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Sankt Peter am Perlach

eine Augsburger Wallfahrtskirche; ältester Ziegelbau in Süddeutschland?, romanische Hallenkirche

Sankt Peter am Perlach Augsburg © Eva Stuhlmüller

Allgemeines

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Nicht alle Augsburger haben St. Peter am Perlach schon besucht. Meist steht der Perlachturm im Mittelpunkt des Interesses, die kleine Kirche unter dem Turm wird oft übersehen. Vom Westjoch der Kirche aus ist der Perlachturm zugänglich. Die Kirche nutzt den Perlachturm quasi als Kirchturm.

Auch dass St. Peter am Perlach eine Wallfahrtskirche ist, wissen nur wenige Augsburger. Der komplette Name der Kirche lautet Sankt Peter am Perlach - Wallfahrtskirche zur Gottesmutter "Maria Knotenlöserin". Maria wird hier als die Frau verehrt, die den von Eva geschnürten Knoten der Sünde löst. Das Patrozinium wird am 29. Juni gefeiert, als Nebenpatronin feiert man die hl. Felicitas. St. Peter am Perlach ist eine Filialkirche von St. Moritz, ist katholisch und gehört zum Dekanat Augsburg-Stadtmitte. Eigene Pfarr-Rechte hat und hatte die Kirche also nie.

Der Perlachhügel ist die Basis der Kirche Sankt Peter am Perlach. Der Perlachhügel liegt auf einem Areal, das sich vom Perlachberg nördlich bis zum Moritzplatz südlich und von der westlich gelegenen Philippine-Welser-Straße bis zum östlichen Hangabbruch erstreckt.

Siehe auch

Die Geschichte der Kirche

Gründung eines Kollegiatstiftes

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1067 ist das Gründungsjahr eines Kollegiatstiftes bei Sankt Peter am Perlach. Damals bestand die Kirche schon. Wann genau sie errichtet wurde ist unbekannt. Wir wissen nur, dass ein Edler namens Schwigger von Balzhausen? einer kleinen Gemeinschaft bei Sankt Peter am Perlach etwas Gutes tun wollte und ihr deshalb das Gut Lamerdingen? im Ostallgäu? samt Zubehör und 20 Leibeigenen stiftete. Diese finanzielle Basis ermöglichte der kleinen Gemeinschaft zu wachsen und bald schon wurden ein Probst und drei Kanoniker erwähnt. Als Gegenleistung erwartete der Stifter, dass die Kleriker für ihn und seine Familie beteten, dass die Pforten der Himmelstür sich für die Sippe weit öffnen möge und seine Angehörigen von den Qualen der Hölle verschont blieben.

Wachsender Reichtum

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In den folgenden Jahrhunderten werden die Vorsteher der Gemeinschaft, sprich die Pröpste, einmal vom Augsburger Bischof, ein anderes Mal vom Papst in Rom ernannt, was zeigt, dass die Kirche Sankt Peter am Perlach nicht unbedeutend war. Meist kamen die Kleriker aus bedeutenden Augsburger Patrizierfamilien, z. B. aus so berühmten Familien wie den Familien Fugger, Ilsung?, Imhof?, Langenmantel? oder Rehlinger?. Wen wundert es da, dass Sankt Peter am Perlach durch Schenkungen immer reicher wurde? Die Folge von Reichtum unter Klerikern und klosterähnlichen Gemeinschaften ist immer wieder die gleiche: Lockerung des frommen Lebenswandels. Und deshalb sind viele Satzungen erhalten, die den Chorherren gebetsmühlenhaft die Regeln geistlichen Lebens einschärfen, ja manchmal musste sogar gemahnt werden, man möge doch bitte zum Gebet und zu Gottesdiensten anwesend sein.

Im 11. Jahrhundert hielten Kaufleute in der näheren Umgebung der Kirche Märkte ab und 1260 erwähnt eine Urkunde, dass neben der Kirche ein Fischmarkt existiert und daneben das Rathaus von Augsburg steht. Der Platz mit dem Fischmarkt gehörte zur Kirche und wurde noch im 17. Jahrhundert als so genannter Richt- und Schandplatz benutzt. Vor der Kirche breitete sich der Eiermarkt aus, der heutige Rathausplatz.

