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Sammlungen der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg

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Der Bestand der Staats- und Stadtbibliothek umfasst etwa 500.000 Bände (Stand 2007). Es werden 1.100 Zeitschriften aus den verschiedensten Fachdisziplinen gehalten. Quellen, die vor dem 18. Jahrhundert liegen, werden allerdings nur auf Anfrage an Interessierte herausgegeben und wenn eine Begründung vorliegt. Der wertvollere, aber kleinere Teil der frühmittelalterlichen Wiegendrucke und Handschriften gehört dem Freistaat Augsburg?, der größere, aber nicht so wertvolle Teil der Stadt Augsburg. Weil die Bibliothek in der Zwischenzeit Platzmangel beklagt, sind schon Zehntausende Schriften in die Bayerische Staatsbibliothek? in München ausgelagert. Übrigens ist in der Bibliothek auch das älteste in Augsburg gedruckte Buch aus dem Jahr 1468 aufbewahrt.

Von den etwa 3.800 Handschriftenbänden der Sammlung sind etwa 1.000 aus dem Mittelalter. Aus der Zeit vor 1900 sind 134.000 Drucke eingelagert, davon 2.800 Inkunabeln. Damit gehört die Augsburger Staats- und Stadtbibliothek zu den großen deutschen Bibliotheken mit spätmittelalterlich-frühneuzeitlichen Sammlungen.

Weiter im Bestand sind 220 Autographen, 38 Nachlässe, 16.300 graphische Blätter (davon etwa 7.500 Portraits), 3.400 Exlibris, 150 Einband-Sammlungen, 12.500 Dissertationen vor 1800, 5.300 Personalschriften, 1.600 Periochen, Programme der bayerischen höheren Schulen bis 1914 ... Aus dem 16. Jh. stammen 27.500 Bände, aus dem 17. Jh. 31.000 Bände, aus dem 18. Jh. 33.500 Bände und aus dem 19. Jh. 39.750 Bände.

Für die Zeit zwischen Früher Neuzeit und der Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es keine bestimmten Schwerpunkte: Es wurden Bücher aller Wissensbereiche angeschafft. Was die neuere Zeit angeht, so konzentriert sich die Anschaffung auf Bücher aus den Bereichen Geschichte, Kunst, deutsche Literatur und Theologie. Wie oben schon erwähnt, wird versucht alles über Augsburg, Bayerisch-Schwaben und Bertolt Brecht vollständig zu erfassen.

Angesichts dieser Bestände könnte man meinen, die Bibliothek sei nur für Germanisten, Kunsthistoriker oder Naturwissenschaftler interessant, doch auch ein breiteres Publikum findet hier Werke zur Region Bayerisch-Schwaben, die zum einen aktuell und zum anderen lesbar sind. Damit die Bibliothek auch von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen wird, wurden in den letzten Jahren immer wieder "Tage der offenen Tür" veranstaltet.

Handschriften

Die Staats- und Stadtbibliothek Augsburg wird vor allem wegen ihrer historischen Handschriften von Wissenschaftlern geschätzt.

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Codices: 2° Cod 1-575, 4° Cod 1-304, 8° Cod 1-232. Ihr Inhalt sind typisch mittelalterliche Handschriften aus Klosterbeständen, dazu humanistische Handschriften, etwa von Albrecht von Eyb? oder Konrad Peutinger. Es gibt auch einen Anteil frühneuzeitlicher Handschriften, zum Teil zur Geschichte schwäbischer Klöster und Schwabens. Die Handschriften sind überwiegend in Latein abgefasst, nur ein kleinerer Teil ist in Deutsch. Sie stammen aus dem 14. bis 16. Jahrhundert und kommen überwiegend aus Augsburger und schwäbischen Klöstern, aus der alten Stadtbibliothek und aus Eichstätt.

Codices Augustana: 2° Cod Aug 1-507, 4° Cod Aug 1-282, 8° Cod Aug 1-135. Diese Handschriften befassen sich mit Augsburger Stadt- und Kirchengeschichte, mit Genealogica und der Geschichte Schwabens. Sie sind lateinisch und deutsch verfasst, sind aus dem 15. - 18. Jh. und kommen überwiegend aus der alten Stadtbibliothek, aus Augsburger und schwäbischen Klöstern oder sind Peutingerhandschriften.

Codices Halder: 2° Cod H 1-72, 4° Cod H 1-34, 8° Cod H 1-9. Der Inhalt kann wie bei den Codices Augustana beschrieben werden. Sie stammen aus der Privatbibliothek Halder.

Codices Stetten: 2° Cod S 1-264, 4° Cod S 1-123, 8° Cod S 1-13. Auch ihr Inhalt entspricht dem der Codices Augustana, nur dass sie aus der Privatbibliothek Stetten stammen.

Codices Ruess: Cod R 1-5. Sie beinhalten zwei Stammbücher und persönliche Aufzeichnungen. Gesammelt hat sie der Bibliothekar Thaddäus Ruess? (1846-1905).

