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Seckler, Gerhard "General"

„Ich freu mich wie ein Kind!“, sagte der "General", als er im Allgäu in das Flugzeug nach England stieg. Aber nicht, weil er eine hervorragende militärische Leistung erzielt hatte. Nein, dieser "General", der aus dem Augsburger Stadtteil Inningen kommt, freute sich über seine Fahrt nach London. Im Winter 2010 stellte Gerhard Seckler, in der Ausburger Popmusikszene als "General" bekannt, die neue Ausburger Rockhymne „Augsburg, Let’s Go“ auch in der englischen Hauptstadt an der Themse vor. Seine Gitarre, die er neben sich auf dem Sitz des Flugzeuges abgestellt hatte, musste natürlich mitkommen.

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Rockige Anfänge

Der Mann aus Inningen, geboren im Sommer 1962, aufgewachsen bei der Ziegelei, wurde von Bands wie Iggy And The Stooges, New York Dolls, The Ramones, The Dead Boys, Damned, Slade, Rolling Stones und den Cockney Rejects in die abenteuerliche Rockmusikzone gelockt. So richtig los ging´s in den 1980ern, als in Augsburgs die Clubs Subway? und Metro? junge Bands aus dem Bereich Punk und New Wave auftreten ließen. Darunter auch Formationen von "General" Seckler, zu dessen erste Combos s’Gesindel?, Skandal, Die Gutsherren und 1-2-3-4? gehörten.

Generation N

Ziemlich ernsthaft stieg der "General" dann 1984 in das Rockbusiness mit der Band Generation N ein, die anfänglich von Augsburgs Kult-DJ Rudi Schäble gemanagt wurde. Zu den Gründungsmitgliedern von Generation N gehörten auch Bernhard "Swizzy" Müller am Schlagzeug, Ralf Noll an der Gitarre und Robert "Robby" Schneider am Bass. In dieser Formation stießen sie mit ihrem Song „Rock’n Roll Chicken“ bis ins TV vor. Mit ihrem Song „Baby Go Home“ landeten sie nicht nur auf dem Sampler „2000 Töne“, der mit Soundmaterial von Augsburger Rockbands zum 2000-Jahre-Jubiläum 1985 bestückt ist, sondern waren die erste Band aus der von Römern gegründeten Stadt Augusta Vindelicum, die mit harter Rockmusik im TV auftrat.

Im November 1985 schrieb die Augsburger Allgemeine -Journalistin Doris Köpf?, zwölf Jahre später deutschlandweit als Doris Schröder-Köpf, vierte Gattin des Bundeskanzlers Gerhard Schröder, bekannt geworden, über einen Liveauftritt von Generation N bei dem Festival "Musik für den Bauch": "… martialisches Auftreten … wilde Jungs …". Zur Geburt seines Sohnes David, der heute ab und zu den Bass in seines Vaters Band spielt, brachte "General" Seckler in jenen Jahren die Maxi-Single "Für dich" heraus.

Cyberspace-Ausflug

Nach zehn Jahren Generation N mit über 100 Auftritten und diversen Alben trennte sich "General" Seckler von der Band. Die Termine seiner gefragten Agentur-Aktivitäten im Bereich Computertechnik nahmen immens zu. Inzwischen führte er in ganz Europa Cyberspace-Shows durch. Durch sein Knowhow über virtuelle Realitäten konnte er mit dem Einsatz von speziellen Computern, Programmen und Helmen als Pionier in die 3-D-Welt einsteigen. Damit war er auf Messen und Events überaus gefragt. Große Firmen wie Volkswagen buchten seine Cyberspace-Shows, um ihre Gäste, die sich 3-D-Helme aufsetzten und auf ferngesteuerten Boards standen, in Staunen und Entzücken zu versetzen.