Enge Verbindung mit der Stadt

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Als ab 1385 das gotische Rathaus der Stadt gebaut wurde, legte man fest, dass vor einer Bürgermeisterwahl am Dreikönigstag ein Gottesdienst stattfinden sollte, womit Sankt Peter am Perlach zur Kirche des Rates der Stadt wurde.

In einem Vertrag zwischen dem Stift und der Stadt von 1622 werden die Verbindungen noch enger geknüpft: Immer beim Gang in den Rat und am Wahltag selbst soll eine Messe für die katholischen Ratsherren gelesen werden, wofür die Kanoniker 200 Rheinische Gulden pro Jahr bekamen. Wie eng die Verbindungen zwischen Stift und Stadt waren, zeigt auch die Tatsache, dass sich der Stadtpfleger? Johann Caspar Rembold? 1664 zum Priester weihen ließ und Vorstand von Sankt Peter am Perlach wurde.

Selbst heute sind die Verbindungen traditionell eng und jedes Jahr nach der Sommerpause wird in Sankt Peter am Perlach für den Stadtrat und den Oberbürgermeister? ein ökumenischer Gottesdienst gehalten.

Reformation und Säkularisation

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Angesichts dieses Hintergrundes verwundert es, dass die Reformation die Kanoniker von Sankt Peter nicht mit voller Wucht traf. Ja, sie mussten kurzzeitig 1537 nach Landsberg? und 1538 nach Dillingen? übersiedeln, aber schon bald darauf sind sie wieder in Augsburg und bekommen Gesellschaft von den Schwestern des Klosters Maria Stern?, die bis 1576 in Sankt Peter am Perlach an den Werktagsmessen teilnehmen.

Der letzte Propst von Sankt Peter am Perlach hieß Joseph Anton von Imhof? und regierte von 1759 bis 1805. Das heruntergekommene und verarmte Kloster wird 1803 vom Staat im Zuge der Säkularisation aufgelöst, womit ein 735jähriges Stiftsleben an Sankt Peter am Perlach endet. Man pensionierte Propst und Kanoniker und schloss die Kirche 1807. Der Staat Bayern freute sich über die gewonnenen Liegenschaften und das Eigentum an der Kirche.

Ein Bürgerverein wird gegründet

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Schon 1780 wurde ein Messbund von Sankt Peter am Perlach erwähnt. Einige Mitglieder dieses Messbundes verhindern den Abriss der Kirche im Zug der Säkularisation. Bürger? von Augsburg erklärten sich bereit, die Kirche aus eigenen Mitteln zu erhalten. 1811 gab der bayerische König die Kirche wieder zum Gottesdienst frei.

1852 wollte man den Erhalt der Kirche auf Dauer sicherstellen und gründete zu diesem Zweck eine so genannte Administration für die Kirche. Der Vorstand dieser Administration bestand aus sechs Personen, die sich um die Betreuung und Verwaltung kümmerten. 1913 wurde diese Administration als Bürgerverein bei Sankt Peter am Perlach e. V.? im Vereinsregister eingetragen. Es kam zu Verträgen zwischen dem bayerischen Staat und diesem Verein, der Rechte und Pflichten regelte. Auch heute noch teilt sich dieser Verein die Verantwortung für Sankt Peter am Perlach mit dem Freistaat Bayern.

1893 fand man bei Renovierungsarbeiten am Apsisbogen des südlichen Seitenschiffs ein Gemälde. Wahrscheinlich stellte es die hl. Magdalena und die hl. Elisabeth dar. Schon nach der Freilegung fertigte man eine großformatige Aufnahme zur Dokumentations an, denn es handelte sich um eine der ältesten erhaltenen Monumentalmalereien in Augsburg. Sie stammt aus dem dritten Viertel des 13. Jahrhunderts.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen 1954 die Jesuiten? die Gottesdienste an Sankt Peter. Noch in den 1990er Jahren diente die Kirche den in Augsburg lebenden Italienern als Pfarrkirche.