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Codices Miscellanei: Cod Misc 1-81. Ihr Inhalt sind Theologie, Aszetik, Recht, Aristoteleskommentare, Disputationen, Kollegnachschriften, Erbauungsliteratur. Die Sprachen sind Latein und Deutsch. Sie stammen aus dem Jesuitenkolleg Augsburg?.

Theaterhandschriften: 4° Cod 1000-1281. Diese Handschriften beinhalten Dramen, stammen aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts und wurden am Stadttheater Augsburg? verfasst.

Codices Orientales: Cod Or 1-8. Sie umfassen drei arabische, drei persische und zwei türkische Handschriften.

Codices Historischer Verein Schwaben: Cod HV 1-84: Sie sind entweder Augustana, Diarien oder historisch-antiquarischen Inhalts. Gesammelt hat diese Schriften aus dem 19. und 19. Jh. der Historische Verein Schwaben e. V.?

Codices Naturwissenschaftlicher Verein Schwaben: Cod NV 1-8. Hier handelt es sich um Handschriften aus der Zoologie und Botanik aus dem 19. Jh. Provenienz: Naturwissenschaftlicher Verein Schwaben e. V.?.

Dazu kommen Bibliothekskataloge (Cod Cat 1-53), Musikhandschriften (2° Cod Mus 1, 4° Cod Mus 1-49, Tonk Fasc Ia-IX, Tonk Schl: enth. 44 Hss., Tonk Dr 1-236), Nachlässe und sonstige handschriftlichen Materialien.

Graphische Werke

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Die Sammlung graphischer Werke hat etwa 16.500 Blätter und besitzt ihren Schwerpunkt im 17. und 18. Jh. Das war die Zeit, als Augsburger Verleger und Kupferstecher eine führende Rolle in Deutschland und Europa spielten. Dazu kommen Exlibris vom 16. Jh. bis heute. Hier findet man gebundene Bilderfolgen, Serien von Stichen und Bücher, die mit Holzschnitten oder Kupferstichen illustriert sind.

Ab der zweiten Hälfte des 18. Jh. mussten Künstler Belegexemplare ihrer Werke in der Stadtbibliothek abliefern. Dass sie das taten, wurde sorgfältig von der Stadt überwacht und so kam die Stadtbibliothek zum Grundstock ihrer graphischen Sammlung. Diese umfasst auch einen großen Teil der Werke von Ridinger und Haid sowie der Augsburger Künstlerfamilie Kilian (durch eine Schenkung von Georg Christoph Kilian? im Jahre 1781.

Auch die Familie von Stetten sammelte die Werke Augsburger Künstler (Portraits, Augsburger Ansichten und Motive). Diese Familiensammlung wurde 1875 der Stadtbibliothek übergeben und umfasst allein 2.608 graphische Blätter.

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Daneben gab es noch zahlreiche kleinere Schenkungen von Augsburger Bürgern an die Stadtbibliothek und natürlich auch eigene Erwerbungen. So kann die Bibliothek auf eine reiche Sammlung von Kupferstichen, Radierungen und Stichen vor allem Augsburger Künstler blicken. Erwähnt seien wenigstens Melchior Küsell?, die Künstlerfamilien Rugendas und Custos sowie Johann Ulrich Kraus?. Diese haben auch eine große Anzahl von Holzschnitten, Handzeichnungen und Vorlagezeichnungen für Goldschmiedearbeiten hinterlassen.

Besonders wertvoll sind 50 Einzelformschnitte aus dem 15. Jh. sowie 40 Einblattdrucke aus der Zeit vor 1500. Aber auch die 374 überwiegend illustrierten Einblattdrucke aus der Zeit nach 1500 müssen eigens erwähnt werden. 131 von ihnen stammen aus dem 16. Jh., 168 aus dem 17. Jh. und 63 aus dem 18. Jh. Die Zeit von 1590 bis 1610 war die Blütezeit der Nachrichtenflugblätter, aber auch die Zeit vom Restitutionsedikt bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges brachte viele dieser Einblattdrucke hervor.

Drucke

In der Bibliothek werden so viele unterschiedliche wertvolle Drucke aufbewahrt, dass es den Rahmen dieses Wikis sprengen würde, sie im einzelnen zu beschreiben. Allein der Altbestand an Drucken vor 1900 geht an die 135.000 Titel (nicht einzelne Exemplare, sondern Titelanzahl). Diese Zahl umfasst aber nicht Karten, Noten oder Einblattdrucke.

Am besten ist es also, sich an Ort und Stelle über die Drucke zu informieren. Hilfreich kann auch der folgende Überblick über den Altbestand der Bibliothek sein: Handbuch der Historischen Buchbestände in Deutschland, Hildesheim [u.a.] : Olms, Bd. 11. Bayern: A-H, 1997, S. 63 - 92, Eintrag Augsburg 1.

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