Doch sein Musikerblut befähigte den "General" aus dem Computer-Zirkus auszusteigen. Er wollte wieder als Gitarrist, Sänger und Veranstalter seine Zeit mit dem verbringen, was ihn wirklich voll ausfüllte: Raw Can Roll! So nennt er seine Musik, die er als Augsburger "General der Lärm-Armee" von München bis Berlin mal solo, mal mit alten Generation-N-Mitgliedern, mal mit Mitgliedern anderer Bands wie den Wreckers von der Bühne ins Publikum donnert.

Augsburger Urgestein

Von Redakteuren des Augsburger Stadtmagazins Neue Szene wird der "General" auch als "Augsburger Urgestein" bezeichnet. Der als Jungpunker schon mal den Slogan "Anarchy for the Freie Reichsstadt Augsburg" an die Wände gesprüht hatte. Aber auch als "Ramones-Afficionado" wird der "General" bezeichnet, der internationales Aufsehen im Jahre 2003 mit einer Ausstellung erregte, die sich "Rampe 3" nannte. Ein Mix aus Punkmusik, -malerei und –dokumentation. Augsburg meets London meets New York. Durchgeführt in leeren Fabrikhallen auf dem Gelände der ehemaligen Textilfabrik Riedinger? zwischen dem Bleich-Viertel? und der Wertach. Dabei arbeitete der "General" auch mit dem Designer George Du Bose zusammen, der viele Plattencover der Ramones, aber auch der Band B52, entworfen hat.

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Dass der General 2003 nicht nur richtig, sondern ganz vorne im Romanes-Trend lag, beweist die Gründung eines Ramones-Museum in Berlin-Kreuzberg. Verbunden damit war der Start des Berliner Ramones-Musicals "Gabba Gabba Hey – A Lower East Side Love Story" im Jahre 2005. General Seckler meinte in einem Interview dazu: "Die positiven Resonanzen auf die Ausstellung und die immer wiederkehrenden Nachfragen haben mich zu weiteren ähnlichen Dingen ermutigt. Es hat sich gezeigt, dass die Musik in Augsburg noch einen gewissen Stellenwert hat."

Im Winter 2006 kam dann das "Ramones Art & Music Fest" durch den "General" in Augsburg zustande. Ein Festival über zwei Monate an rund zehn verschiedenen Lokalitäten zwischen Lech und Wertach. Mit einem Abknips-Ticket wie bei einem Ski-Pass für alle Veranstaltungen. Wobei rund dreißig Bands spielten und die Werke von rund fünfzehn Künstlern, die teilweise anwesend waren, augestellt wurden. Und wenn Gerhard Seckler gefragt wird, wie er zur Kommerzialisierung der Punkband Ramones steht, deren Schriftzug inzwischen schon auf den T-Shirts von Modeketten auftauchte, meint er: "Ich sehe das als Anerkennung für eine Band, die zweiundzwanzig Jahre lang ihr Ding gemacht und über 2.500 Konzerte gegeben hat. Und reich sind sie nicht geworden, aber sie hatten den Mut, quasi auf dem Höhepunkt aufzuhören und zu sagen, wir gehen jetzt in Rente."

Hier zeigt sich eine gewisse Seelenverwandtschaft zwischen dem "General" und den Ramones. Voller Leidenschaft für Musik und Augsburg unternimmt Gerhard Seckler ohne Rücksicht auf irgendwelche Gefahren für Leib, Seele und Geldbeutel auch die innovativsten Aktionen. Anders kann er nicht existieren, anders macht das Leben für ihn keinen Sinn. Und wenn er eine Idee umzusetzen beginnt, ist er von nichts und niemand mehr zu stoppen. Auch nicht durch sich selbst.

Augsburg Calling

So kommt es auch, dass seine Reihe "Augsburg Calling" mit einer gelungenen Mixtur aus Fußball und Rockmusik zu einem inzwischen deutschlandweit beachteten Projekt werden konnte. Auch wenn ihn finanzielle Probleme immer wieder ans Aufgeben denken ließen, hat er sein Ding gnadenlos durchgezogen. Ohne Rücksicht auf eigene Verluste. Immer von seiner Idee angetrieben, die Rock- und Fußballfans friedlich vor der Bühne zu sehen. "Augsburg Calling" präsentiert zu den Spielen des Fußball-Clubs Augsburg (FCA) einen Abend mit Bands aus Augsburg und der Gegnerstadt des FCA und gestaltet so für die Fußballfans beider Städte ein verbindendes Live-Happening. Jetzt wurde auch der Deutsche Fußball-Band (DFB) auf Secklers herausragende Veranstaltungsidee aufmerksam und will es als positives Fan-Projekt positionieren.

