertachkanal fließt.

Heute hat die Singold eine Durchschnitts-Wassermenge von etwa 2000 Litern pro Sekunde.

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Geschichte

Schon die Römer nutzten das Wasser der Singold und leiteten ihr Wasser in einem auf dem Hochplateau verlaufenden Kanal in die Augusta Vindelicum?. So erhielten die Augsburger sauberes Wasser für den Haushalt und für Bäder, aber auch für Wasserräder und Mühlen. Man weiß heute, dass die Römer etwa 35 Kilometer von Augusta Vindelicum? bei Kitzighofen? die Singold anstachen. Wissenschaftler haben berechnet, dass sie damals etwa eine Million Liter Wasser in das antike Augsburg lieferte, weil sie noch viel mehr Wasser führte als heute.

Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts leitete man das Flüsschen durch die Rosenau? um das Hochplateau von Augsburg herum. Damals mündete die Singold noch z. T. in den Lech, z. T. in die Wertach. In etwa entsprach ihr damaliger Verlauf dem heutigen Senkelbach, der von der Singold seinen Namen erbte. Denn die Singold wurde in Urkunden aus dem 16. Und 17. Jahrhundert als "Sinkel", "Senkel" oder "Sinkolt" bezeichnet. Sie umfloss also die Stadt Augsburg und führte nach der Stadt dicht am Wertachbrucker Tor vorbei.

Dann kam aber 1588 ein Herbsthochwasser der Wertach, das Pfersee überflutete und in dessen Folge sich die „Sinkel“ ein neues Bett suchte. Und das bedeutete, dass sie durch das Hochwasser blockiert nun schon bei Göggingen in die Wertach mündet. Aus Urkunden weiß man, dass die Singold vor der 1588er Flut 38 Wasserräder von Papier- und Mahlmühlen, Sägen und anderen Unternehmungen in Augsburg mit Antriebsenergie und Kraft versorgte. Weil aber Göggingen nicht zur Freien Reichsstadt Augsburg?, sondern zum Hochstift Augsburg? gehörte, blieb der neue Singold-Lauf bestehen, obwohl die Stadt den Bischof um die Wiederherstellung des alten Singold-Verlaufs bat. So mussten die Augsburger nur ein Jahr später 40.000 Gulden aufwenden, um unterhalb der Pferseer Wertachbrücke? ein Wehr zu bauen und an dieser Stelle das Wasser wieder in das alte Bett der Singold zu leiten, wodurch der Senkelbach entstand, der nun wieder die Wasserräder drehen konnte.

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Im 19. Jahrhundert hatte die Singold etwa viermal so viel Wasser wie heute. Aber selbst diese Wassermenge reichte 1884 nicht mehr, um die Gögginger Nähfadenfabrik mit Energie zu versorgen. Deshalb hat man etwa auf dieser Höhe einen das Gögginger Wehr gebaut hat, um den Fabrikkanal einzurichten, der damals etwa zwei Kilometer lang war und den Energiebedarf der Textilfabrik bediente.

1892 ließ Friedrich Hessing zur Energieversorgung seiner Werkstätten in der Singold das „Hessing-Werk“ bauen, in der eine Turbine installiert wurde. Ende des 20. Jahrhunderts wurde das Wasserkraftwerk stillgelegt und zerfiel, bis man es 2002 wieder instand setzte. Dazu verwendete man eine noch funktionstüchtige Francis-Schachtturbine, die frei geworden war, als man das Kleinkraftwerk der Elbeo-Werke am Hettenbach? abbrach.

2007 nahm man ein weiteres technisches Denkmal wieder in Betrieb: Das Wasserkraftwerk der Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen (heute Amann Group?). 1863 hatte die Garnzwirnerei Schiffmacher, aus der die Zwirnerei und Nähfadenfabrik Göggingen? entstand, wegen der Wasserkraft der Singold ihr Kraftwerk und ihre Fabrik an dieser Stelle errichtet.

2008 fand in Bobingen eine Flusskonferenz statt. Das war ein Projekt zur Lebensraumgestaltung aus kultureller, ökologischer, sozialer und politischer Sicht. Ziel war, die Singold wieder als einen ökologisch lebendigen Fluss wahrzunehmen und zu gestalten.

Details

Die Gewässerkennzahl der Singold ist DE 1248. Die Singold gehört zum Flusssystem der Donau?, da sie über die Wertach, den Lech und die Donau? in das Schwarze Meer mündet. Ihre Quellhöhe liegt 638 Meter ü. NN, ihre Mündungshöhe etwa 480 Meter ü. NN, was einen Höhenunterschied von etwa 158 Meter bedeutet. Bei einer Länge von 46,6 Kilometer hat die Singold ein Einzugsgebiet von etwa 150 Quadratkilometer.

Flussverlauf

Vom Landkreis Ostallgäu (Waal? bei Landsberg?) nimmt die Singold ihren Lauf durch Sinkelmühle?, Holzhausen? bei Buchloe, Rollmühle?, Großkitzighofen?, Schwabmühlhausen?, Langerringen?, Schwabmünchen, Mittelstetten?, Großaitingen, Wehringen, Bobingen, Inningen bis Augsburg.

Stromerzeugung

Heute bestehen noch in zwei ehemaligen Inninger Mühlen Wasserkraftwerke, die zur Stromerzeugung genutzt werden. In Göggingen dienen das „Hessing-Werk“ und die Wasserkraftanlage der einstigen Ackermann Zwirnerei und Nähfadenfabrik der Energiewende.

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