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Philharmonisches Orchester

seit Sommer 2012 offiziell Augsburger Philharmoniker

Allgemeines

Die Augsburger Philharmoniker sind das Orchester des Theaters Augsburg. Sie sind größter symphonischer Klangkörper Augsburgs und bestreiten rund 120 Musiktheatervorstellungen im Jahr, nicht nur im Großen Haus des Theaters oder auf der Freilichtbühne. Dazu kommen ein Dutzend symphonische Programme im Spielplan - vom klassischen Symphoniekonzert über Gala-Programme bis hin zu einem umfangreichen musikpädagogischen Programm und Kammerkonzerten. Jedes Jahr erreichen die Augsburger Philharmoniker auch mehrere Tausend junge Menschen in und um Augsburg.

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Offizielles Orchesterbild der Augsburger Philharmoniker 2016 - © by Nik Schölzel/Theater Augsburg

Gastspiele in der Region Schwaben sowie Nürnberg, München, Frankfurt und Konzerttourneen nach Mallorca, Italien, Frankreich und in die Türkei runden die Auftritte des Philharmonischen Orchesters Augsburg ab.

Das Augsburger Orchester hat zur Zeit 70 Planstellen. Damit werden die Mitglieder des Ensembles der Tarifgruppe TVK B zugeordnet. In der langen Geschichte des Orchesters haben Männer wie Wolfgang Sawallisch, Heinz Wallberg oder Eugen Jochum ihre Karriere hier begonnen. Unter den Generalmusikdirektoren finden sich Namen wie Bruno Weil, Michael Luig, Istvan Kertesz, Rudolf Piehlmayer oder Dirk Kaftan.

Geschichte

19. Jahrhundert

Gegründet wurde das Philharmonische Orchester Augsburg 1865 als städtisches Orchester für den Einsatz im Theater Augsburg. Dieser Gründung war ein langes Betreiben zweier Mitglieder der Augsburger Liedertafel? vorausgegangen. Nur daraufhin beschloss der Magistrat? der Stadt Augsburg am 9. September 1865 die Gründung des "Städtischen Orchesters". Der Hintergedanke von Magistrat? und Bürgermeister? Ludwig Friedrich Alexander von Fischer? war, dass sie mit dem Orchester gut dargebotene Opern auf die Bühne bringen konnten. So hofften sie das Theater Augsburg rentabel zu machen. Deshalb studierte das Philharmonische Orchester zeitgenössische Werke wie Die Meistersinger von Nürnberg und Der Ring des Nibelungen von Richard Wagner, Carmen von Georges Bizet und Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck ein und brachte es im Theater zur Aufführung.

20. Jahrhundert

Ab 1910 spielten die Augsburger Philharmoniker eigene Symphoniekonzerte. Zwar versuchte Augsburg durch gute Konzertmeister das Niveau des Orchesters ständig zu verbessern, doch erst nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Ensemble ein "echtes" sinfonisches Orchester für Bühne wie Konzertsaal. Bruno Walter, Hans Pfitzner und andere feierten jetzt große Erfolge und 1920 übernahm die Stadt Augsburg das Orchester, das jetzt große Werke wie Beethovens 9. Symphonie spielte oder die Alpensinfonie von Richard Strauß, der bei der Aufführung anwesend war.

Die Theaterspielpläne der Zeit danach zeigen, dass die Augsburger Philharmoniker schon immer der Moderne viel Raum gaben. Sie spielten z. B. Opern wie Paul Hindemiths Cardillac und Neues vom Tage, Ernst Kreneks Jonny spielt auf oder Siegfried Wagners Der Bärenhäuter unter der Leitung des Komponisten. Das Gleiche im Konzertbereich. So führte der ab 1931 amtierende Städtischen Kapellmeister Ewald Lindemann u. a. Strawinskis Feuervogel-Suite und sein Ballett Petruschka auf sowie im Januar 1932 Rudi Stephans Oper Die ersten Menschen. Am 8. Oktober 1934 feierten die Augsburger Philharmoniker den 70. Geburtstag von Richard Strauss mit einem großen Sinfoniekonzert in Anwesenheit des Komponisten.

Am 14. Oktober 1935 beging man das siebzigjährige Bestehen des Städtischen Orchesters.

