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Schönbachsiedlung

eine Siedlung in Augsburg Oberhausen-Nord?, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Umfeld der Schönbachstraße entstand

Allgemeines

Zunächst war die Schönbachsiedlung ein Wohngebiet von Augsburgern, die im Zweiten Weltkrieg durch den Bombenkrieg ihre Wohnung verloren hatten. Damals fehlten mehr als 10.000 Wohnungen in Augsburg. So bildeten die einfachen Hütten der Schönbachsiedlung für ausgebombte Familien behelfsmäßige Wohnungen.

Die anfänglich als Provisorium für ausgebombte Familien, Heimatvertriebene? aus der Bukowina? oder Russland galt, ist heute eine Siedlung in Augsburg wie andere auch. Viele ihrer Bewohner sind Abkömmlinge der ersten Siedlergeneration.

Die Schönbachsiedlung hat Freizeitwert aufgrund der Wertach. Man geht den Langweider Weg nach Osten, gelangt nach etwa 100 Metern auf die Äußere Uferstraße? und nur noch Kleingärten trennen vom Ufer der Wertach bzw. des Lechs, in den die Wertach hier mündet. Im Norden des Langweider Wegs schließt sich das Fischerholz an, wo früher sozial Deklassierte lebten.

Geschichte

Während des Zweiten Weltkriegs richteten die Nationalsozialisten? auf einem Teil des Geländes der heutigen Schönbachsiedlung ein Zwangsarbeiterlager? ein. Es wurde 1942 als so genanntes "Sammellager Nummer II" errichtet und beherbergte bis 1944 im Schnitt immer etwa 4.000 Kriegsgefangene und zivile Fremdarbeiter? aus verschiedenen Nationen.

1946 erhielten etwa 40 Augsburger von der amerikanischen Besatzungsmacht die Erlaubnis, im Bereich der heutigen Schönbachstraße Notunterkünfte im Rahmen einer Selbsthilfeaktion zu errichten. Diese Erlaubnis der Amerikaner sollte für zehn Jahre gelten. Genau war festgelegt, dass die einzelnen Grundstücke höchstens 350 Quadratmeter und jedes Häuschen höchstens 45 Quadratmeter Wohnfläche haben durfte. Nach zehn Jahren sollten die Hütten wieder abgerissen und das Gelände als Ackerland genutzt werden.

Nachdem die ersten Siedler in der Schönbachsiedlung zu bauen begonnen hatten (meist mit Kriegsschuttmaterial), schlossen sich ihnen viele weitere ausgebombte Familien an. Ohne Genehmigung Bis zum Ende der 1950er Jahre kamen immer weitere Wohngebäude in der Schönbachsiedlung hinzu. Die Wohnraumnot in Augsburg war groß und so drückte man beide Augen zu, auch wenn das Weiterwuchern der Schönbachsiedlung der Stadtverwaltung bald ein Dorn im Auge war.

Bis 1963 trug die Siedlung noch den Namen Fischerholz von dem etwas weiter nördlich gelegenen Gelände dieses Namens. Doch benannte man sie damals in Schönbachsiedlung um, vielleicht um damit einen Neuanfang zu signalisieren und das Stigma der Notsiedlung hinter sich zu lassen.

1969 konnten die seit 1956 illegal auf dem Gelände lebenden Menschen und andere Bauwillige Grundstücke in der Siedlung kaufen. Schon damals gab es hier Ein- und Mehrfamilienhäuser sowie nachbarschaftliches Engagement.

Details

Für viele Augsburger Ende der 1940er Jahre und in den 1950er Jahren war die Schönbachsiedlung ein Gebiet, das sie als Notsiedlung kannten und dem sie kein gutes Etikett aufklebten. Wer von hier kam, war zu Beginn der Besiedlung nicht gern gesehen und hatte Probleme Arbeit zu finden. Viele Jahre hinweg lebten am Rand der Schönbachsiedlung auch Sinti und Roma. Die Nazidiktatur der Jahre zuvor hatte dafür gesorgt, dass man an ihnen kein gutes Haar ließ und ihre Präsenz auf die Beurteilung der Bewohner in der Schönbachsiedlung abfärbte.

Es gibt für die Schönbachsiedlung einen eigenen Siedlerverein, der gemeinschaftliches Engagement fördert, gemeinsame Ausflüge oder Weihnachtsfeiern veranstaltet.

Im Laufe der Jahre verlor die Schönbachsiedlung ihren negativen Ruf und ist heute eine gefragte und angenehme Augsburger Wohngegend.

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