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Riedingerhaus

Ein von Ludwig August Riedinger errichteter Augsburger Stadtpalast, der im Februar 1944 durch alliierte Bombenangriffe auf Augsburg zerstört wurde.

Allgemeines

Das Riedingerhaus war in den Bauformen der Neorenaissance gebaut und kann als Stadtpalast oder Stadtpalais bezeichnet werden. Es vereinte Wohn- und Geschäftsbereiche und war um einen arkadengeschmückten und mit Glasflächen überdachten Innenhof gebaut, in dem ein Springbrunnen vor sich hin plätscherte.

Geschichte

Im Jahr 1335 wurde an der Stelle des späteren Riedingerhauses das Schwalbenecktor? abgebrochen, das bis dahin Zugang zur befestigten Bischofsstadt gewährt hatte. Danach stand bis 1863 an dieser Stelle (heute Obstmarkt 2) das Imhofhaus?. Dieses Haus war 1862 von Ludwig August Riedinger gekauft worden, um an dieser Stelle von dem Münchener Architekten Gottfried Neureuther ein neues Wohn und Geschäftshaus errichten zu lassen. Entgegen der Tendenz der Bautätigkeit der Gründerzeit, an der Stadtaußengrenze so genannte "Fabrikschlösser" zu errichten, entschied sich der Fabrikant Ludwig August Riedinger in der Innenstadt? Augsburgs zu bleiben. Sein "Riedingerhaus" war eine der wenigen baulichen Veränderungen zu jener Zeit in der Altstadt?. Fertiggestellt wurde es im Jahr 1865.

Zur Jahreswende 1912/1913 zogen die Kammerlichtspiele? mit etwa 370 Sitzplätzen in das Riedingerhaus. Zur Eröffnung sprach der der Schriftsteller Hirschberg-Jura, ferner traten Thea Degen vom Münchener Cabaret "Nachtlicht", Theo Körner (Chansonnier aus der "Bonbonnière" in München) und die Zigeunerkapelle des Münchner "Odeon-Kasinos" auf. Es gab zu Anfang Filmvorführungen, aber auch eine Lichtbilderschau althistorischer Gebäude in Augsburg.

1928 kaufte die Stadt Augsburg das Riedingerhaus. Die Kammerlichtspiele verblieben noch einige Jahre im Haus. 1938 funktioniert man das Haus zum Verwaltungsgebäude der Stadtwerke Augsburg um.

Das Riedingerhaus wurde in der Februar-Bombennacht des Jahres 1944 zerstört, jedoch befand sich unter ihm beim Einmarsch der Amerikaner 1945 noch ein Befehlsbunker. Hier nahm ein Voraustrupp der Amerikaner am 28. April 1945 den Stadtkommandanten Generalmajor Franz Fehn?, der eine Übergabe der Stadt abgelehnt hatte, und seinen Stab fest.

Nach dem Krieg begradigte die Stadt zunächst die Baulinie und stellte eine Sichtachse von der Karolinenstraße zum Dom her.

Erst im Jahr 1955 ersetzt man das Riedingerhaus durch einen Neubau. Die Pläne dazu hatte der Stadtbaurat? Walther Schmidt? ausgearbeitet. Anfänglich war der Neubau unter den Augsburgern sehr umstritten, weil er in den Formen der 1950er Jahre errichtet worden war. Bis heute ist dieses Gebäude Sitz der Stadtwerke Augsburg.

Details

Die Lage des Riedingerhauses war repräsentativ. Wahrscheinlich wollte der Bauherr in dieser Lage seine wirtschaftliche Potenz demonstrieren. Wie das Imhofhaus? stand das Riedingerhaus wie ein Gelenk im städtebaulichen Zusammenhang und bildete einen blockartigen Straßenriegel zwischen der Bürger- und der Bischofsstadt Augsburgs.

Auf Ebay waren 2011 noch Postkarten erhältlich, auf denen der Innenraum der Kammerlichtspiele? im Riedingerhaus um 1930 abgebildet war.

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