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Schaflinger, Knut

ein in Österreich geborener Medienschaffender und Schriftsteller, der in Augsburg lebt

Leben und Wirken

Knut Schaflinger wurde 1951 in Graz (Österreich) geborten. Seine Kindheit verbrachte er in Bruck an der Mur. Er studierte Wirtschaftswissenschaften in Wien.

Von 1975 bis 1995 arbeitete er als freier Filmemacher und Autor beim Bayerischen Fernsehen? in München. Anschließend übernahm er bis 2016 die Position des Chefs vom Dienst und eines Radakteurs bei den ARD-Tagesthemen in Hamburg.

1995 brachte Knut Schaflinger seinen ersten Lyrikband heraus. Titel: Drei Teile von Licht. Seit diesem Zeitpunkt veröffentlichte Schaflinger regelmäßig Lyrik. Seine Arbeit als Redakteur bei den Tagesthemen und seine lyrische Betrachtung von Welt hängen wie kommunizierende Gefäße zusammen. Das Eine geht bei ihm nicht ohne das Andere. Es tut ihm gut, seine durch Krise, Krieg, Krawall und Grusel versaute Sprache im Ätzbad der Poesie zu reinigen, wie er es selbst ausdrückte.

Kritiker finden seine Art, Gedichte zu schreiben, eigenwillig und sehen in dem Lyriker ein einmaliges Phänomen in der modernen deutschen Lyriklandschaft. Knut Schaflinger erschaffe aus kleinen Dingen große Gedichte. Knut Schaflingers Gedichte zeichnen sich durch eine ungewöhnliche Bildfindung und einen eigenen Ton aus. Sie zeigen, was eine Metapher vermag. Unterschiedliche Bildausschnitte fügt der Poet zu einem Gesamtbild. So werden seine Gedichte anschaulich und verlieren dennoch nichts von ihrer Originalität. Knut Schaflinger sieht die Kritik als einen lyrischen Redakteur, der mit genauester Schärfeeinstellung seiner Sprachkamera, mit prägnanter metaphorischer Bildführung und Bildfindung verblüffend Neues über Altbekanntes sagt. Geschmack, Klang und Duft der alltäglichen Realität gibt er so wider, dass wir sie als etwas Großes begreifen.

Die Jury des Feldkircher Lyrikpreises schrieb in der Begründung ihrer Preisverleihung, Knut Schaflinger führe die Leser in seinen Gedichten vom Titel bis zur letzten Zeile Wort für Wort durch vielschichtige Bildkomplexe. Am Ende stünden augenscheinlich greifbare Sinnwelten, die sich doppelbödig auffalten und Strukturen des Ganzheitlichen schaffen. Schaflinger wolle mehr als die Rekonstruktion gespeicherter Vorstellungen. Der Dichter verlange seinen Lesern nichts Geringeres ab als die Neukomposition der Bilder der erlebten Wirklichkeit: "Auf diese Weise eröffnet er seinen Lesern einen gänzlich ungewohnten, verfremdeten Blick auf alltäglich Wahrgenommenes."

Besonders auffällig an Schaflingers Lyrik ist sein häufiger Gebrauch des Enjambements, das sich in fast allen seinen Gedichten findet. Das Enjambement versieht die Zeilenenden mit doppeltem Sinn und die Gedichte mit neuen Fügungen. Es ist ein Zeilen- oder Verssprung und tritt in einer Folge von Versen dann auf, wenn eine Satz- oder Sinneinheit über das Ende eines Verses hinaus auf den folgenden Vers übergreift.

Knut Schaflinger heiratete in Augsburg und lebt heute hier.

Sonstiges

Knut Schaflinger war ehemals Dozent an der Henry-Nannen-Journalistenschule in Hamburg und an der Bayerischen Akademie für Fernsehen in München.

Als Poet zählt Knut Schaflinger zahlreiche Veröffentlichungen in vielen Literaturzeitschriften und Anthologien. Insgesamt schrieb er neun Lyrik-Einzelbände, z. B. Die Ungeduld der Kompassnadel, Weilerswist/Köln, 2015.

Knut Schaflinger lebt unspektakulär und scheint keine Ambitionen auf Medienhype zu haben, sondern veröffentlicht seit Jahrzehnten Gedichtbände. Aber selbst eingefleischten Lyriklesern ist er noch immer unbekannt.

Werke (Auswahl)

  • Drei Teile vom Licht. Gedichte, Fulda 1995
  • Der geplünderte Mund, Weissach 1998
  • Das Versprechen der Steine, Hanau 2001
  • Scherben und Mosaike, Sankt Ingbert 2005
  • Abhanden, Sankt Ingbert 2007
  • Flüchtige Substanzen, Nördlingen 2009 (zusammen mit Anton G. Leitner)
  • Schneebrand, Weilerswist 2011
  • Beim Verlassen des Hauses, Weilerswist 2014

Auszeichnungen (Auswahl)

  • 2003 Finalist des Christine-Lavant-Preises
  • 2004 Dulzinea-Lyrikpreis
  • 2005 Lyrikpreis Feldkirch
  • 2014 Finalist beim Dresdner Lyrikpreis

Weblinks


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