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Premium Aerotec GmbH

Eine hundertprozentige EADS / Airbus-Tochter mit Sitz in Augsburg, in der die früheren Airbus-Werke Varel, Nordenham und Augsburg zusammengeschlossen wurden.

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Allgemeines

Die Premium Aerotec GmbH ist mit etwa 6.000 Mitarbeitern an drei Standorten einer der größten Luftfahrtzulieferer mit höchster technologischer Kompetenz. Ziel der Firma ist es, als Premium-Zulieferer für Airbus und für andere Flugzeughersteller zu dienen und im Markt flexibel zu sein. Schon im Jahr 2008 wurde im Werk Augsburg ein großes Bauteil für das Boeing-Modell 787 gefertigt.

Nach der US-Firma "Spirit Aerosystems", die im Jahr 2005 aus ehemaligen Boing-Werken entstand, ist Premium Aerotec GmbH das zweitgrößte Zulieferunternehmen für Flugzeugteile in der Welt (Stand 2009).

Das Kerngeschäft des Unternehmens ist die Entwicklung und Herstellung von Metall- und Kohlefaserverbund-Flugzeugstrukturen sowie die damit verbundenen Vorrichtungen und Fertigungssysteme. Dafür gibt es Fertigungsstätten in Augsburg, Bremen, Nordenham und Varel in Deutschland sowie im rumänischen Bra ov.

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Geschichte

Die Gründung der Premium Aerotec GmbH hatte eine lange Vorgeschichte. Airbus konnte 2007 und 2008 seine Lieferverpflichtungen hinsichtlich des Großraumflugzeugs Airbus A380 nicht erfüllen. Dadurch wurde weniger Geld eingenommen. Das sollte mit dem Sparprogramm "Power8" aufgefangen werden. Dieses Sparprogramm sah den Verkauf der drei Werke vor, in denen Airbus-Flugzeugteile gefertigt wurden. Gewerkschafter fürchteten, dass so etwa 10.000 Arbeitsplätze bei Airbus vernichtet werden würden. Es kam zu Arbeitskämpfen an den verschiedensten Standorten in Deutschland, aber auch in anderen Ländern mit Airbus-Standorten. Über Monate konnte der Verkauf im Rahmen des Sparprogramms "Power8" nicht realisiert werden, im März 2008 scheiterten sie endgültig.

Lange sah es so aus, dass die deutschen Standorte von einem Konsortium aus MT Aerospace AG und OHB Technology gekauft würden. Beide Firmen waren aber in den Augen von Airbus nicht so stark, dass die Standorte hätten auf Dauer gesichert werden können. Deshalb entschloss sich die Mutterfirma, die drei Werke in Varel, Nordenham und Augsburg zur Holding "German Aerostructures Company" (GAC) zusammenzuschließen. Politiker schalteten sich ein und auf Druck der verschiedensten Seiten kam es im November 2008 zu einer Lösung, die einen sozialverträglichen Übergang der drei deutschen Airbus-Werke in den Besitz der Premium Aerotec GmbH, so der neue Name der Gesellschaft, zum 1. Januar 2009 vorsah.

Diese Lösung gibt den Beschäftigten der Firma die Garantie, dass bis 31. Dezember 2013 keine betriebsbedingten Kündigungen stattfinden, dass es keine Gehaltskürzungen und Arbeitszeitverlängerungen in dieser Zeitspanne gibt. Die Einsparungen sollen durch höhere Produktivität und Effizienz erreicht werden. Damit hatte sich ihr Kampf gegen die Pläne des Mutterkonzerns gelohnt.

Die ersten Chefs der neuen Gesellschaft wurden Hans Lonsinger?, früher Chef des Augsburger EADS -Werkes und Dieter Meiners?, der zuvor das Airbus-Werk in Stade leitete.

Im Dezember 2008 gab der Mutterkonzern bekannt, dass etwa 500 Mio. € in die drei Werke der Premium Aerotec GmbH investiert werden sollen, um die Standorte fit für die Zukunft zu machen. Davon sollen etwa 180 Mio. € in Augsburg investiert werden - vor allem für den Bau eines Zulieferwerkes für den Langstrecken-Airbus A350 XWB, zu dem ebenfalls im Dezember 2008 der Spatenstich durch die bayerische Wirtschaftsstaatssekretärin Katja Hessel? von der FDP? stattfand. Der Umsatz des neuen Werkes war damals auf etwa 1 Milliarde € pro Jahr geplant.

