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Sessner, Max

Ein Lyriker, der seit 2000 in Augsburg lebt.

Leben

Max Sessner wurde 1959 in Fürth?/Bayern geboren. Nach mehreren Umzügen innerhalb Bayerns lebt er seit 2000 in Augsburg.

Er ist verheiratet und arbeitet als Buchhändler. Privat ist er begeisterter Motorradfahrer, Antiquar und Hundebesitzer.

Immer wieder nimmt Max Sessner an Lesungen teil.

Werk

Max Sessner veröffentlicht in verschiedenen Literatur-Zeitschriften (z. B. Konzepte - Zeitschrift für Literatur, Torso - Literaturzeitschrift München/Berlin, manuskripte, entwürfe u. a.) sowie im Jahrbuch der Lyrik.

In Minipressen hat er mehrere Gedichtbände veröffentlicht, z. B. Der Würfel Kummerkorn 1991 und Hundszeit/Altes Land 1994 in der Hersbrucker Bücherwerkstätte.

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Letzte Einzelveröffentlichungen:

Der tschechische Reiter, Eric van der Wal, Bergen-Holland, 2003
Küchen und Züge, Literaturverlag Droschl, Graz-Wien, 2005

Viele der Gedichte Sessners erzählen von seiner Kindheit und Jugend in Franken. Die Gedichte, die sich auf das Heute beziehen, sieht er als seine Begleiter, die für ihn das Leben aufbewahren. Sie kreisen um zeitlose Themen. Die Natur, die Landschaft, das Selbstportrait des Autors - das alles spiegelt sich in seinen poetischen Zeilen.

In vielen seiner Gedichte tritt ein merkwürdiger Surrealismus zutage. Alltägliche Augenblicke verwandeln sich in überraschende Momente. Obwohl Max Sessner seine Umwelt mit liebevollen Augen betrachtet, scheint es, als drohten unter der harmlosen Oberfläche der Welt rätselhafte oder schreckliche Momente.

Max Sessners Werk ist nicht zeitgemäß, er ist ein Einzelgänger und gehört keiner literarischen Gruppe an, obwohl er Mitglied im Verband Deutscher Schriftsteller in Bayern ist.

Beispielgedicht

Unsere Väter

Unsere Väter sterben und wachsen wieder in
den Vorgärten unserer Häuser und schauen
uns an sie tragen Stiefel mit schweren Sohlen
damit marschieren sie nachts durch unsere
Träume nehmt uns mit wenn ihr aufwacht
flüstern sie und wir wälzen uns im Schlaf
und fangen an zu schwitzen unsere Frauen
ahnen nichts von alledem sie nicken und
reichen uns die Marmelade zum Frühstück
unterwegs zur Arbeit später wie soll man
das sagen ein Geräusch von Schritten in uns
drin ein Türenschlagen jemand geht jemand
kommt macht Licht und unsere Augen leuchten

Preise und Ehrungen

2001 Irseer Pegasus

Zu dem Motto "Abgründe des Alltäglichen" trug Max Sessner Texte höchster literarischer Qualität vor, so dass er den mit 3.000 DM dotierten 1. Preis gewann. In der Lyrik Max Sessners gebe es keine Abgründe, allenfalls sanfte Senken, Anflüge von Melancholie seien leise ironisch gebändigt, der ganze Ton dieser Gedichte, in denen das lyrische Ich noch fest im Sattel sitze, sei elastisch und hell, heißt es in der Preisbegründung.

Würdigung

Kritiker weisen auf die Eleganz der Metaphern in Max Sessners Gedichten hin und sehen eine Verwandtschaft mit dem frühen Gerhard Falkner oder Hellmuth Opitz. Seine Gedichte wechseln zwischen Bilderfülle und lakonischem Aufzeichnen des Alltags.

Besonders gelungen halten Kritiker seine Gedichte über Gemälde, etwa ein Gedicht über die "Hülsenbeckschen Kinder" von Runge:

„Die Hülsenbeckschen Kinder / das waren drei Kinder die sich / lieb hatten im Garten traf man / sie oft das Jüngste in einem / Wägelchen sitzend und gezogen / von seinen Geschwistern aber / wie war das erreichten sie je / das Haus den Tisch mit dem / Abendbrot Vater und Mutter hoch / standen die Sonnenblumen in / jenem Sommer wir suchten an / Teichen in Gräben sie blieben / verschwunden im Haus welkten / die Eltern wie das so ist“.

Literaturkritik.de schrieb über die Lyrik Sessners: "Diese Gedichte sind eine Entdeckung: entdeckt werden kann in ihnen eine wunderbare poetische Kraft, die Welt zu verändern durch genaues Hinsehen, und zwar nicht auf die Brennpunkte, sondern auf die Ränder, auf das Abseitige, auf die Nebensachen."

Die Nürnberger Nachrichten meinen über "Küchen und Züge": "Von diesem Buch muss man einfach schwärmen. Weil es einen anrührt und erfüllt, wie ein Lied oder ein Märchen (...) Aus dem Alltäglichen zaubert er im Handumdrehen einen märchenhaften Moment."

Weblinks


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