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Renk AG

Ein Augsburger Traditionsbetrieb des Maschinenbaus, der an der Börse notiert ist und zu MAN SE? gehört.

Die Renk AG ist ein börsennotiertes Tochterunternehmen der MAN SE und weltweit tätiger Hersteller von Getrieben und Antriebstechnik. MAN hält dabei 75 % am Kapital der Gesellschaft. Das Unternehmen wurde 1873 gegründet und gehört seit 1923 zum MAN-Konzern.

Allgemeines

Die Renk AG agiert weltweit und stellt vor allem Getriebe und Antriebstechnik her. Die Getriebe werden unter anderem in Kriegsschiffen und Panzern verbaut. Die Firma ist ein weltweit führender Systemanbieter von Antriebstechnik, etwa für Panzer und schwere Kettenfahrzeuge. Das Hauptwerk der Renk AG befindet sich in Augsburg und hat etwa 800 Mitarbeiter. Davon sind etwa 500 in der Wehrtechnik beschäftigt, die für überdurchschnittliche Umsatzrenditen zwischen 10 und 15 Prozent sorgt.

Geschichte

Anfänge und Entfaltung

Gegründet wurde die Renk AG im Jahr 1873 als Zahnräderfabrik durch Johann Julius Renk?. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Augsburger Firma zu einem bedeutenden Rüstungsbetrieb.

1897 wandelte man die Firma in eine Aktiengesellschaft mit dem Namen "Zahnräderfabrik Augsburg, vorm. Joh. Renk (Act. Ges.)" um und mitten im Ersten Weltkrieg gelang Renk 1916 der Bau der größten Zahnradhobelmaschine der Welt, die einen Durchmesser von sieben Metern hatte.

1923 wurde das Unternehmen in die Gutehoffnungshütte, die später an die MAN ging, eingegliedert. Heute hält die MAN 75 Prozent des Kapitals der Aktiengesellschaft.

1926 produzierte die Renk AG erstmals Zahnräder mit geschliffenen Zahnflanken.

Nazizeit und Zweiter Weltkrieg

Wie die Bilder auf der Webseite des Unternehmens ("Historie") zeigen, wurde nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten massiv in die Erneuerung der Produktion investiert. In der Rüstungsplanung des Dritten Reiches spielte das Werk eine nicht unerhebliche Rolle. Das Investment zeigte Erfolge: 1939 baute die Renk AG das mit 36.000 Umdrehungen pro Minute damals schnellste Getriebe der Welt für die Luftfahrt-Industrie und 1943 erfanden Renk-Ingenieure das Prinzip der hydrostatischen Überlagerungslenkung für Kettenfahrzeuge.

Im Zweiten Weltkrieg bombardierten alliierte Luftflotten deshalb mehrmals das Rüstungsgüterwerk in Augsburg, was für die umliegenden Wohnviertel ebenfalls die weitgehende Zerstörung bedeutete. Das einstige Augsburger Westend, ein bürgerliches Viertel, das sich nach der Aufhebung der Festungseigenschaft Augsburgs entwickelt und prachtvolle Wohnhäuser hervorgebracht hatte, wurde schwer getroffen. Nur mit Hilfe von Zwangsarbeitern konnte die Produktion in den Renk-Firmenhallen aufrechterhalten werden.

Wiederaufbau

Nach dem Krieg blieb Renk AG dem Rüstungssektor weiter verbunden und baute Spezialgetriebe und Kupplungen für Panzer wie den Leopard und Schiffe der Kriegsmarinen westlicher Natopartner und der Bundesmarine. Je nachdem, wie die Rüstungsaufträge der verschiedenen Länder bei Renk eingingen, wechselte die Firma flexibel auf die zivile Produktion.

Beeindruckend sind die Erfolge der Firma in diesen Jahren, vor allem nach Gründung der Bundeswehr. So erfindet die Renk AG 1956 das erste Turbinengetriebe mit einer Wälzkreisgeschwindigkeit von 185 m/s. Weltrekord. 1961 kommt die weltweit erste elektronischen Steuerung für automatische Fahrzeuggetriebe in den Renk-Produktkatalog. 1965 erfinden Renk-Mitarbeiter den hydrostatisch-hydromechanischen Lenkantrieb für Kettenfahrzeuge. Zehn Jahre spätr kommt erstmals in einem Fahrzeuggetriebe ein integriertes Bremssystem mit Reibungsbremse und Strömungsbremse zum Einsatz, erstmalig auch als Betriebsbremse. 1975 kann die Renk AG die Produktbereiche Gleitlager und Kupplungen der Eisenwerke Wülfel in Hannover übernehmen.

