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Planungsraum Innenstadt

der geschichtlich gewachsene Teil der Stadt und emotionale Anker unserer Augsburger Stadterfahrung.

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Allgemeines

Hintergrund

Für die Zukunft einer Stadt Augsburg ist vor allem der Bereich der Innenstadt von Bedeutung. Noch definieren wir die Innenstadt als "City". Damit ist gemeint, dass wir sie zum Shoppen, Besuch von Museen, Behördengänge, Bankgeschäfte etc. aufsuchen, sonst aber meiden, weil sie unwirtlich geworden ist und spätestens um 20 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt werden. Seit dem zweiten Weltkrieg sind unsere Innenstädte ausgezehrt und von wichtigen Funktionen befreit worden, etwa dem Wohnen. Dazu ist man ins "Grüne" geflüchtet. Und auch das Arbeiten geschieht heute eher in den Randgebieten als in der Innenstadt. Zuletzt wurde auch der Einkauf in die Peripherie verlegt, wo man Einkaufscenter mit kostenlosen Parkplätzen findet.

Trotzdem hat in unserem Bewusstsein die Innenstadt ihre Bedeutung behalten, denn wenn wir "in die Stadt gehen" meinen wir die Innenstadt, nicht die anderen Teile der Stadt. Mit anderen Worten: Unsere Stadterfahrung definiert sich über die Innenstadt. Und Städte werden daran gemessen, wie viel Einmaligkeit, Charakter und Authentizität sie hat - nicht an Hand der künstlichen Peripheriebereiche ohne Geschichte. Für die Stadt entwickelt die Innenstadt somit symbolische Kraft.

Heute erinnert sich die Stadtentwicklungspolitik mehr und mehr der multifunktionalen Innenstadt, mit dem man im Konkurrenzkampf mit anderen Städten wuchern möchte. Dienstleistung, Wohnen, Verkehr, Freizeit, Kultur und Handel sollen hier konfliktfrei zukunftsfähig entwickelt werden. Auch sollen die Innenstädte heute in Zeiten von Globalisierung und Schnelllebigkeit Kontinuität und Vertrautheit schaffen, Identität. Schon aus diesem Grund ist man in den letzten Jahrzehnten dazu übergegangen, die historische Stadt zu erhalten, die zum Teil der Erlebnisgesellschaft geworden ist und mit ihrer touristischen Anziehungskraft zu einem Wirtschaftsfaktor geworden ist.

Ein großes Problem einer so gesehenen Innenstadt ist ein unausgewogenes Einzelhandelsangebot oder die Tatsache, dass es in der Innenstadt zu wenig Arbeitsplätze gibt.

Zentraler Versorgungsbereich

Die Innenstadt ist ein zentraler Versorgungsbereich Augsburgs, aber auch für die Region. So genannte „Magnetbetriebe“ wie z. B. Karstadt?, H&M?, C&A?, Kaufhof? oder City-Galerie besitzen große Marktreichweite und werden durch viele kleinere und differenzierte Einzelhandels- und Dienstleistungsangebote ergänzt. Allein im Bereich der Komplementärnutzungen (gastronomische Betriebe, Banken etc.), Verwaltungs- und kulturelle Einrichtungen gibt es in der Innenstadt von Augsburg mehr als 2.000 Betriebe und Einrichtungen.

Die Innenstadt bündelt die oberzentralen Funktionen Augsburgs. In den Stadtvierteln ist die wohnortnahe Versorgung mit Waren und Dienstleistungen des kurz- und mittelfristigen Bedarfs wichtig.

Die so genannt Passantenfrequenz zeigt die Attraktivität eines bestimmten Stadtbereichs. Seit 2012 lässt die Stadt Augsburg jedes Jahr die Passantenfrequenz erheben, um die Entwicklung der Attraktivität der Augsburger Innenstadt zu kontrollieren. Die Passantenzählung, die teilweise auch mit Passantenbefragungen verbunden ist, wird jeweils im Juni eines Jahres an bestimmten Zähltagen durchgeführt. Für 2016 wurden z. B. 371.000 Besucher der Augsburger Innenstadt gezählt, was einem Plus von etwa drei Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Durchgeführt wird dieses Innenstadt-Monitoring von der Universität Augsburg im Auftrag der Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg.