2012 wurde in St. Peter am Perlach ein mosaikartiges Selbstporträt ausgestellt, das aus 393 Einzelporträts verschiedener Menschen bestand. Diese Bilder waren unterschiedlich groß und von unterschiedlicher Farbe. Aus der Nähe sah man eine Menge kleiner Porträts auf einer großen Leinwand, aus der Entfernung betrachtete man das Antlitz der Künstlerin Gabriele Grones.

Tausende Pilger aus ganz Bayern wallfahrten am 9. Mai 2015 zur "Knotenlöserin" nach Augsburg. Grund dafür war das 100-jährige Jubiläum der Erhebung von Maria als Schutzfrau Bayerns. Zur Vorbereitung auf dieses Jubiläum trafen sich seit 2011 jedes Jahr im Mai alle bayerischen Bistümer zu einer zentralen Marienwallfahrt.

Der Bau

Baugeschichtliches

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Wie die Kirche in ihrer Frühzeit aussah, weiß man nicht. Kriege und Feuer zerstörten sie mehrmals, weil sie nicht im ummauerten Dombezirk? lag. Der heutige Bau ist der Nachfolgebau einer Kirche, die unglücklicherweise während eines Gottesdienstes einstürzte. Er wurde ab 1182 gebaut und gehört damit zu den ältesten Gebäuden, die in Augsburg erhalten sind. Zum ersten Mal nach der Römerzeit wandte man hier wieder die Ziegelbauweise an. Sankt Peter am Perlach gehört mit dem Freisinger Dom?, dem Münster in Moosburg? und dem ehemaligen Benediktinerkloster Thierhaupten? zu den frühesten Gebäuden in Süddeutschland?, die in dieser Bauweise erstellt wurden. Aus dieser frühen Zeit der Kirche ist noch ein Pantokrator (Allherrscher) erhalten, ein Christus aus Terrakotta.

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1248 wird eine nördlich an den Kirchenbau anschließende Kapelle, die der heiligen Katharina geweiht ist, erwähnt. 1273 ist sie neben der heiligen Katharina auch der heiligen Felicitas zugeeignet. Leider wird sie beim Bombardement Augsburg 1944 so schwer beschädigt, dass sie nur als einfacher Raum wieder errichtet und als Sakristei verwendet wird.

1526 erhöhte man den Turm der Kirche und zog aus statischen Gründen im Westjoch und auf der Empore Mauern ein.

Relativ spät barockisiert man die Kirche im 17. und 18. Jahrhundert, was sich vor allem in der Veränderung der Fenster zeigt, die jetzt mehr Licht in die Kirche lassen.

Renovierungen

Renovierungen gab es im Laufe der Jahrhunderte viele. In neuerer Zeit sind mehrere Renovierungen erwähnenswert.

1893 renovierten der Bildhauer Carl Port? und der Historienmaler Peter Locher? aus München die Kirche. Sie legten mittelalterliche frühgotische Fresken und Fresken des 18. Jahrhunderts frei. Im Mittelschiff der Kirche entdeckte man sogar die Tumba des Kirchenstifters Schwigger von Balzhausen?.

Im Jahr 1935 nahm sich das Landesamt für Denkmalpflege? erneut der Kirche an. In der Bombennacht vom 24. auf den 25. Februar 1944 brannte leider das Dach der Kirche völlig aus. 1946 konnte ein Notdach errichtet werden und 1954 war die Kirche wieder hergestellt. Während der Restaurierungsarbeiten legte man das Dreikönigsfresko frei. Eine komplette Innenrenovierung fand 1982 statt. Eine Generalsanierung mit statischer Sicherung erfolgte in den Jahren 2005 und 2006.

Das Äußere

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Leider kann man die Kirche von Außen nicht in ihrer Gänze wahrnehmen, da die umgebende Bebauung zu dicht an der Kirche steht. Nur von der Sterngasse? oder vom Hinteren Perlachberg aus kann man die Kirche einigermaßen erfassen: An der Abbruchkante der Augsburger Hochterrasse? steht der Ostchor mit der halbrunden Apsis. Spitzbogenfenster sind zu erkennen, die später eingebaut wurden. Dahinter erhebt sich ein Stufengiebel mit einem Bogenfries. Die Langhauswände sind durch Lisenen und Rundbogenfriese gegliedert. Elias Holl ist der Schöpfer der Portalvorbauten mit ihren flachen Dreiecksgiebeln (1626).