Unterstützung für die Firma kommt auch vom Staat. So wollte das Land Niedersachsen bis 2013 etwa 100 Mio. € in die norddeutschen Standorte investieren und der Freistaat Bayern? förderte den Standort Augsburg mit etwas mehr als 60 Mio. € - vor allem in den Bereichen Forschung und Entwicklung (z. B. in der Faserverbundtechnologie).

Geplant war, dass die Firma bis 2011 mehrheitlich in Airbus-Besitz bleiben sollte, eine Minderheitsbeteiligung eines Investors sei jedoch möglich. Ab 2011 sollte ein Gang an die Börse denkbar sein. Sollte das geschehen, plante man die Mitarbeiter mit vier Prozent an einem eventuellen Gewinn zu beteiligen.

Im Dezember 2009 gab EADS bekannt, dass Premium Aerotec das 300. Rumpfmittelteil des Eurofighters „Typhoon“ ausgeliefert habe: „Premium AEROTEC ist in militärischen und zivilen Flugzeugprogrammen der bewährte Lieferant gerade für hoch anspruchsvolle Baugruppen – die heutige Auslieferung des 300. Eurofighter-Rumpfmittelteils ist bester Beleg für unsere Fähigkeit als Partner in komplexen militärischen Programmen … „Das Rumpfmittelteil ist sozusagen das ‚Rückgrat‘ des Eurofighters – hier werden die Belastungsfälle der Flugzeugzelle im Überschallflug und bei anspruchsvollen Flugmanövern aufgefangen. Wir sind stolz, heute das 300. Rumpfmittelteil termingerecht in hoher Qualität an unseren Kunden auszuliefern.“ 2009 und 2010 geschah die Integration des Eurofighter-Rumpfmittelteils im Werksteil III in Augsburg. Hier waren damals 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Eurofighter-Sektionsmontage sowie der Kabelbaummontage beschäftigt. Die Komplett-Integration der Rumpfmittelteile mit dem in Augsburg konfektionierten Kabelsatz erfolgte dann im Werk Manching der EADS.

Januar 2011 war Startschuss der Fertigung von Flugzeugbauteilen im damals neuen rumänischen Werk Ghimbav, zu dem im Mai 2010 der Spatenstich stattfand. Ein erster Bauabschnitt bot Arbeitsplätze für 300 Mitarbeiter, die Bauteile für alle Airbus-Serienprogramme fertigten.

2012 gab das Spezialunternehmen für Luft- und Raumfahrttechnik den Startschuss für den Bau seines neuen Entwicklungszentrums in Augsburg. Geplant war, dass ab Ende 2012 mehr als 300 Ingenieure darin tätig sein sollten. Der Gebäudekomplex, der auf dem Werksgelände von Premium AEROTEC an der Haunstetter Straße entsteht, sollte neuer Mittelpunkt der Engineering-Aktivitäten des Unternehmens werden. Stärker als bisdahin wollte Premium AEROTEC damit die in Augsburg vorhandenen Entwicklungsfähigkeiten räumlich bündeln. In den Neubau des modernen Hightechzentrums investierte Premium AEROTEC rund sieben Millionen Euro.

Das Engineering Center der Firma wurde am 19. April 2013 eröffnet. Die Bauzeit betrug 18 Monate. Das Forschungszentrum in Augsburg wurde mit etwa 4.300 Quadratmetern eröffnet, so dass bis zu 400 Entwicklungsingenieure in ihm arbeiten konnten. Obwohl erst 2009 gegründet, erreichte das Unternehmen im Jahr 2013 mit seinen rund 9000 Beschäftigten einen Umsatz von 1,6 Milliarden Euro.

Ende Januar 2015 startete die Produktion der Carbon-Seitenschale für die neue Baureihe des Airbus A350-1000 am Standort Augsburg. Dieser Lay-Up galt als Meilenstein in der Faserverbundfertigung und zeigte die Bedeutung des Werkstoffs CFK, weil er das Flugzeug leichter und schneller produzierbar machte.

2016 erweiterte Premium Aerotec GmbH die bestehenden Fertigungshallen in Augsburg für die Fertigung des Langstreckenflugzeugs Airbus A350 XWB um 8.500 Quadratmeter. Im Oktober desselben Jahres feierte Premium Aerotec 100 Jahre Flugzeugbau in Augsburg, denn am 24. Oktober 1916 wurden die Bayerischen Rumpler-Werke? in Augsburg gegründet. Damit begann der Flugzeugbau in der Schwabenmetropole. Aus diesem Anlass spendete die Firma 60.000 Euro an elf soziale Einrichtungen in der Region Augsburg.

