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shared space

Allgemeines

Das Konzept des "shared space" (dt. "gemeinsam genutzter Raum") bezeichnet eine Planungsphilosophie, nach der vom Kfz-Verkehr dominierter öffentlicher Straßenraum lebenswerter, sicherer sowie im Verkehrsfluss verbessert werden soll. Charakteristisch ist dabei die Idee, auf Verkehrszeichen, Signalanlagen und Fahrbahnmarkierungen zu verzichten. Gleichzeitig sollen die Verkehrsteilnehmer vollständig gleichberechtigt sein. Im Gegensatz zur konventionellen Verkehrsberuhigung ist auch eine Anwendung in Hauptverkehrsstraßen möglich. Mit dem Konzept des "shared space" soll die Dominanz des motorisierten Personenindividualverkehrs im innerstädtischen Bereich gebrochen werden. Der MIV soll mit dem sozialen Leben, der Kultur und der Geschichte des öffentlichen Raums gleichberechtigt koexistieren.

Geschichte

Ende September 2014 stellte die Ausschussgemeinschaft den Antrag, die Frauentorstraße, den Hohen Weg und die Karolinenstraße vom Fischertor bis zum Perlachturm städtebaulich zu einem shared space umzubauen. In der Begründung hieß es:

"Die Frauentorstraße ist eine sehr enge und verkehrsbelastete Straße, in der es zu vielen Konflikten zwischen ÖPNV (Straßenbahnlinie 2), motorisiertem Individualverkehr, Individualverkehr und Fußgängern kommt. Diese Konflikte sind der Tatsache geschuldet, dass für alle zu wenig Platz bei zu hohem Tempo ist und der Tatsache, dass der MIV Vorrang vor IV und Fußverkehr besitzt. Diese Konflikte sind besonders zu den Stoßzeiten zu beobachten, in denen die Frauentorstraße von vielen Schüler*innen frequentiert wird. Hier laufen die Schüler*innen häufig auf der Straße, was notwendigerweise zu gefährlichen Konflikten mit dem MIV und der STVO führt.

Gleichzeitig müssen die Anwohner eine hohe Lärm- und Abgasbelastung ertragen.

Mit der Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer, der Beseitigung der baulichen Grenzen zwischen Bürgersteig und Straße und einer Reduzierung der erlaubten zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 20 km/h, lässt sich die Frauentorstraße, der Hohe Weg und die Karolinenstraße zu einer attraktiven Erweiterung der innerstädtischen Fußgängerzone umfunktionieren und damit auch das Domviertel an den Rest der Innenstadt besser anbinden. Das Konzept des "shared space" hat nicht die Ausschließung des MIV zur Folge, erhöht aber die Attraktivität des Domviertels für Fußgänger und Touristen deutlich – bis hinauf zum Fischertor. Gleichzeitig wird eine Aufwertung des Geschäftsumfelds in der Frauentorstraße einhergehen, die dem dort ansässigen Einzelhandel zu Gute kommt. Am Hohen Weg vor den Stadtwerken wurde ja bereits beinahe ein shared space optisch umgesetzt. Hier zeigt sich schon in Ansätzen, wie attraktiv eine vollständige Umsetzung dieses Konzeptes wäre. Die Anwohner profitieren von geringeren Lärm- und Abgasimmissionen und einem attraktiveren Wohnumfeld. Der "shared space" lässt sich im Zuge einer Straßenmodernisierung kostenneutral umsetzen und trägt gleichzeitig zur deutlichen Verkleinerung des Schilderwaldes bei."

Details

Um seine städtebaulichen Ziele zu erreichen, verzichtet der Shared Space auf Bordsteine und Abgrenzungen und setzt stattdessen auf eine orientierende Unterteilung des Straßenraums. Im Zuge einer „Entregelung“ der Verkehrslandschaft sind keinerlei Ampeln oder Verkehrs- und Hinweisschilder vorgesehen. Die Straßenverkehrsordnungen werden reduziert auf „gegenseitiges Rücksichtnehmen“ und das Rechts-vor-Links-Gebot. Mit diesen Maßnahmen wird eine gewollte Unsicherheit erzeugt, welche die Verkehrsteilnehmer dazu zwingt, den Raum situationsbedingt durch Blickkontakt mit anderen Verkehrsteilnehmern einzuschätzen.

Weblinks


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