Das Innere

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Der Innenraum hat eine Länge von 27,50 Metern, ist fast 15 Meter breit und im Mittelschiff etwa 10,60 Meter hoch. Es handelt sich um eine der wenigen romanischen Hallenkirchen, die sich in Süddeutschland? erhalten haben, die Schiffe sind fast alle gleich hoch. Das Querschiff fehlt. Kreuzgewölbe bedecken die vier Joche, aus denen Mittel- und Seitenschiffe bestehen. Jedes Schiff endet unterschiedlich: das Mittelschiff in dem rechteckigen Hauptchor, das südliche Seitenschiff in einer halbrunden Apsis, das nördliche kürzere Seitenschiff in einem Altarraum. Die Kämpfer der Pfeiler stammen aus dem Barock? und ruhen auf einfachen Plinthen. Das Westjoch wird durch den Unterbau der Orgelempore gebildet, die von Pfeilern mit Halbsäulen auf attischen Basen abgestützt wird.

Die Orgelempore ist dreifach gegliedert: Ein mittlerer Teil, in dem heute die Orgel steht, diente früher vielleicht als Kapelle, rechts und links davon befinden sich Räume, die sich über Arkaden zum Hauptraum hin öffnen. Die Arkaden sind durch romanische Säulen mit Blatt- und Palmettenornamenten an den Kapitellen geschmückt.

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Im Chor, der durch die Barockzeit? am stärksten umgestaltet wurde, beherbergt den marmorierten Hochaltar, der 1760 bis 1770 errichtet wurde. Zwei Putti sitzen auf dem gesprengten Gebälk. Dazwischen ein Altarblatt, das Anton Jacob Fugger? 1625 gestiftet hat. Johann Matthias Kager, der Augsburger Stadtmaler, hat das Gute-Hirte-Motiv geschaffen. Auch der Kirchenpatron Sankt Petrus ist dargestellt, ein Werk von Johann Georg Bergmüller.

Der Tabernakel ist von 1707, stand aber zunächst auf dem Herz-Jesu-Altar im Dom Unserer Lieben Frau, bevor er 1864 vom Bürgerverein erworben und in die Kirche Sankt Peter am Perlach übertragen wurde. Er ist aufwändig mit einer Dekoration aus Früchten, Blumen und Akanthus geschmückt.

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In der südlichen Wand des Altarraums befindet sich die Grabplatte des Stifters der Kirche; entstanden ist sie wohl in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Vor der Barockisierung der Kirche war die Grabplatte Teil eines Hochgrabes, das in der Mitte der Kirche stand. In die nördliche Wand des Altarraums ist ein Sakramentshaus eingelassen. Es trägt das Fuggerwappen und das Datum 1522. Das Werk der Frührenaissance ist mit Solnhofer Kalkstein gerahmt. Gestiftet wurde es von Marcus Fugger dem Jüngeren?, der Sankt Peter am Perlach auch als Probst vorstand.

Vor dem Chorraum stehen seitlich Wandpfeiler, die von Skulpturen flankiert werden. Zum einen handelt es sich um eine Augsburger Muttergottes, die ursprünglich ein Jesuskind hielt, das aber verloren ging. Die Terrakottafigur soll um 1420/30 entstanden sein, wurde 1620 und 1670 überarbeitet und 1934 wieder in ihren Originalzustand versetzt. Zum anderen handelt es sich um die Skulptur des hl. Petrus, die Octavianus Secundus Fugger? der Kirche schenkte (1581). Neben dieser Figur des hl. Petrus gibt es noch eine zweite in der Kirche: sie ist aus Holz, dient heute als Ambo und stammt aus dem 15. Jahrhundert.

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Die nördliche Apsis birgt seit 1997 eine Reliquie der hl. Crescentia im mittelalterlichen Altar. Über dem Altar ist ein Kruzifix mit den Assistenzfiguren Maria und Johannes zu sehen. Es stammt vom Ende des 17. Jahrhunderts. Unter dem Altar ist ein Medaillon mit dem Portrait der Heiligen zu sehen. Es ist 1997 von Gernot Hausner? alten Kupferstichen nachempfunden worden.

