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Sankt Antonspfründe

Eine unabhängige Stiftung, die von der Stadt Augsburg verwaltet wird und ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken dient; sie kann schon auf mehr als 600 Jahre des Bestehens zurückblicken.Eine unabhängige Stiftung, die von der Stadt Augsburg verwaltet wird und ausschließlich und unmittelbar gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken dient; sie kann schon auf mehr als 600 Jahre des Bestehens zurückblicken.

Allgemeines

Die Sankt Antonspfründe und die Sankt-Antonius-Kapelle gehören als Gebäudekomplex zusammen (Dominikanergasse 3 und 5).

Das Wort Pfründe kommt von dem mittellateinischen Wort praebenda, was Unterhalt bedeutet. Zunächst war es das Wort für eine Schenkung. Daraus entwickelte sich die Bedeutung eines Einkommens aus einem weltlichen oder kirchlichen Amt. Das konnten Naturalien, aber auch Geld sein. Erst später wurde der Begriff auf das Amt, das Pfründe einbrachte, selbst übertragen. Im Mittelalter finanzierte man auf diese Weise Stellen oder Institutionen. Weil es zum Missbrauch des Pfründenwesens kam und die Reformation an diesem System Anstoß nahm, wurde es im Spätmittelalter bzw. in der Renaissance durch die direkte Besoldung von Amtsträgern abgelöst.

Die Augsburger Antonspfründe geht auf den Kaufmann Ludwig Egen? zurück. Er stiftete sie 1410 als privates Spital für zwölf arme oder gebrechliche Männer. Sie bestand im Lauf von mehr als 600 Jahren als Stiftung mit wechselnder Verwaltung: privat, kirchlich und städtisch.

Das Stiftsgebäude der Antonspfründe entstammt im Kern dem 16./17. Jahrhundert (Dominikanergasse 3). An der Südseite der dazugehörigen Sankt-Antonius-Kapelle ist eine Stiftungstafel angebracht.

Die Stiftungserträge werden im Wesentlichen durch die Vermietung des Anwesens erzielt. Aus ihnen werden heute Altenheime? unterstützt.

Geschichte

Dass die Antonspfründe 1410 von Lorenz Egen? gestiftet wurde, geht aus einer Vergleichsurkunde mit dem Stift Sankt Moritz über die Pfarrei- und Begräbnisrechte der Kaplanei hervor. Lorenz Egen? war zwar ein gläubiger Mensch – 1385 pilgerte er nach Jerusalem -, doch scheint seine Stiftung eher etwas damit zu tun zu haben, dass er Erbansprüche seiner Schwägerin abwehren wollte. 1411 waren die Antonspfründe und die Sankt-Antonius-Kapelle hinter dem Wohnhaus des Kaufmanns.

Der Sohn Peter stattete die Pfründe mit weiterem Geld aus und gab 1445 dem Spital eine Ordnung zur Aufsicht, Versorgung und Lebensführung. Dieser Peter von Argon, wie sich Peter Egen auch nannte, war um 1420 der reichste Augsburger. Schon mit 24 Jahren wählten ihn seine Mitbürger zum Stadtoberhaupt. Sieben Mal wählten sie ihn wieder in sein Amt. Für seine Verdienste um die Stadt wurde er später in den Adelsstand erhoben. Die Antonspfründe hatte er von seinem Vater übernommen. Peter Egen machte daraus aber erst eine bedeutende Stiftung.

Die letzten Nachfahren der Familie Egen erhöhten 1532 das Kapital der Pfründe erneut. 1699 kam eine weitere Kapitalerhöhung durch den Pfründenmeister Georg Reich hinzu.

Bis zur Säkularisation hatte die sozialreligiöse Stiftung in Rosshaupten? ein Gut sowie Liegenschaften in Gablingen und Vallried?.

1807 hob man das Stift Alte Pfründe in der Dominikanergasse 3 auf.

1813 übernahm der Magistrat? der Stadt die Pfründe. Sie blieb weiterhin nur katholischen Bürgern vorbehalten. Mit Unterbrechungen war die Antonspfründe von da ab bis bis 1965 Altersheim?.

Maria Anna Provino?, nach der die Provinostraße benannt ist, stockte 1846 das Kapital der Antonspfründe ein weiteres Mal auf.

1965 zogen in der Antonspfründe auf Initiative von Fons Dörschug? Augsburger Künstler ein. Künstler, die hier arbeiteten, sind u. a. Gabriele David?, Ulo Florack?, Klaus Zöttl?, Norbert Fauser?.

2007 erhielt die Antonspfründe den Augsburger Fassadenpreis, weil im Zuge der Außensanierung der ganze Gebäudekomplex einheitlich weiß gestrichen wurde. Damit wollte man an die historischen Kalkanstriche des Gebäudes anknüpfen und trug dazu bei, die enge Gasse weiter und freundlicher erscheinen zu lassen.

Im Oktober 2010 veranstaltete die Künstlervereinigung „Die Ecke“ und die „Antonspfründler“, Künstler, die hier arbeiteten, ein Künstlerfest anlässlich der 600-Jahr-Feier der Antonspfründe in Augsburg. Die Antonspfründe Augs wurde dazu lichtkünstlerisch illuminiert.

Details

Ehemaliges Stiftungsgebäude

Das ehemalige Stiftungsgebäude Dominikanergasse 3 ist ein Giebelhaus mit einem kleinteiligen Stufengiebel. Traufseitig ist es an die Gasse gesetzt. Das Hofportal der Sankt Antonspfründe liegt an der Dominikanergasse und hat einen gesprengten Giebel. Es wurde um 1600 erbaut. Anders das Rückgebäude: Dieses liegt zum Hunoldsberg gerichtet. Es hat einen Wellengiebel und steht traufseitig.

Das am Hang gelegene Gebäude hat drei Geschoße. Die Fenster sind asymetrisch angeordnet. Es gibt einen eigenen südlich ausgerichteten Stiegenbau, der von einem Pultdach abgeschlossen wird. Der Stiegenbau dient als Eingang in das Gebäude. An das Stiegenhaus schließt sich die Tordurchfahrt in einen kleinen Binnehof an. Nördlich des Hauses liegt eine Mauer. Sie führte ursprünglich bis zum Hunoldsberg und umschloss einen Garten. Heute ist davon aber nur noch das Mauertor erhalten.

Das Gebäude der Antonspfründe-Stiftung steht unter Denkmalschutz.

Die Verwaltung des heutigen Künstlerhauses liegt bei der Künstlervereinigung „Die Ecke“.

Ehemalige Katholische Stiftungskapelle Sankt Antonius

siehe Sankt-Antonius-Kapelle

Weblinks


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