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Sandrartsche Kunstakademie

eine private Augsburger Lehrstätte der Kunst im 17. Jahrhundert

Allgemeines

Unter einer Kunstakademie verstanden Joachim von Sandrart, der sie in Augsburg zwischen 1670 und 1673 gründete, und seine Zeitgenossen sowohl einen Ort der Kunstbegegnung als auch die Institution, in der praktisch und theoretisch Kunst entstand. Aus der Gründungszeit der Sandrartschen Kunstakademie sind keine Aufzeichnungen über die Lehrstätte erhalten, erst 1765 schrieb der Stadtpfleger? Paul von Stetten?, "die Künstler kamen in ihren Häusern zusammen, und übten sich unter einander im Zeichnen nach dem Leben, und in allen für sie gehörigen Künsten und Wissenschaften".

Zu vermuten ist aber, dass Sandrart, der in Italien Studien betrieb, in seiner Akademie nicht nur das Zeichnen lehrte, sondern auch Plastik, Architektur und Malerei vermittelte. Dafür spricht vor allem sein in Augsburg verfasstes und zwischen 1675 und 1680 in Nürnberg publiziertes Buch "L’Academia Todesca della Architectura, Scultura e Pittura: Oder Teutsche Academie der Edlen Bau- Bild und Mahlerey-Künste". Darin kommt eine universelle Kunstauffassung zum Ausdruck.

Geschichte

Von 1670 bis 1673 war Joachim von Sandrart in Augsburg ansässig. Hier gründete er eine private Kunstakademie, eine Vorgängereinrichtung der heutigen Hochschule Augsburg.

Ab 1684 wurde die Sandrartsche Kunstakademie vom Evangelischen Geheimen Rat? unterstützt. Ab dieser Zeit trafen sich die Akademiekünstler in den Häusern des Kupferstechers Elias Hainzelmann? am Mauerberg, und im Haus des Akademiedirektors und Malers Johann Siegmund Müller? in der Ludwigstraße.

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Joachim von Sandrart, Maler und Kupferstecher, Leipzig 1854 aus dem Buch „Zweihundert deutsche Männer in Bildnissen und Lebensbeschreibungen“, herausgegeben von Ludwig Bechstein; Hugo Bürkner [Public domain or Public domain], via Wikimedia Commons

Aus dieser Sandrartschen Kunstakademie wurde 1710, spätestens 1712 die Reichsstädtische Kunstakademie gebildet.

Details

Die Treffen in den Privathäusern der Angehörigen der Sandrartschen Kunstakademie waren auf die Dauer nicht praktikabel. Paul von Stetten? dazu: "Weil es ihnen aber zu kostbar wurde, und auch ein bequemer Platz meistens fehlte, so geriethen diese Zusammenkünfte öfters in Stecken." Deshalb wandten sich die Künstler 1684 an den Evangelischen Geheimen Rat?. Von ihm bekam die Akademie finanzielle Unterstützung, man wandelte sie zunächst in eine evangelische Einrichtung und der Rat bestimmte Johann Siegmund Müller und Johann Ulrich Mayr zu Direktoren der Akademie.

Weblinks


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