In der südlichen Apsis schließlich ist das einzigartige Wallfahrtsbild der "Maria Knotenlöserin" zu sehen. Gestiftet hat es im Jahre 1700 der Patrizier Hieronymus Ambrosius Langenmantel?, der von 1666 bis 1709 Stiftskanoniker von Sankt Peter am Perlach war. Auf dem Bild löst Maria gerade einen verwickelten Knoten und zertritt mit ihrem Fuß den Kopf einer Schlange. In Anlehnung an die Apokalypse ist Maria mit der Sonne bekleidet, hat den Mond zu ihren Füßen und einen Kranz von Sternen um ihr Haupt. Bruno Bushart?, ein Kunsthistoriker aus Augsburg, hat das Gemälde Georg Melchior Schmidtner? zugeordnet, der 1625 geboren wurde und nach 1707 gestorben ist. Er hat auch das Hochaltarbild für die Pfarrkirche in Lamerdingen? geschaffen, die zu dem Augsburger Stift gehörte. Übrigens ist das Augsburger Bild der Knotenlöserin auch in Südamerika sehr verbreitet, schenkt es doch vielen Menschen Hoffnung auf die Lösung ihrer Probleme.

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Als Papst Franziskus im Sommer 2016 den internationalen Medien seinen neuen Sprecher und dessen Stellvertreterin vorstellte, zeigte er sich mit seinen beiden Mitarbeitern vor einer Kopie des Gemäldes der Maria Knotenlöserin. Diese Darstellung der Madonna in St. Peter am Perlach lernte der Jesuit Jorge Mario Bergoglio 1986 kennen. Der später zum Papst gewählte Jesuit förderte daraufhin die Verehrung des Gnadenbildes in seiner Heimat Argentinien. Deswegen die Kopie des Augsburger Gemäldes im Vatikan.

Zur einen Seite des Marienbildes steht die Skulptur des hl. Ulrich von 1520, auf der anderen Seite die Skulptur der hl. Afra aus dem frühen 18. Jahrhundert. Links davon ist ein Sakramentshaus für Karfreitag von Martin Ziegelmayr? in die Wand eingelassen (1995 geschaffen).

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Sowohl in der nördlichen wie in der südlichen Apsis sind bei Restaurierungsarbeiten mittelalterliche Fresken zum Vorschein gekommen. Nördlich: die Anbetung der Heiligen Drei Könige von ca. 1420 sowie Reste einer Wunder- und Bischofslegende in der Bogenleibung. Südlich: zwei Frauen aus dem Ende des 13. Jahrhunderts, wahrscheinlich die hl. Maria Magdalena mit Salbgefäß und die hl. Helena oder die hl. Elisabeth mit Krone. Schon bald nach der Entdeckung der Malereien ist in einer 1895 aus Anlass der Kirchenrestaurierung von 1893 zu lesen: "Herr Locher, Historienmaler in München hat dieses Wandgemälde sehr kunst- und pietätvoll wieder in würdigen Stand gesetzt." Sprich: Die Bilder wurden übermalt. Auch später sind sie immer wieder in Stand gesetzt worden.

Auch das Langhaus hat Kunstschätze aufzuweisen. Hier stehen vier Reliquiare, die man von der Dompfarrei erwarb (1864). Auch Reliefbilder des hl. Petrus und des hl. Paulus aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts sind erhalten. Sie gehören zu den ältesten im Augsburger Raum erhaltenen Wandgemälden. Über dem Eingang zur Felicitaskapelle steht in einer Nische die hl. Felicitas mit ihren Söhnen von 1520. Von Georg Johann Knappich? (1637 bis 1704) stammt das Gemälde des hl. Josephs, Patron der Sterbenden und Armen Seelen. Ursprünglich hat es wohl Ignaz von Schellenberg? 1696 für den Josephsaltar gestiftet. Aus der Zeit um 1700 stammt das Seitenschiffgestühl, vom Ende des 16. Jahrhunderts die Chorstallen, die sich vor den Apsiden der Seitenschiffe befinden. Die schmiedeeisernen Apostelleuchter und die Weihwasserbecken sind aus der Barockzeit?.

