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Sheridan-Kaserne

Von 1945 bis 1998 durch die amerikanischen Streitkräfte genutztes Kasernengelände in Pfersee. Heute Stadtteil Sheridan-Park.

Allgemeines

Geschichte

Wehrmacht-Verwendung

Noch vor dem Zweiten Weltkrieg war das Gelände der Sheridan-Kaserne landwirtschaftlich genutzt. Zur Zeit der Weimarer Republik plante man hier das Zentralkrankenhaus von Augsburg zu bauen. Diesen Plänen stand aber die nationalsozialistische Aufrüstungspolitik im Weg. Das Gelände wurde für den Bau von Kasernen verwendet. In den Jahren 1934 bis 1936 errichtete man die folgenden Kasernen:

  • Neue Infanteriekaserne. Sie hieß auch General-Kneußl-Kaserne und war nach dem Kommandeur der 11. Bayerischen Infanterie-Division im Ersten Weltkrieg Ritte von Kneußl benannt. Die Kaserne lag im Norden des Geländes und war nach Plänen der Heeresbauverwaltung für das III. Bataillon des Infanterie-Regimentes 40 errichtet worden.
  • Luftnachrichtenkaserne: Sie lag im Süden des Mittleren Weges? und war von der Luftwaffenbauverwaltung für das Luftnachrichtenregiment 15 und das 7. Luftwaffen-Fernmelderegiment errichtet worden.

Geplant war von der Heeresbauverwaltung noch eine Heeresnachrichtenkaserne für die 27. Division. Sie sollte zwischen Mittlerem Weg? und Graf-Bothmer-Straße? liegen, wurde aber nie gebaut.

KZ-Außenlager

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges waren von April 1944 bis April 1945 in einer Halle der Luftnachrichtenkaserne (Gebäude 116) 1.000 bis 2.000 männliche KZ-Gefangene des KZs Dachau untergebracht. Die Halle lag am Grasigen Weg? nahe des Stadtbergen Gate. Meist mussten die Gefangenen in Haunstetten bei Messerschmitt? arbeiten und Flugzeuge zusammenbauen. Die Pferseer Bürger konnten sie jeden Tag zum Lokalbahn? –Gleis in der Nähe der Adlhochschule? marschieren sehen. Die Localbahn? transportierte sie dann in das Haunstetter Messerschmitt? -Werk.

Unter anderen engagierte sich die Bürgeraktion Pfersee? und die Initiative Denkort Halle 116? dafür, dass die Halle als Denkort und Gedenkstätte erhalten wird, um die Erinnerung an diesen dunklen Teil der Augsburger Geschichte wach zu halten. Nachdem die Universität Augsburg 2012 ein Konzept erarbeitet hatte, beschloss der Stadtrat im Juni 2012 das Konzept umzusetzen. Geplant war die sehr große Halle als Gedenkort, als Lernort für den Frieden, als Museum für die Geschichte der Amerikaner in der Stadt und Vorhaben des Stadtjugendrings, von Kulturschaffenden, des Jüdischen Kulturmuseums, der Geschichtswerkstatt etc. kombiniert zu nutzen.

Die US-Army

Von 1945 bis 1998 nutzte die US-Army das Gelände der Wehrmacht-Kasernen. Benannt wurde das Areal nach dem Gefreiten Carl V. Sheridan. Der war Träger der „Medal of Honor“. Das war die höchste Tapferkeitsmedaille der US-Army. Der Gefreite hatte sich bei der Eroberung einer deutschen Stellung in der Nähe von Weisweiler bei Aachen im November 1944 ausgezeichnet und war dabei ums Leben gekommen, so dass er nur noch posthum geehrt werden konnte. Der Name für die Kaserne wurde 1953 festgelegt.

Stationiert waren in der Sheridan-Kaserne Teile der 9. Infanteriedivision, das 9. Polizeitruppengeschwader, ein Polizeitruppenregiment, ein Panzerregiment, Teile der 1., 5., 24. und 43. Infanteriedivision und der 11. Luftlandedivision. Ab 1970 gab es auch eine ASA (Army Security Agency) Field Station in der Sheridan Kaserne.

1998 verließ der letzte amerikanische Soldat die Sheridan-Kaserne. Nach dem Abzug der Amerikaner ging das Gelände in das Eigentum der Bundesrepublik Deutschland über. Im Jahr 2000 kaufte die Stadt Augsburg den früheren amerikanischen Kindergarten und richtete die Columbus-Kindertagesstätte? ein. Nach 2000 fand ein städtebaulicher Ideenwettbewerb statt. Dabei erarbeiteten verschiedene Planungswerkstätten Vorschläge für die künftige Nutzung der Sheridan-Kaserne. Dabei war eine der wichtigsten Fragen, wie das Gelände an Pfersee angebunden werden sollte.

Ab 2006 begann man nach der Übernahme des kompletten Kasernen-Geländes durch die Stadt Augsburg mit der Neugestaltung und Bebauung als Sheridan-Park.

Details

Offizierscasino

Das Offizierscasino im Süden des ehemaligen Kasernengeländes diente zuerst deutschen Soldaten zum Feiern, dann amerikanischen. Ihnen standen ein großer Ballsaal und eine Kellerbar zur Verfügung.

Im September 2008 brachte OB? Dr. Kurt Gribl eine neue Nutzung des Casinos ins Gespräch, nachdem schon Gedanken an eine gastronomische Nutzung oder Nutzung als Hotel vorgebracht worden waren: die Verwendung als Schauspielhaus oder Kulturspielstätte.

Weblinks


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