In den Jahren vor der deutschen Wiedervereinigung und dem Zusammenbruch des Ostblocks feiern die Renk-Ingenieure weiter Erfolg um Erfolg. So härtet und schleift Renk 1976 als erstes Unternehmen der Antriebstechnik Zahnräder mit über 3.000 Millimeter Durchmesser. 1982 fertigt man eines der größten Schiffsgetriebe für Eis gehende Schiffe mit Dieselmotor-Antrieb. Die Auslegungsleistung beträgt 40.000 Kilowatt. 1986 kommt es zur Ausgliederung der Produktbereiche "Industrie- und Schiffsgetriebe" in Augsburg und zur Einbringung in die Renk Tacke GmbH. Gleichzeitig gründet die Firma den Produktbereich "Regel- und Prüfsysteme". 1987 ändert sich der Firmenname in "Renk Aktiengesellschaft". Die AG hat jetzt die Produktbereiche "Automatische Fahrzeuggetriebe", "Antriebselemente" und "Prüfsysteme". Noch kurz vor der deutschen Wiedervereinigung liefert Renk 1989 mit 75 000 Kilowatt ein Turbogetriebe mit der höchsten je in einem Zahneingriff übertragenen Leistung.

Nach der deutschen Wiedervereinigung

In einer Schmiergeldaffäre um ein deutsch-französisches Panzergeschäft hat die französische Justiz im März 2007 Bewährungsstrafen gegen zwei Manager der Renk AG bestätigt. Renk-Vorstandssprecher Martin Hirt? und sein früherer Stellvertreter Norbert Schulze? erhielten nach dem Urteil des Pariser Berufungsgerichts 18 Monate Haft auf Bewährung und Geldstrafen von 100.000 Euro. Der Hauptangeklagte, der frühere Europaabgeordnete Jean-Charles Marchiani, wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, er soll 2,6 Millionen Euro Schmiergelder von Renk erhalten haben. Im Gegenzug hatte der Franzose nach Überzeugung der Richter der Augsburger Firma 1993 zu einem 100 Millionen Euro schweren Auftrag über Getriebe für 436 Leclerc-Panzer verholfen.

Im Dezember 2008 erhielt die Firma Renk einen Großauftrag der Bundesmarine. Renk wurde damit beauftragt, die Getriebe für einen neuartigen Typ Fregatten zu bauen. Vier Kriegsschiffe der geplanten Klasse F 125 sollten einen Spezialantrieb erhalten, der ausdrücklich auch zur Piratenbekämpfung dienen sollte. Renk wollte deshalb einen Antrieb bauen, der aus einer Gasturbine (20000 kW Leistung) und zwei Elektromotoren (je 4500 kW) bestand, die im Bedarfsfall kombiniert werden konnten. Der Getriebesatz sollte 145 Tonnen wiegen und bis 2014 an die Marine ausgeliefert werden.

Details

2017 lieferte Renk das Getriebe für den türkischen Panzer Altay, der auf dem südkoreanischen Panzer K2 basierte, dessen Getriebe auch von Renk geliefert wurde. Auch der Sabra Mk. III, ein in der Türkei modernisierter israelischer Panzer, hat Komponenten aus deutscher Herstellung: einen 1.000 PS starken Turbodieselmotor von MTU Friedrichshafen und ein Getriebe der Augsburger Renk AG. Im Arsenal der türkischen Streitkräfte befinden sich zudem Hunderte "Leopard"-Kampfpanzer des deutschen Herstellers Krauss-Maffei Wegmann, die auch mit Renk-Getrieben ausgestattet sind.

Auszeichnungen

2007 wurde die Tochter Renk Test System GmbH RTS für die langjährige Zusammenarbeit mit Boeing und der US Army geehrt. Ausgezeichnet wurde die Firma dabei für ihr Prüfsystem für den den Hughes AH-64 Apache, einen kriegserprobten Kampfhubschrauber, der im Jahr 1989 bei der US-Invasion in Panama zum ersten Mal eingesetzt wurde und später wesentliche Rollen im Zweiten Golfkrieg, bei der Operation Enduring Freedom in Afghanistan und im Irakkrieg spielte.

Adresse

Renk Aktiengesellschaft
Gögginger Straße 73
86159 Augsburg

Tel. 0821/5700-0
Fax. 0821/5700-460
E-Mail: [email protected]


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