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Schwallech

eine Augsburger Lechkanal; in neuer Rechtschreibung heute auch oft "Schwalllech" geschrieben

Allgemeines

Der Schwallech verläuft in der Innenstadt über eine Länge von etwa 1,4 Kilometer. Er biegt am Kaufbach? von Süden kommend an der Stelle ab, wo dieser in den Sparrenlech? übergeht, also zwischen der Prinz-? und der Provinostraße. An vielen Stellen verläuft er unter der Erde. Längere Zeit wird er rechts von der Schwibbogengasse begleitet, bevor er Am Schwall die Straße unterquert und sich kurz vor Sankt Ursula? in den Mittleren und den Hinteren Lech aufspaltet.

Geschichte

Um 1900 (nach anderen Quellen 1840) wurde am Schwallech ein hölzernes Wasserrad erbaut, das im Zweiten Weltkrieg 1944 zerstört wurde. Es gehörte zu der Schreinerei Fassold und zeigte die frühe Art der Energiegewinnung. Unweit dieser Stelle am Schwallech entstand 1986 aufgrund einer Initiative der HWK Schwaben und dem Haunstetter Steuerberater? Walter Settele ein neues originalgetreues Wasserrad, für das damals 150.000 DM gesammelt worden waren. Eingeweiht wurde es von dem damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl am 25. September 1986. Es besaß 40 Schaufeln und war sechs Tonnen schwer. Geliefert wurde das Wasserrad von den Mühlenbaumeistern Oskar und Walter Schuhmann aus Oberthulba.

Bis 2010 spendete Walter Settele immer wieder Geld, um an dem Wasserrad die notwendigen Reparaturen ausführen zu lassen, doch 2010 baute man das Rad ab, weil es morsch geworden war.

Im Mai 2012 wurde das historische Wasserrad nach zwei Jahren an Land von der Berufsfeuerwehr Augsburg wieder ins Wasser gelassen. Es war bis dahin restauriert und trocken gelegt worden. Allerdings gab es nur kurze Zeit später mit dem Wasserrad ein Problem: Es hatten sich Schrauben am Wasserrad gelöst und Bretter hingen schief. Also musste es erneut von der Berufsfeuerwehr Augsburg mit zwei speziellen Zahnstangenwinden, wie man sie normalerweise für das Eingleisen von Straßenbahnen verwendet, aus dem Schwallech gehoben werden. Danach passierte erst einmal nichts mehr mit dem Wasserrad.

Im Juli 2012 stellte dann der damalige Oberbürgermeister? Dr. Kurt Gribl im Goldenen Saal den Bildband "Historische Wasserwirtschaft und Wasserkunst in Augsburg" zur Bewerbung der Stadt Augsburg um den Titel Unesco-Weltkulturerbe vor, in dem auch das historische Wasserrad am Schwalllech vorgestellt wurde. Es sei sechs Tonnen schwer und habe 40 hölzerne Schaufeln. Nur: Das Wasserrad war nicht mehr in Betrieb, obwohl es 26 Jahre Teil des Handwerkerwegs war. Das Tiefbauamt? hatte das Wasserrad in der Zwischenzeit wieder abtransportieren lassen, weil es zusammenzubrechen drohte.

Nach der Bewerbung Augsburgs um den UNESCO-Welterbetitel mit dem Thema Wasserkraft kamen im Herbst 2012 Pläne auf, erneut ein nach historischem Vorbild erstelltes Wasserrad am Schwallech aufzubauen, was mindestens 50.000 € kosten sollte. Außerdem überlegte man den Bau von weiteren Wasserkraftanlagen am Schwallech, allerdings von modernen Turbinen und Geräten zur Energiegewinnung.

2013 sollten die Veranstaltungen der „Augsburger Wassertage“ mit ihren Erträgen dem Bau und der Installation eines neuen Wasserrads am Schwallech zugute kommen. Bei diesen Veranstaltungen wurde eine Spendenbox aufgestellt, deren Einnahmen für das neue Wasserrad verwendet werden sollten.

Am 5. Juli 2015 nahm man ein neues Wasserrad am Schwallech in Betrieb. 2013 wurde das marode Wasserrad von 1986 an gleicher Stelle aus Sicherheitsgründen abgebaut. Mit einer Spendenaktion und Unterstützung zahlreicher Firmen konnte das Rad erneuert werden. Den Löwenanteil trugen die Stadtwerke Augsburg zur Finanzierung des rund 124.000 Euro teuren Wasserrades bei. Den Bau eines neuen Wasserrades wurde im Rahmen der Unesco-Weltkulturerbe-Bewerbung zum Thema Wasserbau und Wasserkraft in Augsburg von der Regio Augsburg Tourismus GmbH angeregt. Es handelt sich um ein Eichenholz-Schaurad und Denkmal der Wasserkraftnutzung im Lechviertel ohne Funktion, das etwa vier Tonnen wiegt und an ein nahe gelegenes Wasserrad aus dem Jahr 1840 erinnert. Mehr als hundert Wasserräder arbeiteten in den Augsburger Lechkanälen, die zum Beispiel Mitte des 18. Jahrhunderts Getreide-, Säge-, Schleif-, Polier-, Öl-, Walk- und Papiermühlen, Wasserwerke und Hammerwerke antrieben. Das neue Wasserrad ist wie sein Vorgänger ein sogenanntes Pansterrad: Derartige Räder konnten bei Bedarf – wenn Flöße durchfahren sollten oder bei Eisgang – aus dem Kanal gehoben werden. Dazu sowie zu den historischen Wasserrädern und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für Augsburg gibt jetzt eine neue Informationstafel beim Wasserrad Auskunft. Die Firma Holz Denzel aus Wertingen hat das schwere Eichenholzrad mit einer holzverkleideten Edelstahlwelle konstruiert. Einen Großteil ihrer Arbeit hat das Unternehmen nicht in Rechnung gestellt – ebenso wie die Firma Montec International, die das Rad nach Augsburg transportierte.

Details

Als TW 26 Reichsstadtmühle brachte das Wasserrad am Schwallech früher eine Leistung von 75 Kilowattstunden, was in etwa der Versorgung von 24 Einfamilienhäusern mit Elektrizität entsprach.

Lage


Weblinks


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