Es war die englische Punkrockband The Clash, die 1979 das Album und den Song „London Calling“ veröffentlichte. Darauf vielfältige Songs im Stil von Punkrock, Rockabilly, Reggae und sogar Jazz. In dem Bond-Streifen "Stirb an einem anderen Tag" hört man den Song, als der königliche Geheimagent 007 in London auf einen Mann am Fallschirm wartet. Natürlich ist es ein bisschen daneben, den Musik-General als Geheimagent für Augsburg zu bezeichnen, aber gefährlich nahe kommt ihm die Bezeichnung "Augsburgs Musik-Diplomat". Der Song "London Calling", so erzählt der "General", "war von The Clash ein Aufruf an die Jugendlichen von linken und rechten politischen Strömungen, die sich die Köpfe einschlugen, damit aufzuhören und lieber sinnvollere Dinge zu machen". Insofern seien da Ähnlichkeiten mit "Augsburg Calling" vorhanden.

Augsburger Rockhymne

Lebhafte Diskussionen rief der General hervor, als er im Herbst 2010 als Komponist und Musiker den "Official Regio Augsburg Rock Song" mit dem Titel "Augsburg, Let's Go!" im Ratskeller als "Multilanguage Version" präsentierte. Dieser Song ist eigentlich eine Rockmelodie, die zu einem Augsburg-Film gehört. Das erklärt auch, warum die Tourismus-Experten von Regio Augsburg zu einem Wettbewerb aufriefen, bei dem Filme gemacht werde sollten, die mit dem "Official Regio Augsburg Rock Song" unterlegt sein sollten. Fabriziert als Augsburg-Werbung für alle Rockfans vom eisigen Alaska bis zur heißen Zentralafrikanischen Republik. Zu sehen auf diversen Internetportalen.

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Irgendwelche Berührungsängste und Tabus kennt der General, dessen Bühnen-Uniform manchmal aus Lederjacke, Punkstiefeln, Russenmütze und Generation N - T-Shirt besteht, in der Musik nicht. Darum ist es auch nicht verwunderlich, dass Augsburgs "Schlagerkönig" Gerhard "Sweety" Schönherz? im Ratskeller bei der Vorstellung des "Official Regio Augsburg Rock Song" ebenfalls auf die Bühne stürmen darf und sein Lied "Fugger City" anstimmt. Eine rockigflockige Komposition im frisch-fröhlichen NdW-Stil, komponiert von Punkrockmusikern mit dem Bandnamen Hamburg Ramones.

Internationales Netzwerken

Wenn Augsburgs Punkrock-General nach England, die europäische Exportnation Nr. 1 für besten populären Sound, fliegt, dann kommt das von seinen musikalischen Verbindungen. Nach London spielte er im Winter 2010 auch noch in Birmingham in dem Club Wagon & Horses. Zusammen mit der dort ansässigen Combo Eastfield. Birmingham ist eine der größten Städte auf der britischen Insel. Hierher kommt Eastfield, die auf Einladung des "Generals" Monate vorher in der Augsburger Kradhalle? ein begeisterndes Konzert gaben. "Ich will den Bands eine Plattform geben, die Vernetzungen schafft", begründet der Generals seine multinationalen Aktivitäten. "Unsere besten Freunde kommen aus Augsburg", erklärten die Ramones, die ihren Ursprung in New York hatten. Mit Musik knüpft Gerhard Seckler für Augsburg lebendige Verbindungen in andere Länder. Er gehört zu den Menschen, die lieber durch Taten als durch Theorien wirken und überzeugen.

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