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Protestantischer Friedhof

Ein etwa sechs Hektar großer Friedhof mit etwa 9.500 Grabstellen an der Haunstetter Straße, der nach dem 30jährigen Krieg den Augsburger Protestanten zugeteilt wurde, heute aber ökumenisch genutzt wird.

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Allgemeines

Der Protestantische Friedhof hat einen alten Teil, der durch einen Nord- und einen Südteil ergänzt wird. Er ist mit seinen sechs Hektar Größe die Ruhestätte für viele Generationen von Augsburgern - nicht nur evangelischen Glaubens. Im Schatten sehr alter Bäume kann man hier über die Gräber schlendern und die Hektik der nahe gelegenen Haunstetter Straße mit ihrem starken Verkehrsaufkommen vergessen. An besonders schönen Grabsteinen sollte man innehalten und angesichts der Grabinschriften verweilen. Besonders interessant ist dabei der westliche Friedhofsteil mit den Denkmälern bedeutender protestantischer Familien Augsburgs. Diese Grabmäler zeugen nicht gerade von protestantischem Puritanismus, etwa wenn man vor dem Grab Elias Holls, der Ritter von Halder? oder der Firnhabers? und Schaezlers? steht.

Das Grundstück des Protestantischen Friedhofs beträgt etwa sechs Hektar und ist Eigentum der "Protestantischen Allgemeinen Kirchenstiftung Augsburg".

Für einen Besuch des Protestantischen Friedhofs sollte man sich Zeit nehmen, denn es befinden sich hier farblich auffallende Gräber, aber auch viele sehr alte Denkmäler bzw. architektonisch bemerkenswerte Grabgestaltungen aus der Zeit des Klassizismus oder der Neugotik.

Geschichte

Schon vor oder um 1500 kaufte der Augsburger Magistrat? hier vor dem Roten Tor gelegene Äcker auf und umgab sie mit einer Mauer, ein Zeichen dafür, dass man schon damals daran dachte, diesen Grund als Friedhof zu nutzen.

Der Magistrat ließ den Protestantischen Friedhof im Jahr 1534 anlegen, womit er zu den ältesten Augsburger Friedhöfen gehört. Zur Zeit seiner Gründung lag er noch außerhalb der Stadtmauern, heute gehört er zum Innenstadt-Bereich. Die ersten Begräbnisse auf dem Protestantischen Friedhof sollen jedoch erst in den Pestjahren 1563 und 1564 vorgenommen worden sein.

Nicht immer war der heutige Protestantische Friedhof ein konfessionell protestantischer Friedhof. Erst 1648 geriet er in den Besitz der fünf innenstädtischen evangelischen Gemeinden Sankt Ulrich?, Heilig Kreuz?, Zu den Barfüßern?, Sankt Jakob und Sankt Anna. Zuvor begrub man die Augsburger Protestanten auf einem Gelände am Dom Unserer Lieben Frau. Dieses Gelände gaben die Protestanten jetzt den Katholiken zurück und erhielten dafür den heutigen Protestantischen Friedhof zugesprochen. Nach dem 30jährigen Krieg gab es neben ihm nur noch den katholischen Herman-Friedhof und einen jüdischen Friedhof in Kriegshaber. Auch im Tod trennten sich die Augsburger.

Grabbücher und Grabverzeichnisse sind seit 1658 erhalten. Eine Besonderheit dabei sind die Grabdenkmalinschriften aus dem 18. und 19. Jahrhundert, als neben den persönlichen Angaben gerne Sinnsprüche und Gedichte auf die Gräber geschrieben wurden.

Etwa um 1700 errichtete man das heutige Verwaltungsgebäude auf dem Friedhof (renoviert von 1991 bis 1992).

Nach Planungen von Johann Michael Voith?, Balthasar von Hößlin? und August Voit? erbaute man im Jahr 1825 die Friedhofskirche, die von 1986 bis 1988 restauriert wurde. Es handelt sich um den einzigen klassizistischen Kirchenbau in Augsburg.

August Voit? ist auch deshalb interessant, weil er einen Traktat "Über die Anlegung und Umwandlung der Gottesäcker in heitere Ruhegärten der Abgeschiedenen" schrieb und darin den Protestantischen Friedhof in Augsburg als Beispiel für die funktionsgerechte und ästhetisch ansprechende Neugestaltung einer Friedhofsanlage anführte.

1837 kam die Leichenhalle auf dem Friedhofsgelände hinzu (renoviert 1990).

Im 19. Jahrhundert erweiterte man den Friedhof im Süden.

1939 brachte man vor dem Protestantischen Friedhof stadtauswärts einen Gedenkstein an, der als Wegmarke der hier früher verlaufenden Römerstraße Via Claudia Augusta dienen sollte.

Am 28. Oktober 1945 errichtete man an der Straßenbahnhaltestelle Protestantischer Friedhof ein riesiges Holzkreuz, das in vier sprachen an die gefallenen oder nach Augsburg vertriebenen Litauer erinnern sollte. Später rückte man das Kreuz ein paar Meter weiter südlich in die Nähe der Hutfabrik Lembert?. Auch begann man nach dem Zweiten Weltkrieg den Nordteil des Friedhofs anzulegen.

