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Eduard Rüber

eigentlich Joseph Maria Eduard Pascal Rüber, ein Architekt, der neben vielen anderen Bahnhofsgebäuden in Bayern auch den Augsburger Hauptbahnhof erbaute

Eduard Rüber Generaldirektionsrat, Architekt 1804-1874, Hochzeitsportrait
Fotografie des Hochzeitsportraits von Eduard Rüber 1833. By Liberat Hundertpfund (Own work) [Public domain], via Wikimedia Commons

Leben und Wirken

Eduard Rüber wurde am 17. Mai 1804 in Deisenhausen? geboren. Er war der Sohn des Obervogts Johann Martin Rüber. Die Familie zog 1807 nach Augsburg um, wo Eduard Rüber aufwuchs und das Gymnasium besuchte.

Am 23. November 1823 immatrikulierte sich der Abiturient Rüber an der Münchener Kunstakademie (Akademie der Bildenden Künste), wo er Baukunst bei Friedrich von Gärtner studierte.

1830 begann Eduard Rüber als Baugehilfe im Kreisbaubüro Augsburg zu arbeiten, wurde später Zivilbausinspektor, erhielt 1841/42 ein Reisestipendium nach Oberitalien sowie Norddeutschland und wurde 1842 stellvertretender Kreisbaurat bei der Regierung von Schwaben und Neuburg. Das war er aber nur wenige Monate, wurde er doch noch im gleichen Jahr als Architekt der Königlichen Eisenbahnbau-Kommission nach Nürnberg versetzt.

1848 wechselte Eduard Rüber in dieser Funktion nach München, wo er zuletzt als Regierungs- und Baurat wirkte.

1860 veröffentlichte Eduard Rüber eine Abhandlung mit dem Titel "Das Rasendach, die wohlfeilste, dauerhafteste und feuersicherste Eindeckungsart für Stadt- und Land-Gebäude" bei der J. G. Cotta'schen Buchhandlung.

Eduard Rüber starb am 10. November 1874 in München.

Werke

Eduard Rüber entwarf in seiner Amtszeit u. a. die folgenden Bahnhofsgebäude:

Rosenheim-Rathaus-1
Ehemaliger Rüber-Bahnhof in Rosenheim, heute Rathaus. By Rufus46 (Own work) [GFDL or CC BY-SA 3.0], via Wikimedia Commons

Außerdem beteiligte er sich am Bau der Lindauer Hafenanlage (Löwe und Leuchtturm gehen auf Rüber zurück) sowie der Villa Leuchtenberg am Seeufer bei Lindau-Reutin. In Illereichen? lieferte er den Plan für den neuromanischen Turm der Pfarrkirche (1838 ff).

Im Allgäu plante er viele kleinere Bahnstationen und versuchte dabei die ortsübliche Bauweise auf Bahnhöfe zu übertragen, etwa indem er Versuche mit Rasendächern initiierte. Er glaubte, auf diese Weise Dachstuhlbrände verhindern zu können.

Ein besonderes Schicksal erlitt der von Eduard Rüber geplante Bahnhof im Augsburg nahen Gersthofen. Im Februar 2016 ließ die Stadt Gersthofen das 170 Jahre alte Gebäude, angeblich der damals gammeligste Bahnhof Bayerns, für 55.000 Euro abreißen.

Sonstiges

Am 3. Juni 1833 heiratete Eduard Rüber im Augsburger Dom Unserer Lieben Frau die Ulmer Arzttochter Carolina Nick. Mit ihr und neun Kindern wohnte er zunächst in der Augsburger Jesuitengasse. Als die Familie 1842 nach Nürnberg gezogen war, bekamen die Eheleute weitere drei Kinder.

Rüber war Ritter des Königlich Bayerischen Verdienstordens vom Heiligen Michael und des Herzoglich Sachsen-Ernestinischen Hausordens.

Die Grabstätte von Rüber befindet sich in München auf dem Alten Südfriedhof.

Donauwörth benannte eine Straße nach dem bayerischen Architekten, Lindau den Platz am Hafen.

Als in Augsburg der Hauptbahnhof im Zuge der Mobilitätsdrehscheibe umgearbeitet und ein Straßenbahntunnel unter ihm gegraben wurde, kamen 2016 Fundamente des Rüber-Bahnhofs zum Vorschein. Dieser Bauteil wurde mit Erlaubnis des LFD? abgebrochen.

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