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Sankt Maximilian

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Sankt Maximilian ist eine katholische Kirche und Pfarrei im kirchlichen Dekanat Augsburg-Mitte? und bildet eine Pfarreiengemeinschaft im Bistum Augsburg? zusammen mit Sankt Simpert?. Ehemals Franziskanerklosterkirche zum Heiligen Grab.

Allgemeines

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Die Kirche ist eine franziskanisch-schlichte Saalkirche und hieß früher "Franziskaner-Klosterkirche zum Heiligen Grab". Diese Kirche war nach den Plänen von Jakob Dietrich? bis 1613 errichtet worden. Im Süden der Kirche lag früher die so genannte "Heiliggrab-Kapelle". Nördlich der Kirche erstreckte sich das frühere Klosterareal. Hier lag mit dem Franziskanerkloster und der Kirche ein weit ausstrahlendes geistliches Zentrum. Es war nicht nur für die Katholiken in der Reichsstadt? Augsburg wichtig, sondern auch für die gesamte deutsche Ordensprovinz der Franziskaner?. Mit der napoleonischen Einlassung im Jahr 1805 war diese Zeit jedoch vorbei.

Zu Sankt Maximilian gehört als Filiale die Messpriesterstelle bei Sankt Markus in der Fuggerei. Außerdem betreibt die Pfarrei den Kindergarten Schutzengelheim? und liegt im Stadtbezirk Jakobervorstadt Nord, der zum Planungsraum I Innenstadt? gehört.

Die Kirche von Sankt Maximilian ist eine der wenigen Kirchen, die ein elektronisches Geläute besitzt.

Von den Augsburgern wird sie schlicht Sankt Max genannt.

Geschichte

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Schon 1120 bis 1128 wurde an der Stelle, wo sich heute die Kirche Sankt Maximilian erhebt ein Kirchlein gebaut, das dem Heiligen Grab geweiht war. Im Kellergewölbe von Sankt Maximilian sind noch heute die Grundmauern dieser kleinen Kirche erhalten.

Im Jahre 1587 kamen die Franziskaner? in die damalige Augsburger Vorstadt. Ausgesandt wurden sie aus Dasing, das in der Nähe Augsburgs liegt. Ihre Gemeinschaft nannten sie Franziskaner zum Heiligen Grab.

1609 beschenkten die Fugger die Franziskaner? mit einem Kloster und einer Kirche an der heutigen Stelle von Sankt Moritz. Vor allem Freiherr Maximilian Fugger-Babenhausen? unterstützte die Franziskaner finanziell. Geplant wurden die Kirche und das Kloster wohl von Esaias Holl?, dem Bruder von Elias Holl. Ein Holzmodell, geschaffen von Jakob Dietrich?, dem Sohn von Wendel Dietrich?, ist noch erhalten.

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Für die Heilig-Grab-Kapelle an der südlichen Langhauswand der Kirche könnte ein Holzmodell der Heilig-Grab-Kirche von Jerusalem (Maximilianmuseum) als Vorlage gedient haben. Dieses Intarsienmodell der Heilig-Grab-Kirche von Jerusalem ist kunstgewerblich sehr wertvoll. Es wurde wohl in Jerusalem um 1600 von Franziskanern? aus Olivenholz mit Perlmutteinlagen gefertigt. Zusammen mit dem Regelschen Heilig-Grab von Sankt Anna gilt es heute als einer der wenigen Hinweise darauf, wie der entsprechende Bau in Jerusalem einmal ausgesehen hat.

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1611 erhielten die Franziskaner? die Abrissgenehmigung für das mittelalterliche Heilig-Grab-Kirchlein, so dass man noch im gleichen Jahr mit dem Bau beginnen und 1613 die Kirche weihen konnte. Ein Jahr später schuf der Augsburger Künstler Johann Rottenhammer? das bedeutende Hochaltargemälde "Allerheiligen". 1614 bezogen die Franziskaner ihr Augsburger Kloster.

Nach dem 30-jährigen Krieg kam es zu einem Aufschwung des Klosters, was darin seinen Niederschlag fand, dass man die Kirche und das Kloster um 1670 verschönerte. Schon um 1650 kam ein Giebelturm Augsburger Prägung auf das Dach.