Details

Premium Aerotec produziert Flugzeugzeile für die Luftwaffen von Großbritannien, Spanien, Italien und Deutschland, aber auch für Österreich und Saudi Arabien.

Premium Aerotec ist der größte Strukturzulieferer an die Eurofighter Partner Companies der Eurofighter Jagdflugzeug GmbH (Stand 2010).

Werk 1

Das Gelände des Werks 1 für den A350 XWB liegt in der Nähe des alten EADS -Werks in Haunstetten, wo Flugzeugteile für Airbus und Eurocopter gefertigt werden. Das Werk für den A350 XWB stellt vor allem Flugzeugteile aus Kohlefaserverbundwerkstoffen her.

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Engineering Center

Premium Aerotec betreibt in Augsburg auf einer Fläche von 4.300 Quadratmetern mit etwa 300 Entwicklungsingenieuren Forschungen im Bereich neuer Materialien und Leichtbaukonzepten.

Kritik

Premium Aerotec war auch 2012 laut Informationen von Peter Feininger, Fachforum nachhaltige Stadtentwicklung?) der größte Strukturzulieferer für den Eurofighter und maßgeblich am Bau des Militärtransporters A400 M beteiligt, dem damals größten europäischen Rüstungsprojekt. Ferner entwickelte EADS bzw. Premium Aerotec Drohnen wie zum Beispiel die Großdrohne Talarion. Die Drohne Barracuda wurde weitgehend in Augsburg gebaut, womit die Firma nicht nur die rüstungstechnologische Basis für eine Militarisierung der deutschen Außenpolitik fern ab vom Auftrag des Grundgesetzes schuf, sondern auch die Mittel bereitstellte für eine flächendeckende Überwachung aus der Luft im Inland und für den menschenrechtlich bedenklichen Drohnenkrieg bis hin zu Technologien für „Urban Operations“ zur Aufstandsbekämpfung in den Großstädten.

Für Peter Feininger und viele andere Augsburger war es 2012 unfassbar, dass Premium Aerotec in unmittelbarer Nähe des Alten Flugplatzes? angesiedelt ist, wo der NS-Wehrwirtschaftsführer Wilhelm Messerschmitt? während des Zweiten Weltkriegs 9.000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge beschäftigte, um den Standardjäger der Nazis für deren Expansion- und Eroberungskrieg zu bauen. Viele Menschen in der Friedensstadt Augsburg wollten es damals nicht hinnehmen, dass Premium Aerotec als eine Nachfolgefirma der Messerschmitt AG mit einem Rüstungsprogramm, das das der NS-Firma angeblich um ein Vielfaches übertreffen sollte, sich der Ressourcen der Universität Augsburg zu bedienen plante und auch auf dem Gelände des Innovationsparks tätig sein wollte.

Auszeichnungen

2012 erhielt Premium Aerotec das OHRIS-Zertifikat für Gesundheitsschutz von der damaligen bayerischen Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Christine Haderthauer. Damit wurde bestätigt, dass die Vorkehrungen des Luftfahrtzulieferers für einen umfassenden Arbeitsschutz in vollem Umfang den OHRIS-Kriterien entsprechen. Das Arbeitsschutzmanagementsystem für die rund 3.000 Mitarbeiter in den vier Augsburger Werksteilen soll die Arbeitsunfälle und Störungen im Betriebsablauf und die dadurch bedingten Ausfallzeiten verringern helfen.

Presse

Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb der nächsten Jahre zum führenden Lieferanten sowohl für zivile als auch für militärische Flugzeugstrukturen zu werden. Um in erster Linie die Technologien für Kohlefaserverbund-Werkstoffe auszubauen, aber auch die weitere technologische Entwicklung zu unterstützen, wird EADS von 2009 bis 2011 rund 500 Millionen Euro in den Werken der Premium Aerotec investieren ... Premium Aerotec ist Partner in allen wichtigen europäischen Flugzeugprogrammen wie den zivilen Airbus- Familien, dem Militärtransportflugzeug Airbus A 400 M? und dem Eurofighter Typhoon. Das Unternehmen nimmt eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung neuer Verfahren wie auf dem Gebiet der Kohlefaserverbund-Technologien wahr, in dem es bereits jetzt führende Positionen einnimmt. (Nordwest-Zeitung online 3.1.2009)

Weblinks


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