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Römisches Museum

neben den provinzialrömischen Sammlungen in Regensburg? und München das bedeutendste Römische Museum in Bayern; eine der bedeutendsten süddeutschen Sammlungen an Steindenkmälern aus der römischen Zeit, aber auch die Grabbeigaben wie Münzen und Schmuck sowie die Gegenstände des römischen Alltags sind hier reichlich vorhanden

Römisches Museum Augsburg © Eva Stuhlmüller (www.augsburg-parrot.de)

Allgemeines

Das Römische Museum Augsburg stellt Fundstücke zwischen der Vorgeschichte und der frühgeschichtlichen bzw. frühmittelalterlichen Epoche aus. Schwerpunkt der Sammlung sind jedoch die Funde aus der römischen Vergangenheit Augsburgs und Bayerisch-Schwabens. Am auffälligsten sind die zahlreichen Steindenkmäler des Museums. Allein in Augsburg hat man mehr als 100 römische Steindenkmäler gefunden. Das Museum ist damit Bayerns größte Sammlung römischer Steindenkmäler. Kein Wunder, schließlich ist Augsburg ja auch die zweitälteste deutsche Stadt. Das Römische Museum breitet die faszinierende Welt einer römischen Provinzhauptstadt und der bedeutendsten Stadt der Provinz Raetien aus. Allerdings kann bestenfalls ein kleiner Teil der Funde ausgestellt werden.

Das Römische Museum Augsburg war viele Jahrzehnte in einer zweischiffigen ehemaligen Dominikanerkirche untergebracht, die zum Kloster Sankt Magdalena? gehörte. Der Stuck der Kirchenhallen stammt von den Gebrüder Feichtmayr? und geht auf die Zeit um 1720 zurück.

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Geschichte

1822 gründete die Stadt Augsburg das "Antiquarium Romanum" als Vorläuferinstitution. Initiator war J. N. von Raiser. Später verband man das Antiquarium Romanum mit dem Historischen Verein für Augsburg und Schwaben?. Er lieferte einen Großteil der Exponate.

Das Römische Museum eröffnete im Jahr 1966 in der ehemaligen Dominikanerkirche Sankt Magdalena mit Unterstützung der Alt-Augsburg-Gesellschaft?.

2008 erstellte man ein Gutachten, das statische Probleme des Gebäudes aufwies. Es stellte fest, dass sich Risse gebildet hatten und die Bodenplatten durchgebrochen waren. Deshalb durften die Steindenkmäler, die etwa 120 Tonnen wiegen, nicht mehr bewegt werden, wehalb auch keine Sonderausstellungen mehr möglich waren.

Zwischen Februar und Mai 2012 fand im Römischen Museum Augsburg die Ausstellung „Gladiatoren – Spiel auf Leben und Tod“ statt, die von zwei Kursen des Lehrstuhls für Alte Geschichte der Universität Augsburg in Kooperation mit dem Museum erarbeitet wurde. Höhepunkt war ein Römerwochenende auf dem Gelände des Museums.

Im Dezember 2012 musste das Museum auf unbestimmte Zeit geschlossen werden.

Im Juli 2015 eröffnete die Ausstellunge "Römerlager" in der Toskanischen Säulenhalle des Zeughauses. Zum ersten Mal nach zweieinhalb Jahren waren damit wieder römische Funde in Augsburg öffentlich zu sehen. Ebenfall zum ersten Mal konnten Besucher Hölzer einer römischen Schiffslände aus Augsburg sehen, deren Balken fast neun Meter lang waren. Kurz zuvor hatte man das Augsburger Römerfest ausgerichtet, um das Bewusstsein des römischen Augsburgs und des Römischen Museums für Augsburg wieder in den Focus zu rücken.

Details

Fakten

Das Augsburger Römermuseum zählt neben den Museen in Trier, Köln, Mainz und Xanten zu den fünf bedeutendsten Römermuseen in Deutschland. Die hier gezeigten Exponate sind oft auf internationalen Ausstellungen zu sehen, denn ihre Qualität wird weltweit geschätzt.