Geschichte

Auf einem Glas-Dia der Photogrammetrie München um 1920 sieht man, wie Grünstreifen links und rechts die Augsburger Innenstadt säumen. Diese Grünstreifen ersetzten den ehemaligen Befestungsgürtel der Stadt. Auf dem Bild, das fast die gesamte südliche Augsburger Altstadt erfasst, erkennt man wichtige Merkmale der Augsburger Stadtstruktur wie z. B. die dominanten Nord-Süd-Magistralen, die großzügige Bebauung in der Oberstadt? im Gegensatz zur kleinteiligen Architektur der Unterstadt?, wo sich früher die Handwerkerviertel befanden, die Industrieansiedlungen am Lech und so manches städtische Großprojekt (z. B. die Kirche Sankt Ulrich und Afra und das damals noch südlich anschließende Afrastift?, das 1802 zur Kaserne umgewidmet wurde, die ehemalige Stiftskirche Sankt Moritz, das Rathaus, der Perlachturm, der Dom Unserer Lieben Frau, die Kirche Sankt Magdalena, die heute das Römische Museum bildet, oder die Barfüßerkirche, deren Langhaus 1944 zerstört wurde.

Ebenfalls auf einem Glasdia der Photogrammetrie München um 1920 ist noch gut die Grenze der mittelalterlichen Bischofsstadt im Norden der Augsburger Innenstadt zu erkennen. Deutlich wird in der Luftaufnahme ein fast ovales Gebiet mit Kanonikerpalais. Das Oval richtet sich an der früheren Immunitätsmauer aus, die das Domgebiet zum Schutz umschloss.

Die Stadt Augsburg gab im Juni 2013 Pläne bekannt, ehrenamtliche junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren in der Innenstadt auf abendliche Streifen zu lassen. Der damalige Ordnungsreferent? Dr. Volker Ullrich sah sie als Ansprechpartner auf Augenhöhe gegenüber Nachtschwärmern. Ziel der Einsätze sollte die Stärkung des Sicherheitsgefühls von Anwohnern und Partygängern sein. Das Projekt sollte von dem Verein Die Brücke? und einer finanziellen Unterstützung der Stadt Augsburg von etwa 12.000 Euro jährlich umgesetzt werden.

Bezirke des Planungsraums Innenstadt

Der Planungsraum Innenstadt besteht aus neun Stadtbezirken - der Stadtbezirk 6 Rechts der Wertach gehört zum Planungsraum Oberhausen, nicht zum Planungsraum Innenstadt.

Bereiche des Planungsraums Innenstadt

Einzelne Stichworte zum Planungsraum Innenstadt

Weitere Details

Der Planungsraum Innenstadt ist der erste von 17 Augsburger Planungsräumen und mit etwa 40.000 Einwohnern auch der bevölkerungsreichste Augsburger Planungsraum. Pro Quadratmeter wohnen hier etwa 4.000 Menschen. Insgesamt nimmt der Planungsraum eine Fläche von knapp zehn Quadratmetern ein und umfasst die Postleitzahlenbereich 86150, 86152 und 86153.

Spricht der Augsburger von der Altstadt, so ist diese nur ein Teil des Planungsraums Innenstadt und umfasst folgende vier Stadtbezirke:

Passantenbefragung- und Frequenzmessung

Seit dem Jahr 2012 wird kontinuierlich gemessen, wie sich die Innenstadt aus Sicht der Besucher entwickelt und was diese von der Einkaufsinnenstadt konkret erwarten. Hierzu wird im Auftrag der Wirtschaftsförderung der Stadt Augsburg eine Passantenbefragung und Frequenzzählung durchgeführt. Dabei werden die Passanten nach ihren Besuchsgründen, dem Einkaufsverhalten und Verbesserungsvorschlägen für die Innenstadt befragt.

Die Ergebnisse liefern eine wichtige Umsetzungs- und Erfolgskontrolle über die räumlichen und strukturellen Entwicklungen in der Innenstadt. Es lassen sich aber auch wertvolle Beiträge als Bewertungs- und Entscheidungsgrundlage für die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen für die Innenstadtentwicklung daraus ableiten. Dazu steht die Wirtschaftsförderung in enger Abstimmung mit dem Innenstadtgewerbebeirat? (IGB).

Weblinks


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