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Selbstmordbibliothek

Die Augsburger Selbstmordbibliothek ist eine Abteilung der Staats- und Stadtbibliothek.

Allgemeines

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Bei der Augsburger Selbstmordbibliothek handelt es sich um die Privatbibliothek von Dr. Hans Rost, die als eine der letzten Privatsammlungen durch die Staats- und Stadtbibliothek angekauft wurde und heute kontinuierlich weiter gepflegt wird. Sie umfasste zunächst etwa 660 Schriften in 300 Bänden. Das Thema wird in der Bibliothek umfassend behandelt: aus juristischer, gesellschaftlicher, medizinischer, geschichtlicher, kultureller, theologischer und ethischer Sicht. Dabei ist hier nicht nur Fachliteratur gesammelt; einen breiten Raum nehmen auch literarische Bearbeitungen des Themas ein.

Wer zum Thema Suizid forscht, kommt an dieser Spezialbibliothek nicht vorbei. Es ist die einzige Spezialbibliothek der Welt zu diesem Thema, die nach Vollständigkeit der Bibliographie strebt.

Gesammelte Werke

Die Selbstmordbibliothek ist bestrebt, jedes Buch zum Thema zu sammeln, das erreichbar ist. Hier finden sich erste Ausgaben von Goethes "Werther" oder eine Schrift von Heinrich August Müller mit dem Titel "Selbstmord und Raserei. Die Folgen der zärtlichen Liebe" (1798). Aber auch Albert Ehrensteins "Selbstmord eines Katers" ist verzeichnet. Daneben natürlich Sekundärliteratur und Fachliteratur, z. B. ein so skurriler Titel wie "Luthers Selbstmord".

Geschichte

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Die Selbstmordbibliothek verdankt sich Dr. Hans Rost. Gleich nach seiner Promotion befasste er sich mit dem Thema Suizid und schrieb im Jahr 1902 "Der Selbstmord in seinen Beziehungen zu Confession und Stadtbevölkerung im Königreich Bayern". Er betrachtete das Problem aus der Warte eines engagierten Katholiken und wollte mit dieser und weiteren Schriften dem Selbstmord entgegenwirken. Seine Grundeinstellung lautete: "Da die Selbsttötung eines Menschen eine seelische-religiöse Angelegenheit ist, so muss die Verringerung der Selbstmordhäufigkeit (...) auch mit Mitteln aus dem Bereich der Religion herbeigeführt werden."

Die Büchersammlung zum Suizid begann Dr. Hans Rost im Jahr 1910. Der Nachlass Dr. Hans Rost war schon Bamberg versprochen, konnte aber für die Augsburger Staats- und Stadtbibliothek vom damaligen Leiter Dr. Helmut Gier? gesichert werden. Heute umfasst die Bibliothek mehr als 2.000 Bücher.

Dr. Hans Rost gab im Jahr 1927 eine "Bibliographie des Selbstmords" heraus. Dieses Werk war epochal und mit seinen etwa 400 Seiten Umfang eine gigantische Fleißarbeit.

Weblinks


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