Im Jahr 1999 plante das Architekturbürso Meier und Meyr? auf dem historischen und denkmalgeschützten Protestantischen Friedhof eine zeitgemäße Urnenbestattungsanlage. Damit kam die Friedhofsverwaltung den gesellschaftlichen Entwicklungen einer alternden und im Alter anonymen Stadtbevölkerung entgegen. Mit einer christlich geprägten Gestaltung dieser Anlage wollte man der Anonymität entgegen wirken. Man konzipierte eine Streuobstwiese als Paradiesgarten, in dem die Urnenerdgräber ihren Platz finden.

In einer Wand ordnete Anton Kirchmair aus Haidmühle im Bayerischen Wald Urnennischen an. Geschlossene Felder wechseln sich hier mit offen aufgestellten Urnen mit aus Ton geformten Überurnen.

Im Jahr 2008 wurde u. a. das Eingangstor des Protestantischen Friedhofs renoviert (siehe Bilder unten).

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Zu Stein gewordene Geschichte

Heute sind manche Gedenksteine auf dem Friedhof 200 bis 300 Jahre alt - eine Art Stadtarchiv in Stein. Zum Beispiel eine Gruft an der Wand im nördlichen alten Friedhofsteil, die aus dem 18. Jahrhundert stammt. Sie wurde von Philipp und Antoinette Gutermann von Bibern angelegt, die zu einer Familie von Wechselnotaren und Advokaten gehörten. Die Grabstelle muss sehr teuer gewesen sein, denn die Gruftplatte ist aus Sandstein, der mit einem Füllhorn, Putten und Metallintarsien verziert ist. Ähnlich exquisite Grabstätten entdeckt der Besucher des Friedhofs an jeder Ecke, wenn er mit offenen Augen umhergeht.

Schon die Beschriftungen der alten Grabsteine ist bemerkenswert. Früher reichten nicht Name, Geburts- und Todestag. Manche Inschriften erzählen das halbe Leben des oder der Toten. Da werden in Gold "unsere innigst geliebte Gattin und Mutter Luise Oswald, Feinbäckereibesitzersgattin" oder "Johann und Amalie Osswald, Branntweinbrennereieisbesitzerseheleute" betrauert. Aber auch die individuelle Ausstattung fällt ins Auge, z. B. bei dem Grabmal des früheren Textilfabrikanten Riedinger, das eine Skulptur aus Kupfer mit Zahnrad und Bienenkorb zeigt.

Eine lange Liste von berühmten Augsburgern, die hier begraben sind, wäre hier anzufügen. Bescheiden wir uns mit ein paar Namen: Anna Barbara von Stetten?, Fritz Koelle, der letzte Mozart-Nachfahre, und Elias Holl haben sich diesen Gottesacker für ihre letzte Ruhe ausgesucht. Wer alle berühmten und bekannten Augsburger wissen will, die hier begraben sind, kann auf der Webseite des Protestantischen Friedhofs unter dem Navigationspunkt "Geschichte" die gesamte Liste mit Grabfeld-Nummern abrufen. Aber auch der Sozialist Hans Rollwagen? hat hier ein Grabdenkmal und selbst Zwangsarbeiter? der Nationalsozialisten? fanden hier ihre letzte Ruhe.

Wichtige Informationen

Trauerfeiern (auch zur Feuerbestattung) können in der Friedhofskirche abgehalten werden.

Man kann jederzeit Grabstätten erwerben, ohne dass eine Bestattung stattfinden muss. Es wird gern gesehen, wenn man historische Grabdenkmäler erwirbt und somit zum Erhalt der alten Grabkultur beiträgt. Diese alte Grabkultur auf dem Protestantischen Friedhof erfordert Rahmenrichtlinien, die in der Friedhofssatzung festgelegt sind und auch auf Grabpflege und -bepflanzung einen Einfluss haben.

In einem eigenen Kindergrabfeld werden in regelmäßigen Abständen mit einer Trauerfeier die Frühgeborenen in einem Sammelgrab bestattet.

In den Sommermonaten Mai bis September finden in der Friedhofskirche Abendandachten statt.

Öffnungszeiten

Januar und Februar: 8 - 17 Uhr
März und April: 7 - 18 Uhr
Mai, Juni, Juli, August, September: 7 - 19 Uhr
Oktober: 7 - 18 Uhr
November und Dezember: 8 - 17 Uhr

Öffnungszeiten an besonderen Tagen:

1. November (Allerheiligen): 7 - 19 Uhr
24. Dezember (Heilig Abend): 7 - 19 Uhr
31. Dezember (Silvester): 7 - 19 Uhr

Die Verwaltung des Protestantischen Friedhofs hat Montag bis Donnerstag von 8.00 Uhr bis 12.00 Uhr und 13.00 Uhr bis 16.00 Uhr sowie Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr geöffnet.

Adresse

Protestantische Friedhofsverwaltung Augsburg
Haunstetter Straße 36
86161 Augsburg

Tel. 0821/576018
Fax. 0821/596484


Seit Oktober 2009 kann für 8,50 € in der Friedhofsverwaltung des protestantischen Friedhofs das Buch von Werner Bischler und Erwin Stier "Der Protestantische Friedhof in Augsburg" aus dem Holzheu-Verlag? Augsburg käuflich erworben werden.

Weblinks


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