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Schleifenstraße

eine innerstädtische Entlastungsstraße in Augsburg, die den Süden der Stadt mit dem Osten verbindet

Allgemeines

Schleifenstraße nennen die Augsburger eine innerstädtische Entlastungsstraße in der Form einer Schleife. Sie geht von der Haunstetter Straße auf Höhe der Schertlin- bzw. Frischstraße? ab, führt auf Höhe der Theodor-Wiedemann-Straße? zur Friedberger Straße?, dann zur Berliner Allee?, über die Anton-Fugger-Brücke zur Blücherstraße, wo die so genannte Kleine Ostumgehung beginnt und das Industriegebiet-Ost in Lechhausen an die A 8 anbindet. Über die Haunstetter Straße, die Rumplerstraße und die Friedrich-Ebert-Straße schließt die Schleifenstraße auch die B 17 Richtung Landsberg am Lech an.

Die Schleifenstraße entlastet die Rote-Tor-Umfahrung, die vor der Eröffnung der Schleifenstraße chronisch überlastet war und besonders in der Rushhour nie ohne große Staus befahren werden konnte.

Wie die B 17 im Westen Augsburgs, die Kleine Ostumgehung und die Große Ostumgehung? (AIC 25?) gehört die Schleifenstraße zum Augsburger Tangentensystem, das durch die MAN-Spange? und die westliche Entlastungsstraße zwischen Bürgermeister-Ackermann-Straße? und Gögginger Straße weiter ausgebaut werden soll.

Geschichte

Die ersten Planungen zur Schleifenstraße gehen auf die 1930er Jahre zurück.

Die Stadt Augsburg nahm den Bau der Schleifenstraße 1951 in ihren Wirtschaftsplan und später in seine Fortschreibungen auf.

1978 nahm die Stadt Augsburg die Schleifenstraße in den Gesamtverkehrsplan auf, der 1998 fortgeschrieben wurde. Darin rechnete man für 2010 mit einer Verkehrsbelastung der Schleifenstraße von 34000 bis 46000 Fahrzeugen pro Tag, was zu einem vierspurigen Ausbau mit Abbiegespuren an den Knotenpunkten führte. Der Plan sah eine Breite von 13,5 Metern, eine dreireihige Baumallee und Geh- wie Radwege vor. Die Trassenführung durch den Siebentischwald wurde in den Planungen als die technisch einfachste Lösung beschrieben, doch wurde sie wegen der dort vorhandenen Trinkwasserschutzgebiete schon im Gesamtverkehrsplan von 1978 ausgeschlossen.

Der Spatenstich für die Schleifenstraße fand im Dezember 1993 für die Anton-Fugger-Brücke statt. Sie wurde als erstes Teilstück der Strecke im Juli 1997 eröffnet.

Im Gesamtverkehrsplan von 1978 verlief die Schleifenstraße anders als heute auch nach Westen und sollte an die Rosenaustraße anschließen. Diese Weiterführung strich der Stadtrat am 2. März 1995 aus den Planungen, womit die heutige Trassenführung beschlossen war.

Nun erhob sich der Widerstand von Bürgern, die eine Trennung des Textilviertels und Eingriffe in den nördlichen Teil der Siebentischanlagen? verhindern wollten. Deshalb kam es 1997 zu einem Bürgerentscheid? über den Bau der Schleifenstraße, der von der Mehrheit der Augsburger befürwortet wurde (ca. 80 % Zustimmung). Erst nach diesem Entscheid war der durchgehende Bau der Schleifenstraße gesichert. Er dauerte etwa elf Jahre änderte die Verkehrssituation in Augsburg grundlegend. Der gesamte Schleifenstraßen-Bau kostete den Steuerzahler mehr als 100 Mio. Euro.

Mit der Eröffnung der City-Galerie konnte das Teilstück zwischen der Berliner Allee? und dem Einkaufszentrum eröffnet werden.

Zwischen Mai 1999 und November 2001 wurde die Rote-Tor-Umfahrung als drittes Teilstück der Schleifenstraße fertig.

2001 konnte die etwa 11 Meter lange Brücke über den Schäfflerbach? fertig gestellt werden. Die Kosten lagen bei etwa 245.000 Euro.

Kern des vierten Teilstücks der Straße war der Tunnel der Schleifenstraße, der etwa 21 Mio. Euro kostete. Dieses letzte Teilstück zwischen der Provinostraße und der Friedberger Straße wurde 2004 fertig.