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In der südlichen Kapelle des Westjoches wird der Pantokrator in einer Kopie aufbewahrt, der in die Bauzeit der Kirche zurückreicht. Er soll 1182 entstanden sein und steht als Original im Maximilianmuseum. In der mittleren Kapelle kann man den so genannten "Fuggerchristus" sehen. Das Kreuz soll aus der Stiftung Georg Fuggers? stammen, die dieser 1522 gemacht hat. Von wem das Kreuz geschaffen wurde, ist nicht sicher. Möglicherweise stammt es aus der Werkstatt von Michel Erhart?.

Als 1782 der damalige Papst Augsburg besuchte, entfernte man im Dom Unserer Lieben Frau das Gitter zum Ostchor, weil seine Sänfte nicht durch das Tor des Gitters passte. Ein Jahr später kaufte es Sankt Peter am Perlach und die Kanoniker brachten es 1785 zur Absperrung des Kirchenraumes am zweiten Joch der Kirche an. Die Gitter stammen von 1656, wurden um 1700 erneuert und 1785 noch einmal renoviert.

Über der Orgelempore sind barocke Engel mit Spruchband von Christian Erhardt? zu sehen. Die Orgel stammt von 1688 und ist damit die älteste Orgel, die in Augsburg erhalten ist. Einigen Pfeifen der Orgel ist die Jahreszahl eingraviert. Man hat die Orgel im Jahr 1900 überholt und um vier Register erweitert. Heute verfügt sie über ein Manual mit vier Okatven, Pedal mit zwei Oktaven und elf Register und Pedalkoppel. Sie wird mechanisch betrieben und besitzt noch die originalen Zinnpfeifen.

Spirituelle Gedanken zu Maria Knotenlöserin

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Maria Knotenlöserin - Wallfahrtbild von St. Peter am Perlach in Augsburg. By Johann Georg Melchior Schmidtner um 1700 [Public domain], via Wikimedia Commons

Knoten, die sich nicht lösen lassen, machen Probleme. Ob der Knoten im Hals ist oder im Schnürsenkel. Es braucht viel Geduld, einen Knoten zu lösen. Zorn oder Aktionismus hilft selten weiter. Nur beim Gordischen Knoten half ein Entzweihauen. Im Alltag ist das meist kein gangbarer Weg.

Auch Seelenknoten zu lösen, braucht es lange Zeit. Menschen mit Depressionen können davon ein Lied singen. Meist hilft es, Dinge, Vorstellungen, fixe Ideen loszulassen, um frei zu werden. Wir sind in vielen Verstrickungen gefangen, die wir uns oft nicht bewusst machen. Die Wirrnis in uns aufzulösen, das geht nicht von heute auf morgen. Manchmal hilft dabei nicht nur ein langer Atem, sondern auch der Rat eines Mitmenschen.

Das Bild Maria Knotenlöserin erinnert an die Apokalypse. In ihr heißt es, dass Gott eine Zeit schaffen wird, in der alle Tränen getrocknet werden. Der Bischof Irenäus von Lyon (gestorben 202 n. Chr.) hat Maria in seinem Werk "Gegen die Irrlehren" als Knotenlöserin bezeichnet. Damit wollte er sagen: Maria hat Anteil an unserer Erlösung. Sie hat den ERLÖSER in die Welt gebracht.

Jeder darf mit seinen Lebensknoten zu ihr kommen und sie mit seinen Verknotungen im Leben belasten. Sie wird in Geduld helfen, die Wirrnisse durchzustehen. Und die gelösten Knoten können neu vernetzt werden.

Adresse

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Verwaltung der Kirche:
Bürgerverein bei St. Peter am Perlach
Am Hinteren Perlachberg 1 a
D-86150 Augsburg

Tel. 0821 / 50 10 10

Seelsorge an der Kirche:
Jesuitenhaus
Pater Erich Reithmeier SJ
Am Hinteren Perlachberg 1 a
D-86150 Augsburg

Tel. 0821 / 50 10 10


Öffnungszeiten

Die Kirche ist täglich von 8:00 - 18:00 Uhr geöffnet.

Gottesdienstzeiten:
Täglich 9:00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen

Beichtgelegenheit bzw. Möglichkeit zum persönlichen Gespräch:
Samstags 16:00 - 17:00 Uhr und sonst nach Vereinbarung

Weblinks


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