Die nächsten beiden Jahrhunderte gingen ihren ruhigen Gang und die Franziskaner? konnten ihrer Seelsorge nachgehen. Sankt Max machten sie zu einem wichtigen Zentrum der Seelsorge in Augsburg. 1803 kam es dann jedoch zur Säkularisation und das Kloster samt Kirche wurde 1805 aufgehoben. Weil die Franziskaner? aber nicht wichen, wurden sie im Jahr 1808 mit Polizeigewalt aus dem Klosterareal entfernt. Man wandelte die Kirche zum Salzlager und das Kloster zur Kaserne. Damit war der einzige katholische Bau in der Augsburger Vorstadt verweltlicht und die Volkseele kochte.

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Am 19. Februar 1809 dann auf Druck der katholischen Bevölkerung die Wende: Der bayerische König Max I. Joseph? erhob die ehemalige Klosterkirche der Franziskaner zur Pfarrkirche. Klar, dass man sie auf Anweisung des damaligen Ministers Montgelas zu Ehren des Königs Sankt Maximilian (1810) nannte und so auf den gleichnamigen Missionsbischof und Märtyrer der römischen Provinz Noricum? rekurrierte. Zum damaligen Zeitpunkt zählte die Gemeinde etwa 3.000 Mitglieder. Das Gotteshaus wurde jetzt zur Hauptkirche im Sprengel Jakobervorstadt.

Wie Akten im Stadtarchiv? beweisen, wollte Stadtbaurat Ludwig Leybold? die Kirche im 19. Jahrhundert an ihrer Ostseite vergrößern, ohne aber den Chorgrundriss zu ändern. Seine im Nachlass aufgetauchten Pläne wurden jedoch nicht verwirklicht.

Ein schwerer Einschnitt für die Kirche war der Februar 1944, als sie alliierten Bomben zum Opfer fiel und praktisch völlig zerstört wurde. Die Kirche brannte bis auf die Fassade herunter und auch der größte Teil der Innenausstattung wurde zerstört. Zunächst schien es so, als dass man die Kirche wieder so errichten könnte, wie sie vor dem Krieg war, doch machte dies ein nachträglicher Einsturz von Mauerzügen zunichte, die man für intakt hielt. Dabei kamen sogar Menschen ums Leben. Nur die westliche Giebelscheibe konnte erhalten und in den späteren Neubau integriert werden. Nach dem Krieg begann man bald wieder mit ihrem Aufbau (Richtfest 1949), der sich bis 1951 (Weihe der Kirche) hinzog. Der berühmte Kirchenbaumeister Dominikus Böhm? lieferte dazu die Pläne. Die Kirche wurde in vereinfachten Formen und ohne die Heilig-Grab-Kapelle wieder errichtet. Die Decken bemalte Professor Franz Nagel?, die Bildhauerarbeiten stammen von Stephan Geiger?. Sankt Maximilian Augsburg war die erste Kirche in Süddeutschland?, die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde.

Nur ein kleiner Teil der herausragenden Kunstwerke überlebte den Zweiten Weltkrieg, weil er rechtzeitig ausgelagert und gesichert wurde.

Der Bau

Außen

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Vor Sankt Max liegt ein Platz. Hier münden mehrere Straßen ein, eine davon ist die Straße Lauterlech. Das zeigt, dass hier früher dieser Bach bzw. Kanal noch offen dahinströmte, während er heute an dieser Stelle zugeschüttet ist.

Der Platz wird von der Fassade der Kirche dominiert. Sie ist so nüchtern, wie es die Regeln des Franziskanerordens? forderten und zeigt drei Fensterachsen. Man erkennt vorkragendes Gebälk und auf einer Konsole steht der oktogonale Giebelturm Augsburger Prägung, der kurz nach 1650 aufgesetzt wurde. Man weiß das, weil der Kupferstecher Lukas Kilian? auf einem Stich vor 1650 ihn noch nicht zeigt, stattdessen aber einen Chorturm im Osten. Nach 1650 entstand aber ein Stich, von dem man keinen Künstler benennen kann, der den Giebelturm sowie einen Blendbogen mit einer Statue (Franziskus?) über dem Portal zeigt.

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Die Fensterrahmungen sind nach hollscher Weise ausgeführt. Sie kamen mit den Eckrustika aber wohl erst um 1700 zur Fassade hinzu, was man aus einem Kupferstich von Jeremias Wolff?, der um diese Zeit entstand, schließen kann. Man sieht auf diesem Stich, dass der Giebel rundbogige und kreisrunde Fensterdurchbrüche hatte, die Westwand von drei Gesimsen horizontal gegliedert war und ein liegendes Oval als Oberlicht aufwies, das heute zugemauert ist. man erkennt auch, dass sich diese Fensterformen (Okuli) an den Wänden der Hauptschiffe fortsetzten. Davon ist aber heute nichts mehr zu sehen, denn nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie in die etwas nach oben gesetzten Rundbogenfenster der Seitenwände integriert. Der Grund dafür war, dass man beim Wiederaufbau in den Seitenschiffen Tonnengewölbe schuf.