Jedes Jahr besuchen etwa 350 Schulklassen das Museum. Die Besucherzahlen bewegen sich pro Jahr um die 30.000 Personen.

Die Sammlungen

Ausgestellt sind hier römische Grabmäler, Waffen, Keramiken, Gläser, Münzen ...

Viele der ausgestellten Steindenkmäler tragen Weiheinschriften zu Ehren der Götter, Bauinschriften, Ehreninschriften für Kaiser, Patrizier oder Angehörige der lokalen Eliten, Grabinschriften und Meilensteine. Andere ausgestellte Steine stellen Kaufleute und Handwerker bei der Arbeit, Ehepaare und Gottheiten sowie immer wieder Pinienzapfen dar: Sie waren ein römisches Fruchtbarkeits- und Unsterblichkeitssymbol.

Im Römischen Museum kann man viele römische Miniaturen sehen. Dazu gehören Götterfiguren des römischen Götterhimmels. Meist handelt es sich um kleine Bronzegüsse, die wohl Teil von Hausaltären der damaligen Zeit waren. Viele der Figuren sind beschädigt und die Identifizierung an Hand von eindeutigen Attributen fällt schwer. Ebenfalls gezeigt wird eine erhaltene keltische Bronze-Götterfigur: Sucellus, der für den Wohlstand verantwortlich war und die Keltenhölle regierte. Weil die Kelten ihre Götter meist aus Holz schnitzten, ist eine solche Figur eine Rarität. Unter den Miniaturen ragt die 1911 im Lech entdeckte vergoldete Bronzestatuette des Genius Populi Romani, des Staatsschützers der Römer, hervor. Die wohl anmutigste Bronzestatuette im Museum ist eine 22 Zentimeter große Figur der sandalenlösenden Göttin Venus.

Der vergoldete Helm eines römischen Offiziers aus dem 4. Jahrhundert zählt zu den herausragenden Exponaten im Römischen Museum Augsburg. Gefunden wurde er an der Via Claudia Augusta.

Von den Wirren der Markomannenkriege zeugt ein 1978 gehobener Schatzfund von 52 Goldmünzen, der 163/164 n. Chr. vergraben wurde.

Sehr wichtig ist auch der gefundene Siegesaltar, der nach einer zweitägigen Schlacht am 11. September 260 für die Siegesgöttin Victoria aufgestellt wurde. Die Inschriften geben wichtige Hinweise auf die historischen Vorgänge der Zeit, die man auch aus den eher militärischen Funden herauslesen kann. Gefunden wurde der „Victoria-Altar“ 1992 in Oberhausen, zusammen mit zwei Pfeilergrabmälern. Ebenfalls in Oberhausen wurde 1709 das um 200 n. Chr. errichtete viereinhalb Meter hohe Pfeilergrabmal der Familie des Titus Flavius Primanus gefunden. Auf dem Pfeiler sind vier Personen dargestellt. Er ist aus Treuchtlinger Marmor gehauen, musste also aus einer Entfernung von etwa 80 Kilometern herbeigeschafft werden. Das Augsburger Pfeilergrabmahl ist 42 Zentner schwer und zählt neben der Igeler Säule bei Trier und dem Pobliciusgrab in Köln zu den bedeutendsten in Deutschland gefundenen römischen Pfeilergrabmäler. 1998/99 entdeckte man in Oberhausen auch das um 180/200 n. Chr. errichtete 6,90 Meter hohe Pfeilergrabmal des Rechtsgelehrten Marcus Aurelius Carus. Das Grabmal eines Händlers zeigt den Weintransport mit dem Ochsenkarren.

Auch herausragend: der vergoldete bronzene Pferdekopf, der von einer Reiterstatue (möglicherweise von einen Denkmal für Kaiser Marc Aurel) stammt. Der Pferdekopf ist aus Bronze gearbeitet und war vergoldet. Dieses einzigartige Exponat fand man 1769 nach einer Überschwemmung der Wertach an ihrem Ufer.