Auch im Zweiten Weltkrieg traten die Augsburger Philharmoniker auf. Sie brachten selbst in dieser dunklen Zeit viele Erst- und Uraufführungen, etwa die Erstaufführung von Wilhelm Jergers Salzburger Hof- und Barockmusik, die Erstaufführung von Karl Höllers Passacaglia und Fuge nach Frescobaldi sowie die Uraufführung von Otto Jochums Goethe-Sinfonie für Orchester mit Schlusschor unter der Leitung des Komponisten.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs formierte sich das Orchester neu. Prägend in der Nachkriegszeit war der Kapellmeister Fritz Schnell, der das Philharmonische Orchester schnell wieder auf ein hohes Niveau führte und den Spielbetrieb wieder aufnahm. An Weihnachten 1945 konnten Die Lustigen Weiber von Windsor von Otto Nicolai und J. S. Bachs Weihnachtsoratorium aufgeführt werden und im Februar 1946 Mozarts Hochzeit des Figaro. Und auch die Moderne wurde mit der Aufführung der Sinfonie Mathis der Maler von Hindemith gewürdigt. Schon 1946 nahm das Orchester seine Aufgaben auf der Freilichtbühne] wieder wahr und führte die 9. Sinfonie von Beethoven am 10. Juni 1946 auf. Um seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen, verstärkte man das Orchester auch personell.

1963 verlegte man die Sinfoniekonzerte in das wieder aufgebaute Große Haus des Theater Augsburg, weil der Ludwigsbau im Wittelsbacher Park, wo das Orchester konzertierte, geschlossen worden war.

1972 bekam das Philharmonische Orchester Augsburg seinen festen Spielort in der Kongresshalle Augsburgs, die am 17. Juni 1972 eröffnet wurde. Nur in den Spielzeiten 2010/11 und 2011/12 mussten die Augsburger Philharmoniker während des Umbaus und der Renovierung der Kongresshalle auf die Stadthalle Gersthofen? ausweichen. Am 3. Mai 2012 wurde die Kongresshalle unter Mitwirkung des Orchesters wieder eröffnet. Seitdem sind die Augsburger Philharmoniker wieder fest am Ort.

Unter den musikalischen Leitern und Generalmusikdirektoren Augsburgs finden sich Namen wie István Kertész, Hans Zanotelli (u.a. Wozzeck, 1963), Bruno Weil, Michael Luig und Peter Leonard.

21. Jahrhundert

Im Dezember 2011 setzte sich das Philharmonisches Orchester Augsburg gemeinsam mit zahlreichen Orchestern aus ganz Europa und mit seinem Generalmusikdirektor Dirk Kaftan für den Erhalt der Orchesterlandschaft in Holland ein. Dort waren durch drastische Kürzungs-Pläne im Kulturhaushalt Traditionsklangkörper wie das Concertgebouw Orchestra Amsterdam in Gefahr. Auf Initiative des Orchestervorstands drehte das Augsburger Orchester einen Videoclip, an dem auch Dirk Kaftan und Starviolinist Gilles Apap mitwirkten.

Solidaritätsvideo des Theaters Augsburg für den Erhalt der holländischen Orchesterlandschaft vom Dezember 2011

Ab der Spielzeit 2012/13 wurde MAN Diesel & Turbo SE Hauptsponsor für das Philharmonische Orchester Augsburg. Im Beisein von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Kulturbürgermeister Peter Grab unterzeichneten Dr. René Umlauft, Vorstandssprecher MAN Diesel & Turbo SE, und Dirk Kaftan, Generalmusikdirektor des Theaters Augsburg, am 24. April 2012 den Sponsoringvertrag im Fürstenzimmer des Rathauses. Der Vertrag wurde im Juli 2015 um weitere drei Jahre verlängert - mit einer jährlichen Förderung von 60.000 Euro.

Mit einer Reihe von Veranstaltungen feiert das Philharmonische Orchester Augsburg in der Spielzeit 2015/16 sein 150-jähriges Bestehen. Dazu schrieben die Augsburger Philharmoniker einen Kompositionswettbewerb aus, mit dem sie einen Beitrag zur Förderung einer jungen Komponistengeneration leisten wollten. 2015 wurde Domonkos Héja Generalmusikdirektor der Augsburger Philharmoniker.

Details

Seit jeher ist die zeitgenössische Musik ein wichtiger Bestandteil des Repertoires des Orchesters.

BR-Klassik? ist Medienpartner der Augsburger Philharmoniker, die Firma MAN Diesel & Turbo ist Hauptsponsor, ohne den Solisten und Programme in all ihrer Vielfalt nicht denkbar wären.

Jugendarbeit

Das Philharmonische Orchester Augsburg hat sich besonders die Arbeit für und mit Kindern seit vielen Jahren zur Aufgabe gemacht. So richtet man sich zweimal im Jahr im Großen Haus besonders an Kinder und Jugendlichen. Die Jugendkonzerte stehen meist unter einem bestimmten Motto, an Hand dessen die Musik von Klassikern vorgestellt wird. Bei diesen Darbietungen wird das Orchester durch Jugendliche unterstützt, die sich unter die Profi-Musiker mischen.

