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Prinzregentenstraße

Allgemeines

Geschichte

Früher befand sich hier zwischen Bahnhofstraße und Frölichstraße das Schnurbeinsche Gartengut?. Unter der Initiative von Stadtbaurat? Fritz Steinhäusser? kaufte der Stadtmagistrat? das Gelände, um es nach Plan bebauen zu können. Am 11. August 1900 beschließt der Stadtrat Augsburgs, die Straße nach dem Prinzregenten zu benennen.

Im Februar 2017 wurde die Prinzregentenstraße wegen Bauarbeiten aufgrund eines Lecks an der Fernwärmeleitung für etwa einen Monat teilweise gesperrt.

Details

Prinzregentenstraße 1: Ehemaliges Landespolizeipräsidium und Gestapohauptquartier in Augsburg. Weil nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten? die ehemalige politische Polizei der Weimarer Republik mit der Gestapo? vereinigt wurde, bekamen die Nationalsozialisten? damit die gesammelten Informationen über die Parteien, darunter ihre Gegner, in die Hand. Das Gebäude ist so groß, dass hier Zellen und Folterkammern im Keller untergebracht werden konnten, wo auch die Verhöre stattfanden. Politische Gegner der Nazis, die entlassen wurden, mussten sich nach ihrer Haftentlassung hier mehrmals in der Woche melden. Bis 1941 war Hugo Gold? Augsburger Gestapochef. Er galt als grausam und erbarmungslos. Nachdem die Augsburger Gestapozentrale der Münchener unterstellt worden war, versetzte man Hugo Gold? nach Halle. 1948 brachte man in dem Gebäude das „Amerikahaus“ unter, das kulturell Augsburg beeinflusste, allerdings reinigten die Amerikaner während der McCarthy-Ära Anfang der 1950er Jahre die Bibliothek und das Personal politisch. Weil die Amerikaner das Haus aufgaben, zog 1953 die Stadtbücherei in die Prinzregentenstraße 1 ein und übernahm die dortige Bibliothek. Der Antrag auf Anbringung einer Gedenktafel an ehemaligen Augsburger Sitz der Gestapo? brachten Bürger 1985 ein. Erst am 8. Mai 1998 enthüllte die Stadt Augsburg eine entsprechende Tafel, allerdings nicht am Gebäude Prinzregentenstraße 1, sondern an einem Nebengebäude in der Prinzregentenstraße 11, wo nur einige Büroräume der Gestapo? waren. Auf der Tafel ist zu lesen: „Zur Erinnerung an die Augsburger Widerstandskämpfer zur Zeit des Nationalsozialismus. Zum Gedenken an die Opfer des NS-Terrors. Zur Mahnung an die Nachgeborenen, die Demokratie zu achten und sich für sie einzusetzen. In Dankbarkeit gegenüber all denen, die durch Mut und Opferbereitschaft den Aufbau eines demokratischen Rechtsstaates ermöglicht haben. Der Stadtrat und die Bürger der Stadt Augsburg.“

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Postkarte aus der Zeit kurz nach der Errichtung des Gebäudes Prinzregentenstraße 8 Augsburg - zur Verfügung gestellt von Thomas Werthefrongel, Stadtbergen

Prinzregentenstraße 8: Heute Geschäftsräume der Heimatpflege des Bezirks Schwaben. Der imposante denkmalgeschützte Eckbau wurde von dem Architekten Walter Krauss in den Jahren 1901/02 errichtet. Der reiche Dekor weist auf den Jugendstil? des Gebäudes hin. An den Fensterfaschen und am Gebälk ist der Putz horizontal gekämmt, die Umzäunung des Vorgartens ist noch original. Laut Adressbuch von Augsburg waren 1902 die Süddeutsche Textil-Berufsgenossenschaft, Xaver Schöner (Hausmeister) und Carl Landmann (Verwaltungsdirektor) die ersten Bewohner bzw. Nutzer des viergeschoßigen Hauses, das einen turmartigen Eckteil hat, bekrönt von einem überkuppelten Bellevue.

Prinzregentenstraße 11: ein Nebengebäude des ehemaligen Hauptquartier der Gestapo? in Augsburg; heute erinnert hier eine Gedenktafel an diese verbrecherische Organisation der Nazis, die eigentlich an das Gebäude Prinzregentenstraße 1 gehörte.

Lage


Weblinks


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