Die Gesamtkosten des Schleifenstraßenbaus beliefen sich am Bauende auf 103 Mio. €. Davon entfielen auf

  • Grunderwerb 13,7 Mio. €
  • Ingenieur-/Planungsleistungen 7,3 Mio. €
  • Rodung, Abbruch 1,5 Mio. €
  • Altlastenentsorgung 4,8 Mio. €
  • Straßenbau 17,6 Mio. €
  • Bepflanzung 2,8 Mio. €
  • Bauten 41,8 Mio. €
  • Lärmschutz 5,3 Mio. €
  • Beleuchtung ohne Tunnel 1,7 Mio. €
  • Verkehrsleittechnik 1,6 Mio. €
  • Sonstiges (Geländer etc.) 2,1 Mio. €
  • Spartenumlegung (Leitungs- und Rohr-Verlagerung) 2,8 Mio. €

Der Freistaat Bayern? förderte den Bau der Schleifenstraße mit 80 % der zuwendungsfähigen Kosten.

Details

Die Schleifenstraße änderte vor allem das Stadtbild des Textilviertels entscheidend, indem sie das Viertel in einen Nord- und einen Südteil trennt und gewachsene Verkehrswege trennt.

Aus Gründen des Lärmschutzes und des Umweltschutzes ist die Schleifenstraße auf Tempo 50 ausgelegt.

Über eine große Kreuzung verbindet die Schleifenstraße mit dem Einkaufszentrum City-Galerie. Vielleicht ist gerade an dieser Stelle die hohe Verkehrslast und der damit verbundene Lärm am bedrückendsten.

Die hohen Lärmschutzwände der Schleifenstraße haben Riegel- und Barrierewirkung. Sie sind etwa drei Meter hoch und haben teilweise aufgesetzte Glaswände. Selbst Augsburgern fällt es an manchen Stellen der vierspurigen Verkehrsader schwer zu sagen, wo sie sich gerade befinden oder haben Schwierigkeiten die richtige Ausfahrt zu wählen, um am schnellsten dorthin zu kommen, wo sie hinwollen. Trotzdem sehen viele Augsburger die Schleifenstraße positiv, nicht nur, weil das Verkehrschaos rund um das Rote Tor durch die Straße Geschichte wurde, sondern auch, weil durch die Schleifenstraße manche Quartiere besser erschlossen wurden und sich trotz mancher Brachflächen entlang der Tangente doch viele neue Firmen, Märkte und großflächige Einzelhandelsgeschäfte angesiedelt haben, die auch von Menschen aus der Region Augsburg leicht erreicht werden können.

Die Augsburger Stadtplaner hoffen, dass es gelingt, einen neuen „Stadtraum Schleifenstraße“ zu formen, indem auf den Brachflächen entlang der Schleifenstraße zwischen City-Galerie und Lech neue, Stadtbild prägende Randbebauungen entstehen, die als Lärmabschirmung für die hinteren Quartiere dienen. Das ist zum Teil gelungen.

Immerhin bemühten sich die Planer um Maßnahmen, den Eingriff, den die Schleifenstraße bedeutet, zu kaschieren. Am Lochbach, Siebenbrunnenbach? und Kaufbach? hat man die Querung durch die Schleifenstraße genutzt, kleine Biotope zu schaffen. Durch eine Grünbrücke verband man das Rotes Tor über die Allee der Baumgartnerstraße? mit den Siebentischanlagen?. Auch beim Bau der Anton-Fugger-Brücke achtete man auf landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen. Auch dass der Glaspalast durch die Schleifenstraße in seiner Lage als bedeutendes Industriedenkmal Augsburgs in das Bewusstsein der Stadt rückte, kann positiv gesehen werden. Fährt man von Lechhausen auf der Schleifenstraße auf die Innenstadt zu, schafft die neue Sicht auf Sankt Ulrich und Afra an der Hangkante der Augsburger Hochterrasse? für viele Augsburger eine neue Identität stiftende Blickachse.

Der Bau der Schleifenstraße tangierte auch das öffentliche Fribbe-Bad?, ein Flussbad, um das viele Augsburger bangten. Durch die Renovierung und den Ausbau von Freizeitmöglichkeiten rund um das „Fribbe“ scheint heute jeder Augsburger mit der neuen Situation leben zu können.

Innerhalb der Umfahrung am Roten Tor, also kurz nach der Haunstetter Straße, ist eine mehr als 400 Meter lange Strecke in eine Grundwasserwanne gelegt. Als „Weiße Wanne“ wurde der Trogquerschnitt in offener Bauweise erstellt. Für Niederschlagswasser gibt es sogar ein eigenes Pumpwerk zum Freihalten der Straße. Über die Grundwasserwanne kreuzen Verkehrswege, die teils auf der Wanne aufgelegt wurden.

Teilstücke der Schleifenstraße sind:

Manche Augsburger Stadtplaner denken schon weiter und wollen die Schleifenstraße zwischen der City-Galerie bis zur Tunneleinfahrt an der Prinzstraße? tiefer legen und mit einem Stadtpark überdachen. So wollen sie eine Grünverbindung zwischen den Altstadt-Wallanlagen bis zum Lech schaffen, womit auch eine Fußwegverbindung von der Maximilianstraße über den Milchberg und die Provinostraße zum Textil- und Industriemuseum ermöglicht werden soll.

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