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Predigerberg

eine Augsburger Straße, die zum 1. Stadtbezirk (Lechviertel östliches Ulrichsviertel) im Planungsraum I (Innenstadt) gehört und die Postleitzahl 86150 hat

Allgemeines

Der Predigerberg in Augsburg beginnt, von oben gesehen, dort, wo die beiden Straßen Dominikanergasse und Heilig-Kreuz-Straße aufeinander treffen. Er wird gerne als Verbindung von der Maximilianstraße hinunter zum Lechviertel, zum Ulrichsviertel, zur City-Galerie, zum Vogeltor und zum Textilviertel benutzt. Noch bevor der Predigerberg die Augsburger Hochterrasse? verlässt und in einer Kurve abfällt, mündet von Süden kommend die enge Gasse Afrawald? in den Predigerberg ein.

Der Name Predigerberg soll von Dominikaner-Mönchen? herrühren, die im 14. Jahrhundert hier in der Nähe an dem Berghang, der sich westöstlich neigt, zwischen Maximilianstraße oben und Stadtbach? unten ein Kloster bewohnten. Die Dominikaner wurden damals wegen ihrer Ausrichtung auf das Predigen auch Prediger-Mönche genannt. Das Klostergebäude, in dem sie lebten, war vorher im Besitz der Templer?.

Geschichte

Im 17. Jahrhundert muss der Predigerberg sehr belebt gewesen sein. So legte Wolfgang Kilian? in seiner Stadtansicht von 1625 großen Wert auf die Darstellung des regen Lebens und Gütertransportes vor den Klostermauern der Dominikaner? am Predigerberg.

Im 17./18. Jahrhundert hatte der Predigerberg eine wichtige Rolle bei der Feuerbekämpfung in der Altstadt von Augsburg. "So wird der Haupt-Hahnen bey der Stadt-Hall eröffnet/und die Feur-Kessel daselbsten eingefüllet/ das überlauffende Wasser aber wird sodann durch das Heil. Grab-Gäßlen den Prediger-Berg hinunter biß zu dem Ort / wo die Feurs-Not entstanden / geführet; Wo sodann zu dessen Aufschwellung ein Damm gemachet wird/ um die Femz Kessel und anderes nothdürfftiglich einfüllen zu können." So ist es in Caspar Walters Feuerbekämpfungsinstruktion von 1754 zu lesen.

Im 19. Jahrhundert wurde das Kloster der Dominikaner? aufgelöst. Man installierte darin eine "Beschäftigungsanstalt" in den ehemaligen Klosterräumen. Heute trägt das Gebäude die Adresse Predigerberg 1 und ist ein Berufsbildungszentrum?. Vom einstigen Klosterkomplex ist nur noch die Dominikanerkirche? erhalten, in die das Römische Museum einziehen durfte. Darüber informieren Tafeln und Kopien alter Römersteine, die dort in der Nähe aufgestellt wurden.

Bis 1916 fuhr die Straßenbahnlinie 4 über den Predigerberg und die Bäckergasse. Durch eine kurze Neubaustrecke führte man sie 1916 über die Maximillianstraße und den Milchberg. Die Strecke über den Predigerberg und die Bäckergasse legte man zunächst still und baute sie dann ab.

Details

Man darf sich von dem Namen Predigerberg nicht täuschen lassen. Nicht die gesamte Straße, die als Berg gelten könnte, gehört zum Predigerberg. Ab der Bäckergasse, also im unteren Drittel des topographischen Berges, wird der Predigerberg zur Straße Am Schwall.

Die Seite des Predigerbergs, auf der sich früher das Dominikanerkloster? befand, ist bis zur Fortsetzung als Straße Am Schwall nicht mit Häusern bebaut. Die andere rechte Seite, von oben nach unten gesehen, ist dicht bebaut mit Häusern, die gerade Nummern tragen. Stark vertreten ist hier die Gastronomie mit Lokalen wie Backside? (Club), El Rincon? (Steakhouse), Berghütte? (Gasthaus), und Il Gabbiano (Italo-Bistro). Zu erwähnen sind am Predigerberg noch die Geschäfte für Wellness (FishSpa?), Teppiche (Arco?), TV/Audiogeräte (Bang & Olufsen?), Glas für Einrichtungen (Wiedemann?), Raumplanungen (Lochbrunner?), aber auch eines für indische Mode und Schmuck (Mahathi?) (Stand 2014).

Predigerberg 1: ehemaliger Gasthof zum Mohrenkopf, heute Berufsbildungszentrum. Ehemals ein Gebäudekomplex an der Nordseite des Predigerbergs. Dort, wo heute das 1962 eingeweihte Berufsbildungszentrum steht, befand sich früher der „Gasthof zum Mohrenkopf“. Er gehörte zu dem Doppelanwesen Litera A 72/73 am Predigerberg. 1890 kaufte der Arbeiter-Fortbildungsverein? das Gebäude. Einige Jahre später erwarb J. L. Schwarz, ein Augsburger Kaufmann, das Anwesen, wo er eine Eisenwarenhandlung eingerichtet hatte. In dieser Zeit wurde der Mohrenkopf von Pächtern betrieben, die auch Fremdenzimmer anboten. Außerdem gab es in dem Komplex Säle und acht Mietwohnungen in den höheren Etagen, in denen 1933 25 Mietparteien wohnten. Damals besaß die Kaufmannswitwe Anna Schwarz den Gasthof-Komplex, während eine Wirtin den Mohrenkopf gepachtet hatte. Allerdings kaufte bald darauf die Stadt Augsburg den Gasthof. Im Februar 1944 wurde das Gebiet um den Gasthof von alliierten Bombenangriffen getroffen und der Mohrenkopf total zerstört. Nur ein stadteigenes kleines Anwesen direkt an der Dominikanerkirche? war noch bewohnbar, ansonsten standen im Umkreis nur noch Ruinen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kaufte die Stadt Augsburg nach der Trümmerräumung weitere leere Bauflächen im Gebiet, vereinigte elf Grundstücke zu einem einzigen, das die Nummer Predigerberg 1 erhielt. Das heutige Berufsbildungszentrum bietet sieben Fachschulen (Berufschule für Textil, Berufsfachschule für Kinderpflege, Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement etc.) und wurde in den Jahren 1960 bis 1962 erbaut. Im Hintergrund steht die Dominikanerkirche?.

Predigerberg 14: Dieses Satteldach-Bürgerhaus ist ein dreigeschossiger Giebelbau mit einer Firstsäule. Im 19. Jahrhundert baute man einen Laden ein. Die Fassade des auf das 16. Jahrhundert zurückgehenden Baus, veränderte man sowohl im 17. als auch im 18. Jahrhundert leicht.

Lage


Weblinks


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