Rechts vom Eingang ist ein kleiner Rundbau angebracht, der quasi als Ersatz für die ehemalige Heilig-Grab-Kapelle, die nach der Zerstörung 1944 nicht mehr aufgebaut wurde, zu sehen ist.

Im Pfarrgarten, der nördlich der Kirche liegt, steht eine Steinfigur des hl. Maximilian, die 1808 geschaffen wurde, um die Tympanonfigur des hl. Franziskus über der Kirchentür zu ersetzen. Die Figur befand sich bis 1944 an der Fassade der Kirche.

Innen

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Durch die Kriegszerstörungen ist von der alten Ausstattung der Kirche leider nicht mehr viel erhalten. Zu erwähnen sind:

Altarblatt von Johann Rottenhammer

Marx Fugger? gab dem Münchener Hofmaler Johann Rottenhammer? den Auftrag zu drei Altarblättern, von denen nur noch eines erhalten ist. Wahrscheinlich war das Thema der drei Blätter "Franziskanerheilige". Das erhaltene Blatt war wohl ein Hochaltarblatt. Es ist signiert und auf 1614 datiert. Auf dem monumentalen Werk wandte Johann Rottenhammer? einen Bildtyp an, den er liebte: Wie Tintoretto füllte er seine Komposition mit vielen Figuren, überspannte seine Bilder mit einem "ornamentalen Netz" und arbeitete Wolkenklüfte ein, die bis auf den Erdboden reichen und dabei Ruinenlandschaften streifen, die für ihn typisch waren. Das Altarblatt befindet sich an der Ostwand des südlichen Seitenschiffes und wurde 1926 und 1968 restauriert.

Figuren des heiligen Ulrich und des heiligen Nikolaus

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Die beiden Figuren des heiligen Ulrich und des heiligen Nikolaus wurden von Ignaz Wilhelm? und Placidus Verhelst? um 1760 geschaffen und stehen im Chorumgang. Es sind zwei Kleinode ihrer Zeit und es lohnt sich, diese beiden Werke näher zu betrachten.

In der Marienkapelle steht übrigens noch eine nicht datierte Muttergottesfigur, die dem Gnadenbild von Maria Einsiedeln nachempfunden ist. Sie ist in den modernen Glastabernakel, den Karl Knappe? 1950 geschaffen hat, integriert.

Tafelbild "Symbolische Kreuzigung Christi"

Das Tafelbild "Symbolische Kreuzigung Christi" wurde von Thoman Burgkmair? geschaffen und befindet sich heute als Leihgabe im Maximilianmuseum.

Holzstatue des heiligen Sebastian

Die überlebensgroße Holzstatue des hl. Sebastian wird Ferdinand Murmann zugeschrieben, der sie 1640 geschaffen haben soll. Auf jeden Fall ist sie von einem Schüler Georg Petels? geschaffen. Sie stand früher auf dem Choraltar der Sebastiankapelle?, die Elias Holl 1611 erbaute, die aber schon 1632 wieder abgebrochen wurde. 1634 baute man eine neue Kapelle für die Kapuziner in der Sebastianstraße, wo die Holzfigur bis 1722 stand, bevor man sie nach Sankt Maximilian überführte. Die Statue ist 1926 und 1964 restauriert worden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat auch die Kunst des zwanzigsten Jahrhunderts ihre Spuren in der Kirche hinterlassen.

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Die Decke des Langhauses wird von einem teppichartigen Fresko überzogen. Wie schon erwähnt, hat es Professor Franz Nagel? geschaffen. Ebenso ein paar Jahre später die majestätische Christusfigur in der Wand der Apsis. Christus erhebt sich von der Erde, wobei sein Kopf und seine Arme in die goldene Sonne des Himmels hineinragen. Sein Strahlennimbus ist golden, taucht aber in Rot, die Symbolfarbe der Liebe. Wie in einer goldenen Krone kann man über dem Haupt Christi das Exsultet lesen. Oben an der Wölbung der Apsis fliegen zwei Engel heran und stoßen in ihre Posaunen.

Auch Orgel und Taufstein sind neueren Datums.

Adresse

Sankt Maximilian
Franziskanergasse 8
86152 Augsburg

Tel. 0821/3432230
Fax. 0821/34322329
E-Mail: pfarrbuero(@)st-max.de


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