"Private" Funde, die hier ausgestellt sind, zeigen, dass in Augsburg zur Römerzeit ein hoher Wohlstand geherrscht hat, der sich unter anderem an "Luxusprodukten" – Fundstücken aus dem Mittelmeerraum – zeigt.

Spannend ist auch eine vergrößerte Kopie der so genannten Tabula Peutingeriana, einer mittelalterlichen Kopie einer römischen Straßenkarte. Benannt ist sie nach dem Augsburger Humanisten Konrad Peutinger. Entstanden ist die ursprüngliche römische Weltkarte im 4. Jahrhundert. Augsburger Humanisten begeisterten sich für die Kopie, die Markus Welser? publizierte. Bis 1714 war sie in Augsburg nachweisbar.

Die Sammlung römischer Grabsteine im Museum gibt Einblicke in das tägliche Leben zur Römerzeit. Einige Replikate solcher Steindenkmäler sieht man auch an der so genannten Römermauer beim Dom, wo nur wenige Schritte südlich vom Domvorplatz? früher die südliche Stadtmauer der Römerstadt lag.

Außerdem sieht man im Römischen Museum Augsburg Keramiken, Schmuck, Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände römischer Militärs, aber auch Bruchstücke von Mosaiken und Modelle von Rekonstruktionsversuchen. Unter zahlreichen Glasfunden besonders erwähnenswert ist die sogenannte „Adam-und Eva-Schale“. Die in das Glas eingeritzte Darstellung des Sündenfalls entstand um 330/340 in der Region Köln und ist der erste Nachweis für frühe Christen in Augusta Vindelicum?.

Im Römischen Museum Augsburg finden sich auch verschiedene Zirbelnüsse in Stein gehauen. Die Zirbelnuss bzw. der Pyr ist noch heute Teil des Augsburger Stadtwappens?. Im 16. Jahrhundert glaubte man, beim Pyr habe es sich um das Wahrzeichen des römischen Augusta Vindelicorum? gehandelt, eine Meinung die nicht zu halten ist. Vielmehr war der Pyr bzw. der Pinienzapfen in der römischen Architektur Rätiens eine häufige Bekrönung von Pfeilergrabmälern, weil er als gesundheitsfördernd angesehen wurde und als Fruchtbarkeits- wie Unsterblichkeitssymbol galt.

Laufende Grabungen

Die Sammlungen des Römischen Museums werden ständig ergänzt durch die aktuellen Ausgrabungsfunde der Stadtarchäologie.

Publikationen

Bemerkenswertes

Viele archäologische Modelle, die im Römischen Museum gezeigt werden, sind das Werk von Erich Högg. Der pensionierte Meitinger Grafiker ist ein geschätzter Spezialist für Nachbauten und Rekonstruktionen römischer Gebäude. Viele stehen im Römischen Museum Augsburg. So stammen die Modelle der großen römischen Villa Stadtbergen, der Thermen von Kempten, der Gräberstraße von Wehringen und des Heiligtums für Apollo Grannus in Faimingen? von ihm.

Im Römischen Museum von Augsburg steht neben den antiken Funden ein Geschenk der Republik Italien an die Stadt Augsburg zu ihrer 2000-Jahr-Feier im Jahr 1985. Dabei handelt es sich um eine Kopie der Statue des Augustus als Pontifex Maximus (Hoherpriester) von der Via Labicana in Rom. Das Original ist im Museo Nazionale Romano in Rom zu sehen.

Service

Öffnungszeiten

Di 10 – 20 Uhr
Mi – So 10 – 17 Uhr

Adresse

Römisches Museum Augsburg
Dominikanergasse 15
86150 Augsburg

Tel. 08 21/3 24-41 31
E-Mail: roemisches.museum/@)augsburg.de

Weblinks


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