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Rai, Fred

Sheriff von Western-City; Westernsänger, Entertainer, Schauspieler und Autor

Leben und Wirken

Es war ein langer Weg, bis Manfred Raible, so der bürgerliche Name von Fred Rai, seinen Kindheitstraum verwirklichen konnte. Doch der am 27. November 1941 in Ellwangen geborene Sohn eines Kartonagenfabrikanten machte sein Märchen zur Wirklichkeit: Er baute sich zwischen Augsburg und München, in unmittelbarer Nähe der Autobahnausfahrt Dasing, seine Träume in Form von Western-City auf. Fred Rai wuchs als jüngster von fünf Brüdern auf.

Als singender Cowboy Fred Rai ist er auf vielen Bühnen im In- und Ausland bekannt. Bis zu 100.000 Kilometer legte er hierfür früher alljährlich zurück. Der Western-Sänger wuchs mit Musik auf. „Meine Brüder und ich spielten Flöte, Geige, Mandoline, Gitarre und die Eltern begleiteten uns am Klavier. Wir machten Musik nicht, um das Magenknurren zu übertönen", erinnerte er sich, „wir hatten wirklich Spaß daran".

Immer blieben der „Dasinger Geisterreiter" und sein Fernsehpferd „Spitzbub" auf Galas ein gern gesehener Gast. Mit seinen Country-Klängen verbreitete er Lagerfeuer- und Cowboyromantik, erweckte die Pionierleistung der ersten Siedler neu zum Leben, sang von Liebe und Abschied, von schweren Jungs und leichten Mädchen.

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Seit Beginn seiner Western-City übernahm Fred Rai bei den Süddeutschen Karl-May-Festspielen verschiedenste Rollen. Oft spielte er Karl Mays "Bösewichter". 2005 gründete er die Süddeutschen Karl-May-Festspiele in Dasing und trug damit als Intendant und Veranstalter dazu bei, das Werk von Karl May am Leben zu erhalten.

Bis 2010 absolvierte Fred Rai mehr als 2.500 Shows und 150 Fernsehauftritte und machte sich dadurch selbst international einen Namen. Er ist der einzige Sänger in der Western-City, der auf einem Pferd auftritt.

Fred Rai schrieb viele Bücher und produzierte mehr als 100 Songs, die er zum großen Teil auch selbst schrieb.

Eine besondere Beziehung hat Fred Rai zu Pferden. Von ihm wurde das Rai-Reiten entwickelt, ein schmerz- und gewaltfreier Reitstil, der ohne Peitsche, Eisenstange im Maul und ohne Sporen auskommt. Damit machte er sich weltweit einen Namen als Pferdespezialist. Rai war unter anderem als Dozent für Psyche und Verhaltensweise der Pferde an den Universitäten München-Weihenstephan und Stuttgart-Hohenheim tätig.

2011 war Fred Rai im Tatort „Wer zweimal stirbt“ an der Seite von Heiner Lauterbach zu sehen. Teile des Tatorts waren in Western-City gedreht worden. Im September 2011 war in dem Frauenmagazin „ML mona lisa“ darüber hinaus ein ausführliches Portrait von Fred Rai zu sehen. Ende des Jahres stellte Fred Rai auch sein sechstes Buch vor. Es trug den Titel „Wiedersehen im Paradies“. Dazu schrieb der Autor: „Ich habe dieses Buch geschrieben, weil Tiere nicht falsch sein können. Uneigennützig schenken sie uns ihre Liebe, Treue und Anhänglichkeit, so dass zwischen Menschen und Tieren eine enge und reine Seelenverbundenheit entsteht. Wie oft musste ich schon schmerzlich Abschied nehmen von meinen geliebten Tieren, ist ihnen doch nur ein kurzer gemeinsamer Weg mit uns vergönnt. Ist es nicht der wirklich einzige Trost, das Glück oder gar die Gnade zu haben, an ein Wiedersehen im Paradies glauben und darauf hoffen zu dürfen? Ich glaube, die Aussichten sind – bei Betrachtung aus logischer, wissenschaftlicher und religiöser Sicht – gar nicht so schlecht, dass - will man den Menschen ein Weiterleben im Jenseits zugestehen - dies auch für unsere Tiere zutrifft. Und damit möchte ich allen Tierfreunden das Herz leichter machen, wenn sie sich von ihren geliebten, so treuen Weggefährten trennen müssen. Ich freue mich auf Stupsi, Peterle, Mimi, Bubi, Dogy, Dreikönigsbub und all meine anderen so vermissten Haustiere, und ich bin sicher, sie warten alle schon ebenso sehnsüchtig auf mich.“

Im Oktober 2011 übergab Fred Rai nach einem erfolgreichen Aufruf 4.000 Unterschriften gegen Schlacht-Transporte an den Deutschen Tierschutzbund. Die Unterzeichner forderten eine Verkürzung der Fahrtzeiten von Schlachttiertransporten. Nicole Brühl, die Präsidentin des Bayerischen Tierschutzbundes und Tochter der Schauspielerin Heidi Brühl, zeigte sich beeindruckt von der stattlichen Anzahl und bedankte sich für so viel Engagement.

Ebenfalls im Oktober 2011 präsentierte Fred Rai sein neuestes Werk "Wiedersehen im Paradies" der Öffentlichkeit, wobei als prominente Gäste u. a. die Volksmusik-Stars Marianne und Michael anwesen waren.

Fred Rai starb am Freitag, den 24. April 2015, im Alter von 73 Jahren. Er stürzte wohl aufgrund eines Schlaganfalls beim Reiten in Dasing von seinem Pferd.

Würdigung

Fred Rais Methode, wie der Mensch zum Leittier seines Pferdes wird, unter dem es sich sicher und geborgen fühlt, ist inzwischen mehrfach wissenschaftlich bestätigt. Fast 50 Jahre beschäftigte er sich mit Pferden und studierte ihre Psyche und Verhaltensweise. Dank seiner gründlichen psychologischen Ausbildung entdeckte er dabei das reiche Gefühlsleben der Pferde, ohne das ein soziales Verhalten der Tiere nicht möglich ist. Er war der Erste, der Anfang der 1990er Jahre in seinem Buch "Ohne Peitsche, ohne Sporen" darüber berichtete, dass Pferde keinen Schmerzschrei haben.

Fred Rai gründete den Europäischen Pferdeschutzbund und die Bundesvereinigung für RAI-Reiten, zu der mittlerweile zahlreiche Ausbildungsstätten in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland zählen. Hier wird der von ihm entwickelte, schmerzfreie und gebisslose Reitstil gelehrt - und sein Vermächtnis damit weiter geführt. Für seinen unermüdlichen Einsatz für einen artgerechten Umgang mit Tieren erhielt er unter anderem die Verdienstmedaille des Deutschen Tierschutzbundes.

Neben den Tieren gehörte seine Liebe der Musik. Eine fundierte Klavier-, Gitarren- und Gesangsausbildung bildete die Grundlage für sein künstlerisches Schaffen. Er unterhielt sein Publikum als Westernsänger auf seinem berühmt gewordenen Pferd "Spitzbub" in weit mehr als 7.000 Auftritten und in über 150 Fernsehshows. Mit der Gründung seines Erlebnisparks Western-City 1980 erfüllte sich Fred Rai einen Kindheitstraum.

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