Besondere Zielgruppe sind die Schüler der Grundschule und von Unterstufen. Bei ihnen hoffen die Musiker die Freude an der Musik vermitteln zu können. Lehrer, die mit ihren Schulklassen kommen wollen, können sich auch noch kurzfristig telefonisch beim Theater Augsburg anmelden. Darüber hinaus gibt es die transkultuelle Musikpädagogik der Augsburger Philharmoniker. Unter dem Motto "Eine musikalische Weltreise" besuchen sie regelmäßig Augsburger Schulen?, um den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wie ein Ensemble funktioniert. Dabei haben die Schüler die Gelegenheit, in den Klang eines großen Orchesters einzutauchen. Die Kinder und Jugendlichen bekommen Anleitung und die Möglichkeit ihre musikalische Identität bewusst, aktiv und selbstbestimmt "auszuhandeln". Für die Augsburger Philharmoniker ist nicht nur die zeitgenössische westliche Musik ein wichtiger Bestandteil des Repertoires, sondern auch die interkulturelle und generationenübergreifende Arbeit. Erfolgreiche Auftritte bei städtischen Festivalformaten, in denen z. B. auch orientalische Musik ein fester Programmpunkt ist, zeugen von diesem Engagement.

Mitglieder in Auswahl

Ehemalige und aktuelle Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Augsburg:

  • Mariko Umae – Violine. Die Geigerin Mariko Umae stammt aus Kyoto und studierte bei Vladimir Malinin und Daniel Gaede an der Hochschule der Künste in Aichi (Japan) sowie an der Hochschule für Musik in Nürnberg. Sie erhielt mehrere Preise in Japan, beim Lions Wettbewerb und beim Musikwettbewerb des Mozartvereins Nürnberg. Mariko Umae hatte Engagements bei zahlreichen Opern- und Sinfonieorchestern wie dem Staatstheater Karlsruhe, Saarländisches Staatsorchester und Nationaltheater Mannheim. 2014 wurde sie Vorspielerin der ersten Violinen bei den Augsburger Philharmonikern.
  • Živa Ciglenečki – Violine. Die slowenische Geigerin Živa Ciglenečki errang als Solistin und als Mitglied des Klaviertrios "Tempo giusto" mehrere Preise bei internationalen und nationalen Wettbewerben. Als Kammermusikpartnerin war sie bei der Yehudi Menuhin Stiftung "Live music now Salzburg" tätig. Nach ihrem Studium am Mozarteum Salzburg (Prof. Igor Ozim) und nach dem Master Kammermusikstudiums an der Kunstuniversität Graz (Prof. Chia Chou, Prof. Ida Bieler), unterrichtete sie am Konservatorium für Musik und Balett Ljubljana. In der Spielzeit 2014/15 zog sie nach Augsburg und wurde Mitglied der Augsburger Philharmoniker.
  • Christian Döring – Viola. Christian Döring erhielt mit 12 Jahren den 1. Preis beim Bach-Wettbewerb in Leipzig. Während seines Studiums an der Hochschule für Musik "Hanns Eisler" bei Eberhard Feltz beschäftigte er sich u. a. als Mitglied des Chagall-Quartetts intensiv mit dem Streichquartettspiel. Er absolvierte ein Kammermusikstudium bei Friedemann Weigle (Petersen-Quartett) und Eberhard Feltz und besuchte zahlreiche Kammermusikkurse (Oberstdorfer Musiksommer, Schubertiade Schwarzenberg, u.a.). Von 2004 - 2014 war er Geiger bei den Augsburger Philharmonikern, 2015 wurde er Solobratscher bei diesem Orchester.
  • Johannes Gutfleisch – Violoncello. Der Cellist Johannes Gutfleisch war während seiner Schulzeit Gaststudent bei Fred Buck und Markus Wagner am Augsburger Leopold-Mozart-Konservatorium?. Er studierte anschliessend bei Brunhard Böhme an der Hochschule für Musik "Franz Liszt" in Weimar sowie an der Hochschule für Musik in Köln bei Claus Kanngiesser. Meisterkurse bei Harvey Shapiro und Wolfgang Boettcher sowie beim Abegg-Trio, beim Petersen-Quartett, beim Amadeus Quartett und anderen ergänzten seine Ausbildung. 2001 wurde er Vorspieler bei den Augsburger Philharmonikern. In verschiedenen Kammermusik-Formationen war er bei zahlreichen Festivals in ganz Deutschland zu hören. Seine Konzerte wurden mehrfach vom Rundfunk aufgezeichnet.

Weblinks


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